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Leselupe.de > Kindergeschichten
Die schöne Müllerstochter und der Zauberer
Eingestellt am 02. 06. 2006 08:49


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Märchentante
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Die schöne Müllerstochter und der Zauberer
von Dagmar Buschhauer

Auf einem Berg stand einst eine mächtige Trutzburg. Ein böser Zauberer, der Angst und Schrecken unter den Menschen verbreitete, hauste dort schon seit ewiger Zeit. Wenn er in dunklen Nächten zauberte und sich neue Bosheiten ausdachte, erhellten grelle Blitze die Burg, Unwetter tobten und der Sturm heulte um das düstere Gemäuer, als wären die Höllenhunde los.

Der Unhold tyrannisierte die Bewohner des Tales, wo er nur konnte. Eines Tages beschloss er sich zu vermählen, zu zweit würde es noch viel mehr Spaß machen, Gemeinheiten auszuhecken. Nirgends fand er jedoch die passende Braut. Da kam ihm zu Ohren, dass der Müller im Dorf, am Fuße des Berges, eine Tochter hatte, die im Laufe der Jahre zu einem wunderschönen Mädchen herangewachsen war. So schnell es ging, wollte er sie sich anschauen.

In dieser Nacht war das Inferno über dem unheimlichen Felsennest schon aus weiter Ferne zu sehen. Voller Angst schlossen sich die Menschen in ihre Häuser ein. Am nächsten Tag ritt der Zauberer auf seinem wilden Pferd im Höllentempo den Berg hinunter, Schmähliches im Sinn.
„Zeige mir deine Tochter“, brüllte er vor dem Haus des Müllers, „ich bin auf der Suche nach einer Braut. Mach schnell, sonst bekommst du, samt deinem ganzen Dorf, meinen Zorn zu spüren.“
Mutig kam der wackere Mann heraus, gefolgt von Rosalie, dem Mädchen. Der Zauberer war auf der Stelle betört von dem Liebreiz der Müllerstochter. Seine Augen funkelten gierig: „Komm mit mir, mein schönes Kind“, schmeichelte er, „werde meine Gemahlin. Alle Reichtümer der Welt lege ich dir zu Füßen, jeder Mensch, jedes Tier soll dir untertan sein. Du wirst herrschen über alle Länder der Erde. Ich mache eine Zauberin aus dir, wie sie das Land noch nicht gesehen hat, größer und böser als alle anderen.“

Das Mädchen erschrak: „Das alles möchte ich nicht. Was nutzen mir Reichtum und Macht, wenn Bosheit und Niedertracht mein Herz vergiften und meine Seele in den Abgrund stürzen? Ich bitte dich, lass mich bleiben, wie ich bin. Wenn du zudem noch mein Dorf verschonst, folge ich dir.“
Verdutzt starrte der Hexenmeister sie an: „Was, du willst auf all diese wunderbaren Dinge verzichten? Egal, wenn du erst meine Frau bist, wirst du es dir schon anders überlegen.“ Er wandte sich wieder dem Müller zu: „In drei Tagen, bei Sonnenaufgang, erwarte ich deine Tochter. Damit ihr zwischenzeitlich nicht auf dumme Gedanken kommt, verwandle ich euch allesamt bis dahin in Tiere. Ist meine Braut wohlbehalten auf der Burg, bekommt ihr eure menschliche Gestalt zurück. Aber wehe“, drohte er, „ihr schafft es nicht in drei Tagen, dann lauft ihr bis an euer Lebensende als Vieh umher." Ein mächtiger Donner folgte seinen Worten. Zum Entsetzen der Müllerstochter liefen alle Bewohner tatsächlich sogleich in Tiergestalt umher. Ziegen, Katzen, Schweine, Hunde, sogar Kaninchen und Hühner bevölkerten nun das Dorf.
„Also, bis dann", dröhnte der Zauberer und hetzte mit schaurigem Lachen auf seinem Pferd davon. Fassungslos brach das Mädchen in Tränen aus. „Habt keine Angst“, tröstete sie dennoch die armen Wesen, „sofort mache ich mich zu dem schrecklichen Gemäuer dort droben auf, euer Leid soll schnell ein Ende haben.“

