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Leselupe.de > Kurzprosa
Die lebende Leinwand
Eingestellt am 08. 08. 2010 23:50


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Estrella fugaz
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Heute habe ich eine sehr gro├če Leinwand geschenkt bekommen.

Diese war so sperrig, dass sie nicht durch die Wohnungst├╝r passte. Deshalb spannte ich sie auf der Terrasse in einen Rahmen und lie├č sie dort von der Sonne bescheinen.

W├Ąhrend ich mich auf meiner Gartenliege rekelte und ├╝berlegte, was ich damit anfangen k├Ânnte, obwohl ich weder Farben noch Pinsel im Haus hatte, geschah etwas Wunderbares:

Auf der gerade noch leeren Leinwand entstand eine wogende, duftende Blumenwiese aus rotem Mohn. Die zarten Bl├Ątter leuchteten im Sonnenlicht, es gesellten sich k├Âniglich blau strahlende Kornblumen hinzu, dann schneewei├če Margeriten und schlie├člich satte gr├╝ne Gr├Ąser. Alles wog sich im Takt einer langsamen Musik, den der laue Sommerwind ├╝ber die Leinwand zu blasen schien.

Meine Kindheit stieg vor mir auf:
Diese herrliche, unbeschwerte Ferienzeit auf dem Lande, als die Sommer noch hei├č waren und ich wochenlang barfu├č umher laufen konnte. Als w├Ąre es gestern, sp├╝rte ich den warmen Sand und die von der Sonne erhitzten Steine unter meinen Fu├čsohlen. Das Tollen ├╝ber die saftige Wiese k├╝hlte diese anschlie├čend wieder.

Die Erinnerung der kitzelnden Gr├Ąser an meinen Beinen auf der Wiese, wo einzig und allein diese drei Blumenarten wuchsen, wurde lebendig. Die eine bl├╝hte stets in einem flammenden Rot, die andere in einem leuchtenden Blau und die Kleinste in unschuldigen Wei├č. Schon als Kind hatte ich gesp├╝rt, dass mein Gl├╝ck die Natur sein w├╝rde.

Dann h├Ârte ich ein Summen und sah, dass sich Bienen auf die Leinwand setzten und den Nektar einsammelten. Farbenpr├Ąchtige Schmetterlinge flatterten von allen Seiten herbei, lie├čen sich auf den Bl├╝tenkelchen nieder, so dass diese leicht dem Erdboden entgegen sanken, nur um ganz pl├Âtzlich wieder empor zu schnellen, als die Schmetterlinge sich erhoben und zu den n├Ąchsten Bl├╝ten flogen.

Schon wuchsen an den Seiten der Leinwand B├Ąume heran, an denen sich der Efeu empor schl├Ąngelte und in deren sanften Schatten B├╝sche wuchsen, die orange Fr├╝chte trugen.

V├Âgel lie├čen sich leise in den B├Ąumen nieder, be├Ąugten einen Moment die Fr├╝chte und st├╝rzten sich dann darauf, um sich an ihnen zu laben. Schon flogen sie zur├╝ck zu ihren Nestern und sangen ihre Lieder. So begr├╝├čten sie die Abendsonne, die ein letztes Mal die Wiese in ein leuchtendes Farbenmeer verwandelte, bevor es dunkel wurde. Dann war Schweigen.

L├Ąchelnd erwachte ich auf meiner Gartenliege.

Ob dieser Traum ein Morgen kennt?

__________________
Ich schlie├če meine Augen, um zu sehen. (Paul Gauguin)

Version vom 08. 08. 2010 23:50
Version vom 09. 08. 2010 10:11
Version vom 09. 08. 2010 18:46

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MarenS
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Eine sch├Âne Idee, die Leinwand, die sich mit Erinnerungen und W├╝nschen f├╝llt(so las ich es).

Manche S├Ątze wirken ein bisschen steif, wie hier:
Da, ein pl├Âtzliches Summen um mich herum. Erschrocken ├Âffne ich die Augen.

Ein pl├Âtzliches Summen l├Ąsst mich erschrocken die Augen ├Âffnen.


oder
Jetzt fliegen farbenpr├Ąchtige Schmetterlinge von allen Seiten heran, um sich am Nektar der Blumen zu laben.

Farbenpr├Ąchtige Schmetterlinge flattern von allen Seiten herbei, um sich am Nektar zu laben.


Ich denke auch, dass du aufpassen musst, nicht zu oft die Verniedlichungsform -chen zu verwenden, sonst rutscht du von der bildhaften, bunten Beschreibung ins Kitschige ab. (siehe K├Âpfchen, St├Ąngelchen.

Dir liebe Gr├╝├če von der MeckerMaren

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Estrella fugaz
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Guten Morgen, Wolfgang,

danke f├╝rs Lesen und kommentieren. Ich freue mich, dass es dir gef├Ąllt. "Ich erinnere mich" werde ich ab├Ąndern. Danke f├╝r die Anregung.

Liebe Gr├╝├če,
Karin
__________________
Ich schlie├če meine Augen, um zu sehen. (Paul Gauguin)

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Estrella fugaz
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Liebe MeckerMaren,

ein Gl├╝ck, dass du mir hilfst, meinen Text zu verbessern. Ich hatte darauf gehofft, dass sich jemand die M├╝he macht. Kindergeschichten zu schreiben ist viel einfacher - jedenfalls f├╝r mich. Danke f├╝r deine Vorschl├Ąge.

quote:
Ein pl├Âtzliches Summen l├Ąsst mich erschrocken die Augen ├Âffnen.

