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Leselupe.de > Erzählungen
Die wilde Jagd
Eingestellt am 11. 10. 2017 17:27


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Penelopeia
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Die wilde Jagd

Eine Sau, vom chinesischen Hausmeister im Keller gehalten, bricht aus und wird gnadenlos auf dem Hof des Seniorenheimes gejagt; sie ĂĽbersteht die Jagd nicht.


Frank Müller hatte seinen Vater über den geplanten Besuch und die Vorstellung seiner Software informiert. Wann er Zeit für ihn habe, wisse er nicht genau, da der Zeitbedarf der Gespräche mit dem kaufmännischen Leiter der Einrichtung nicht abzuschätzen sei.

Müller hatte seinen Sohn gesehen, als der das Atrium betrat, war dann aber von der hereingaloppierenden Sau und ihrem lächerlichen Verfolger abgelenkt worden. Amüsiert und hingerissen zugleich verfolgte er die wilde Jagd und verspürte keine Angst, als das seltsame Duo auf ihn zuhielt.
Als die zwei ihre Richtung partout nicht ändern wollten, überlegte er nicht lange: zur Seite zu springen, dafür war er bereits zu alt und zu steif oder auch zu lustlos. Also blieb nur übrig, die Beine weit zu spreizen. Müller genoss das begeisterte Johlen der Zuschauer, als die Tiere tatsächlich, ohne die leiseste Berührung seiner Innenschenkel, zwischen diesen hindurch flitzten und durch die offene Tür zum Foyer und die sich automatisch öffnende Haupteingangstür entschwanden.
Seinen Sohn vergaß er in dem Moment und folgte dem Strom der Schaulustigen: Jedem war klar: die Sau konnte nicht entkommen, der Innenhof war geschlossen. Ein schweres Tor sicherte die Einrichtung gegen Gefahren von außen – und unterband wohl auch Fluchtversuche verwirrter Pfleglinge.

Im Hof passierte Seltsames. Die Sau rannte mit gesenktem Kopf über den Hof, konnte aber den Köter nicht abschütteln; der folgte ihr auf dem Hufe und biss ihr immer wieder in die Hinterbeine und den Ringelschwanz, sodass sie vor Schmerzen jaulte wie ein Frischling, dem man die Muttersau wegnahm.
Die Senioren sahen dem Spektakel mit größtem Interesse zu. Es brachte Abwechslung in den eintönigen Alltag! Alle schrien wild durcheinander, manche feuerten den Köter an, einige hatten ihre Sympathie offenbar für die Sau entdeckt.
Plötzlich tönte Musik in das Geschrei und Gequiek. Ausgelöst wurde diese durch den Lärm, und zwar gab es, wie in jedem Seniorenheim, Krankenhaus, Gefängnis und so weiter, eine automatische Beschallungseinrichtung, die sich zuschaltete, wenn die Misstöne einer Einrichtung ein bestimmtes voreingestelltes Maß überschritten. Es handelte sich quasi um eine Art akustische Sprinkleranlage, die zwar die Ursache nicht beseitigen, wohl aber, zumindest nach außen hin, einem unangenehmen Ereignis, einer Schlägerei, einer Revolte, einem aggressiven Streit, einen beschönigend-dämpfenden Mantel überzuwerfen in der Lage war.
Für einen Moment beruhigte sich das Geschrei tatsächlich – der Brandherd, wenn man das Ereignis einmal mit einer zu einer Sprinkleranlage passenden Metapher beschreiben will, erlosch für einen Moment. Die Senioren, auch die Pfleger, ja selbst Sau und Hund, drehten die Köpfe und horchten den ersten Takten einer langsam-gravitätischen Klaviermusik.

Die sich allerdings nicht mit einem Tonfall, einer Lautstärke begnügte, sondern "in kurzer Zeit mehrmals vom piano zum fortissimo entwickelte und schrumpfte, um nach einem vollgriffigen, akzentuierten c-Moll-Dreiklang von düster bedrohlicher Wirkung" – Hund und Sau und Mensch erstarrten gleichermaßen, ja: sie wirkten für eine Sekunde wie festgenagelt in ihren Positionen – "zu einer in punktierten Rhythmen aufsteigenden Tonfolge überzugehen, die mit einem schmerzlich dissonanten Septakkord, der tatsächlich einem Seufzer ähnelte, ein vorläufiges Ende fand".

