Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, müssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5648
Themen:   97772
Momentan online:
475 Gäste und 19 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Die veränderte Stellung der Maori in Neuseeland
Eingestellt am 24. 02. 2014 12:49


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
wildnessisanecessity
Hobbydichter
Registriert: Jan 2014

Werke: 9
Kommentare: 2
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um wildnessisanecessity eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Von der bikulturellen zur multikulturellen Gesellschaft. Die veränderte Stellung der Maori in der neuseeländischen Gesellschaft unter besonderer Berücksichtigung des "Cultural Revival".

Gliederung


1. Problemstellung und Zielsetzung

2. Definition

2.1 Kultur

3. Überblick über die traditionelle Kultur und Sozialstruktur der Maori vor dem westlichen Einfluss

4. Die bikulturelle Gesellschaft in Neuseeland

4.1 Konsequenzen des Besiedlungsprozesses für die Maori....7

4.2 „Cultural Rivival“

4.2.1 Erziehungswesen

4.2.1.1 Einführung der Maori-Sprache in das
Erziehungswesen

4.2.1.1.1 Bilinguale Universitäten am Beispiel der
University of Waikato

4.2.1.2 Einführung der Maori-Kultur in das
Erziehungswesen

4.2.2 Überblick über die heutige Kultur und
Sozialstruktur der Maori


5. Die gegenwärtige ethnische Zusammensetzung der Landesbevölkerung Neuseelands - Neuseeland auf dem Weg zu einer multikulturellen Gesellschaft


5.1 Konflikte zwischen den verschiedenen Kulturen, unter besonderer Berücksichtigung der Probleme der Maori in diesem Zusammenhang

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

8. Internetquellenverzeichnis




1. Problemstellung und Zielsetzung


Die Maori1, die Ureinwohner Neuseelands, haben im Laufe ihrer Geschichte einiges erlebt. Die beinahe Ausrottung der eigenen Kultur, die eine Folge des Kolonialismus2, des Imperialismus3 und der daraus folgenden Unterdrückung war, wird als eines der schlimmsten Dinge angesehen, welche man den Maori angetan hat. Sie wurden und werden vor die Herausforderung gestellt einer Übermacht zu begegnen und somit auch einer fremden Kultur, ohne dabei ihre eigene Kultur zu verlieren.
Von dem Besiedlungsprozess bis heute hat sich die Stellung der Maori innerhalb der neuseeländischen Gesellschaft jedoch verändert.
Nachdem das Kulturerbe der Maori Anfang des 20. Jahrhunderts, durch die vollständige Assimilation4, das Ideal der Kolonialisierung, nicht ausreichend integriert worden war und innerhalb von wenigen Generationen zu verschwinden drohte, sahen sowohl die Maori selbst als auch die Pakeha, die Weißen, ein, dass man dies nicht zulassen dürfe. Es wurde ein Programm zur Wiederbelebung der Maori Kultur entwickelt. Das „Cultural Revival“ begann.5
Doch die Gesellschaft Neuseelands entwickelt sich immer mehr von dieser bikulturellen zu einer multikulturellen Gesellschaft. Die Anzahl der Einwanderer, vor allem aus dem asiatischen Raum und den pazifischen Inselstaaten, wie z.B. Samoa und Tonga, steigt. Da jede dieser ethnischen Gruppen ebenfalls ihre eigene Kultur besitzt, bildet sich hierdurch ein Konflikt zwischen den verschiedenen Lebensweisen. Besonders für die Maori, als die indigene Bevölkerung Neuseelands, entstehen in diesem Zusammenhang wiederholt Probleme im Bezug auf den möglicherweise erneuten Verlust ihrer traditionellen Kultur.
Der Gegenstand dieser Arbeit, welche auf Fachliteratur sowie Internetquellen beruht, ist zum einen die Frage, wie sich die Stellung der Maori innerhalb der neuseeländischen Gesellschaft genau verändert hat, wobei besonders auf das „Cultural Rivival“ eingegangen wird. Des weiteren beschäftigt sie sich mit der Wandlung der Gesellschaft Neuseelands von einer bikulturellen zu einer multikulturellen und mit den Folgen, die in diesem Kontext für die Maori entstehen.

Um den Sachverhalt dieser Facharbeit genau klären zu können, wurde Fachliteratur verschiedener Autoren, wobei Armin Hüttermann und Bettina Kreisel mit ihren jeweiligen Werken wohl die meist verwendeten waren, sowie einige Internetquellen verwendet.

2. Definition

Bevor man sich mit dem Thema beschäftigt ist es sinnvoll, sich zunächst über einen in diesem Zusammenhang verwendeten Begriff, der in dieser Arbeit ein zentrales Motiv darstellt, im Klaren zu sein. Bestimmte Ausdrücke können ganz unterschiedlich gemeint sein, oder verschiedene Vorstellungen hervorrufen, je nachdem von wem und in welchem Nexus sie verwendet werden.
Im Folgenden wird der Begriff „Kultur“ so erklärt, wie er im Kontext dieser Facharbeit zu verstehen ist.

