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Leselupe.de > Ungereimtes
Dieses Paar
Eingestellt am 16. 04. 2004 10:49


Autor
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Willibald
???
Registriert: Jul 2002

Werke: 25
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Salute, bitte R├╝ckmeldungen zur Anlage des Textes?


DIESES PAAR

Heute stand ich im Badezimmer
vor dem Spiegel und sah sie wieder:
diese Burg, den kristallinen Bau,
aus meinem Nachttraum.

Die Burg brach messerscharf herunter,
als ich meinen Kopf bewegte:
Ein ferner Teufel hob den Finger,
als stimme etwas nicht.

Und es knirschte, als sie sich
wieder zusammensetzte:
Dass sie wieder splittern w├╝rde,
wusste ich nur allzu gut.

Ich mochte deine Augen,
dein braunes Haar, den
Schimmer deiner Haut.
Ich wollte, dass Du mich begehrst,
ich wollte gro├č sein.

Ich konnte spotten ├╝ber mein Bed├╝rfnis,
gro├č zu sein, und wollte,
der Spott sei gr├Â├čer
als die Angst
sehr klein zu sein.

Dar├╝ber konnte ich nicht sprechen,
und wenn wir sprachen,
einigten wir uns darauf,
andren Paaren gehe es
nicht besser, eher schlechter.

Einmal war es wirklich gut:
Ich war so m├╝de,
dass die Angst wegsank,
mein Kopf war taub.

Karge Worte: Ich liebte dich
in dieser Nacht wie niemals.
Dein Ich, mein Ich,
es war in uns.

Manchmal - sehr ersch├Âpft -
sehe ich in den Gesichtern
unsrer Kinder dieses Paar.

Die Bilder brennen,
auf Papier.

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Schakim

Wird mal Schriftsteller

Registriert: Jan 2002

Werke: 3
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Salute, Willibald!

Mir gef├Ąllt Dein Text. Nur, mit dem "Gefallen" allein wirst Du nicht zufrieden sein. Die Bilder sind es, die eine Stimmung, einen Zustand in Sprache auszudr├╝cken verm├Âgen. Die Selbstanalyse, der Zweifel, die Hoffnung, die Best├Ątigung ... und alles brennt mir entgegen.

Ich w├╝nsche Dir einen sch├Ânen Sonntag!
Schakim
__________________
┬ž┬ž┬ž> In jeder Knospe zeigt sich ein kleines Wunder beim Aufbl├╝hen <┬ž┬ž┬ž

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Willibald
???
Registriert: Jul 2002

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Danke an Schakim f├╝r w├╝rdigende Worte,

Dir ein sch├Ânes Wochenende

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Sandra
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo w.

Klasse Text. Aber warum nicht das Gedicht erst hier anfangen lassen:

Ich mochte deine Augen,
dein braunes Haar, den
Schimmer deiner Haut.
Ich wollte, dass Du mich begehrst,
ich wollte gro├č sein.

Ich konnte spotten ├╝ber mein Bed├╝rfnis,
gro├č zu sein, und wollte,
der Spott sei gr├Â├čer
als die Angst
sehr klein zu sein.

Dar├╝ber konnte ich nicht sprechen,
und wenn wir sprachen,
einigten wir uns darauf,
andren Paaren gehe es
nicht besser, eher schlechter.

Einmal war es wirklich gut:
Ich war so m├╝de,
dass die Angst wegsank,
mein Kopf war taub.

Karge Worte: Ich liebte dich
in dieser Nacht wie niemals.
Dein Ich, mein Ich,
es war in uns.

Manchmal - sehr ersch├Âpft -
sehe ich in den Gesichtern
unsrer Kinder dieses Paar.

Die Bilder brennen,
auf Papier.

Ich empfinde es so, zusammenh├Ąngender und mehr als Einheit.
Trotzdem, wahnsinnig sch├Âne Bilder.

quote:
Ich konnte spotten ├╝ber mein Bed├╝rfnis,
gro├č zu sein, und wollte,
der Spott sei gr├Â├čer
als die Angst
sehr klein zu sein.

Ganz salopp gesagt: Absolut irre!!

Sandra

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Willibald
???
Registriert: Jul 2002

Werke: 25
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Salute, Sandra,

gedacht war, dass in einer Spiegelsituation ein Alptraum vom Scheitern einer Beziehung aufkommt und der Alptraum sich dann zu einer Reflexion der Vergangenheit wie eine Art von innerem Monolog erweitert.

Da gibt es dann gewisse Br├╝che, die sind nicht zu ├╝bersehen. Dein Vorschlag, gut.

Die Bilder brennen, auf Papier.
Uns bleibt das Denken an zehn Jahre.
Das Staunen, wie lebendig
sie in der Erinnrung sind:
Die Bilder brennen.

aes/willi

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