Sau und Hund standen in diesem Moment in einer Ecke des Hofes, die Sau zwischen zwei Mülltonnen, in denen sich Elektronikschrott befand, ausgemusterte Scanner, Kameras, Sensoren und der ganze Rest. Die Mülltonnen schützten immerhin ihre Flanken, so dass nur ihr mächtiger Kopf und die feuchte Schnauze ein Angriffsziel für den Hund bildeten.
Der Hund lauerte, die Sau spürte für einen Moment die Wärme der Sonnenstrahlen, die ihre borstige Haut streichelten; sie roch den Duft der Lindenblüten, sah den gepflegten Rasen im Hof, die gestutzten Büsche – und sie geriet ins Träumen.

Die Sau mochte noch kein Jahr alt sein, sie war in Wang-Langs Keller geboren und kannte bis zu diesem Augenblick keine Sonne, keinen blauen Himmel, nicht Regen noch Schnee, kein laues LĂĽftchen noch heftige Winde oder gar Sturm.
Trotzdem war es ihr nicht schlecht ergangen bisher. Sie war nicht nach drei Wochen von der Mutter getrennt worden, ihr hatte keiner die Ohren und den Schwanz abgeschnitten; sie durfte sich auf sauberem Stroh suhlen, konnte im großen Koben toben, ein paar Schritte rennen, mit den anderen Ferkeln spielen; sie bekam das Futter von Hand, zusammen mit ein paar freundlich-beruhigenden Worten des Hausmeisters, wurde nicht gechipt und musste keine Rangkämpfe ausfechten. Wie war die Welt, trotz des Kunstlichtes, friedlich im Keller des Hausmeisters!
Doch etwas hatte da unten immer gefehlt, ohne dass sie es hätte benennen können. (Anmerkung: Wir wissen natürlich nicht, ob eine x-beliebige Sau – vermutlich eine namenlose obendrein – überhaupt etwas benennen kann; es ist aber zu vermuten, dass alle Lebewesen von ähnlichen Gefühlen geplagt werden, wenn etwas Grundsätzliches fehlt, etwas wie Sonne, frisches Grün, Raum. Sicherheit.)
Wenn ihr also auch keine Worte und Begriffe einfielen für das, was bisher gefehlt hatte: Sie fühlte einfach und träumte einen kurzen Moment. Von einem dauerhaften Leben in all diesen Herrlichkeiten, sie träumte von Sonne, Licht, Gras, Erde.
Sicherheit.
Mit der war es nun endgĂĽltig zu Ende. Der Hund machte einen Satz, versuchte die Sau in die Schnauze zu beiĂźen. Die nahm den Kopf zur Seite, sprang zwischen den MĂĽlltonnen hervor, am Hund vorbei, und die wilde Jagd ging weiter.

Der ganze Hof, die ganze Einrichtung, vielleicht gar die Welt geriet wieder in Bewegung. Mit dem neuerlichen Gejohle und Geschrei setzte auch die Musik von Neuem ein – oder spielte weiter, es galt ja – wenn wir die zur Sprinkleranlage passende Metapher noch einmal bemühen –, den „Brandherd“ zu löschen oder wenigstens irgendwie zu beruhigen. "Das Anfangsmotiv wiederholte sich in sequenzierter Form, was seine schmerzliche Wirkung verstärkte; drei chromatische Akkorde drängten in die Höhe, erreichten sie und stürzten sich von dort aus, verzweifelt, todestrunken, mit einem wild-schnellen Vierundsechzigstel Lauf in die Tiefe.
Vollgriffige Sechzehntel beschleunigten jetzt das düsterschwere Grundmotiv, es gewann an Energie, arbeitete sich nach oben, wurde zweimal von brutal im Fortissimo dazwischenfahrenden punktierten Akkordfolgen unterbrochen; kam schließlich doch in der Höhe an, wackelte; stürzte in Hundertachtundzwanzigsteln eine chromatische Tonleiter nach unten – in die Katastrophe.
Es folgte: die Überleitung zum Hauptteil des Sonatensatzes, der sich in eleganten, äußerst eingängigen, dynamisch-tänzelnden Melodiebögen über den Krawall im Hof ergoss, um die Flucht in ein scharfes, gleichsam geduckt dahinsausendes, von zeitraubenden Riesenaffekten freies Tempo anzutreten
" (Joachim Kaiser).
Tatsächlich: Musik konnte hässliche Vorgänge in eine wohlig-erhabene Stimmung tauchen, das zeigte sich in dieser Situation machtvoll.
Und die Vorgänge waren hässlich.

