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Leselupe.de > Science Fiction
Die schönste aller Blumen
Eingestellt am 30. 07. 2003 20:54


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Rebecca
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„Mein Vater ist tot!“ schrie das junge Mädchen, als es bemerkte, dass sich die Maschine abgeschaltet hatte. Nur noch eine dunkle Rauchfahne stieg empor. Es war still geworden um sie herum. Eine Träne lief ihr über die Wange. Dann blickte sie auf den Monitor. So also sah die Welt draußen aus. Das Mädchen hatte Angst vor diesen Schritt, aber es wusste auch, dass es ihn machen musste. Denn irgendwo dort draußen wartete er darauf, sie mitzunehmen. Genau das hatte sie sich schon so lange gewünscht. Sie wollte raus aus dieser Dunkelheit und hinein in die Welt außerhalb dieser dicken Betonmauern. Schon viel zu lange war sie hier unten eingesperrt gewesen. Während sie ihre wenigen Sachen packte, dachte sie an die schönen Zeiten im Bunker. Diese Maschine hatte sich doch gut um sie gekümmert all die Jahre. Doch nun hatte sie dem Ganzen ein Ende bereitet und die Maschine abgeschaltet, die wie ein Vater für sie war. Schuld machte sich in ihr breit. Ein seltsam beklemmendes Gefühl war das. Dann aber kamen die schlechten Erinnerungen wieder.

