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Leselupe.de > Kindergeschichten
Die weise Schildkröte
Eingestellt am 07. 12. 2001 20:34


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anemone
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Keiner wusste es so genau, wie alt Schildkröte Elisabeth wirklich war, aber sie musste schon uralt sein. Die Tiere kamen immer zu ihr, wenn sie etwas wissen wollten, denn sie verfügte über eine riesengroße Erfahrung.

Diesen Vorteil hatten viele Tiere nicht, weil sie nur kurz auf der Erde lebten und in der Kürze der Lebenszeit kaum Erfahrungen sammeln konnten. So kamen sie also zu ihr, um sie zu fragen. Sie war der Geheimtipp Nr. 1 unter den Tieren.

Gerade war Fridolin das Eichhörnchen bei ihr. Es war mit seinem buschigen Schwanz an einer frisch gestrichenen Parkbank entlang gestreift. Es konnte das Schild nicht lesen, was darauf angebracht war: VORSICHT FRISCH GESTRICHEN. Dabei hatte man es in großen Buchstaben deutlich darauf geschrieben. Nun hatte Fridolin ständig den Geruch von dieser eklig grünen Farbe in der Nase und alles blieb an seinem früher so schönen buschigen Schwanz kleben.

Elisabeth riet zuerst mal: „ABWARTEN! Du musst warten, bis die Farbe trocken ist!“
„Aber ich kann nicht warten!“ trotzig sah Fridolin Elisabeth in die ach so ruhigen Augen.
„Dann kann ich dir nicht raten!“ sagte Elisabeth.
Komm her, zeig mir mal, was da alles klebt!“ wollte Elisabeth wissen.

Fridolin versuchte seinen Schweif möglichst ruhig zu halten, damit Elisabeth nicht grün wurde.
Doch grün konnte sie kaum noch werden. Es klebten mindestens ein Dutzend Blätter daran fest, jede Menge Sand und der Rest? Dreck!

Sie besah sich alles genau und empfahl „Wenn dann alles trocken ist, schlägst du ihn immer wieder gegen einen Baum, bis die Blätter herunterfallen.!“

„Wird er denn wieder so schön wie früher?“ wollte Fridolin noch wissen.

„Oh,“ sagte Elisabeth geheimnisvoll „Das kann noch lange dauern!“ Das betrübte Fridolin sehr.

Er bedankte sich für ihren Rat und hielt seinen Schweif in die Höhe, damit er trocknen konnte. Ab und zu tupfte er daran, ob er noch abfärbte, doch lange musste er nicht mehr warten.

Gerade hatte Elisabeth sich auf den Weg gemacht in Richtung Bauernhof, um sich dort ein Salatblatt zu fressen, da kam aufgeregt ein Bienenschwarm an ihr vorbei. Sie zog den Kopf ein, denn sie wollte nicht mit einem Stachel zusammenstoßen.

„Was ist los mit euch, wieso seit ihr so aufgeregt?“ wollte Elisabeth wissen.

„Die Königskerzen haben ihre Blüten geöffnet. Aus dem Weg! Wir wollen den Honig holen!“
Eifrig flog der Schwarm an ihr vorbei auf die gelben Blüten der Königskerzen zu, die am Rand des Flusses mit ihrer leuchtenden Farbe lockten.

Die Blüten freuten sich über ihren Besuch und keine wollte vergessen werden. Sie lockten die Bienchen mit ihrem Duft, denn während sie in ihnen herumkrabbelten, ließen sie ihren Blütenstaub schnell in ihren schwarzgelben Pelz fallen. Dort war er sicher untergebracht und wurde wie ein Paket von ihnen unbeabsichtigt mitgenommen.

Die Königskerzen nannten die Bienen Briefträger.


Auch das wusste die weise Schildkröte Elisabeth und sie wusste ebenfalls, dass der Kater Tom ständig keuchte, weil er einen Husten hatte und sie wusste auch, dass der Husten von den Königskerzen wieder fort ging, weil sie ein Hustenkraut waren.

Doch davon besser ein anderes Mal

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anemone
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Ein neuer Tag war angebrochen und die Tiere erwachten aus ihrem Schlaf. Da war zunächst einmal Kater Tom vom Bauernhof der schon früh von seinem eigenen Keuchen wieder einmal geweckt wurde.