Als Rosalie sich todunglücklich auf den beschwerlichen Weg begab, folgten ihr die Verwunschenen. Niemand von ihnen wollte das tapfere Mädchen allein durch den dunklen Wald bergan steigen lassen.
Am Ende des ersten Tages kamen sie in einen besonders unheimlichen Teil des Waldes. Kein Vogel zwitscherte, kein Lüftchen rührte sich. Seltsam, dachte das Mädchen, so still habe ich es bisher noch nie erlebt. Unter einer alten Tanne suchte die bunte Schar Zuflucht für die Nacht. Plötzlich raunte es aus dem Baum: „Gutes Kind, erlöse uns. Der böse Zauberer brachte uns zum Verstummen. Er mag kein Vogelsingen, keinen rauschenden Wind in den Bäumen, weder das Wild, noch andere Waldbewohner. Erschrocken sprang das Mädchen auf, doch eine tiefe Ruhe herrschte wieder ringsum.

Am zweiten Tag wurde der Pfad noch anstrengender. Der Wald lichtete sich aber immerhin mehr und mehr und gab den Blick auf eine Wiese frei. Die Sonne brannte erbarmungslos auf die Wanderer hernieder. Hunger und Durst plagten die Gruppe. Auch hier war außer dem Plätschern eines Baches kein anderer Laut zu hören. Kein Murmeltier pfiff, weder summten Bienen, noch sah man bunte Schmetterlinge von Blume zu Blume gaukeln. Keine Krabbler liefen durch das hohe Gras, alles war wie ausgestorben. Seltsam, dachte das Mädchen erneut, noch nie erlebte ich eine derartige Ruhe auf einer Wiese. Müde ließ es sich mit den Tieren am Wasser nieder, um den Durst zu stillen. Den ärgsten Hunger linderten sie mit Beeren, die dort wuchsen. Als die Müllerstochter sich bückte, um mit ihrer hohlen Hand das kühle Nass zu schöpfen, raunte es abermals: „Gutes Kind, erlöse uns. Der böse Zauberer brachte uns zum Verstummen. Er mag kein Bienensummen, keine bunten Schmetterlinge, weder Blumen, noch die Murmeltiere.“

Am Vorabend des dritten Tages erreichten sie endlich den Weg, der zur Burg führte. Er war sehr steil und führte über Stunden nur durch Geröll. Die Nacht war mittlerweile angebrochen. Der Mond beleuchtete die Umgebung, als wäre er darauf bedacht, dass ihnen kein Unglück widerfuhr. Mit einem Mal ertönte ein fürchterliches Schreien: „He, ihr da unten, beeilt euch gefälligst, die Zeit ist bald um, ich warte.“ Dann drang ein entsetzliches Gelächter durch die Stille. Geschockt suchten das Mädchen und die Verwunschenen Schutz in den Felsen und ruhten sich erschöpft von den Strapazen ein wenig aus. Die unglückliche Müllerstochter aber fand keine Ruhe. Leise ging sie ein paar Schritte zur Seite und setzte sich auf einen Stein. Was sie wohl morgen erwartete? Übermüdung und Entbehrungen verlangten ihren Tribut. Herzzerreißend fing sie an zu weinen.

Eine leichte Berührung ließ sie zusammenfahren. Neben ihr stand eine kleine Gestalt im Mondschein. „Weine nicht, liebes Kind“, sagte das Wesen, „hab Vertrauen. Schon morgen wird alles gut. Lange haben wir alle hier am Berg auf dich gewartet, denn nur du kannst uns von dem schlechten Zauber befreien.“
Staunend starrte das Mädchen auf den Winzling hinunter, der ihr nur bis zu den Knien reichte.
„Wer bist du ?“, fragte Rosalie schluchzend und trocknete die Tränen.
„Ich bin der Hüter des Berges, meine Liebe, „Jahrhunderte lang lebe ich schon hier.“
Na, so siehst du auch aus, dachte das Mädchen und betrachtete ihn neugierig. Sein kleiner Körper war in Kleider gehüllt, die an Moosflechten erinnerten. An den winzigen Füßen trug er geflochtene Sandalen. der Bart reichte fast bis zur Erde und seinen Kopf bedeckte ein grüner Hut mit einer langen Feder, wie die Jäger ihn trugen. Zauseliges Haar umrahmten ein rundes, runzeliges Gesicht, aus dem lebhafte Äugelein blinzelten.
„Den Hüter eines so mächtigen Berges habe ich mir aber ganz anders vorgestellt“, meinte Rosalie erstaunt.