„Vater, was ist außerhalb dieser grauen Mauern?“ fragte Orchidee. „Gefahren!“ antwortete der Roboter mit mechanischer Stimme. Orchidee wanderte durch den prächtigen Garten. Die Blumen blühten in allen Farben. Es war warm und feucht, so wie die Blumen es mochten. Auch Orchidee mochte es. Sie schnupperte an einer Rose und sah hinauf zu den Lampen, die für genug Licht sorgten. Sie fragte sich, ob es oben auch solche Lampen gab, die Licht und Wärme spendeten. Dann dachte sie an Joon, sein Lächeln und seine Augen. Er hatte sie lange nicht mehr besucht. Das erste Mal hatte sie ihn vor vier Wochen im Versorgungsschacht getroffen. Sie sollte dort eine Leitung überprüfen. Joon war in den Schacht gefallen und hatte sich das Bein gebrochen. Orchidee war jeden Tag heimlich zu ihm gekommen und hatte seine Wunden versorgt. Aus der medizinischen Datenbank hatte sie sich die nötigen Informationen dazu geholt.
Während sie ihn gepflegt hatte, erzählte er ihr von der Oberwelt. Dort gab es Bäume, die viel größer waren als die Blumen im Gewächshaus. Und es gab dort auch Tiere. Orchidee kannte Tiere nur von Bildern aus der Datenbank. Das Leben im Bunker war trostlos und leer, deswegen hörte sie Joon mit ihrer ganzen Aufmerksamkeit zu.
In der letzten Woche, war Joon wieder fast gesund. Der Bruch heilte sehr schnell. Doch er hatte versprochen wiederzukommen. Das war schon einige Tage her, und Orchidee hatte nichts mehr von ihm gehört. Das Seil, an dem er aus dem Schacht geklettert war, hing noch dort.
Dann einen Tag später war er tatsächlich gekommen. Sie wartete im Schacht auf ihn. Er kletterte das Seil hinunter und umarmte sie zärtlich.
„Ich musste meine Familie erreichen, um ihr zu sagen, dass es mir gut geht. Danach bin ich so schnell wie möglich zurückgekommen“, erklärte er ihr. Und sie war so glücklich, dass er wieder da war. Er musste ihr alles erzählen, wie es dort oben aussah, wo er wohnte und all die anderen Geschichten. „Komm doch mit!“ forderte er sie auf.
„Nein, ich kann meinen Vater nicht einfach hier zurücklassen“, antwortete sie.
„Wieso nicht, er ist doch nur ein Ding.“
Sie schüttelte den Kopf. „Er braucht mich. Ich muss ihn warten, reparieren. Allein würde er es nicht schaffen.“
Joon musste wieder gehen, aber er versprach wiederzukommen. Sein Dorf war nicht weit entfernt. Orchidee blickte ihm nach, bis er verschwunden war.
Traurig ging sie zurück in ihr Zimmer. Sie fragte sich, ob sie nicht doch mit ihm gehen sollte. Hier unten gab es nichts mehr zu entdecken. Aber was würde dann aus der Maschine, die sie ihren Vater nannte. Nein, sie konnte ihn nicht allein zurücklassen. Er brauchte sie. Dann klopfte es an der Tür.
„Komm rein, Vater!“ rief sie und wischte sich schnell ihre Tränen aus den Augen.
Dem Roboter waren sie trotzdem aufgefallen und er fragte, warum sie so traurig war. Orchidee sagte nichts. Sie konnte ihm nicht von Joon und der Oberwelt erzählen, das würde er nicht verstehen.
„Eine so schöne Blume sollte nicht weinen“, meinte er. Doch sie war keine Blume. Sie hatte Gefühle. Sie wollte raus aus dem Bunker. Sehen was oben war. Als sie ihn wieder darauf ansprach, wurde er lauter. Die Oberwelt sei viel zu gefährlich für sie. Sie sei ein kleines Pflänzchen, das beschützt werden müsse. Die Oberwelt wäre nicht das Richtige für sie. Orchidee war verärgert, jedes Mal kam die gleiche Antwort. Seit ihren zwölften Geburtstag hatte sie ihn immer wieder danach gefragt. Es musste doch mehr geben, als nur diesen Bunker. Warum war er bloß so dagegen? Sie war nun schon fast erwachsen. Der Bunker wurde ihr zu klein.
Joon war pünktlich am Treffpunkt. Er hatte ihr einen Strauß Wildblumen von der Oberwelt mitgebracht. Sie waren wunderschön und so ganz anders als die Blumen unten. Orchidee küsste ihn vor Dankbarkeit auf die Wange. Er wurde rot. Wieder fragte er sie, ob sie nicht doch mit ihm kommen wollte. Und wieder lehnte sie sein Angebot ab. Er nickte traurig, denn er hatte so sehr gehofft, dass sie mit ihm kommen würde. Aber er wollte sie am nächsten Tag wieder besuchen.
Noch wollte er nicht aufgeben. Orchidee schlenderte in ihr Zimmer und versteckte die Blumen in ihrem Schrank. In ihrem Bauch kribbelte es ganz merkwürdig. Es war kein unangenehmes Gefühl im Gegenteil. Sie tanzte durch das Zimmer und flüsterte leise seinen Namen. Wie gerne wäre sie mit ihm gegangen. Sie musste immer wieder an die Oberwelt denken. Und die Sehnsucht dorthin wurde größer. Joon hatte ihr von seinen Eltern und seiner Schwester erzählt. Orchidee hatte keine Familie außer ihren Roboter, der sich um sie kümmerte. Sie stellte sich vor, eine richtige Familie zu haben. Über ihren richtigen Vater hatte der Roboter nie gesprochen, ihre Mutter war bei der Geburt gestorben. Und so wurde sie von einer Maschine aufgezogen. Dabei hatte es ihr an nichts gefehlt. Der Roboter war stets gut zu ihr gewesen. Er sagte ihr immer, dass sie die schönste aller Blumen sei, die er je gezüchtet hatte. Orchidee kam schließlich auf die Idee in der elektronischen Datenbank nach ihren Eltern zu suchen. Der Roboter hatte immer alle Informationen dort hineingespeichert. Wenn es Informationen über sie gab, dann mussten sie sich im Hauptspeicher befinden. Orchidee vergewisserte sich, dass der Roboter im Gewächshaus war und dort auch noch einige Zeit verbringen würde. Dann schlich sie sich in den Raum, wo sich der Zugang zur Datenbank befand. Sie gab ihren Namen als Suchbegriff ein. Dann erschien eine Art Protokoll auf dem Bildschirm. Es zeigte den Tag ihrer Geburt, wichtige Ereignisse in ihrer Entwicklung bis zu ihrem letzten Geburtstag. Aber nirgendwo stand etwas über ihre Eltern. Sie durchsuchte die Datenbank weiter, bis sie auf einen verschlüsselten Bereich stieß. Der Roboter hatte ihr hin und wieder einfache Tätigkeiten an der Konsole gegeben, und mit der Zeit wurde sie immer besser mit den Geräten vertraut. Trotzdem gelang es ihr nicht den Sicherheitscode zu entschlüsseln. Da hörte sie Metallgeräusche auf dem Flur. Der Roboter kam in ihre Richtung. Schnell löschte sie alle Daten vom Bildschirm und versteckte sich hinter den Schränken im Raum. Der Roboter schloss