2.1 „Kultur“


Der Begriff „Kultur“ entstammt dem lateinischen Wort „colere“, was pflegen bedeutet. Die Kultur besteht aus verschiedenen Teilbereichen, zum einen die sichtbaren Elemente, wie Sprache und kulturelle Praktiken, zum anderen Werte, Normen sowie Grundannahmen, welche als unsichtbare Elemente bezeichnet werden. Außerdem ist eine Kultur grob in Denken, Fühlen und Handeln gegliedert. Der Soziologe Clyde Kluckhohn schrieb: „Der wesentliche Kern der Kultur besteht aus traditionellen (d.h. In der Geschichte begründete und nach ihr auserwählte) Ideen und insbesondere ihren zugehörigen Werthaltungen.“6 Jede Kultur besitzt demnach ihre eigenen Besonderheiten und bildet so ein für jede Bevölkerungsgruppe individuelles Orientierungssystem, nachdem sich die Angehörigen der jeweiligen Gesellschaft richten und welche ihr Verhalten beeinflussen. Die Kultur formt somit die Identität des Menschen.
Eine Kultur verändert und entwickelt sich ständig. Sie passt sich, bzw. sie wird immer neuen Gegebenheiten angepasst.
In dieser Facharbeit wird der Kulturbegriff meist in Zusammenhang mit den Maori, aber auch mit den Pakeha sowie anderen Völkern, welche nach Neuseeland einwandern, verwendet. Es prallen also unterschiedliche Kulturen aufeinander. Dabei ist wichtig zu wissen, dass Menschen aus verschiedenen Kulturen dazu neigen die Verhaltensweisen anderer anhand ihrer eigenen Wertvorstellungen zu interpretieren.7

3. Überblick über die traditionelle Kultur und Sozialstruktur der Maori vor dem westlichen Einfluss

Die Vorfahren der heutigen Maori besiedelten Neuseeland vor etwa 1200 Jahren. Sie gehörten dem Tribalismus, dem Stammestum, an. Entscheident für diese Sichtweise ist das dahinter stehende Weltbild und die gesellschaftliche Struktur der Stammesgesellschaften. Die Schwerpunkte bei den Maori waren vor allem „Stammeszugehörigkeit und -verbundenheit, Respekt für die Vorfahren, Spiritualität und grenzenlose Verbundenheit zur natürlichen Welt;“8.
Da die meisten Stämme sehr kriegerisch waren, kam es zu Auseinandersetzungen zwischen ihnen, sogenannte Stammesfehden. Ein weiterer Grund war die dichte Besiedlung der Nordinsel Neuseelands, da sich Probleme bei der Zuordnung von Landrechten ergaben. Zu diesem Zeitpunkt existierte der Maori-Begriff nicht im Sinne eines Einheitsbegriffes, da sich das Volk der Maori in viele einzelne Stämme, ohne jegliche Oberorganisation, geteilt hatte.9
Sie lebten von Vogel-, Fischfang und Getreideanbau. Außerdem hatten sie ihre eigene Sprache, Te Reo Maori, welche einen großen Platz in ihrer Kultur einnahm.
Die Maori waren Anhänger des Polytheismus10 und sahen viele Götter in der Natur und den Elementen. Das religiöse, politische und soziale Leben stellte ein untrennbares Ganzes dar. Das alltägliche Leben war bestimmt von religiösen und kulturellen Riten.
Die wichtigsten Konzepte waren Mana und Tapu.
Der Stammesälteste besaß Mana, was sich am besten mit Status, Autorität und Ansehen übersetzen lässt. Von seinem Mana, seinem Ansehen, leitete sich auch das Ansehen des Stammes ab. Mit Mana werden also Errungenschaften, Leistungen einer Person im Laufe seines Lebens dargestellt, welche dann an Nachfahren weiter vererbt werden, wobei diese sich das Mana erst wieder neu verdienen müssen. Das ist ein Grund warum die Maori ihren Vorfahren so viel Ehrerbietung entgegen brachten.
Die Tipuna (Vorfahren), welche nach der Auffassung der Maori in ihren Nachkommen weiterleben, waren fester Bestandteil des Tagesablaufes, denn ihnen wurde fortwährend Respekt und hohe Verehrung entgegen gebracht. Sie waren immer präsent. Ähnlich wie das Wissen um die Ahnen war auch der Landbesitz identitätsstiftend für die Maori.
Tapu lässt sich am ehesten mit einer Art Rechtssystem vergleichen. Jeder Einzelne besitzt Tapu, muss sein eigenes wahren und das Tapu der anderen achten. Wurde diese Regel nicht eingehalten, z.B. durch Missachtung des Tapu eines Anderen, wurde derjenige bestraft, was auch den Tod zur Folge haben konnte.11
Die indigene Sozialstruktur der Maori wurde in drei Klassen gegliedert, die durch Geburt und Abstammung bestimmt waren.
Whanau, die erweiterte Familie, stellte die kleinste soziale Einheit dar. Man zählte nicht nur zur selben Whanau, wenn man blutsverwandt miteinander war, sondern bereits dann, wenn man die selbe Ideologie teilte. Die erweiterte Familie war patriarchal organisiert, mit dem einzigen unterschied, dass nicht nur Männer, welche traditionell tätowiert waren, sondern auch Frauen die Vorherrschaft über einen Stamm hatten.
Die nächst größere Einheit war Hapu, eine Dorfgemeinschaft, die aus dem Zusammenschluss mehrerer Whanau entstand. Man betrieb gemeinsame Landnutzung und identifizierte sich mit gemeinsamen Vorfahren. Im Falle eines Krieges mit einer anderen Stammesgesellschaft schlossen sie sich zur Verteidigung zusammen.
Der Zusammenschluss mehrerer Hapu wurde als Iwi, der Stamm, bezeichnet. Iwi teilten sich gemeinsame Ahnen.12
Eine weitere wichtige Rolle, zur Stärkung des Gemeinschaftsgefühls, spielte der sogenannte Marae, ein Versammlungsplatz innerhalb von Maori-Siedlungen. Dieser Platz, welcher mit Versammlungsgebäuden und anderen Gemeinschaftsgebäuden bebaut war, diente als Identifikationspunkt ihres Stammes. Ein Marae war eine Zeremonienstätte, verfügte über hohe spirituelle Kraft (Mana), sowie Unantastbarkeit (Tapu) und war gleichzeitig ein Symbol für politische Macht.13
Vor der Ankunft der Europäer lebten die Maori demnach in einer strukturierten, nach Stämmen organisierten Gemeinschaft und einem klaren Netzwerk von traditionellen, religiösen und kulturellen Aspekten. Die Identität jedes Maori wurde durch seine Stammeszugehörigkeit und seine Vorfahren bestimmt. Ihre Rolle innerhalb der Gemeinschaft war festgelegt. Mit dem eintreffen der Europäer fand eine Bewusstseinsveränderung der Maori statt. Sie hatten nun eine fremde, mächtige und neue Kultur vor sich und mussten mit dieser Übermacht leben, ohne ihre eigene ethnische Identität zu verlieren.14

