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Leselupe.de > Kindergeschichten
Die silberne Nuss
Eingestellt am 22. 11. 2011 09:37


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rogathe
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Die silberne Nuss

Eike, das Eichhörnchen, wurde im FrĂŒhjahr geboren und lebt im Stadtpark. Im Lauf des Jahres hat er schon alle BĂ€ume, BĂŒsche und Wiesen dort erkundet. Besonders gerne besucht er den Spielplatz, wohin tĂ€glich viele Kinder kommen. Sie schenken ihm nĂ€mlich oft köstliche Naschereien. Eikes Mama ist davon nicht begeistert und ermahnt ihn, er solle lieber lernen sein Futter selbst zu finden. Mittlerweile ist es Herbst geworden und die Kinder sind nur noch im Park, um ihre Drachen auf der großen Wiese steigen zu lassen. Eike hat gelernt, NĂŒsse und Eicheln als Vorrat fĂŒr den Winter zu sammeln und sicher zu verstecken. Da er jedoch stĂ€ndig nach Kindern Ausschau hĂ€lt, achtet er nicht darauf, wohin er das Futter bringt.
Dann ist der Winter da mit kalten Winden, Frost und Schnee. Eike ist ganz schlĂ€frig geworden und bleibt im Kobel, wo es schön kuschelig warm ist. Allerdings grummelt sein BĂ€uchlein seit kurzem sonderbar. Es ist das GerĂ€usch des Hungers. Notgedrungen verlĂ€sst Eike sein Heim und macht sich auf den Weg zu den Futterverstecken. Oh weh! Wo sind sie nur? Wenn er sich doch bloß daran erinnern könnte! Noch dazu sieht der Park jetzt ganz anders aus als im Herbst. Schnee liegt wie ein dicker weißer Teppich auf Wiesen und Wegen, formt MĂŒtzen auf BĂ€umen und BĂŒschen. Eike grĂ€bt an den verschiedensten Stellen, ohne auch nur eine einzige Nuss zu finden. Er friert erbĂ€rmlich und wĂ€re am liebsten sofort nach Hause gelaufen, aber dann wĂŒrde ihn der Hunger noch viel stĂ€rker plagen. Wenn doch nur eines der Kinder hier wĂ€re und ihm irgendeine Leckerei schenkte. Aber die sitzen in ihren warmen Zimmern, basteln Geschenke fĂŒr Weihnachten und lassen sich Schokolade, Marzipan und PlĂ€tzchen schmecken. MĂŒde und traurig hockt das Eichhörnchen im Schnee, schließt die Augen und will an nichts mehr denken.
Da fÀllt ihm etwas Hartes auf den Kopf.
„Aua!“, schreckt Eike auf und blickt Ă€rgerlich nach oben. Dort ist außer Schneeflocken nichts zu sehen, aber da, direkt vor seinen Pfötchen glĂ€nzt eine silberne Nuss. Gleich darauf spĂŒrt er einen leisen Luftzug und sieht eine weiße kugelrunde Wolke mit silbernen FlĂŒgeln neben sich landen.
„'tschuldigung, ich wollte dich nicht treffen!“, klingt ein zartes helles Stimmchen bedauernd daraus hervor.
„Wer bist du denn?“, fragt Eike verblĂŒfft. „So jemanden wie dich habe ich noch nie gesehen. Ich kenne nur Vögel, Schmetterlinge und Bienen mit FlĂŒgeln.“
„Unsinn, ich bin ein Weihnachtsengel und fĂŒr Tiere zustĂ€ndig. Übrigens heiße ich Anton. Wegen der KĂ€lte habe ich meinen Wolkendaunenmantel an. Deshalb sehe ich momentan nicht gerade wie ein Engel aus, das muss ich allerdings zugeben.“
Aus der Wolke hebt sich ein rundes rotwangiges Gesicht heraus und lÀchelt das Eichhörnchen freundlich an.
„Ich habe beobachtet, wie du vergeblich nach Nahrung suchst und kann dich ja nicht verhungern lassen. Eigentlich war die Nuss als Geschenk fĂŒr die Weihnachtsnacht vorgesehen, aber bis dahin dauert es noch viel zu lange. Na, dann wĂŒnsche ich dir eben jetzt schon einen guten Appetit!“
Schwupps startet Anton senkrecht in die Höhe. Über Eike schwebend, ruft er ihm noch zu:
„Wenn du nachher satt bist, wird dir wieder einfallen, wo du deine VorrĂ€te versteckt hast. Im nĂ€chsten Jahr klappt das dann besser und du brauchst bestimmt nicht mehr zu hungern!“
Im Nu ist er am Himmel zwischen den Schneeflocken verschwunden.
Eike knackt die silberne Nuss und futtert und futtert und futtert. Endlich ist das BĂ€uchlein zufrieden und still. Jetzt erinnert er sich tatsĂ€chlich wieder daran, wo seine VorrĂ€te lagern. Unter der alten Eiche an der großen Wiese, wo die Kinder ihre Drachen steigen ließen, hat er sie vergraben. So ein Weihnachtsengel ist wunderbar, denkt er glĂŒcklich.

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