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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Die letzten Menschen
Eingestellt am 09. 01. 2015 14:36


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Vagabund
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Nur noch ein lautes Rauschen blieb ├╝brig als der Kontakt zur Erde abbrach und die raue Stimme am anderen Ende der unsichtbaren Leitung verstummte. Die letzte Funkwelle, die letzte Verbindung zwischen der Erde und dem Mond, schl├Ąngelte sich mit Lichtgeschwindigkeit durch das schwarze Vakuum, prallte gegen den kalten Mondstein und versank in seiner Masse. ├ťbrig bleib eine ohrenbet├Ąubende Stille, die in den K├Âpfen der Astronauten ein Orchester der Verzweiflung erzeugte. Was war geschehen? Wie konnte es soweit kommen? Was w├╝rde nun aus ihnen werden? Jeder von ihnen hatte Fragen, doch niemand wagte es sie zu stellen denn sie wussten genau, dass niemand da w├Ąre um sie ihnen zu beantworten. Sie wussten nur, dass sie nun verloren waren, heimatlos, gestrandet. Allein in den unendlichen weiten des Weltalls. Frei im Raum und doch gebunden an die Zeit, die sich in ihrem Wahn alles nehmen wird, dass ihnen jemals lieb war.

Angefangen hatte es damit, dass ihr Kontaktmann bei der IRA, der Internationalen Raumagentur, von Tag zu Tag nerv├Âser schien. Stetig wurde er bei den t├Ąglichen Gespr├Ąchen abgelenkt, zwischendurch stie├čen Rufe aus dem Hintergrund worauf er abbrechen musste und die letzten Tage erschien er teilweise gar nicht mehr. Sie dachten zun├Ąchst es g├Ąbe technische Probleme, doch dann kam eine letzte Kontaktaufnahme die diese Vermutung ausschloss. Die Astronauten freuten sich zun├Ąchst, dass ihre Mission nicht an einem Kommunikationsfehler scheitern w├╝rde, doch nach dem ihr Kontaktmann seine ersten Worte von sich gab w├╝nschten sie sich sie h├Ątten diese Nachricht nie bekommen und alles was damit zu tun hatte w├Ąre nie geschehen. Sie verstanden nicht einmal genau was er sagte, doch allein die Art wie er es sagte gen├╝gte schon um zu wissen, dass es ein Problem gab und zwar ein gewaltiges.
Die Blicke der sechs M├Ąnner, die sich um das ├ťbertragungsger├Ąt versammelt hatten trafen sich und erste Angstschwei├čperlen liefen ├╝ber entsetzte Gesichter. Daraufhin folgte der gemeinsame Blick zum Horizont, wie die Erde als eine blaue runde Gottheit ├╝ber das schwarze Sodom unter ihr thronte. Und da sahen sie es. Unscheinbar klein, ein winziges F├╝nkchen dessen Strahlen durch die Atmosph├Ąre ihrer Heimat drangen und nun durch die Iris auf die Sehnerven der Astronauten fielen. Es bewegte sich. Langsam aber sicher, von einer H├Ąlfte zur anderen und dann verschwand es. Kurz darauf ein weiterer Funken diesmal von einer anderen Stelle aus. Und ehe sie sich versahen wurde aus den Funken ein Inferno aus Licht, dass sich ├╝ber die Oberfl├Ąche der blauen Perle rankte und alles verschlang das in seine Bahn geriet bis schlie├člich nichts mehr ├╝brig war von jenem Ort, den die Astronauten einst Heimat nannten.

Es war eine Ironie, denn gerade sie, sechs M├Ąnner aus sechs verschiedenen Gro├čm├Ąchten der Erde vereint unter dem Banner der IRA auf einer gemeinsamen Reise zum Mond um dort die Flagge der UN, der vereinten Nationen, zu hissen und damit den Weltfrieden zu besiegeln und die Gegens├Ątzlichkeiten vergangener Epochen hinter sich zu lassen, stehen nun dort und m├╝ssen sprachlos dabei zusehen wie die Evolution des Menschen am Menschen selbst scheiterte und nicht nur sich sondern auch die restliche Vielfalt an Kreaturen mit sich in den Abgrund riss. Der letzte Funken erlosch und die Erde war nun wieder der Planet, der sie vor mehreren Milliarden Jahren war. Feuerspeiend, leblos und gef├Ąhrlich.

Nachdem das Schauspiel vorbei war kamen die Astronauten wieder zu sich. Sie alle wussten, was das f├╝r sie bedeuten w├╝rde doch keiner sprach es aus. Allein der Anf├╝hrer, ein Vertreter der IRA, sagte in zwei kurzen Worten das, was sich der Rest dachte. \"Das war\'s\". Daraufhin verschwand er in der Kapsel. Das Wasser w├╝rde noch f├╝r neun Monate reichen, die Nahrung f├╝r sieben. Dannach beginnt zuerst der Hunger, dann der Durst und irgendwann wird der menschliche ├ťberlebenstrieb einsetzen und dann werden auch die Astronauten anfangen sich gegenseitig umzubringen f├╝r das letzte bisschen das noch ├╝brig ist bis auch der letzte, wer auch immer das sein mag, einsam und allein auf dem kalten Mondstein liegen wird und stirbt.

Die Menschheit auf dem Mond wird das selbe tragische Ende nehmen wie die Menschheit auf der Erde, denn letztendlich war es die selbe Situation in einem anderen Ma├čstab.

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DocSchneider
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Deine Geschichte zeigt ein m├Âgliches Szeanrio, das sich in der modernen Raumfahrt tats├Ąchlich ereignen k├Ânnte. Das Ganze k├Ânntest Du noch ausbauen, dann w├╝rde es spannender.

Viele Gr├╝├če von DocSchneider

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