4. Bikulturelle Gesellschaft in Neuseeland

Bei dem Eintreffen der Kolonialmacht England, 1769 in Gestalt von James Cook, trafen zwei Kulturen aufeinander wie sie unterschiedlicher nicht hätten sein können. Auf der einen Seite die traditionell orientierten Maori, mit ihrem polytheistischen Glauben, ihrer grenzenlosen Verbundenheit zur Natur und dem Stammestum. Auf der anderen, die „Überbringer der Modernität“15, mit ihrem monotheistischen16, christlichen Glauben und ihrem wissenschaftlichen Denken und Handeln.
Zu Beginn entwickelte sich ein reger Kulturaustausch zwischen ihnen, welcher vor allem auf Handel beruhte. Nahrungsmittel, auf Seiten der Maori, gegen Waffen, auf Seiten der Europäer. Die europäischen Siedler brachten allerdings auch den Alkoholismus, sowie die bis dahin unter den Maori unbekannte Prostitution hervor. Außerdem verbreiteten sich ansteckende Infektionskrankheiten, wie Masern, Pocken und Geschlechtskrankheiten. All diese Faktoren führten dazu, dass 1840 die Zahl der Maori um 40 % zurückgegangen war. 17
Am 6. Februar 1840 wurde der Vertrag von Waitangi unterzeichnet. Dieser gilt bis heute und gibt der britischen Krone das Recht Land zu kaufen und den Maori alle Rechte britischer Staatsbürger.
Außerdem wanderten britische Siedler mit Hilfe der New Zealand Company18 ein und viele Städte wurden gegründet, unter anderem Wellington. Durch die plötzliche Besiedlung, die vor allem auf der Nordinsel, welche den Großteil der Maori beherbergte, stattfand, kam es zu Problemen, unter anderem erneut mit Landrechten. Hinzu kam eine Vielzahl von Verfahrensweisen, die Maori als Verletzung ihrer Rechte ansahen.
All dies mündete in die „Landkriege“, in den Jahren 1860-1872. Einerseits entstand aus diesen Auseinandersetzungen ein nie anwesendes Zusammengehörigkeitsgefühl der Maori, aus welchem der erste König, Potatau der 1., hervorging, andererseits schwächten die Niederlagen dauerhaft das Selbstbewusstsein (Mana).19
Im Zuge des Besiedlungsprozesses versuchten die Pakeha, trotz Widerstand der Maori-Bevölkerung, weiterhin die Minderheit in ihre weiße Gesellschaft einzugliedern. Die Maori nahmen einige Innovationen, im Hinblick auf Handel und wirtschaftliche Aspekte, wie agrartechnische Neuerungen, dankend an, lehnten andere, wie unter anderem das erlernen der englischen Sprache eher ab, aus Angst ihre eigene zu verlieren. Da jedoch die englische Sprache im Alltag unabkömmlich war, wurde diese durch Sprachkurse gefördert und so die Maori-Sprache, Te Reo Maori , vernachlässigt.
Der Höhepunkt dieses Anpassungsprozesses, welcher bis auf wenige Ausnahmen jedoch immer auf der Grundlage der eigenen Kultur stattfand, war die Urbanisierung, die Verstädterung der Maori-Bevölkerung. Nach diesem veränderte sich das Verhältnis der beiden Kulturen. Assimilation wich der kulturellen Autonomie20 in einer bikulturellen Gesellschaft. Zu diesem Zweck wurde unter anderem 1975 das Waitangi-Tribunal eingeführt. Dieses untersucht Ansprüche der Maori, die sich aus dem Vertrag von Waitangi ergeben.21
Das Ziel ist eine Gesellschaft, in der Maori den Pakeha, ökonomisch wie auch politisch gleichgestellt sind, und in der die Kultur der Maori ebenso und in gleicher Weise wie die der Pakeha respektiert und anerkannt wird.
Dies ist teilweise bereits die Idee einer multikulturellen Gesellschaft, da es in eben dieser keinen Druck zur Assimilation gibt. Die beiden ethnischen Gruppen sollen nebeneinander existieren.

4.1 Konsequenzen des Besiedlungsprozesses für die Maori

Der Besiedlungsprozess der Europäer und besonders die Verstädterung der Maori veränderte das Leben der indigenen Ureinwohner Neuseelands von Grund auf.