sich an die Datenbank an und übertrug seine Aufzeichnungen. Orchidee konnte von ihrem Versteck aus alles gut erkennen. Auch das Passwort, was kurz auf dem Bildschirm zu sehen war. Sie jubelte innerlich und merkte es sich gut. Wenige Minuten später verließ der Roboter den Raum auch schon wieder. Orchidee eilte zur Konsole und tippte das Passwort ein. Der Zugang wurde freigegeben. Jetzt hatte sie Zugriff auf alle geschützten Daten im System. Dort fand sie ein Entwicklungsprotokoll, wie es der Roboter für seine Blumen anlegte. Aber hier waren es keine Blumen. Alles fing mit dem 8. Februar 2012 an. Es wurde eine bevorstehende Katastrophe beschrieben. James und Lydia Masters flüchteten in ihren Bunker tief unter der Erde. Dort überlebten sie den Einschlag eines Kometen, der alles auf der Oberfläche zerstörte. In ihrem Bunker hatten sie zwar ein Gewächshaus, aber das Gemüse, was sie anbauten, war anfänglich noch ungenießbar. Sie ernährten sich von den übrigen Vorrat. Ihre kleine Tochter Jessica war damals gerade zwei Jahre alt. Die Eltern starben schließlich nach fast einem Jahr im Bunker. Nur ihre Tochter überlebte und der Gartenroboter war noch aktiv. Er übernahm ihre Pflege und schaffte es, essbares Gemüse für sie zu züchten. Jessica konnte dadurch weiter überleben. Und so vergingen die Jahre und Jessica wurde erwachsen. Durch einen Zufall lernte sie eines Tages die anderen Menschen kennen, die ebenfalls noch am Leben waren. Sie waren am Tag der Katastrophe in den städtischen Bunker geflohen und hatten so überlebt. Jetzt waren sie aus ihrem Bunker gekommen. Auf der Suche nach Nahrung hatten sie den Bunkereingang der Masters entdeckt. So waren sie auf Jessica gestoßen. Jessica verliebte sich in einen der jungen Männer und paarte sich mit ihm. Aus dieser Verbindung entstand ein Zwillingspaar. Es war ein Junge und ein Mädchen. Daraufhin wollte Jessica zusammen mit dem jungen Mann den Bunker verlassen. Der Roboter jedoch hatte etwas anderes vor. Und so entsorgte er die beiden Erwachsenen, die ihm im Wege waren. Von den Kindern ließ er nur das Mädchen am Leben. Er brauchte sie als Zuchtmaterial, wie er notierte.
Orchidee erschrak. Zuchtmaterial? Es waren doch Menschen. Er hatte die Eltern und den Jungen umgebracht. Orchidee überkam eine Art Panik. War sie auch nur Zuchtmaterial?
Der Roboter kümmerte sich stets mit viel Mühe um die Mädchen, die durch seine Züchtungen entstanden. Über all die vielen Jahre züchtete er Menschen mit dem Ziel, die schönste aller Blumen zu erhalten. Orchidee stammte nun von einer sehr langen Reihe dieser Menschen ab.
Orchidee war entsetzt. Erst hinter ihren Namen stand das Wort Endprodukt. Sie war für ihn wirklich die schönste aller Blumen. Orchidee musste an ihre Eltern denken. Wie gerne hätte sie ihre Mutter kennen gelernt. Nachts hatte sie manchmal davon geträumt. Orchidee suchte nach ihrer Mutter in der Datenbank und wurde fündig. Rose war ihr Name. Wie wunderschön, dachte Orchidee. Hinter dem Namen stand das Wort „erledigt“. Sie verstand auch schnell warum. Nachdem ihre Mutter sie tief unter der Erde zur Welt gebracht hatte, wurde sie vom Roboter vergiftet. Sie war ebenso überflüssig geworden wie der Vater, den er mit der Schere erstach und die Leiche zusammen mit dem Müll in den Zerkleinerer warf. Die zerkleinerten Überreste gingen in die Aufbereitung. So wurde aus dem jungen Mann schließlich Dünger für die Pflanzen. Orchidee war angewidert von den Worten auf dem Bildschirm. Der Roboter hatte seine Taten bis ins Kleinste protokolliert. Entsetzt und fähig einen klaren Gedanken zu fassen, saß Orchidee vor dem Monitor und starrte auf die Zeilen vor ihr. Wie konnte er das bloß tun?
Ein unendlicher Schmerz legte sich über ihre Seele. Ihre Brust schmerzte fürchterlich. Doch sie konnte einfach nicht verstehen, warum die Maschine, die sie Vater nannte, so etwas tat.
Der Roboter war ursprünglich als Gartenroboter konstruiert. Er sollte sich um die Blumen und Pflanzen der Familie Masters kümmern. Natürlich war Blumenzucht und Genetik auch ein Bestandteil seiner Programmierung. Und irgendwie musste dieser Teil nach dem Einschlag die wichtigste Priorität übernommen haben. Der Roboter übertrug das Bild der schönsten Blume auf den Menschen und machte sich an die Arbeit, das vollkommende Mädchen zu erschaffen. Orchidee war nun das Ergebnis jahrhunderterlanger Züchtung. Wie in Trance verließ sie den Raum und ging zu ihrem Zimmer. Hunderte von Gedanken rasten durch ihren Kopf. Sie war nicht fähig etwas zu fühlen, weil der Schock ihr alles nahm.
Dann stand er vor ihr. Der Roboter hatte Wildblumen gefunden. Mit lauter mechanischer Stimme rief er:“ Du hast dich doch nicht etwa mit einem Mann getroffen. Ich hatte dir jeden Kontakt mit den Oberweltlern verboten, sie sind unrein. Ihr Blut würde deines verschmutzen. Du bist die schönste Blume, und das soll auch so bleiben!“
Dann warf er die Blumen auf den Boden. Wie konnte er das tun? Sie waren von Joon, ihrem Joon. Sie schrie ihn an. Schrie all ihren Schmerz heraus. Sagte ihm, dass sie ihn verlassen werde.
Dann rannte sie in das Gewächshaus und weinte bitterlich. Der Roboter folgte ihr. Er wollte sie nicht gehen lassen. Sie war seine Schöpfung, niemand konnte sie ihm wegnehmen. Er griff nach ihr, wollte sie mit Gewalt festhalten. Orchidee war jedoch schneller. Sie entwischte ihm und entging so seinem eisernen Griff.
„Du hast sie getötet! Getötet! Meine Eltern. Wie konntest du nur?“ schrie sie wütend und die Tränen liefen ihr die Wangen herunter. Alles in ihr bebte vor Zorn. Hass, sie hasste ihn.
Der Roboter meinte nur, das sei nötig gewesen um Perfektion zu erlangen. Er zeigte keine Reue, kein Mitleid. Das reichte ihr. Orchidee konnte das nicht länger ertragen. Sie griff nach einer Hacke und schlug heftig auf ihn ein. Die Spitzen der Hacke drangen in seinen Metallkörper ein und trafen die Stromversorgung. Plötzlich wurden seine Bewegungen langsamer und die Stimme leiser. Sie schlug so lange auf ihn ein, bis seine Lichter erloschen. Es war still geworden. Unerträglich still. In diesem Moment begriff Orchidee, dass sie ihren Vater getötet hatte.