„Ich werde heute die Schildkröte besuchen!“ nahm er sich vor. „So geht das nicht weiter! Doch Schildkröten schlafen sicher lange drum werde ich noch ein wenig warten!“

Kurz vor Mittag erschien Tom bei Elisabeth. Als sie den Kopf aus ihrem Panzer streckte, um den Tag zu begrüßen, sah sie direkt auf den Kater. „Weshalb du kommst, brauchst du nicht zu sagen!“ sagte sie, noch bevor er überhaupt einen Ton herausbrachte und sie schickte ihn sogleich zu den Königskerzen. „Lecke ihnen die Tautropfen ab und dein Husten wird verschwinden!“

„Ja, wenn’s weiter nichts ist, das werde ich schon schaffen,“ meinte Tom und begab sich direkt dort hin.

Unterwegs kam ihm ein hinkender Igel entgegen. „Was ist mit dir, bist du verletzt?“ wollte Tom wissen. Dem Igel liefen die Tränen nur so herunter. „Ich habe mir den Fuß an den Schnittblumen geschnitten“ gab er schluchzend zu. Tom schickte ihn sogleich zu Elisabeth, denn er wusste ja, wo sie sich aufhielt.

Der Weg für den verletzten Igel war zwar noch ziemlich weit, doch das Laufen tat ihm schon gar nicht mehr so weh, wo er wusste, es kann ihm jemand helfen.

***

Nachdem Elisabeth sich ein Salatblatt gefressen hatte, war sie unterwegs zum Fluss, um dort die Wasserschildkröten zu begrüßen. Auf dem Weg begegnete ihr der Igel.

Sofort hielt sie an und besah sich den verletzten Fuß und auch ihm konnte sie mit einem Kraut helfen, das direkt vor ihren Füßen wuchs. Sie legte den Spitzwegerich auf die Schnittwunde und riet dem Igel, sich ruhig in die Sonne zu legen und das Laufen einzuschränken.

Die Wasserschildkröten waren schon bis zum Ufer geschwommen und warteten auf Elisabeth. „Gibt es etwas Neues?“ wollte die Landschildkröte wissen. „Die Menschen sind unterwegs, sie schneiden am Fluss das Gras, pass auf, dass sie dich nicht sehen, sonst werden sie dich mitnehmen!“

Elisabeth bedankte sich für den Tipp und machte sich schleunigst davon.

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anemone
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Fortsetzung

Eine Ameisenkompanie war inzwischen auf dem Waldweg unterwegs, auf dem auch Schnecke Josefine einherkroch. Wie üblich liefen sie schwer bepackt hintereinander her. Doch was war das! Plötzlich verloren sie den Halt unter ihren Füßen. Sie rutschten in alle Himmelsrichtungen aus, verloren ihre Gepäckstücke, die sie über ihren Kopf balancierten und es entstand ein wildes Durcheinander.

Der Hauptmann der Kompanie ließ die Mannschaft anhalten: „KOMPANIE STILLGESTANDEN!“ lautete sein Befehl. Die Ameisen wuselten durch die Gegend um ihre Transportstücke wieder einzusammeln, doch auch dabei rutschten sie immer wieder aus. Aber der Befehlshaber hatte den Übeltäter schon erkannt und schlidderte über den glitschigen Weg direkt darauf zu.

„Was fällt Ihnen ein, hier eine Schleimspur zu legen!“ fuhr er Schnecke Josefine an, doch die zog sich sogleich in ihr Haus zurück.

„Kommen Sie gefälligst heraus, wenn ich mit Ihnen rede!“ befahl der Befehlshaber Josefine. „Aber das mache ich nur in Gegenwart von Schnecken, denn ohne mein Haus bin ich nackt!“ Sie zierte sich mächtig, diese Schnecke.

„Können sie ihren Schleim dann nicht bei sich behalten? Müssen sie den Weg so verunreinigen, dass normale Ameisen sich fast die Beine brechen?“ Der Kommandant der Kompanie war sehr verärgert.

„Aber die Spur ist nicht von mir!“ behauptete Josefine, obwohl doch jeder hier im Umkreis wusste, dass nur Schnecken solche Spuren hinterlassen.

„Sie können mir viel erzählen!“ giftete der Kommandant sie an und wollte sich sogleich umdrehen, wobei er dermaßen ausrutschte, dass er bewustlos liegenblieb. Sogleich eilten die Sanitäter der Kompanie vorsichtig herbei, um ihn fortzutragen. Das war jedoch ein schwieriges Unterfangen.