Die landwirtschaftlichen Innovationen, die Vielfalt an neuen Nahrungsmitteln, fortschrittliche Medizin, Verbesserung der Lebensumstände. Die Modernität hielt Einzug.
Neben diesen positiven, gab es allerdings vorwiegend negative Veränderungen.
Mit steigendem Kontakt zu den Briten novellierten22 sich die traditionellen Werte der Maori um so nachhaltiger oder gingen verloren.
Mit dem Verlust ihres Landes, welches für die Maori eine große Rolle spielte, verloren sie ebenfalls ein Stück weit die Verbindung zu ihren Ahnen. Somit wurde ihnen im Zuge der Urbanisierung einer der wichtigsten Bestandteile ihrer Kultur genommen. Ohne ihr Land waren sie, nach ihrer Auffassung, niemand. 23
Da sie sich mit ihrem Land und ihren Vorfahren identifizierten, entwickelte sich ein Identitätsproblem. In den Städten lebende Maori hatten sich an die europäische Kultur angepasst und dafür ihre eigene traditionelle Lebensweise weitgehend verloren. Allerdings wurden sie in der weißen Gesellschaft nicht als gleichberechtigt angesehen und deshalb auch nicht vollständig integriert. Im Alltag gab es nur wenige Möglichkeiten ihre wahren Traditionen aus zu leben.24
Durch den Einfluss christlicher Werte wurde der polytheistische Glaube der Maori vom Christentum abgelöst. Dadurch und durch die Urbanisierung selbst, ging die Verbundenheit zur natürlichen Welt verloren.
Des weiteren erlitten die Maori den Verlust ihrer Sozialstruktur. Das Stammestum, die Grundlage ihrer Kultur, löste sich auf, vor allem da sie in den Städten nicht als Stammesgesellschaft zusammen leben konnten. In den Köpfen, vorwiegend älterer Maori, blieb der Tribalismus jedoch erhalten.
Einer der wichtigsten Punkte ist der Verlust der Maori-Sprache, Te Reo Maori, als Kulturträger, da es zu dieser Zeit keine schriftliche Form von ihr gab und so sämtliche Traditionen und Legenden lediglich mündlich überliefert worden waren und werden konnten. Durch die Dominanz und Alleingültigkeit der englischen Kultur und Sprache, beherrschten nur noch sehr wenige die Maori-Sprache. Maori-Kinder wurden in der Schule, welche von den Europäern geprägt war, bestraft, wenn sie Maori sprachen.
Die meisten wuchsen nahezu ausschließlich englischsprachig auf. Sollte die Sprache und die Kultur überleben, mussten sie im Alltag benutzt werden.
Die Maori übernahmen selbst die Initiative.25

4.2 „Cultural Revival“

Das „Cultural Revival“, die Wiederbelebung der Maori-Kultur, begann erst in den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts. Eine Bewusstseinsveränderung der Maori, welche „eine Rückbesinnung auf ihre eigenen Werte und Traditionen.“26 beinhaltete, war der erste Schritt zu dieser Wiederbelebung.
Das Ziel der Bewegung war die Schaffung einer Gesellschaft, in der die Maori als gleichberechtigtes, kulturell und wirtschaftlich eigenständiges Volk akzeptiert werden. Im Laufe der 80er Jahre entschloss sich auch die Regierung Neuseelands, unter dem Druck der Maori-Bewegung, dazu die Maori-Kultur (Maoritanga) wiederherzustellen.27 Das „Cultural Revival“ findet heute immer noch statt.
Im Folgenden wird besonders auf das Erziehungswesen eingegangen, da das Rivival größtenteils in diesem Bereich erfolgte bzw. erfolgt.

4.2.1 Erziehungswesen

Vor dem „Cultural Revival“ hatten die Europäer die Oberhand im Erziehungswesen.
Es wurde ausschließlich Englisch gesprochen und ausschließlich englische Geschichte sowie Kultur gelehrt. Dies führte dazu, dass Maori-Kinder kein Interesse zeigten und das Ausbildungsniveau sehr niedrig war. Durch das Streben der Maori, im Zuge der Wiederbelebung, nach Gleichberechtigung, änderte sich diese Situation innerhalb der Kindergärten, Schulen und Universitäten.
Die Integration von Aspekten der indigenen Kultur sollte die kulturelle Identität und das Selbstwertgefühl der Maori-Schüler stärken, was wiederum zu besseren schulischen Leistungen führen sollte.28
In den nachfolgenden Punkten wird auf das Erziehungswesen, als Rolle innerhalb des „Cultural Revival“, eingegangen.
Es wird zwischen Kultur und Sprache differenziert, da die Sprache in diesem Zusammenhang eine gesonderte, wichtige Rolle einnimmt.

4.2.1.1 Einführung der Maori-Sprache in das Erziehungswesen

Mit dem Verlust der Sprache erlitten die Maori einen schweren Rückschlag. Ihr wichtigster Kulturträger ging verloren, da es bis zum Ende der siebziger Jahre keine schriftliche Form der Sprache gab.
Nachdem herausgefunden worden war, dass nur noch 50.000 Maori, von ungefähr 500.000, die Sprache beherrschten, wurde ihre Pflege als besonders wichtig eingestuft. Aus diesem Anlass wurde Te Reo Maori 1987 zur offiziellen Landessprache Neuseelands, neben der Englischen, erklärt.29
Die Sprachförderung begann bereits 1981 in den „Kohanga reo“, den sogenannten Sprachnestern. Der Gedanke hinter diesen war, dass die übrig gebliebenen, älteren Muttersprachler den Maori-Kindern die Sprache, meist in kirchlichen Einrichtungen oder Schulen, beibringen sollten. Dies wurde als der schnellste Weg zur Erneuerung der Sprache angesehen.
Maori richteten Kindergärten und Schulen ein, in denen ausschließlich Maori gesprochen wurde.30
Einige staatlich, europäische Schulen bieten inzwischen zweisprachigen Unterricht auf Englisch und Maori an und Kurse in denen Erwachsene Maori, ihre Muttersprache, als Fremdsprache neu lernen können.31
Außerdem gibt es mittlerweile sogenannte bilinguale Universitäten.

Im Folgenden wird auf die University of Waikato eingegangen, welche zu dem eben genannten Universitätstyp zählt.

4.2.1.1.1 Bilinguale Universitäten am Beispiel der University of Waikato

Die University of Waikato wurde 1964 gegründet.
Als Besonderheit dieser Universität gegenüber anderen gilt, dass dort der höchste Anteil an Maori-Studenten eingeschrieben ist. Einer der Gründe dafür ist der Besitz einer eigene Fakultät, welche sich mit der Entwicklung der Maori-Kultur beschäftigt. Im Mittelpunkt der School of Maori and Pacific Developement steht demnach die Sprache und die Kultur der Maori. Außerdem werden einige Seminare anderer Studiengänge auf Maori und Englisch angeboten.32

In einer bikulturellen Universität werden nicht nur einzelne Seminare auf Maori sondern auch Te Reo Maori, sowie Maori-Kultur als Studiengänge angeboten, beide Kulturen fließen mit in den Universitätsalltag ein. Daher ist die University of Waikato ein passendes Beispiel für eine bilinguale Universität.