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jon
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Recht flüssig erzählt, aber irgendwie unbefriedigend. Ich bin nicht sicher, woran das liegt…

Mir scheint zum Beispiel das detalierte Aufgedrösele der "Züchtung" zu lang – es sollte genügen, zu sagen, wie es anfing (das erste, bestenfalls das zweite Paar…) und dass es dann immer so weiter ging. Oder es müsste anderswie straffer, intensiver gemacht werden. Im Moment klingt es auch recht emotionslos – bis auf "unendlicher Schmerz" und "Ekel" nach ewig langen "was geschah-Passagen" passiert in Orchidee nichts. Sie müsse doch mit jedem neuen Eintrag, den sie liest, entsetzter reagieren. Am Anfang hält sie es ja vielleicht noch für unglücklich formuliert – was passiert, als sie begreift, dass es System hat?

Anteilnahmemäßig "ausgestiegen" bin ich aus der Geschichte an der Stelle, wo "unbedingt noch" das Versagen des Roboters erklärt werden musste. Das wäre mit einem Satz oder zweien am Beginn der Züchtungen gesagt gewesen – eventuell mit einem "Zitat" aus den Protokollen wie: "Zuchtprotokoll 13, Art: Mensch, Ziel: Schönheit, Besonderheit: nichtpflanzlich".