Kowalski hatte irgendwo eine Mistgabel aufgetrieben, keiner wusste, warum es hier, auf dem Hof eines Altenheimes, der sich durch allerlei hübsch geschwungene Gehwege und gepflegte Rasenflächen auszeichnete, eine Mistgabel gab, vor allem: welchem Zweck sie für gewöhnlich diente und wer sie nutzte. Doch keiner stellte Fragen. (Die nach der Mistgabel hätte ohnehin nur Wang-Lang beantworten können.) Alle konstatierten: Kowalski zeigt – oder zielt – mit einer Mistgabel auf die Sau. Und nur wenige empfanden diese Drohhaltung als übertrieben oder gar fehl am Platze.
Max Postkirchner nahm mit seinem Rollator die Verfolgung der Sau auf, wobei er freilich sehr hilflos wirkte, denn waren Sau und Hund auf der einen Seite des Hofes, hatte er dummerweise gerade die andere erreicht. Trotzdem leuchteten seine Augen, er fĂĽhlte sich in die Jahre seiner erfolgreichen Rennserien zurĂĽckversetzt.
Gebauer, der Ex-Rohrleger, tat es Kowalski gleich; er hatte ein Stück Stahlrohr mit einem verrosteten Wasserhahn unter der Rhododendronhecke gefunden und nutzte es als seine Waffe. Er ließ das lächerliche Rohrstück so heftig durch die Luft sausen, dass die Rostpartikel davongeschleudert wurden, dazu pfiff er fröhlich-begeistert die Melodie von Suppés Leichter Kavallerie und berauschte sich auch noch an der Vorstellung, er stünde als letzter Widerständler einem unübersehbar großen Türkenheer gegenüber, das vor Wien oder irgendeiner anderen Stadt des Abendlandes stehe und die ganze Zivilisation bedrohe: er leistete Widerstand, bis zum Letzten würde er kämpfen…
Frau Ortolani-Mancini trällerte, begeistert und ergriffen von der allgemein ansteckenden Jagdlust, eine ihrer Arien aus alten Zeiten, als sie noch der Star von „The death and the power“ war und gegen Kronleuchter und wackelnde Tische ansang, die ihren in den Tod entfleuchten und in irgendwelcher Software weiterlebenden und webenden Exmann darstellen sollten.
Überhaupt: so elegant-rasant, melodiös, kunstvoll-kultiviert der Grundgestus der Musik daherkam, so ungebärdig-wild, ja: pogromartig! gebärdeten sich plötzlich die sonst eher introvertierten, stillen, mit sich beschäftigten Senioren. Und auch die Pfleger und Hilfskräfte ließen sich anstecken: es gab offenbar keine Möglichkeit mehr, für niemanden, sich dem Jagdfieber zu entziehen und einen Rest von Besonnenheit zu wahren.