4.2.1.2 Einführung der Maori-Kultur in das Erziehungswesen

Nachdem die Maori ihre Kultur nahezu vollständig eingebüßt hatten, sollte sie nun im Zuge des „Cultural Revival“ wiederbelebt werden. Um dieses Ziel zu erreichen wurde die Kultur in das Erziehungswesen eingebracht.

Maori-Kultur wurde als Unterrichtsfach aufgenommen. In Kindergärten, Vorschulen sowie höheren Schulen werden den Kindern traditionelle Tänze, wie z.B. der Kriegstanz, Lieder und Legenden beigebracht.
Außerdem wurden Schulen eingeführt, in denen Maoritanga grundsätzlich in den gesamten Unterricht mit einbezogen wird. „Wenn neuseeländische anstatt europazentrierte Themen behandelt werden“33 haben Maori als auch Pakeha mehr Freude am Lernen und durch die dadurch erhöhte Antriebskraft verbessern sich die schulischen Leistungen rapide. Dieses Ziel wurde jedoch noch nicht erreicht, da bis jetzt keine enorme Verbesserung der Leistungen der Maori erreicht werden konnte.34
Durch die neue Ausrichtung des Erziehungswesens wird allerdings das Identitätsgefühl der Maori gestärkt, da ihre Kultur nun das Bildungssystem prägt. Des weiteren wird die Beziehung zwischen den Maori und den Pakeha gestärkt und gefestigt. Die Kinder der Pakeha bekommen einen Einblick in die Geschichte und das Leben der indigenen Bevölkerung, was zu „einer größeren Akzeptanz“35 beider Seiten führt.

4.2.2 Überblick über die heutige Kultur und Sozialstruktur der Maori

Nach dem Einfluss der Kolonialmacht hatte sich die Kultur und auch die Sozialstruktur der Maori erheblich verändert oder war sogar gänzlich verschwunden. Durch das „Cultural Revival“ wurden einige Teile jedoch wiederbelebt.
Im Folgenden wird beschrieben wie die Kultur und die Sozialstruktur der Maori heute, nach bzw. während der kulturellen Wiederbelebung, aussieht.

Die Sozial- und Familienstruktur, welche von dem Stammestum geprägt war, findet als solche in den Städten, in denen 79% der Maori-Bevölkerung lebt, nicht mehr statt. In den ländlichen Regionen Neuseelands blieb die Struktur jedoch weitgehend erhalten. Jedoch finden in den Städten regelmäßig Treffen der Stämme auf den sogenannten Maraes statt.
Ein positives Beispiel für das „Cultural Revival“ ist eben dieser Marae. Dieses vor europäische Siedlungselement wurde erfolgreich in die heutige europäische Stadtstruktur integriert. Dieses wichtige Element des traditionellen Alltags der Maori steht repräsentativ für den Erfolg, Reste ihrer Kultur in die moderne, europäische Welt übertragen zu können. Die städtischen Marae dienen unter anderem als Schauplatz für größere Treffen der Maoristämme, sind identitätsspendent und ein Symbol für die Eigenständigkeit der Maori-Kultur.36
„On a marae Maoris walk tall, sure of the ground beneath their feet, organizers instead of organized, givers instead of receivers, hosts instead of immigrants in an alien world.“ 37

Hiermit ist gemeint, dass die Marae ein Teil der Maori-Kultur sind und die Maori deshalb auf ihnen ein ganz anderes Bewusstsein gegenüber ihrer Kultur entwickeln. Sie sind selbstbewusst und stolz, dass sie in dem ständigen Kampf um das Überleben ihrer Kultur diese wahren konnten. Sie sind nun die Organisatoren und werden nicht mehr von den Pakeha organisiert. Sie sind Eigenständig.

Die Religion blieb von dem Revival relativ unberührt. Die Mehrheit der Maori, die während des Besiedlunsprozesses zum Christentum konvertiert waren, hatten diesen Glauben übernommen und blieben Christen. Einige entsagten der Kirche und wurden konfessionslos. Der polytheistische Glaube verschwand nahezu komplett, lediglich vereinzelte traditionelle Riten blieben erhalten.38
Die Maori passten sich den modernen Lebensbedingungen an, blieben ihrer Kultur jedoch treu. So werden die Konzepte von Mana und Tapu zwar nicht mehr praktiziert, leben allerdings in den Maori selbst weiter.
Die Sprache hat sich mittlerweile zwar wieder verbreitet, aber es sind immer noch deutlich weniger Sprecher als vor der Kolonialisierung. Nachdem auch eine schriftliche Form entwickelt worden war, wurden ein Großteil der Stadt- und Straßennamen in Maori-Namen umgeändert.
Die traditionelle Begrüßung der Maori Hongi, der Nasenkuss, wird heute immer noch verwendet, nicht nur von Maori sondern auch von Pakeha. Sogar Politiker begrüßen sich auf öffentlichen Veranstaltungen mit diesem. Außerdem wird der traditionelle Kriegstanz, bei den Maori Haka genannt, vor jedem Spiel der neuseeländischen Rugby-Mannschaft aufgeführt.39
Des weiteren zeigten sich auch Erfolge innerhalb der Politik. Es wurden Maori auf Parlamentssitze gewählt, der Vertreter der britischen Königin in Neuseeland von 1984 war ein Maori und der katholische Bischof Max Mariu, 1988, ebenfalls.40

Die Maori werden also inzwischen viel mehr in die einst europäische, nun neuseeländische, Gesellschaft integriert. Ein großer Teil ihrer Kultur konnte durch das „Cultural Revival“ gerettet werden.
Allerdings sind sie bis heute nicht vollständig gleichberechtigt. Denn z.B. ist die Arbeitslosigkeit bei Maori sehr viel höher als bei den Pakeha. Außerdem ist es für einen Maori schwieriger einen gut bezahlten Job zu bekommen, oft da das Ausbildungsniveau bei ihnen immer noch niedriger ist als das der Pakeha.41 Ihrer Königin wird nur eine untergeordnete Rolle zugeschrieben.