Das konnte ich so nicht schreiben, weil ich im n├Ąchsten Satz wieder ein und l├Ąsst stehen hatte. Wie findest du so die ├änderung?

Ein pl├Âtzliches Summen, erschrocken ├Âffne ich die Augen. Etliche Bienen lassen sich auf den bunten Blumen nieder, um sich ├╝ber die Bl├╝tenpollen herzumachen.

Liebe Gr├╝├če,
Karin
__________________
Ich schlie├če meine Augen, um zu sehen. (Paul Gauguin)

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Ralf Langer
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Hallo Estrella,

Weil mir dies St├╝ck gef├Ąllt habe ich aus purer Lust daran herum geschrieben:



Wei├če Leinwand

Heute habe ich eine sehr gro├če Leinwand geschenkt bekommen.
Einfach so.
Sie war so gro├č, dass sie nicht durch die Wohnungst├╝r passte, und so stellte ich sie auf die Terrasse ab, spannte sie in einen Rahmen und lies sie von der Sonne bescheinen.
W├Ąhrend ich im Liegestuhl sa├č und gr├╝belte was damit anzufangen w├Ąre, obschon ich weder Farben noch Pinsel im Haus hatte, geschah etwas Wunderbares:

Auf der gerade noch leeren Leinwand entstand eine wogende, duftende Blumenwiese aus rotem Mohn. Die zarten Bl├Ątter leuchteten im Sonnenlicht, da gesellten sich k├Âniglich blau strahlende Kornblumen dazu, dann schneewei├če Margeriten und schlie├člich satte gr├╝ne Gr├Ąser.
Alles wog sich im Takt einer langsamen Musik, den der laue Sommerwind ├╝ber die Leinwand zu blasen schien.

Meine Kindheit stieg vor mir auf:
Diese herrliche Zeit auf dem Lande, als die Sommer noch hei├č waren und ich wochenlang barfuss herumlaufen konnte.
Ich erinnerte mich, was es bedeutete Boden unter den F├╝├čen sp├╝ren.
Sei es die k├╝hle Erde des Waldbodens, das saftige Gras der Wiesen, oder die hei├čen Steine nahe des Bachlaufs.
Das fast vergessene Kribbeln, wenn ich durch die vollen Kornfelder lief durchzog meine F├╝├če.
Die Erinnerung an die kitzelnden Wiesengr├Ąser an meinen Beinen, dort an der Aue, wo einzig und allein diese drei Blumen wuchsen, wurde lebendig.
Die eine bl├╝hte stehts in tiefen Purpur, die Andere in einem leuchtenden Blau, und die Kleinste in unschuldigem Wei├č.
Schon als Kind hatte ich gesp├╝rt, das das Gl├╝ck auf dieser Wiese zu Hause sein wollte.

Dann h├Ârte ich ein Summen in den Gr├Ąsern und sah wie sich Bienen auf die Leinwand setzten, und den Nektar einsammelten.
Farbenpr├Ąchtige Schmetterlinge flatterten von allen Seiten herbei, lie├čen sich auf den Bl├╝tenkelchen nieder, so das diese leicht dem Grund entgegen sanken, nur um ganz pl├Âtzlich wieder empor zuschnellen, als die Schmetterlinge sich wieder erhoben und zur n├Ąchsten Bl├╝te flogen.
Schon wuchsen an den Seiten der Leinwand B├Ąume heran, an denen sich der Efeu empor schl├Ąngelte, und in deren sanften Schatten B├╝sche wuchsen, die orangene Fr├╝chte trugen.
V├Âgel lie├čen sich leise in den B├Ąumen nieder, be├Ąugten einen Moment die Fr├╝chte und st├╝rzten sich alsdann darauf um sich an ihnen zu laben.
Schon flogen sie zur├╝ck in die B├Ąume zu ihren Nestern und sangen ihre Lieder.
So begr├╝├čten sie die Abendsonne, die ein letztes Mal die Wiese in ein leuchtendes Farbenmeer verwandelte bevor es dunkel wurde.
Dann war Schweigen.

L├Ąchelnd erwachte ich in meinem Liegestuhl.
Ob dieser Traum ein Morgen kennt?


Liebe Estrella,

soweit mein Text aus deinem Text.

Ein paar Ideen.

Du wechselst mehrfach die Zeitebene in deiner Geschichte.
Springst vom Pr├Ąteritum ins Pr├Ąsens und wieder zur├╝ck.
Dahingehend w├╝rde ich dir empfehlen eine Ver├Ąnderung vor zu nehmen und dich also f├╝r eine Zeitebene zu entscheiden.

Dann habe ich versucht einen kleinen Plot einzubauen. Es ist nichts Gro├čartiges.
Aber die klassische Traumsequenz entrei├čt diese wundersch├Âne Erinnerungsreise des Prot.
Aus dem Bereich des phantastischen heraus.
(Was mir pers├Ânlich besser gef├Ąllt).

Dann habe ich ein wenig gek├╝rzt bei Stellen von denen ich glaube, das sie f├╝r diese Geschichte uninteressant sind.
( Auch das ist Geschmackssache)

Hat mir Freude bereitet

Lg
Ralf

__________________
RL

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