„Auf die Größe kommt es nicht an“, lachte das Männlein freundlich. Dann setzte es sich neben die Müllerstochter, ergriff ihre Hand und erzählte: „Einst war es hier schöner, als du du dir vorstellen kannst. Die Vögel sangen von früh bis spät, Blumen blühten überall. Der Wind rauschte in den Bäumen und die Tiere am Berg waren glücklich. Überall herrschte Zufriedenheit. Die Burg dort oben reckte stolz ihre Zinnen gen Himmel. Ihre Bewohner waren von edlem Geblüt und gut zu jedermann. Dann schlug das Schicksal zu. Eine grausame Hexe fand Gefallen an der Burg und wollte sie unbedingt besitzen. Als die edlen Herrschaften aber ablehnten, besiegelten sie ihr eigenes Schicksal. Die furchtbare Hexe verwandelte die Burg in dieses düstere Gemäuer. Die Bewohner jagte sie davon, bis auf einen, dem ältesten Sohn der Edelleute. Da er ein sehr hübscher junger Mann war, wollte sie ihn unbedingt zum Gemahl. Er weigerte sich jedoch hartnäckig, es grauste ihm vor ihr. Wütend über die Zurückweisung tobte sie so laut, dass man es im ganzen Tal hören konnte. Außer sich vor Wut verwandelte sie dann den Jüngling in diesen bösen Zauberer. Bis in alle Ewigkeit sollte er fortan allein auf seiner Burg leben, Angst und Schrecken verbreitend. Unter abscheulichem Kreischen und wild fluchend sprang sie anschließend auf ihren Besen und raste mit höllischer Geschwindigkeit in die Nacht hinaus. Kein Mensch hörte je wieder etwas von ihr.

Noch in der gleichen Minute verhärtete sich das früher so gute Herz des jungen Mannes. Als erstes sorgte er dafür, dass das Leben rings um den Berg verstummte. Nach dieser schändlichen Tat begann er, die Menschen überall zu drangsalieren. Ich musste untätig mit ansehen, wie der Zauberer sein Unwesen trieb, denn mir waren die Hände gebunden. Gegen diesen Unhold gab es kein Mittel. Eines Tages aber tauchte hier ein geheimnisvolles Kräuterweiblein auf, das von unserem Unglück gehört hatte. Sie gab mir ein Amulett und sagte: „Bald wird dem Müller im Tal ein Töchterchen geboren. Es wird zu dem schönsten Mädchen weit und breit heranwachsen. Das bleibt auch dem Zauberer nicht verborgen und er wird in Liebe zu ihr entbrennen. Um das Unheil für immer von hier zu verbannen, muss sie auf sein Werben eingehen. Sorge dann dafür, dass die Müllerstochter das Amulett bekommt. Wenn sie es nämlich schafft, ihm dieses Halsband umzulegen, wird alle Not vorbei sein.“

Danach verschwand das Weiblein. Das Amulett war ein flacher, wunderschön glänzender Stein, der an einer schwarzen Schnur hing. Ich versteckte es all die Jahre in einer kleinen Höhle, bewacht von den alten Kröten. Heute ist es nun soweit, mein Kind. Bist du bereit den Unhold zu entmachten?“ Der Hüter des Berges holte das Amulett hervor und legte es in die Hand des Mädchens.
„Oh, wie schön“, hauchte Rosalie fasziniert und starrte den geheimnisvollen Stein versunken an. „Ich will es gern versuchen, doch meine Angst ist so groß.“
Lächelnd sah das Männlein sie an: „Sei zuversichtlich, gutes Kind. Mit deinem Mut wirst du es schaffen. Wir alle hier am Berg und die Menschen unten im Tal sind in Gedanken bei dir und geben dir Kraft. Doch nun müsst ihr aufbrechen, bald schon geht die Sonne auf.“