5. Die gegenwärtige ethnische Zusammensetzung der Landesbevölkerung Neuseelands - Neuseeland auf dem Weg zu einer multikulturellen Gesellschaft

Die Gesamtbevölkerung Neuseelands beträgt ca. vier Millionen Menschen.
Den größten Teil der Bevölkerung machen Neuseeländer europäischer Abstammung aus, die Pakeha. Die Gesamtbevölkerung Neuseelands besteht zu ca. 70 % aus diesen, nach der Volkszählung 2009. Die Maori sind mit 14 %, ca. 500.000, die zweitgrößte Bevölkerungsgruppe, gefolgt von den asiatischen Immigranten mit 8,5 %. 6 % der neuseeländischen Bevölkerung sind zugewanderte Polynesier. Die meisten dieser pazifischen Insulaner stammen aus Samoa, Tonga und den Cookinseln. Die übrigen Prozent gehören entweder anderen, kleineren ethnischen Gruppen an, oder ordneten sich keiner bestimmten Gruppe zu.42
An diesen Werten kann man erkennen, dass sich Neuseeland zu einer multikulturellen Gesellschaft entwickelt. Die Bevölkerung besteht aus vielen verschiedenen ethnischen Gruppen, die nebeneinander existieren, ohne jeglichen „Druck“ zur Assimilation. Jede dieser Ethnien hat ihre eigene Kultur, ihre eigenen Werte und Ansichten. Damit keine Konflikte durch eben diese entstehen muss gewährleistet sein, dass sich die einzelnen Gruppen untereinander respektieren und sich Verständnis und Toleranz entgegenbringen.
Doch genau das ist meist nicht der Fall. Durch die oft nicht gegebene Solidarität43 und die sozialen Unterschiede innerhalb der multikulturellen Gesellschaft oder einfach der Unterschiede ihrer Kultur wegen, entstehen Konflikte zwischen den verschiedenen Ethnien.

5.1 Konflikte zwischen den verschiedenen Kulturen, unter besonderer Berücksichtigung der Probleme der Maori in diesem Zusammenhang

Menschen aus verschiedenen Kulturen interpretieren die Verhaltensweisen anderer anhand ihrer eigenen Wertvorstellungen. Die Konflikte werden somit ausgelöst, weil jede ethnische Gruppe auf ihren eigenen Werten und ihrer eigenen Kultur beharrt und diese betont. Die entstehenden Konflikte drehen sich um Unterschiede der Kultur, „der Religionen, des Ehe- und Familienlebens und der ethnischen Herkunft sowie um Traditionen und Verhaltensweisen, die sich diesen drei Grundelementen zuordnen lassen.“44
Jede dieser Gruppen möchte ihre Kultur nicht nur erhalten und akzeptiert wissen, sondern sie ausbauen und in den neuseeländischen Alltag einbringen. Ihre Kultur soll zwar neben den anderen existieren, wie es im Multikulturalismus gewünscht ist, jedoch aus ihnen her ausstechen.
Nachdem die Kultur der Maori schon einmal kurz davor stand in einer anderen, dominanteren unter zugehen, entstehen in diesem Zusammenhang wiederholt Probleme im Bezug auf den möglicherweise erneuten Verlust ihrer traditionellen Kultur. Durch ihren Status als indigene Bevölkerung Neuseelands ist es zwar relativ unwahrscheinlich, dass die anderen Kulturen ihre verdrängen würden, die Angst ist jedoch ein ständiger Begleiter.
Ob die Maori einen wiederholten Verlust ihrer Kultur überstehen würden ist ungewiss und auch ob das „Cultural Revival“ ein zweites mal funktionieren würde ist fraglich, da die gesamte Landesbevölkerung Neuseelands, also alle ethnischen Gruppen eingeschlossen, sich an diesem beteiligen müsste. Doch selbst wenn sie dies tun würden, wäre das Überleben der Maori-Kultur nicht gesichert.
Doch da es mehr Maori als die Angehörigen der einzelnen ethnischen Gruppen gibt, sich die Neuseeländer ihrer Geschichte bewusste geworden sind und sich die Maori-Kultur im neuseeländischen Alltag bereits stark gefestigt hat, wird die indigene Bevölkerung Neuseelands, die Maori, aller Wahrscheinlichkeit nach keinen erneuten Verlust ihrer Kultur erleiden müssen.

6. Fazit

Die Maori, die indigene Bevölkerung Neuseelands, mussten lange um den Erhalt ihrer Kultur kämpfen. Diese hat sich verändert, auch in wesentlichen Punkten, wie z.B. in der Religion und der Sozialstruktur, aber letztendlich durch das „Cultural Revival“ überlebt.
Aber wie konnte das kulturelle Erbe der Maori überleben?

