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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Die kleinen Freunden des alltäglichen Lebens
Eingestellt am 24. 09. 2014 18:39


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Pablo Sanchez
Festzeitungsschreiber
Registriert: Jan 2014

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oder: Von der Unfassbarkeit des Glücks

Müde öffnete ich die alte Eichentür. Das weiche Licht der Herbstsonne ließ die Umgebung der sonst so grauen Straße, in einem ungekannten Glanz erstrahlen. Blätter in allen erdenklichen Brauntönen tanzten verspielt fröhlich auf dem Weg. Fasziniert verfolgte ich ihr leichtfüßiges Spiel im Wind. Mein Verstand begriff nicht, doch mein Herz spürte es bereits: Das warme Licht, der seichte Wind und die tanzenden Blätter waren Vorboten eines Schauspieles von unfassbarer Schönheit. Gerade noch rechtzeitig wurde ich Zeuge dieses Augenblickes.

Hoch oben im Gipfel des höchsten Baumes weit und breit löste sich ein vollkommen rotes Ahornblatt. Plötzlich begann der Wind zu tosen. Die Blätter tanzten nun nicht mehr, sie tobten!
Ein brauner Strudel kreiste jetzt um den Baum und das anmutig schwebende Blatt. Unfähig mich zu rühren, verfolgte ich seine lange Reise Richtung Boden gebannt. Eigentlich sollte ich ob seines kurz bevorstehenden Todes Trauer empfinden, doch keine Träne rann über mein erstarrtes Gesicht. Im Gegenteil, goldenes Glück durchströmte mich, als der Rhythmus meines Herzens mit dem Strudel der Blätter eins wurde.
Gemeinsam bewunderten wir die Selbstsicherheit dieses kleinen Helden.
Kurz darauf passierte es: Vollkommenes Rot traf auf strahlendes Blau! Die Augen des kleinen Mädchens weiteten sich vor Freude, als es langsam in seine winzigen Hände segelte.
Das letzte was unser rotes Ahornblatt hörte, sah und spürte, war die unschuldige Freude eines kleinen Kindes.

Glücklich zog sie mit ihrem Schatz von dannen. Auch der Wind verflüchtigte sich nun. Die braunen Blätter sanken gemächlich gen Boden. Eins nach dem Anderen fand seine Ruhe auf dem grauen Boden. Stille trat ein.
Eine Wolke schob sich vor die Sonne. Der Weg vor mir wirkte jetzt trist und eintönig auf mich. Normalität senkte sich wie ein grauer Schleier auf die Bäume und Blätter, die Leute und mich.
Die erdrückende Leere dieses Augenblickes war unerträglich. Resigniert drehte ich mich um, öffnete die alte Eichentür und schritt zurück.

Version vom 24. 09. 2014 18:39

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Charybdis
Manchmal gelesener Autor
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Kurze Frage: Müsste der Titel nicht Die kleinen Freuden des alltäglichen Lebens heißen?

Darüber hinaus sprichst Du ja von dem Mädchen und dem Kind. Beide Nomen sind sächlich. Dann wäre es so richtig: Glücklich zog es sie mit seinem ihrem roten Schatz von dannen.

Im Gegenteil, goldenes Glück durchströmte mich, als der Rhythmus meines Herzens mit dem Strudel der Blätter eines wurde.

Jetzt noch eine subjektive Beobachtung: Das Mädchen tritt sehr plötzlich in die Geschichte. Während Du ja vorher eine Grundstimmung aufbaust und detailliert schilderst, ist da plötzlich das Mädchen quasi aus dem Nichts. Das kommt mir persönlich etwas zu abrupt.

Ich warte nun auf ein schönes rotes Ahornblatt in diesem Herbst, und ich werde es gerne aufheben.

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