Wang-Lang rannte gegen den Strom an: er versuchte, sich durch die jagdbegeisterten, außer Rand und Band geratenen Senioren und Pfleger zu drängeln, um seiner Sau habhaft zu werden, sie einzufangen, heimzuholen.
Er hatte keine Chance.
Er war klein und gelb, er wohnte im Keller, er hatte eine hohe Stimme und steckte in einem schäbigen Blaumann: man nahm ihn nicht für voll. Er kam nicht durch die geschlossenen Reihen der Treiber und Rufer, im Gegenteil: nach einigen seiner erfolglosen Versuche, die Sau zu fassen, identifizierte man ihn als Störer des Spaßes, als Spielverderber. Er schrie – das war sein Fehler –, nicht wie die anderen, er schwang keine martialischen Gegenstände über seinem Kopf, er brummte oder trällerte keine kriegerisch-flotten Melodien; man begann ihn zu schubsen, irgendwer hielt eine Krücke flach.
Wang-Lang stolperte, fiel lang hin.
Der alte MĂĽller stand begriffsstutzig daneben. Ab und an hob er den Arm, um dem Unsinn Einhalt zu gebieten, versuchte, etwas zu rufen. Aber auch ihn beachtete niemand.

Schließlich war es soweit: die Sau war endgültig in die Enge getrieben, stand eingeklemmt zwischen zwei stählernen Pollern einer Parkfläche. Dicht um sie herum standen vielleicht dreißig bis fünfunddreißig jagdbegeistert johlende, pfeifende, schreiende Senioren und Pfleger – die Zahl der Jagdteilnehmer war beständig gewachsen, immerzu fand sich jemand neu auf dem Hof ein – und freuten sich über den greifbaren Sieg.
Die Sau zitterte und schwitzte am ganzen Leib. Ihre Borsten standen senkrecht. Von der Schnauze troff Speichel und Blut, der Hund hatte sie auch da erwischt. Sie hob den Kopf zur Sonne, schnupperte nach dem Duft von LindenblĂĽten und frischem Gras.
Hörte auf zu zittern. Beruhigte sich. Legte die Borsten flach, so dass ihr Fell plötzlich seidig glänzte und im Licht der Sonne strahlte.
Sie drehte selig die Augen zum Himmel, denn: sie hatte etwas gesehen. Eine Himmelsleiter!

Anmerkung: Wir kennen ja die biblische Erzählung vom Jakobs Traumvision: auf der Flucht vor Esau, den er um Vaters Segen betrogen hatte, erblickt er eine Art Leiter, auf der Engel auf- und niedersteigen. Ganz oben steht der Herrgott persönlich und macht tolle Vorhersagen, im Prinzip verspricht er das Paradies in Form von Nachkommen, Landbesitz, Wohlstand, Frieden.
Was die Sau nun sah, wissen wir nicht. Es ist aber zu vermuten, dass eine Sau, wenn sie von einem Weg aus der Hölle ins Paradies träumt, wo es dauerhaft Sonne, laue Lüfte, blauen Himmel, volle Tröge, keinen Hund und keine wilde Hatz gibt, eher eine Rampe halluziniert, bewachsen vielleicht mit saftigen Gräsern; oder sie sieht einen Kartoffelacker, der sanft ansteigt, und auf dem sie sich bis in den Himmel wühlen kann. Wir wissen es wirklich nicht, sind wir ja nicht Eber und Sau bzw. keine Schweine. So sind die nachfolgenden Sätze spekulativ.


Die Sau schaute also, dĂĽrfen wir vermuten, einen sanften Anstieg in den Himmel ihrer Vorstellung. Auf der Rampe tummelten sich liebliche kleine Frischlinge, sie balgten und tobten unschuldig ĂĽber den Kartoffelacker Gottes.
Oben, am Ende, inmitten einer weißen Wolke und doch deutlich erkennbar, stand der Gott der Schweine himself, er war ein genaues Abbild des Hausmeisters Wang-Lang und rief mit freundlicher Stimme sein Schwein zu sich. Dazu gab es himmlische Musik, und zwar die Pathétique von Beethoven, die berühmte Klaviersonate Nr. 8, Opus 13.
Es war ein schöner letzter Lauf für die Sau, mit Leichtigkeit und alles entschuldigend, was ihr widerfahren, ging sie auf den Weg.
Und als sie oben angekommen war und an Wang-Lang vorbeilief, direkt ins Himmelreich der friedlich-freundlichen Schweine, mit den ewig grünen Wiesen und nie zu Ende gehenden Kartoffel- und Weizenbergen, verdrehte sie selig die Augen – und der auf der Erde verbliebene Rest sackte zwischen den Pollern des betonierten Parkplatzes zu Boden.