„Wachse heran, Du zarte Pflanze, um die Bedürfnisse Deiner Generation zu erfüllen; mit Deinen Händen eigne Dir die technischen Fähigkeiten und Berufe der Weißen an, damit Du es zu etwas bringst; Dein Herz bleibe bei der Kultur der Maori, zu Deiner Inspiration. Trage sie wie einen Federschmuck auf Deinem Kopf; und Deine Seele widme Gott, dem Schöpfer aller Dinge.“45
Die Maori passten sich demnach der Kolonialmacht England an, bewahrten jedoch ihre Kultur in sich. Diese Kultur verlieh ihnen den Mut und die Kraft die schwere Zeit der Assimilation zu überstehen. Sie verloren nie den Glauben daran, dass sie eines Tages ihre Kultur wieder ausleben dürfen.
Heute sind die Maori den Pakeha ökonomisch wie auch politisch weitgehend gleichgestellt und ihre Kultur wird ebenso respektiert, wie die der Neuseeländer mit europäischer Abstammung. Die Maori-Kultur hat Neuseeland inzwischen sogar unwiderruflich geprägt.
Maori ist mittlerweile eher eine Lebenseinstellung, als die Bezeichnung eines bestimmten Volkes. Wer sich dieser Einstellung zugehörig fühlt, kann Maori werden, ob er wirklich Maori-Stämmig ist oder nicht.
Es wird kaum noch zwischen Maori und Pakeha unterschieden. Dieses nationale Wir-Gefühl spiegelt sich in dem neuen Begriff „Kiwi“ wieder, welcher eine Anlehnung an den gleichnamigen, neuseeländischen Nationalvogel ist. Mit diesem Begriff werden alle Neuseeländer, Pakeha und Maori, bezeichnet.46
Andererseits ist das Ausbildungsniveau bei den Maori immer noch sehr niedrig, und somit auch die Chancen auf gut bezahlte Arbeit. Des weiteren sprechen nur ca. 24,7 % der Maori selbst Te Reo Maori. Das Problem um den Verlust der Sprache ist demnach noch nicht vollständig gelöst.

In den nächsten Jahren wird sich zeigen, ob die Maori es schaffen, vollständig in die neuseeländische Gesellschaft eingegliedert zu werden und ob sie in der entstehenden multikulturellen Gesellschaft überleben können. Doch durch ihr gewonnenes Selbstbewusstsein, den Zusammenhalt innerhalb der Maori und in Bezug auf die Pakeha, werden sie ihre Kultur voraussichtlich festigen und den neuseeländischen Alltag weiter prägen.



Quellen:


7. Literaturverzeichnis


1. Blatt, Steffen: Australien auf dem Weg zum Bikulturalismus? Minderheitenpolitik in Australien und Neuseeland im Vergleich. Magisterarbeit. München: 2007, S. 91-95

2. Hüttermann, Armin: Bikulturalismus nach 150 Jahren weißer Vorherrschaft. Maori in Neuseeland. In: Geographische Rundschau. H.3, 1990, S. 126-135

3. Kreisel, Bettina: 150 Jahre nach Waitangi. Die Maori in Neuseeland. In: W. Kreisel, P.H. Marsden, G.V. Davis, J. Jansen (Hrsg.): Neuseeland. Im Pazifischen Raum. Band 3. Aachen: 1992, S. 189-211

4. Niehues, Johanna: Rassismus im Bildungssystem Neuseelands. Eine Analyse sozialwissenschaftlicher Studien zu Ursachen und Erscheinungsformen. Magisterarbeit. München: 2010, S. 81-93

5. Obert, Hanna: Widerstand und Identität bei den Maori. Studienarbeit. München: 2009, S. 1-26

6. Schüring, Jens A.: Landrechte der Ureinwohner Neuseelands in Geschichte und Gegenwart. Mit Hinweisen zu internationalen Entwicklungen. Kiel: 2004, S. 10-18




8. Internetquellenverzeichnis


1. Auswärtiges Amt: Neuseeland
Hier klicken
Laender/Neuseeland.html

2. Die Maori
Hier klicken

3. Franken, S.: Kulturbegriff und kulturelle Unterschiede. Köln: 2006, S. 2
Hier klicken
%20Management/02IM-Kulturbegriff.pdf

4. Kälin, Walter: Grundrechte im Kulturkonflikt. Freiheit und Gleichheit in der Einwanderungsgesellschaft. Bern: 1999, S. 6-10
Hier klicken

5. Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen: Definiton Kultur
Hier klicken

6. Spolsky, Bernard: Die Rettung der Maori-Muttersprache. Eine Erfolgsgeschichte aus Neuseeland zum Tag der Muttersprache. 2009
Hier klicken

7. Universität Waikato
Hier klicken
__________________
"Wildness is a necessity."
- John Muir

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


jon
Foren-Redakteur
Fast-Bestseller-Autor

Lektor
Registriert: Nov 2000

Werke: 147
Kommentare: 6430
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um jon eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo,

das klingt wie eine Arbeit für die Schule oder gar das Studium. Die LL ist keine Studien-Hilfe-Plattform – also erwarte bitte keine fachlich belastbaren Rückmeldungen und rechne auch damit, dass Tipps zur Struktur sich nicht unbedingt mit dem decken, was Lehrer/Dozent erwarten (es gab da durchaus Unterschiede).

Was mir auffiel: Es ist einiges drin, was nach Füllmaterial klingt. Zum einen ist es vor allem der Klang, an anderen Stellen (z.B. unter 2.) ist tatsächlich auch der Inhalt überflüssig.

Zur Gliederung: Unterpunkte sind eigentlich nur sinnvoll, wenn es mehrere gibt. Ein 2.1 zu haben, ohne ein 2.2 zu haben, ist z. B. nicht sinnvoll. Bei 4.2.1.1.1 ergibt sich der Sinn eventuell dadurch, dass eine Art "zwischengeschobenes Beispiel" ist.

Frage: Ist "Kultur" der einzige Begriff, der definiert werden muss? Da beim Hier-rein-Kopieren mit den Fußnoten was schiefgegangen ist, weiß ich z. B. nicht, ob die als markiert erkennbaren Begriffe nur so (per Fußnote) oder explizit für diese Arbeit definiert werden sollten.



Details:

quote:
Die Maori, die Ureinwohner Neuseelands, haben im Laufe ihrer Geschichte einiges erlebt.