Die Tochter des Müllers weckte eilig ihre tierischen Gefährten. Und als im ersten Morgengrauen das letzte beschwerliche Stück geschafft war, lag die mächtige Burg vor ihnen. Düster und bedrohlich ragte sie gen Himmel. Rosalie schauderte, doch schon wurde knarrend die schwere Zugbrücke heruntergelassen. Im Burghof kam ihnen der Bösewicht entgegen.
In dem Augenblick ging glutrot die Sonne auf. „Da bist du ja endlich“, brüllte der Zauberer. „Wieso hast du das Viehzeug mitgebracht?“
„Du wolltest sie doch von ihrem Schicksal erlösen“, rief das Mädchen entsetzt.
„Ach ja? Davon weiß ich nichts mehr, ab in den Stall mit ihnen.“
Schon kamen seine Knechte angelaufen.
„Nein, bitte nicht“, flehte Rosalie mutig, „ich werde nur deine Gemahlin, wenn sie bei mir bleiben dürfen.“
Der böse Zauberer starrte die schöne Maid wild an und überlegte. „Na gut, so sei es“, brummte er, “ wenn es dich glücklich macht.“
„Danke, großer Meister“, flüsterte das Mädchen und lächelte ihn beherzt an, „das ist sehr großzügig von dir. Schau, ich habe ein Geschenk für dich zu unserer Hochzeit.“
Misstrauisch betrachtete der Bösewicht den herrlichen Stein und brummte dann widerwillig: "Das ist ein wunderbarer Halsschmuck. Wo hast du ihn her?“
„Aus unserem Familienbesitz“, antwortete Rosalie listig, „es ist ein geheimnisumwobener Glücksbringer." Des Zauberers lange dünne Finger mit den spitzen Krallen strichen vorsichtig über die Oberfläche des Steins. „Sehr schön“, binde ihn mir um.“
Als das Amulett seinen Hals zierte, begann es:

Plötzliche Finsternis brach herein, grelle Blitze zuckten wild. Der Zauberer schrie wie besessen, kreischte in den höchsten Tönen. Vergebens versuchte er, das Band mit dem Stein von seinem Hals zu reißen. Eingehüllt in stinkende Schwefelwolken sank er schließlich mit einem lauten Aufschrei zu Boden.
Zitternd starrten das Mädchen und ihre verwunschenen Gefährten auf das reglose Bündel. Mit einem Mal hüllte sie ein wunderbares Licht ein. Ein kaum sichtbares Etwas schwebte über dem Burghof.
„Deine Macht ist nun endlich gebrochen, du Hexenmeister“, ertönte eine glasklare Stimme. „Niemals mehr wirst du Leid über Mensch und Tier bringen, das Böse ist besiegt. Hinfort mit dir und kehre niemals wieder.“ Dann löste sich die seltsame Erscheinung auf. Strahlender Sonnenschein erhellte jetzt den Hof, die Luft flimmerte wie Diamantenstaub. Staunend blickte die Gruppe sich um. Es duftete nach Rosen, und wunderschönes Vogelgezwitscher erklang. Dann aber gefror ihnen das Blut in den Adern, als sie sahen, wie der am Boden liegende Zauberer sich wieder erhob. Entsetzt wollten sie fliehen, doch etwas Unglaubliches ereignete sich nun. Vor aller Augen verwandelte sich der Unhold in einen edlen Jüngling.

„Ich danke dir, schöne Müllerstochter“, sprach er das staunende Mädchen an. „Du hast mich nach all den schrecklichen Jahren endlich von dem Fluch erlöst. Ich bitte dich, werde meine Gemahlin. Von nun an wird es hier wieder so schön werden wie einst. Der Berg erwacht zu neuem Leben und in den Dörfern wird Frieden einkehren.“
Nur zu gerne willigte Rosalie ein, denn als sie ihn dort so stehen sah, entbrannte sie in großer Liebe zu ihm. Im gleichen bekamen die Dorfbewohner ihre menschliche Gestalt zurück.

Der Jüngling und die Müllerstochter luden alle Menschen aus dem Tal zu der prächtigen Hochzeit ein. Drei Tage lang feierten sie zusammen mit ihnen den schönsten Tag ihres Lebens.
Beide waren glücklich und lebten zufrieden noch viele Jahre auf der Burg, hoch über einstmals verwunschenen Tal. Das Amulett aber wurde in Samt gelegt und in einem wertvoll geschnitzten Holzkästchen für alle Zeiten aufbewahrt.


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ein so nettes Märchen sollte weniger Fehler haben.

Die schöne Müllerstochter und der Zauberer
Veröffentlicht von Märchentante am 02. 06. 2006 08:49
Die schöne Müllerstochter und der Zauberer
von Dagmar Buschhauer

Auf einem Berg stand einst eine mächtige Trutzburg. Ein böser Zauberer, der Angst und
Schrecken unter den Menschen verbreitete, hauste dort schon seit ewiger Zeit. Wenn er in dunklen Nächten zauberte und sich neue Bosheiten ausdachte, erhellten grelle Blitze die Burg. Unwetter tobten dann um das düstere Gemäuer, es heulte, als wären die Höllenhunde los.

