Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, mĂŒssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92241
Momentan online:
165 Gäste und 7 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Ungereimtes
Die letzte S-Bahn
Eingestellt am 22. 10. 2003 16:25


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Otto Lenk
Routinierter Autor
Registriert: Nov 2001

Werke: 620
Kommentare: 3361
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Otto Lenk eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Die letzte S-Bahn

Erste Haltestelle unten am Rhein
Arm in Arm haben wir hinausgeschaut
Vom Meer getrÀumt
Urlaub geplant
Schon die Koffer gepackt
In Gedanken
Liebten wir uns am Strand
Nur noch ein halbes Jahr
Bis dahin

Weiter am Rhein entlang
Vorbei an den Villen
Die eine war schon fast gekauft
Der Umbau fertig
Wir hatten den ganzen alten Plunder
Aufeinander getĂŒrmt und angesteckt
Du kannst mit Worten
Ganze Welten schmĂŒcken
Ich liebe dich

Nur noch eine Haltestelle
Der Weg fĂŒhrt durch den Wald
Unseren Wald
Vorbei an der Bank
Ein erster scheuer Kuss
Dahinter der Baum und das Herz
Und dort
Die Wiese unserer ersten Liebe
„Nur mit dir will ich sein“, sagtest du

Nichts ist fĂŒr ewig
Blicke noch einmal auf unsere Wiese
Und lege mich auf die Gleise
Sie sind kalt
Ich kann die Bahn schon hören
Sie mĂŒsste auf der Höhe unserer Bank sein
Nur noch die eine Kurve
Die Gleise vibrieren schon
Lebe wohl

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


mako
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo, Otto Lenk,

wow, ein toller Text, wenn auch mit einem sehr absoluten Ende, das keine Hoffnung lĂ€ĂŸt...oder gibt es vielleicht doch noch eine Weiche?

Dein Gedicht liest sich sehr flĂŒssig und "dramaturgisch" bauen die Strophen gut aufeinander auf. Besonders gefĂ€llt mir Deine Wahl der verschiedenen Zeitformen, fĂŒhrt(e) mich doch in die Irre hinsichtlich des dann folgenden Endes.

Gruß
Mako

Bearbeiten/Löschen    


Mara Krovecs
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2003

Werke: 188
Kommentare: 609
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Mara Krovecs eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Das ist ein GĂ€nsehauttext!
Mitreißend im Aufbau,
das Ende ĂŒberraschend,
das Atmen ziwschen den Zeilen
laut und verzweifelt.
Unglaublich gut geschrieben.

Liebe GrĂŒĂŸe Mara

Bearbeiten/Löschen    


Klaus Ant
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Otto,

Nach dem ersten Lesen war ich beeindruckt, wollte allerdings im vierten Abschnitt nach der dritten Zeile Schluß machen. Was willst Du da noch erzĂ€hlen? Den Selbstmord ein wenig romantischer gestalten; es dem Leser leichter machen?
Beim zweiten Lesen fĂŒhlte ich mich durch die AufzĂ€hlung und Steigerung der ersten drei Abschnitte an einen Werbespot erinnert, in dem ein vorgeblich reicher Mann, Fotos von seiner Frau, seinem Auto und seiner Yacht zeigt (oder so Ă€hnlich). Ich weiß nicht ob es dabei um einen Kredit ging - jedenfalls wĂ€re das nicht unwahrscheinlich.
Ich habe den Eindruck durch Dein Gedicht sehen wir das andere Extrem, der möglichen Reaktionen auf Konsumfrust: Mit dem Urlaub klappts nicht, mit der Villa nicht und auch nicht mit der Frau, ergo Suizid.

Danke fĂŒr Deine Anregung zum Nachdenken.
Ich hoffe Deine GefĂŒhle nicht verletzt zu haben.
Klaus

P.S.: Ich lehne Selbstmord nicht ab, weder aus christlichen noch anderen GrĂŒnden - niemand hat sich ausgesucht geboren zu werden. Ich halte ihn allerdings, zumindest bei oben beschriebenen Problemen, fĂŒr die schlechteste aller Lösungen.
Wer Freude an schönen BĂŒchern hat, dem empfehle ich in diesem Zusammenhang, aus dem Verlag Faber & Faber, Leipzig, das Buch "Hiob". Ist natĂŒrlich auch in jeder handelsĂŒblichen Bibel zu finden, aber dieses ist ein bibliophiles Kleinod, ein KĂŒnstlerbuch, komplett gestaltet und illustriert von Axel Bertram.

Bearbeiten/Löschen    


Mara K.
Guest
Registriert: Not Yet

Lieber Otto Lenk,

der Text berĂŒhrt mich sehr, alles getrĂ€umt, Luftschlösser gebaut... und dann ?
Es ist ein Gedicht, welches die Herbstmelancholie unterstreicht, traurig macht und nachdenklich.
Dieser Selbstmord, nun ... ein bitteres Ende.
Danke und ein lieber Gruß von Mara K.

Bearbeiten/Löschen    


Otto Lenk
Routinierter Autor
Registriert: Nov 2001

Werke: 620
Kommentare: 3361
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Otto Lenk eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Ich danke euch.......
Lieber Klaus,
Selbstmord ist immer die schlechteste aller Lösungen....und doch!
Was immer du beim lesen empfunden hast, es gibt keinen Grund sich zu entschuldigen. Es sind deine Empfindungen.
lG Otto

Bearbeiten/Löschen    


ZurĂŒck zu:  Ungereimtes Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!