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Leselupe.de > Kurzprosa
Die morgendliche Krise
Eingestellt am 12. 05. 2010 13:55


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toll.er
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"Kasperletheater!" schrie er. Konnte sich kaum beruhigen. "Kasperletheater! Alles nur Kasperletheater! Immer nur Kasperletheater!""

Sie sa├č ihm gegen├╝ber am Fr├╝hst├╝ckstisch, hielt sich die Ohren zu. "Das halte ich nicht aus," dachte sie. "Das halte ich nicht mehr aus. Jeden Morgen um die Zeit rastet er aus."

Wie jeden Morgen beruhigte er sich nach wenigen Minuten. Und sie hielt es doch aus.

"Noch etwas Kaffee?" fragte sie ihn. Er nickte, legte die Zeitung zur Seite, schaute sie an, w├Ąhrend sie ihm den Kaffee eingo├č.
"Ach Schatz, ich wei├č auch nicht. Jeden Morgen packt es mich. So existentiell." Er seufzte.

Sie schaute ihn liebvoll an. Wie jeden Morgen hatte sie vergessen, dass sie es eigentlich nicht mehr aushalten konnte.

"Ach, du mit deinem Weltschmerz. Schau, anderen Leuten geht es doch nicht anders. Die stehen jeden Morgen auf und gehen ins B├╝ro ode ans Flie├čband oder fahren mit dem Auto herum und putzen Klinken. Uns geht es doch dagegen noch ganz gut."
Sie biss in ihre mit Nussnougatcreme bestrichene Br├Âtchenh├Ąlfte.

Er schaute sie an: "Ach ja, da stimmt schon. Andere Leute ... . Aber ich bin doch nicht andere Leute. Ich bin ich. Und da ├╝berkommt es mich halt jeden Morgen. Diese ewigen Wiederholungen. Immer die gleichen Geschichten. Im Prinzip jedenfalls. Und immer das gleiche Personal. Der F├Ârster weckt meine Gr├╝nallergie, der Seppl l├Ąuft dir dauernd sabbernd hinterher, das Krokodil stinkt erb├Ąrmlich .... "

Sie stand auf, ging um den Tisch herum und umarmte ihn.

"Ach Du Armer. Aber du hast doch mich ... Bist nicht allergisch gegen mich, ich mag den Seppl ├╝berhaupt nicht, und ich dusche morgens und abends ...", tr├Âstete ihn Gretl.

Kasperle nickte und blickte in seine Kaffeeetasse.
"Ja, ich habe ja dich," brummte er vor sich hin. "Ich habe ja dich."

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Rhea_Gift
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Und wie sich das auf den Text bezieht - ich f├╝rtchte, du hast meinen textbezogenen Kommentar:

oh gott beendet doch das Kasperletheater - is ja nich zum Aushalten!

NUR emotional bezogen verstanden... im Text ist aber von nicht Aushalten k├Ânnen (das aber schnell wieder vergessen wird) die Rede - und der Text thematisiert, spielt sich ab als Kasperletheater - und das Ende - da ersp├╝re ich nun tats├Ąchlich im "ich hab ja dich" sowohl Resignation - wie auch vielleicht aufkeimenden Groll - denn die Kaperlefiguren spielen hier Kasperletheater (Spiel im Spiel), Gretl ist davon ganz eingenommen - w├Ąhrend Kasper das Theater schon ganz sch├Ân stinkt Und der Leser da doch gern zustimmen m├Âchte - aber nunja - Kasper ist Teil des Spiels, aus der Nummer kommt er nicht raus (wie wir nicht aus dem Spiel des Lebens - es sei denn, wir beenden es), er kann nur das Spiel im Spiel beenden - das w├Ąre ein guter Anfang...

spannend ist nun wiederum dein Mi├čverst├Ąndnis, lieber Taurus, indem du meinen Kommentar nur auf eine emotionale Wirkung beziehst, statt auch auf den Text...

LG, Rhea
__________________
...Seele, bist du nun erwacht?...Und sie zittert, und sie lacht allen Himmelssternen zu... (Hesse)

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