Der Unhold tyrannisierte die Bewohner des Tales(Komma) wo er nur konnte. Eines Tages beschloss er(Komma) sich zu vermählen, zu zweit würde es noch viel mehr Spaß machen, Gemeinheiten auszuhecken. Nirgends fand er jedoch die passende Braut. Da kam ihm zu Ohren, dass der Müller im Dorf, am Fuße des Berges, eine Tochter hatte, die im Laufe der Jahre zu einem wunderschönen Mädchen herangewachsen war. So schnell es ging(Komma) wollte er sie sich ansehen.

In dieser Nacht war das Inferno über dem unheimlichen Felsennest schon aus weiter Ferne zu sehen. Voller Angst schlossen sich die Menschen in ihren Häusern ein. Am nächsten Tag ritt der Zauberer auf seinem wilden Pferd im Höllentempo den Berg hinunter, Schmähliches im Sinn.
„Zeige mir deine Tochter“, brüllte er vor dem Haus des Müllers, „ich bin auf der Suche nach einer Braut. Mach schnell, sonst bekommst du,(kein Komma) samt deinem ganzen Dorf,(kein Komma) meinen Zorn zu spüren.“
Mutig kam der wackere Mann heraus, gefolgt von dem Mädchen. Der Zauberer war auf der Stelle betört von dem Liebreiz der Müllerstochter. Seine Augen funkelten gierig: „Komm mit mir(Komma) mein schönes Kind“, schmeichelte er, „werde meine Gemahlin. Alle Reichtümer der Welt lege ich dir zu Füßen, jeder Mensch, jedes Tier(Komma) soll dir untertan sein. Du wirst herrschen über alle Länder der Erde. Ich werde eine Zauberin aus dir machen, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat, größer und böser als alle anderen.“

Das Mädchen erschrak: „Das alles möchte ich nicht. Was nutzen mir Reichtum und Macht, wenn Bosheit und Niedertracht mein Herz vergiften und meine Seele in den Abgrund stürzen? Ich bitte dich, lass mich bleiben(Komma) wie ich bin. Wenn du mein Dorf verschonst, folge ich dir.“
Verdutzt starrte der Hexenmeister sie an: „Was, du willst auf all diese wunderbaren Dinge verzichten? Egal, wenn du erst meine Frau bist, wirst du es dir schon anders überlegen.“ Er wandte sich wieder dem Müller zu: „In drei Tagen, bei Sonnenaufgang, erwarte ich deine Tochter. Damit ihr nicht auf dumme Gedanken kommt, verwandle ich euch allesamt bis dahin in Tiere. Ist meine Braut wohlbehalten auf der Burg, bekommt ihr eure menschliche Gestalt zurück.“ Aber wehe“, drohte er, „ihr schafft es nicht, dann lauft ihr bis an euer Lebensende als Vieh umher. (kein Leerfeld)“ Ein mächtiger Donner folgte seinen Worten. Zum Entsetzen der Müllerstochter liefen (verwandelten sich) alle Bewohner tatsächlich in Tiergestalt umher. Ziegen, Katzen, Schweine, Hunde, sogar Kaninchen und Hühner bevölkerten das Dorf
„Also dann, bis in drei Tagen“, dröhnte der Zauberer. Mit schaurigem Lachen hetzte er auf seinem Pferd davon. Fassungslos brach das Mädchen in Tränen aus. „Habt keine Angst“, tröstete sie die armen Wesen, „sofort mache ich mich zu dem schrecklichen Gemäuer dort droben auf, euer Leid soll schnell ein Ende haben.“

Als sie sich todunglücklich auf den beschwerlichen Weg machte, folgten ihr die Verwunschenen. Niemand von ihnen wollte das tapfere Mädchen allein durch den dunklen Wald bergan steigen lassen.
Am Ende des ersten Tages,(kein Komma) kamen sie in einen unheimlichen Wald. Kein Vogel zwitscherte, kein Lüftchen rührte sich. Seltsam, dachte das Mädchen, so still habe ich es bisher noch nie in einem Wald erlebt. Unter einer alten Tanne suchte die bunte Schar Zuflucht für die Nacht. Plötzlich raunte es aus dem Baum: „Gutes Kind, erlöse uns. Der böse Zauberer brachte uns zum Verstummen. Er mag kein Vogelsingen, keinen rauschenden Wind in den Bäumen, weder das Wild, noch andere Waldbewohner(Anführungszeichen). Erschrocken sprang das Mädchen auf, doch eine tiefe Ruhe herrschte wieder ringsum.