Josefine konnte sich das nicht erklären, kroch mit ihrem Haus vor und beroch die Unfallstelle. „Entschuldigung,“ sagte sie „hier muss eine Nacktschnecke vor mir her gekrochen sein. Es ist nicht meine Schuld, dass ihr hier ausrutscht. Besser ihr ändert euren Weg und lauft rechts den Weg entlang.

Da der Ameisenkompanieführer noch bewustlos war, gab es da keine Widerrede und die ganze Kompanie folgte den Sanitätern, die an der anderen Seite des Weges prima laufen konnten.

Tatsächlich sahen sie bald in der Ferne diese rote Nacktschnecke und sie vermieden es, den Weg hinter ihr weiter zu verfolgen. Außerdem hatten sie sie trotz Krankentransport auch sehr schnell überholt, denn Schnecken kommen bekanntlich nicht so gut voran.

Gerade sahen sie Schildkröte Elisabeth und setzten den bewußtlosen Kommandant bei ihr ab. Sie schlug eine Erfrischung vor und schnell eilten die Ameisen zum Fluss, um ihm dort einen erfrischenden Guss zu bescheren.

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anemone
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Folge "Die Ameisenkompanie"



„Sie können mir viel erzählen!“ giftete der Kommandant sie an und wollte sich sogleich umdrehen, wobei er dermaßen ausrutschte, dass er bewustlos liegenblieb. Sogleich eilten die Sanitäter der Kompanie vorsichtig herbei, um ihn fortzutragen. Das war jedoch ein schwieriges Unterfangen.
Der Kommandant der Ameisen kam wieder zu sich. Er schüttelte sich, als der Wasserstrahl über ihn spritzte, den ein paar Ameisen durch ihren Rüssel auf seinen Kopf hielten. „Was fällt euch ein!“ wetterte er gleich los und schon übernahm er wieder das Kommando.

Jedoch schien er immer noch nicht ganz frisch zu sein, denn die Befehle fielen reichlich unsinnig aus und so passierte es, dass er seine Armee genau wieder dort marschieren ließ, wo gerade die rote Nacktschnecke einhergekrochen war, denn durch den Aufenthalt am Fluss hatte diese sie inzwischen längst überholt.

Die Armee weigerte sich dem Befehlshaber zu gehorchen. Das könnte böse Folgen haben, denn auf Befehlsverweigerung standen hohe Strafen ausgesetzt.

Doch das war den Ameisen egal. Zu viele hatten blaue Flecken davongetragen oder sich einen Fuß umgeschlagen und hinkten immer noch. Obwohl sie zum Denken normalerweise nicht auf der Welt waren, so waren sie doch lernfähig und dass es ihnen nicht bekommt, wenn sie auf einer Schleimspur einherlaufen, das wussten sie jetzt ein für allemal.

Der Befehlshaber bestand darauf, die linke Seite des Waldweges zu begehen. Die Armee hielt geschlossen zusammen und weigerte sich. „Wir protestieren!“ sagten sie alle wie aus einem Mund. Der Kommandant lief grün und rot an. „Das werde ich mir merken, ich werde euch strafexerzieren lassen!“ drohte er ihnen, doch das war den Ameisen egal, sie stellten sich stur.

Da Schildkröte Elisabeth noch in der Nähe war, versuchte er von ihr Beistand zu erhalten und trug ihr sein Problem vor. Elisabeth überlegte nicht lange: „Du erteilst unsinnige Befehle und die Armee hat recht, wenn sie nicht gehorchen will!“

Mit der Antwort hatte er nicht gerechnet. Aber da die Schildkröte stärker und größer war, als die ganze Ameisengesellschaft zusammen, dachte er nochmal über die Sache nach und kam zu der Erkenntnis, dass es klüger wäre nachzugeben. So erteilte er kurzerhand den Befehl: „AMEISENKOMPANIE RECHTS!“ und artig folgte die Armee wieder seinen Anweisungen.

So ergab es sich dass die Armee nach dem Befehl: „Ein Lied, zwo drei vier!“ das Lied begann: „Schwarzbraun ist die Haselnuss, schwarzbraun bin auch ich!“ und die Truppe weiterlief als wäre nie etwas vorgefallen.

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