Ok, es soll ein Eingangssatz sein, aber auch der darf schon prägnant sein und nicht so eine „Banalität“ verkünden – die allerallerallermeisten Völker haben "im Laufe ihrer Geschichte einiges erlebt".

quote:
Von dem Besiedlungsprozess bis heute hat sich die Stellung der Maori innerhalb der neuseeländischen Gesellschaft jedoch verändert.
Das "jedoch" ist falsch. Die Fast-Auslöschung der Kultur und der Kolonialimus an sich sind allein zwei Dinge, die mit einer Stellungsänderung verbunden sind, eine "jedoch" wäre da eher was, was (anscheinend) eben nicht auf Stellungsänderung hindeutet oder was gewissermaßen ein Gegen-Effekt wäre.

quote:
Nachdem das Kulturerbe der Maori Anfang des 20. Jahrhunderts, durch die vollständige Assimilation4, das Ideal der Kolonialisierung, nicht ausreichend integriert worden war
Hier sehe ich Unklarheiten bei "assimilieren" und "integrieren". Das erste heißt "angleichen, einverleiben", was darauf hinausläuft, dass man die ursprüngliche Kultur auflöst und in die gewünschte Form umwandelt. "Integrieren" heißt "einpassen". Wenn man die Kultur "zwecks Einverleibung auflöst", dann ist da gar nichts mehr zum Integieren – weder zum kompletten noch zum "nicht ausreichenden".

Die ganze Passage unter 2. ist Füllmaterial. Da du ohnehin nur einen Begriff definierst, kannst du gleich mit dem loslegen (ohne Unterpunkt), wenn du noch andere Begriffe definieren willst, ist es legitim, unter 2. sofort 2.1 als nächste Zeile zu nehmen.
Zu diesem Thema: Du behauptest zwar inderekt, man könne "Kultur" auch anders als hier benutzt verstehen, ich habe aber keine Idee, wie – die landwirtschaftliche und medizinisch-bilogische Labor-Definton scheidet bei dem Thema ja von selbst aus.

quote:
Sie gehörten dem Tribalismus, dem Stammestum, an. Entscheident für diese Sichtweise ist das dahinter stehende Weltbild und die gesellschaftliche Struktur der Stammesgesellschaften.

Stammestum ist keine Sichtweise. Stammestum ist in erster Linie eine gesellschaftliche Struktur und damit ist ein bestimmes Weltbild verbunden.

quote:
Da die meisten Stämme sehr kriegerisch waren, kam es zu Auseinandersetzungen zwischen ihnen, sogenannte Stammesfehden. Ein weiterer Grund war die dichte Besiedlung der Nordinsel Neuseelands, da sich Probleme bei der Zuordnung von Landrechten ergaben.
Bei der Wichtung habe ich Bauchschmerzen – zuerst werden die Stämme als per se kriegerisch betitelt. Zweitrangig erscheint da der Grund, der dann doch noch schnell geannt wird.


quote:
Zu diesem Zeitpunkt existierte der Maori-Begriff nicht im Sinne eines Einheitsbegriffes, da sich das Volk der Maori in viele einzelne Stämme, ohne jegliche Oberorganisation, geteilt hatte.9
Sie lebten von Vogel-, Fischfang und Getreideanbau. Außerdem hatten sie ihre eigene Sprache, Te Reo Maori, welche einen großen Platz in ihrer Kultur einnahm.
Sie sind zersplittert, haben aber eine Sprache? Das ist ein paar Worte mehr wert. (Dass Sprache "einen großen Platz" einnimmt, ist immer so, Sprache ist das grundlegende Kulturgut schlechthin.)

quote:
Die Maori waren Anhänger des Polytheismus10 und sahen viele Götter in der Natur und den Elementen.
Das ist doppelt gemoppelt – „Polytheismus“ heißt so viel „wie viele Götter haben“. Die Ergänzung ist also nicht "viele Götter" sondern "in der Natur und in den Elementen".

quote:
Mit Mana werden also Errungenschaften, Leistungen einer Person im Laufe seines Lebens dargestellt, welche dann an Nachfahren weiter vererbt werden, wobei diese sich das Mana erst wieder neu verdienen müssen.
Das widerspricht sich - entweder sie erben es oder sie müssen es neu erwerben. Meinst du, sie müssen sich des ererbten Manas als würdig erweisen?

quote:
Das ist ein Grund warum die Maori ihren Vorfahren so viel Ehrerbietung entgegen brachten.
Ich sehe da - so simpel dahergesagt – keinen kausalen Zusammenhang

quote:
Die indigene Sozialstruktur der Maori wurde in drei Klassen gegliedert, die durch Geburt und Abstammung bestimmt waren.
"Durch Geburt und Abstammung" ist doppelt gemoppelt. Und es hat mit "Zugehörigkeit durch gleiche Ideolgie" nichts zu tun, im Gegenteil.
Eine patriachalisch geprägte Stammesstruktur, bei der Frauen den Stamm führen? Das musst du erklären!

quote:
Die europäischen Siedler brachten allerdings auch den Alkoholismus, sowie die bis dahin unter den Maori unbekannte Prostitution hervor.
Sicher nicht, sie brachten die Phänomene mit

quote:
All diese Faktoren führten dazu, dass 1840 die Zahl der Maori um 40 % zurückgegangen war.
So wie du es schreibt ist "all" = "Handel, Alkoholismus, Prostition und Kankheiten". Für "Krankheiten" mag der Satz gelten, wieso aber zum Beispiel Handel die Maoribevölkerung dahingerafft haben soll, wird nicht ersichtlich.


Ich höre hier mal auf, weil sich die Fragezeichen mir häufen …
__________________
Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalässt (Klaus Klages)

Bearbeiten/Löschen    


Zurück zu:  Essays, Rezensionen, Kolumnen Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Werbung