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Leselupe.de > Ungereimtes
Die hole Parabel
Eingestellt am 04. 10. 2005 14:35


Autor
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Cyrano
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Jun 2004

Werke: 18
Kommentare: 12
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Die hohle parabel

Auf einer Bank im Wald
sitzt ein Mann
er schaut recht verrissen aus
und das Haar ist verfilzt
es ist auch kein alter Mann
er hat, wie das unkritische Auge bemerken k├Ânnte
wohl noch nicht einmal
die mittleren Jahre erreicht

Es k├Ânnte ├╝brigens genau so gut eine Frau sein
Das tut hier nichts zur Sache

Wir stellen uns keinen der W├Ąlder vor
die gro├č
alt
weit und erschreckend
erscheinen

Es ist einer von jenen
die bei der Stadt wieder aufgeforstet wurden
und deren Lichter
spiegeln sich noch in den mosigen Fl├Ąchen des Grundes

Mit zittriger Stimme tr├Ągt der Wind den Gesang des Mannes
den Ohren derer zu
die einen Moment lauschen m├Âchten
"Your Song"
Und eine sacht mitschwingende Melancholie verr├Ąt
dass er nur Erinnerungen
aus einer l├Ąngst vergangenen Zeit
zur├╝ckruft

Noch singt er
und er klammert sich an die Zeilen
inhaliert die heute ungiftige Abendluft
als gelte es
sie auf Vorrat zu hamstern

Morgen fr├╝h
werden ihn schon die W├Âlfe zerfleischt haben




Wenn der Mann dann aber am n├Ąchsten Tag aufwacht
und feststellt
dass er nicht gefressen wurde
so wird er losgehen und ein Haus suchen
das zu solch fr├╝her Stunde
schon G├Ąste empf├Ąngt

Er wird dort erfragen
warum denn das Ende
so auf sich warten lie├če
und antworten wird man ihm:

Die W├Âlfe, Junge,
die sind nicht mehr so
Sie ├╝berlassen dir die aufreibende Hatz
und bedienen sich
wenn der Zeitpunkt genehm ist.

Als der Mann das h├Ârt
(Es k├Ânnte, wie gesagt,
auch ohne weiteres eine Frau gewesen sein
es tut tats├Ąchlich
gar nichts zur Sache)
Da springt er von einer Br├╝cke


cyrano

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