Am zweiten Tag wurde der Pfad noch anstrengender. Der Wald lichtete sich immer mehr und gab den Blick auf eine Wiese frei. Die Sonne brannte erbarmungslos auf die Wanderer hernieder. Hunger und Durst plagten die Gruppe. Auch hier war außer dem Plätschern eines Baches kein anderer Laut zu hören. Kein Murmeltier pfiff, weder summten Bienen, noch sah man bunte Schmetterlinge von Blume zu Blume gaukeln. Keine Krabbler liefen durch das hohe Gras, es war wie ausgestorben. Seltsam, dachte das Mädchen erneut, noch nie erlebte ich eine derartige Ruhe auf einer Wiese. Müde ließ es sich mit den Tieren am Wasser nieder, um ihren Durst zu stillen. Den ärgsten Hunger linderten sie mit Beeren(Komma) die dort wuchsen. Als die Müllerstochter sich bückte, um mit ihrer hohlen Hand das kühle Nass zu schöpfen, raunte es abermals: „Gutes Kind, erlöse uns. Der böse Zauberer brachte uns zum Verstummen. Er mag kein Bienensummen, keine bunten Schmetterlinge, weder Blumen, noch die Murmeltiere.“

Am Vorabend des dritten Tages erreichten sie den Weg, der zur Burg führte. Er war sehr steil und führte über Stunden nur durch Geröll. Die Nacht war mittlerweile hereingebrochen. Der Mond beleuchtete die Umgebung, als wäre er darauf bedacht, dass ihnen kein Unglück widerfuhr. Mit einem Mal brach ein fürchterliches Schreien über sie herein: „He, ihr da unten, beeilt euch gefälligst, die Zeit ist bald um, ich warte.“ Dann drang ein entsetzliches Gelächter durch die Stille. Geschockt suchten das Mädchen und die Verwunschenen Schutz in den Felsen. Erschöpft von den Strapazen(Komma) ruhten sie ein wenig aus. Die unglückliche Müllerstochter aber fand keine Ruhe. Leise ging sie etwas abseits, um sich auf einen Stein zu setzen. Was sie wohl Morgen (morgen) erwartete? Übermüdung und Entbehrungen verlangten ihren Tribut. Herzzerreißend fing sie an zu weinen.

Eine leichte Berührung ließ sie zusammenfahren. Neben ihr stand eine kleine Gestalt im Mondschein. „Weine nicht(Komma) liebes Kind“, sagte sie, „hab Vertrauen. Schon Morgen wird alles gut. Lange haben wir alle hier am Berg auf dich gewartet, nur du kannst uns von dem schlechten Zauber befreien.“
Staunend starrte das Mädchen auf den Winzling hinunter, der ihr nur bis zu den Knien reichte.
„Wer bist du denn?“, fragte es schluchzend und trocknete die Tränen.
„Ich bin der Hüter des Berges, meine Liebe, „Jahrhunderte lang lebe ich schon hier.“
Na, so siehst du auch aus, dachte sie und betrachtete ihn neugierig. Sein kleiner Körper war in Kleider gehüllt, die an Moosflechten erinnerten. An den winzigen Füßen trug er geflochtene Sandalen. Ein langer Bart reichte ihm fast bis zur Erde und seinen Kopf bedeckte ein grüner Hut mit einer langen Feder, wie die Jäger ihn trugen. Zauselige Haare umrahmten ein rundes, runzeliges Gesicht, mit lebhaften Äugelein.
„Den Hüter eines so mächtigen Berges habe ich mir aber ganz anders vorgestellt“, meinte das Mädchen staunend.