Verzweifelt versuchte Wang-Lang, sie aus der Klemme zu ziehen. Doch er war zu schwach, das Schwein zu schwer, zu tot.



Version vom 11. 10. 2017 17:27
Version vom 26. 10. 2017 09:51

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Wipfel
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wipfel

Hi, der Text wirkt auf mich unentschieden. Der eigentliche Protagonistin werden menschliche angedichtet, nur um sie kurz darauf wieder in Frage zu stellen. Keiner der übrigen Handelnden wird mir irgendwie näher gebracht. Doch am meisten nervt die Vereinnahmung durch die erklärenden wir-Textpassagen. Die Behauptung, dass es beinahe überall eine musikalische Sprinkleranlage gibt ist Unsinn. Das usw in der Aufzählung unnötig. Die Idee des Textes allerdings ist klasse. Grüße von Wipfel

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aligaga
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Wer in einem Text, wie in einem Ratatouille, jedes mögliche Gemüs' zu verrühren versucht, um "weltläufig" herüberzukommen, tut weder sich noch dem Publikum einen Gefallen. Am Ende steht letzteres vor einem zähen, grauen Brei, von dem es nicht mal mehr schmeckt, ob er süß oder sauer gedacht war. Besonders peinlich ist's, wenn offenbar wird, der Küchenchef habe keine Ahnung von den Zutaten, die er da zu pürieren bemüht war - von den Gewürzen gar nicht zu reden.

"Musik", die so zusammenhanglos knattert wie die hier so pseudoakribisch vorgestellte (und die ahnen lässt, dass die AutorIn wohl gar nicht so genau weiß, wovon sie redet), kann niemals als sedierende Fahrstuhlmusik herhalten; Greise reagieren niemals in der behaupteten Form und, vor allem: Ein Schwein schwitzt nicht. Es reguliert, soweit überhaupt möglich, seine Körpertemperatur via feuchter Rüsselscheibe.

Auf die Vielzahl unnötiger, zusammenhangloser und vor allem widersprüchlicher Hopser, die der Taxt aufweist, mag @ali nicht im Detail eingehen - das wäre zuviel verlangt. Der Quark beginnt ja schon mit dem ersten Satz, wo der Leser sich aussuchen darf, wer wen und warum wohl besucht, was die Software hier denn verloren haben könnte und was es damit auf sich habe, dass ein Sohn seinen Vater von einem "geplanten Besuch informiert" habe, wenn er doch schon beim Pappi sitzt, liegt oder steht. Irgendwie im "Strom der Schaulustigen" ...*ächts*...

Sorry, aber das ist in dieser Form eine glatte Nullnummer. Die einjährige "Sau" (die streng genommen ja noch gar keine ist), die vor einem einzelnen Hund wirklich davonrennte, müsste erst noch geboren werden - sie hat, wenn's drauf ankommt, mehr Masse, mehr Kraft und, vor allem, ein wesentlich gefährlicheres Gebiss als der "Köter", der sie verbellt. Eine "Sau" weiß das, wie all die toten Hunderln es nicht wussten, als sie sich an einer solchen vergriffen.

TTip: Vor dem nächsten Tiermehlodrahm im ollen Brehm blättern!

QuietschvergnĂĽgt

aligaga

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Penelopeia
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Hallo Wipfel,

ich folge Deiner Einschätzung: eine schnelle Identifikation mit einem der Prots ist nicht möglich. Sollte sie aber auch gar nicht! Auf einer Wand in meinem Hinterkopf hängt ein Spruchband, darauf steht: Nun glotzt nicht so romantisch!

Die Erzählung ist ein Kapitel aus einer Art Roman; der spielt im Jahre 2035. Ich nehme mit meinem anstrengenden Text schon mal ein bisschen die Zukunft vorweg...

