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Leselupe.de > Anonymus
Diebe
Eingestellt am 17. 05. 2010 21:53


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Anonymous
Unbekannter Verfasser
Registriert: irgendwann

Diebe

Die Scheinwerferlichter fressen sich durch die Dunkelheit und beleuchten das gelbe Schild. Hier ist die Abfahrt zur Kreisstraße. Laut Wegbeschreibung nur noch drei oder vier Kilometer, bis ich mit der Familienkutsche erwartet werde… oder auch nicht…
Herzpochen, das die Blinkergeräusche glatt übertönt. Feuchte Finger, die das Lenkrad umklammern. Oh man, ich muss verrückt sein, zu dieser nächtlichen Uhrzeit durch die Gegend zu fahren! Und das drei Stunden vor Dienstbeginn im Krankenhaus…
Die weißen Leitpfosten an der kurvigen Straße leuchten fast vor der Waldkulisse. Oh man, jetzt habe ich vergessen, beim Abbiegen den Tachostand anzusehen! Wie lang bin ich schon auf der Kreisstraße unterwegs? Keine Ahnung… nehme an, dass es vielleicht fünfhundert Meter waren… Ich soll laut SMS- Anweisung aufpassen und genau hinsehen; hinter den Bäumen, ein weißes Herrenhaus. Dort auf der Ecke ist der Treffpunkt…
Feuchte Finger an der Jeanshose abwischen. Konzentriert durch die Frontscheibe zu den Lichtkegeln blicken. Ist was zu erkennen? Die Bäume an der linken Seite… dahinter scheint ein helles Gebäude zu liegen. Ist es das Herrenhaus? Weiß nicht; bin doch höchstens seit zwei Kilometern auf der Kreisstraße!
Die Scheinwerferlichter erfassen eine weiße Autofront. Hier? Jetzt löst sich eine dunkel gekleidete Gestalt vom dunklen Hintergrund.
Schlucken. Hier ist es schon!
Wagen abbremsen und die nächste Möglichkeit zum Wenden suchen. Langsam zum geparkten Wagen fahren. Die dunkel gekleidete Gestalt, die mich erwartet hat, bewegt sich auf meinen Wagen zu, und ist in den Lichtkegeln genau zu erkennen.
Autotür öffnen. Die Innenbeleuchtung blendet. Ich sehe nur die Umrisse der Person, die mich nun genau erkennt.
„Hallo.“
„Hallo… Ich glaube, es ist besser, wenn die Autos aus der Schusslinie kommen.“
Mein Gesicht abwenden und zum Handy in der Halterung blicken. Eine nicht gelesene SMS- Nachricht wartet darauf, gelesen zu werden. Anklicken.
`Ich auch´
Blicke fĂĽhlen und zur Person blicken.
„Diesen Weg fahren viele, die auch in der Disco arbeiten.“
…Die Disco als Treffpunkt… das war zum No- go geworden! Jessy durfte mich unter keinen Umständen treffen!
„Und was schlägst du vor?“
„Wir müssen zur Bundesstraße zurück. Nach einem knappen Kilometer liegt ein Parkplatz an der linken Seite. Du weißt, wo das ist?“
Grübeln. … doch, ich bin daran vorbei gekommen…
„Ja, ich weiß, wo das ist…“
„Fahre du vor, ich folge dir!“
Langsam auf die Kreisstraße auffahren. Blinkerlichter erhellen die Szene, als das weiße Auto geöffnet wird.
Immer noch feuchte Finger… Ich bin nervös und aufgeregt… Genau, das war der Inhalt meiner letzten SMS, und dieses: `ich auch´ war die Antwort darauf…
Blick in den Rückspiegel. Näher kommende Lichtkegel sind zu erkennen.
Es dauert nicht mehr lang, bis ich zum Parkplatz abbiegen kann… Und dann? Wird man sehen… Verrückt. Die ganzen Nachrichten. Ich stehe auf dich, hatte ich gesimst, und später mal erwähnt, dass sich zuhause kaum noch was im Bett abspielt. `Warum erzähle ich dir das? ´
`Wahrscheinlich deshalb, weil du mich als Kumpel betrachtest! ´, lautete die Antwort. Davon konnte keine Rede sein!
Jetzt ist die Chance zum Greifen nah! Meine Abwesenheit aus der Wohnung wird nicht auffallen! Thorben, der Achtklässler schläft tief und fest. Seine Mutter ist halt nicht da, und er weiß, dass ich in der Früh zum Dienst fahren muss…
Die Abfahrt zum Parkplatz, und der weiße Wagen folgt noch… Langsam an den Parkbuchten entlang fahren… Hier, am Ende des Platzes wäre es passend… Bäume, soweit das Auge reicht…
Motor ausschalten. Der weiĂźe Wagen parkt neben meinem.
Aussteigen und die kalte Nachtluft spĂĽren.
Mistkälte!
Dunkelheit; nur die Lichtkegel der vorbeifahrenden Fahrzeuge erhellen den verlassenen Platz. Einen Blick zum anderen Fahrer werfen. Jetzt bin ich wirklich nervös. Wie wird es gleich sein?
„Lass uns nach einem passenden Platz suchen!“
Mutig voranschreiten, in Richtung der Bäume. Abschüssiges Gelände, unter den Füßen knackende Zweige, und stockfinster…
„Hast du was zum Leuchten mit?“
„Ja, Moment!“
Schritte näher kommen hören, und meine Pulsschläge pochen fühlen.
Taschenlampenlicht, das mir übergeben wird. Leuchten… Nichts als Unrat und unwegsames Gelände. Pubertäres Kichern, und das von mir… Mensch, ich bin über vierzig!
Weitergehen. Ich habe es noch nie gemacht. Würde eben mein Erstes Mal…
Dieser Körper… und ich suche mir hier in der Kälte einen Wolf für den passenden Platz…
„Ist wohl nicht…“
Zurück zum Parkplatz… zwischen unseren Fahrzeugen…
„Dein Auto ist größer…“
Ist nicht zu übersehen…
Einsteigen. Aufregendes Gefühl, feuchte Hände und Herzklopfen. Gleich ist es soweit. Ich werde es tun: fremdgehen…
Gestern wollte ich es schon, aber dann… Es kam was dazwischen, und später maulte Thorben auch noch, weil ich nur simste! Was hätte ich denn anderes machen sollen, nachdem ich die Nachricht las: `Keine Reaktion: kein Treffen! ´
Es konnte nur an diesem Wochenende stattfinden, ansonsten… wer weiß, wann sich die nächste Gelegenheit ergeben würde…
Heute also… nur blöd, dass unsere beiden Arbeitszeiten so wenig Spielraum für ein Treffen boten… Aber egal; ich habe nicht die halbe Nacht wach und wartend im Wohnzimmer gesessen, um jetzt einen Rückzieher zu machen…
„Mache es dir bequem…“
Sitze herunter drehen. Ich bin bereit. Jeanshose öffnen und mit der Unterhose vom Körper ziehen. Jetzt darf sie mit meinem besten Stück machen, was sie will.


