Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, müssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5563
Themen:   95492
Momentan online:
273 Gäste und 2 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Kurzprosa
Dilemma der Abhängigkeit
Eingestellt am 09. 12. 2016 01:01


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Alex Knov
Festzeitungsschreiber
Registriert: Jul 2015

Werke: 38
Kommentare: 67
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Alex Knov eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Alleine sitze ich auf der Insel der Einsamkeit

Trage eine Ritterrüstung aus kaltem Stahl

Als mir eine Kokosnuss auf den Kopf fiel

Sie wurde geworfen von der Insel der Engel


Einer der Engel, Victoria, lachte laut auf und winkte mich zu sich rüber. Aus purer Langeweile, gepaart mit etwas Selbsthass, setzte ich mich in mein kleines Ruderboot und ruderte los. Ich bin schon lange nicht mehr auf See gewesen, doch das Gefühl des Schaukelns der Weller vergisst man nie.

Kurz bevor ich bei der Insel ankam, taucht ein Geist vor mir auf. Die Gestalt eines alten, blinden Mannes verfestigte sich vor mir und erzählte etwas mit erhobenem Zeigefinger. Unglücklicherweise bin ich taub.

Victoria zog mich aus meinem Boot und wir fielen uns in die Arme. Ihr nackter Körper schmiegte sich an meinen und raubte mir den Verstand. Nebel zog auf. Erregt zog ich meine Rüstung aus. Ich ging einen Schritt auf sie zu, doch sie wich einen zurück, während sie mit ihren Händen ihre perfekten Brüste zusammen drückte und mir einen Kuss zuwarf, was mich nur noch geiler machte.

Plötzlich wirbelte der Nebel herum, alles drehte sich und die Umgebung schien sich zu ändern. Ich fand mich vor einer Klippe wieder, direkt vor dem Abgrund stehend. Unter mir ein Gesicht. Das große, verzerrte, doch unvergessliche Gesicht von Moloch, welcher nur darauf wartete, mich erneut zu verschlingen.

An meinen Füßen und Händen waren Ketten befestigt, welche in Victorias Hand zusammen liefen und der einzige Grund waren, weshalb ich nicht hinunter fiel. Victoria stand wackelnd in High Heels auf dem Gipfel und versuchte, den Halt nicht zu verlieren. Ich wusste sie würde mich nie loslassen, doch was, wenn sie selbst fällt?

Moloch lachte. Ein helles, gehässiges, schadenfrohes Lachen. Da war ich nun also wieder, nackt und gefesselt am Abgrund meiner Selbst. Doch mein Konflikt war kein äußerlicher, sondern einer im Innern meines Hirns. Die alles entscheidende Frage lautet:

Soll ich springen oder balancieren?

__________________
The fool's the happy one.

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Mondnein
Routinierter Autor
Registriert: Feb 2014

Werke: 655
Kommentare: 4226
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Mondnein eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Sieh da, hier auch "Engel" und "Moloch", die so kombiniert aus Ginsbergs "Howl" bekannt sind.

Allerdings weiß so ein Kenner von Moloch und Engeln (wie der Jude Ginsberg), daß Engel immer maskulin sind, es sei denn, sie sind neutestamentlich, dann sind sie geschlechtslos.

Nur niemals weiblich. Das sind sie erst als neuzeitliche Männerphantasie.

Aber das sollen sie hier ja wohl auch sein.


__________________
sato bandhum asati nir avindan
hridi pratishya kavayo manisha

Bearbeiten/Löschen    


3 ausgeblendete Kommentare sind nur für Mitglieder und nur mit eingeschaltetem Javascript erreichbar.
Zurück zu:  Kurzprosa Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Werbung