P.

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Penelopeia
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Lieber Ali,

danke für die konstruktive Kritik! Du hast in einigen Dingen natürlich recht: Von der Musik habe ich nur eingeschränkt Ahnung, insbesondere von dem Stück, das hier beschrieben wird; ich habe zu gewissen Teilen beschreibende Texte eines Musikkritikers namens Joachim Kaiser benutzt. Ob der nun die vollendete Ahnung hatte, weiß ich ebenfalls nicht, auf jeden Fall konnte er die Pathétique sicher nicht aus dem Gedächtnis spielen wie z.B. Barenboim...

Der Anfang der Erzählung mag verwirren, erklärt sich aber aus vorhergehenden und nachfolgenden Kapiteln.

Zu Deinem Einwand, eine Sau flüchte nicht vor einem Köter: stimmte dies, gäbe es keine Jagdhunde, sondern nur Jagdschweine.

Allgemein fällt mir mir wieder auf: Du scheinst einer Spezies anzugehören, die glaubt, man könne mit Kritik alle Schreiber dieser Welt zu Staub zermahlen. In diesem Falle hier ist das aber gar nicht nötig, o du Feuriger: ich bin nicht unbedingt auf Zuspruch oder Einfühlung oder Lob aus, wer solches braucht, ist ein Abhängiger, ein armer Hans-Wurst... Ich freue mich tatsächlich mehr, wenn ich wütende Kritiken bekomme - Neid soll ja die aufrichtigste Form der Anerkennung sein, oder?

In diesem Sinne - mach weiter so!

P.

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aligaga
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Von der Musik habe ich nur eingeschränkt Ahnung, insbesondere von dem Stück, das hier beschrieben wird; ich habe zu gewissen Teilen beschreibende Texte eines Musikkritikers namens Joachim Kaiser benutzt.
Der arme Joachim! Im Grab würde er sich umdrehn, läs' er's. Dass der Klassikführer des in Süddeutschland einst so verehrten Meisters einmal als Müllbeutel Verwendung finden könnte, hätte wohl niemand gedacht. Schäm dich, Mädchen! Und grüß uns den Guttenberg!

Sauen werden nicht von einem Hund "gejagt", sondern von einer Rotte (ausgebildeter!) Hunde aus dem Dickicht vor die Büchsen der Jäger getrieben (Drückjagd). Ein einzelnes Hunderl hat gegen eine Sau nicht die geringste Chance. Die stellt sich und beißt ihn tot.

Persönliche Angriffe gegen Kritiker helfen dir literarisch nicht weiter. Weder bessert dies das Durcheinander deines (anteilig plagiierten) Textes, noch erführe dadurch die Biologie und das Verhalten des Hausschweins eine Veränderung.

TTip: Bei fundierter Kritik nicht immer gleich den Beißreflex kriegen, sondern sie zunächst mal sacken lassen und dann erst zu guhgeln beginnen. Da ließe sich vielleicht doch noch manches retten!

QuietschvegnĂĽgt


aligaga


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Penelopeia
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...ungeschickt...

DAS war und ist für mich so nicht aus dem Text erkennbar geworden - einen Text zu veröffentlichen, der nur interpretierbar ist, wenn man die vorherigen Kapitel (auf die nicht hingewiesen wurde, dass es sie überhaupt gibt)halte ich für nicht geschickt.

Hallo Alberta,

ich gebe Dir recht, meine Verfahren wirkt nicht sehr geschickt. Allerdings möchte ich auch gar nicht, dass die gesamte Geschichte überschaubar wird. Es bleibt also bei "Ausschnitten" - von denen sich jeder, der mag, ein gutes Stück der ganzen Story zusammensetzen kann, vorausgesetzt, er liest aufmerksam.

Genau davon, so mein Eindruck, kann hier aber keine Rede sein. (Ich spreche hier nicht von Hetzern oder Trollen, sondern vom Durchschnittsleser, der es oft nicht mehr schafft, zwei Seiten am Stück zu lesen, wenn nicht ständig irgendwelche Sensationen passieren.)



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