Version vom 17. 05. 2010 21:53
Version vom 20. 05. 2010 17:15

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Anonymous
Unbekannter Verfasser
Registriert: irgendwann

Hallo Jon,
herzlichen Dank für deine Meinung über "Diebe"; ich möchte mich hiermit deiner Kritik stellen.
Die Überschrift sollte an sich keine Lüge sein, sondern eher eine Halbwahrheit darstellen: `Beischlafdiebe´
Es war mir klar, dass die Erzählweise meiner Geschichte Fragen beim Leser aufwerfen würde, weil der Eindruck entstehet, dass es sich beim Erzähler der Geschichte um eine Frau handelt.
Dass Thorbens Mutter nicht da ist, sollte keine Irreführung sein. Der Leser könnte auch zu der Schlussfolgerung kommen, dass Thorbens Mutter z.B. jene Jessy ist, die wie `Sie´ in der Disco arbeitet...
Das mit dem pubertär lachenden über- Vierzigjährigen... So stellte ich mir den Mann aus der Geschichte vor, der nach Jahren der Treue das erste Mal `auswärts essen gehen will´. (Wäre er in meiner Geschichte als notorischen Fremdgänger aufgetaucht, hätte sich das mit dem pubertären Lachen von selbst erledigt...)

LG Anonymus

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