"Das Blut rein zu halten", ist keine geeignete Züchtungsstrategie – Inzucht bringt bei niederen Lebewesen schon Einschränkungen mit sich (Krankheitsanfälligkeit von Hochzuchtpflanzen), bei Tieren kommen ausgeprochene Probleme dazu (Fehlbildungen, Funktionsstörungen etc…). Beim Menschen führt Inzucht zu Ähnlichem (auch zu geistigen Schäden) – entweder kann der Roboter Gene dahingehend korrigieren (, dann aber ist das ganze Paarungs-Zeugs überflüssig,) oder im Protokoll müssten Vermerke über solche Fehl-Linien auftauchen (, und vielleicht ist ja sogar Orchidee zwar schön, aber erbkrank…).
Und: Immer nur ein einzelnes Kind zu züchten, ist auch nicht eben sinnvoll – stirbt es weg, ist die ganze Zuchtreihe im A… (, deshalb versucht man ja auch, DIE Rose oder DAS Springpferd so rasch wie möglich zu vermehren).

Und was ist/wird eigentlich mit Joon? Im Moment ist er nichts als ein "Stichwortgeber": Er ist nur Anlass für Orchidees (etwas blass bleibenden) Interesse an der Oberwelt und der (reichlich spät erwachenden) Neugier bezüglich ihrer Eltern und er ist am Ende der Bringer der Feldblumen, an denen sich der tödliche Streit entzündet. Ich sehe nicht, was Orchidee für ihn empfindet, was er in ihre wirklich auslöst (, was ist zum Beispiel mit dem Konflikt, den Vater hintergehen zu müssen, um die Wahrheit zu erfahren?) Ich weiß nicht, ob sie "nur" raus will oder ob die zu ihm will. Oder: Wieso erzählt er ihr von oben erst nach der Rückkehr und nicht schon während sie ihn pflegt?…


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Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalässt (Klaus Klages)

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Rebecca
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Ich habe ein paar Stellen jetzt doch geändert. Aber vieles auch gelassen, weil ich denke, dass es doch zum besseren Verständnis dient.
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jon
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Die Entwicklung von Orchidee, ihr Drang nach draußen, erscheint mir nun plausibler. Dadurch gewinnt die Geschichte sehr. Nur der letzte Satz ist mir noch immer zu… ich weiß nicht: fad? unmotiviert? In dem ganzen Text hab ich den Roboter nie als Orchidees Vater gesehen und auch nicht den Eindruck gehabt, dass sie so etwas wie eine Bindung zu ihm hatte…
Ich kann aber nicht genau sagen, was du ändern müsstest. Im Ergebnis müsste der Kontrast zwischen der gefühlten Fürsorge und der gelesenen Kälte noch stärker werden. Aber jeder Vorschlag, der mir einfällt, ist stilistisch so anders als der Text, dass es nicht harmonisch wäre, es den Text "verbiegen" würde…
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Edgar Güttge
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Die Geschichte ist nett erzählt, die Idee gut. Was ich dabei nicht ganz begreife, vielleicht habe ich es auch überlesen, ist, welche Veränderungen der Roboter bewirkt hat. Orchidee ist doch ein Mensch, oder doch eine Blume? Wenn sie eine Blume wäre, wie sieht dann die mögliche Beziehung zu dem Oberweltler aus.
Ich finde die Geschichte, ebenfalls wie Jon, auch etwas unbefriedigend. Mich stört der letzte Satz. Sie begreift, dass sie ihren Vater umgebracht hat. Nun, jeder ist nicht zufrieden mit sich selbst, wenn er etwas zerstört hat. Aber das war doch nicht der Vater, sondern eine Maschine, die überdies ihren leiblichen Vater umgebracht hat, wenn ich es richtig begriffen habe.
Verständlich ist eher ein Einsamkeitsgefühl, das sie überfällt. Aber sie hat doch eine Bezugsperson, ihren Freund, sie kann die Initiative ergreifen, und ihn suchen gehen, falls sie nicht warten will.
Ein möglicher Schluss wäre gewesen, die Begründung für die Zerstörung des Roboters später zu bringen und die Geschichte als Pointe damit abzuschließen, dass sie das "Endprodukt" sei, aber ich fürchte, dass sich das wiederum negativ auf den Erzählfluss auswirken könnte.
Kurzum, ich finde es schade, dass die Geschichte trotz des grausamen Schicksals der Eltern und Großeltern kein Happy-End hat, dass aus dem Endprodukt nicht wieder der Keim für eine neue Entwicklung entsteht.

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