„Auf die Größe kommt es nicht an“, lachte das Männlein freundlich. Dann setzte es sich neben die Müllerstochter, ergriff ihre Hand und erzählte: „Einst war es hier so schön, das kannst du dir nicht vorstellen. Die Vögel sangen von früh bis spät, Blumen blühten überall. Der Wind rauschte in den Bäumen und die Tiere hier am Berg waren glücklich. Überall bei uns herrschte Zufriedenheit. Die Burg dort oben war wunderschön anzusehen. Ihre Bewohner waren von edlem Geblüt und gut zu jedermann im Tal. Dann schlug das Schicksal zu. Eine grausame Hexe fand Gefallen an der Burg und wollte sie unbedingt besitzen. Als die edlen Herrschaften aber ablehnten, besiegelten sie ihr eigenes Schicksal. Die furchtbare Hexe verwandelte die Burg in dieses düstere Gemäuer. Die Bewohner jagte sie davon, bis auf einen, dem ältesten Sohn der Edelleute. Da er ein sehr hübscher junger Mann war, wollte sie ihn unbedingt zum Gemahl. Er weigerte sich jedoch hartnäckig, es grauste ihm vor ihr. Wütend über die Zurückweisung tobte sie, dass man es im ganzen Tal hören konnte. Außer sich vor Wut verwandelte sie den Jüngling in diesen bösen Zauberer. Bis in alle Ewigkeit sollte er fortan allein auf seiner Burg leben, Angst und Schrecken verbreitend. Unter abscheulichem Kreischen und wild fluchend,(kein Komma) sprang sie auf ihren Besen. Mit höllischer Geschwindigkeit raste sie in die Nacht hinaus. Kein Mensch hörte je wieder etwas von ihr.

Noch in der gleichen Minute verhärtete sich das früher so gute Herz des jungen Mannes. Als erstes sorgte er dafür, dass das Leben in unserem Berg verstummte. Nach dieser schändlichen Tat,(kein Komma) begann er, die Menschen überall zu drangsalieren. Ich musste untätig mit ansehen, wie der Zauberer sein Unwesen trieb, denn mir waren die Hände gebunden. Gegen diesen Unhold gab es kein Mittel. Eines Tages aber,(kein Komma) tauchte hier ein geheimnisvolles Kräuterweiblein auf, die (das) von unserem Unglück gehört hatte. Sie gab mir ein Amulett mit den Worten: „Bald wird dem Müller im Tal ein Töchterchen geboren. Es wird zu dem schönsten Mädchen weit und breit heranwachsen. Das wird auch dem Zauberer nicht verborgen bleiben, und er wird in Liebe zu ihr entbrennen. Um das Unheil für immer von hier zu verbannen, muss sie auf sein Werben eingehen. Sorge dafür, dass die Müllerstochter das Amulett bekommt. Wenn sie es schafft(Komma) ihm dieses Halsband umzulegen, wird alle Not vorbei sein.“

Danach verschwand das Weiblein. Das Amulett war ein flacher, wunderschöner, glänzender Stein, der an einer schwarzen Schnur hing. Ich versteckte das Halsband all die Jahre in einer kleinen Höhle, bewacht von den alten Kröten. Heute ist es nun soweit, mein Kind. Bist du bereit(Komma) den Unhold zu entmachten?“ Der Hüter des Berges holte das Amulett hervor und legte es in die Hand des Mädchens.
„Oh, wie schön“, hauchte sie fasziniert und starrte den geheimnisvollen Stein versunken an. „Ich will es gern versuchen, doch meine Angst ist so groß.“
Lächelnd sah das Männlein sie an: „Sei zuversichtlich, gutes Kind. Mit deinem Mut wirst du es schaffen. Wir alle hier am Berg und die Menschen unten im Tal,(kein Komma) werden in Gedanken bei dir sein und dir Kraft geben. Doch nun müsst ihr aufbrechen, bald schon geht die Sonne auf.“

