Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, müssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92245
Momentan online:
307 Gäste und 10 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Die richtige Größe – Maffay live
Eingestellt am 01. 09. 2008 14:25


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
jon
Foren-Redakteur
Fast-Bestseller-Autor

Lektor
Registriert: Nov 2000

Werke: 147
Kommentare: 6206
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um jon eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Die richtige Größe
Eindrücke vom Peter-Maffay-Clubkonzert am 31. August in Leipzig


Schön, sehr schön. Jetzt bekommt das Ganze das Format, das es haben sollte. Peter Maffay und Band, die derzeit eine sogenannte Club-Konzert-Tournee zwecks Vorstellung ihres neuen Albums „Ewig“ machen, spielten gestern – also am 31. August 2008 – in Leipzig im Haus Auensee. Den meisten, wahrscheinlich sogar den allermeisten Zuhörern musste er die Songs allerdings nicht mehr vorstellen, immerhin ist die Scheibe schon seit 28. August auf dem Markt – genug Zeit, um schon die ersten Texte auswendig zu lernen. Oder wenigstens ein paar Schlüsselzeilen der Refrains. Aber ich schweife ab …

Das Haus Auensee war voll. Das ist man von Peter-Maffay-Konzerten ja gewohnt. Auch, dass die Jubel bereits losbricht, wenn auch nur einer der Musiker den Kopf auf die Bühne streckt. Dass unter diesen Umständen Maffays Idee, ganz sacht mit „Schnee, der auf Rosen fällt“ die Show zu beginnen, nicht aufgehen konnte, hätte er wissen müssen. Es störte ihn aber offenbar nicht. Mich auch nicht, um ehrlich zu sein, auch wenn es mir um den Effekt, wie er hätte sein können, etwas leid tat.

Der Effekt, wie er sein soll, der kam dann recht schnell: Peter Maffay und die „Jungs“ rockten. Ich stand wohl etwas ungünstig, denn bei einigen dieser nach alt-beliebter Maffay-Art dargebotenen Mitreißer bekam ich selbst bei genauem Zuhören nichts vom Text mit. Auf den kam es wohl auch nicht an, denn andere Songs, bei denen es offenbar drauf ankam, waren „besser“ abgemischt. Und da endlich hörte ich auch, wie sie gemeint waren. Kamen Songs wie „Die Liebe bleibt“ oder auch „In dir ist immer noch ein Licht“ von der CD noch etwas schmalbrüstig daher, liefen sie in der mittleren Hallengröße zu echten Hymnen auf. Herrlich! So macht der „neue Maffay“ richtig Spaß.

Der alte Maffay war aber auch da – und wie! Nicht nur mit dem stampfenden bauchgeborenen Rock-Sound, der die Fans mithüpfen und -klatschen ließ, auch mit dem ganz authentisch wirkenden Klang tief aus dem Herzen knüpfte er an erfolgreiche Traditionen an. Der Konzertabschnitt, der von diese Titeln geprägt war, begann mit „Meine Musik“ – ein Lied, dessen aus Schlichtheit und Größe gewobene Magie das Publikum in den Bann schlug. Peter Maffay war bei diesem Song so sehr bei sich selbst, dass vereinzelte Klatscher rasch wieder ehrfurchtsvoll verstummten. In einer Kirche, beim Gebet klatscht man schließlich auch nicht.

So bei sich angekommen erstrahlten dann auch die folgenden Songs – allen voran das von einem seeligen Lächeln durchzogene Liebeslied „Wie im Himmel“. Da war der Weg zu „Ewig“ nicht mehr weit und der brüchig begonnene Bogen des Konzertes schwang sich schließlich noch einmal zu einem ruhigen, unpathetischen und doch ewig schönen Abschluss. Hach ja …

Ach ja! Natürlich gab es noch mehr Songs als die hier erwähnten, und es gab mehr als Songs. Informationen über Ideen hinter den Songs und über Entstehungsgeschichten. Wie die, dass „Ewig“, der titelgebende Songs, fast „im Vorbeigehen“ in Maffays Blickfeld geriet und sich erst während der Produktionsphase zu dem ihm wichtigsten Lied mauserte. Oder dass „In dir brennt immer noch ein Licht“ vor einiger Zeit schon entstanden war, im Zusammenhang mit der José-Carreras-Gala. Viel Augenzwinkern war bei diesen Anekdötchen dabei – wie es in einen Club passt – und deutlich unprätenziöser als die entsprechenden Songs gehaltene, angenehm bodenständige Statements zu Gott und der Welt. Irgendwie traf dieser Abend von allem genau die passende Mitte, war wohltuend ausbalanciert.

Er hatte die richtige Größe.

__________________
Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalässt (Klaus Klages)

Version vom 01. 09. 2008 14:25
Version vom 05. 04. 2009 12:21

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Zurück zu:  Essays, Rezensionen, Kolumnen Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!