Die Tochter des Müllers weckte eilig ihre tierischen Gefährten. Als im ersten Morgengrauen das letzte beschwerliche Stück geschafft war, erblickten sie die mächtige Burg. Düster und bedrohlich ragte sie vor ihnen auf. Sie schauderten. Knarrend wurde die schwere Zugbrücke heruntergelassen. Im Burghof kam ihnen der Bösewicht schon entgegen.
In dem Augenblick ging die Sonne glutrot auf. „Da bist du ja endlich“, brüllte er. „Wieso hast du das Viehzeug mit in den Hof gebracht?“
„Aber du wolltest sie von ihrem Schicksal erlösen“, rief das Mädchen entsetzt.
„Ach ja?“, schrie er weiter, „davon weiß ich nichts mehr, ab in den Stall mit ihnen.“ Schon kamen seine Knechte angelaufen.
„Nein, bitte nicht“, rief sie heldenhaft, „ich werde nur deine Gemahlin, wenn sie bei mir bleiben dürfen.“
Der böse Zauberer stierte die schöne Maid wild an und überlegte. „Na gut, so sei es“, brummte er, “ (kein Leerfeld)wenn es dich glücklich macht.“
„Danke, großer Meister“, lächelte das Mädchen ihn beherzt an, „das ist sehr großherzig von dir. Schau, ich habe ein Geschenk für dich zu unserer Hochzeit.“ Misstrauisch starrte er auf den herrlichen Stein. (Anführungszeichen) Das ist ein wunderbarer Halsschmuck. Wo hast du ihn her?“ (Trennstrich oder Absatz)„Er ist aus altem Familienbesitz“, antwortete sie listig, „ein Glücksbringer.“ Seine langen dünnen Finger mit den spitzen Krallen,(Kein Komma) strichen vorsichtig über die glänzende Oberfläche des Steins. „Sehr schön“(kein Anführungszeichen), binde ihn mir um.“ Als das Amulett seinen Hals zierte, begann es: (brach plötzlich Finsternis)

Plötzliche Finsternis brach herein, grelle Blitze zuckten wild umher. Der Zauberer schrie wie am Spieß, er kreischte in den höchsten Tönen. Vergebens versuchte er, sich das Band mit dem Stein von seinem Hals zu reißen. Eingehüllt in stinkende Schwefelwolken, sank er schließlich mit einem lauten Aufschrei zu Boden. Zitternd starrten das Mädchen und ihre verwunschenen Gefährten auf das reglose Bündel. Mit einem Mal erblickten sie ein wunderbares Licht. Ein kaum sichtbares Etwas schwebte über dem Burghof.
„Deine Macht ist nun endlich gebrochen, du Hexenmeister“, ertönte eine glasklare Stimme. „Niemals mehr wirst du Leid über Mensch und Tier bringen, das Böse ist besiegt. Hinfort und kehre (kehrt) niemals wieder.“ Dann löste sich die Erscheinung auf. Strahlender Sonnenschein erhellte jetzt den Hof, die Luft flimmerte wie Diamantenstaub. Staunend blickte die Gruppe sich um. Es duftete nach Rosen und wunderschönes Vogelgezwitscher war zu hören. Dann aber gefror ihnen das Blut in den Adern (erschraken sie, gefrorenes Blut ist an der Stelle zu heftig) als sie sahen, wie der zusammengesunkene Zauberer sich wieder erhob. Entsetzt wollten sie weglaufen, doch etwas Unglaubliches ereignete sich nun. Vor aller Augen verwandelte sich der Unhold in einen edlen Jüngling.

„Ich danke dir, schöne Müllerstochter“, sprach er das staunende Mädchen an, „du hast mich endlich, nach all den schrecklichen Jahren, von dem Fluch erlöst. Eine böse Hexe verwünschte mich und meine Burg vor langer Zeit, weil ich ihr nicht zu Diensten sein wollte. Ich bitte dich, werde meine Gemahlin. Von nun an wird es hier wieder so schön werden wie einst. Du sollst sehen, der Berg erwacht zu neuem Leben und alle Menschen in den Dörfern werden in Frieden leben.“
Nur zu gerne willigte das Mädchen ein, denn als sie ihn dort so stehen sah, entbrannte sie in großer Liebe zu ihm. In dem Augenblick bekamen alle Dorfbewohner ihre menschliche Gestalt zurück.

Der Jüngling und die Müllerstochter luden alle Menschen aus dem Tal zu ihrer prächtigen Hochzeit ein. Drei Tage lang feierten sie mit ihnen ihren schönsten Tag.
Beide lebten glücklich und zufrieden noch viele Jahre auf der Burg, hoch über dem Tal. Das Amulett aber,(kein Komma) wurde in Samt gelegt und in einem wertvollen, geschnitzten Holzkästchen,(kein Komma) für alle Zeiten aufbewahrt.


mit vergnügen gelesen.
lg
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Hallo Flammarion,

habe die Geschichte schnell noch vor dem Urlaub geschrieben, wahrscheinlich zu schnell, lach. Bin gerade wieder zurück und werde sie umgehend bearbeiten. Das hübsche Müllerskind wird auch einen Namen bekommen. Danke für die Korrekturen. Freue mich auch, dass sie Dir gefällt.

Bis bald und ganz liebe Grüße
Märchentante

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