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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Dilemmata
Eingestellt am 27. 09. 2011 22:31


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Herbert Schmelz
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Gestaute Aggression - EinschÀtzung aktueller Nachrichten

Die Herbstsitzungen der UNO finden 2011 in einer AtmosphĂ€re gezĂŒgelter Aggression statt. FĂŒr bedrĂŒckende Probleme zeichnen sich nur Scheinlösungen ab.

Der Nahe Osten fÀhrt mit dem Zweistaaten-Konzept, an das die Erwartung einer friedlichen Lösung der Konflikte gebunden ist, in eine Sackgasse. Und das, obwohl demokratische Bewegungen in der arabischen Welt Hoffnungen auf politische VerÀnderungen aufkeimen lassen.

Die seit Jahren wuchernde Schuldenkrise im Finanzsystem wird aus populistischem BeruhigungskalkĂŒl immer mal wieder als >gelöst< hingestellt. Aber sie tendiert eher zu engen Nationalismen als zu solidarischen Lösungen in der global vernetzten Wirtschaft. Sogar WĂ€hrungen und Staaten geraten in's Wanken.

Der „westliche“ Kampf gegen den „islamistischen“ Terrorismus schwĂ€cht und verunsichert politische BĂŒndnisstrukturen weltweit , die ihn effektiv machen sollten.

Abbas, der PrĂ€sident der PalĂ€stinenser im Westjordanland, dessen Macht im Gazastreifen unwirksam ist, hat aus der Not eine Tugend gemacht. Er hat am East-River fĂŒr den Selbstbehauptungswillen des palĂ€stinensischen Volkes getrommelt. Es pocht auf einen eigenen Staat - neben Israel. Die positive Resonanz weltweit ĂŒberwiegt das beredte Schweigen zu diesem Punkt. Möglich, dass daraus ein gehobener Beobachterstatus wird, aber kein souverĂ€ner palĂ€stinensischer Staat als Vollmitglied der UNO. Israel, die USA und ihre BĂŒndnispartner wollen nur einen beschrĂ€nkt souverĂ€nen palĂ€stinensischen Staat, der die kolonialen Fakten israelischer Siedlungspolitik ‚friedlich‘ hinzunehmen bereit ist. Was eine derart manipulierte Entwicklung gebiert, lĂ€sst sich in etwa ausrechnen. Der Ruf nach substanzieller Freiheit gerade in dieser Region war unĂŒberhörbar, - aber auch, ihn in Blut zu ertrĂ€nken, ist eine nicht zu ĂŒbersehende Methode.

Die Organisation fĂŒr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), der auch Deutschland angehört, vermeldet als Folge der globalen Schuldenkrise, dass seit 2007 13 Millionen Jobs >zerstört<, heute, trotz >positiver Gegentendenzen< z.B. in Deutschland, mehr Menschen als je arbeitslos (44 Mio.) gemeldet sind. Ganz zu schweigen von den nicht gemeldeten, der prekĂ€ren BeschĂ€ftigung, die sich unter der Jugend und den Hungerlöhnern ausweitet. Staatsverschuldung beschrĂ€nkt die politische HandlungsfĂ€higkeit, die Möglichkeiten sozialen Ausgleichs. Diese sich verschĂ€rfenden Trends werden seit Jahrzehnten beobachtet. Sie rufen bei Zuspitzungen die Gefahr hervor, dass durch private und Staatspleiten chaotische Kettenreaktionen ausgelöst werden, in denen statt Verantwortung und Besonnenheit nur Aggression und Korruption herrschen.

Die pakistanische Außenministerin Rabbani erlĂ€uterte am Rande der UN-Generalversammlung, sollten die USA weiterhin ihr Land >verprellen<, wĂŒrden sie >einen Alliierten verlieren<. Das war nur die unmittelbare Reaktion auf den US-General, Mike Mullen, der öffentlich behauptete, die pakistanische Regierung und der Geheimdienst ISI steckten hinter den jĂŒngsten Gewaltakten in Afghanistan. Sie gelten als Botschaft fĂŒr den verlorenen Kampf gegen den Terrorismus in diesem Teil der Welt. Man wird sich erinnern, dass der in Pakistan internierte Bin Laden Anfang Mai 2011 auf Befehl Obamas liquidiert und in's Meer geworfen wurde. Die USA versuchten diese Selbstjustiz politisch zu rechtfertigen, mussten aber zugleich der pakistanischen Regierung offen unterstellen, sie habe dem >Top-Terroristen< seine menschenfeindlichen AktivitĂ€ten gestattet. Das war ein Zeichen der Unbeherrschtheit, der SchwĂ€che, der kaum noch gezĂŒgelten Aggression.


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Ernst H.Stiebeling,EHS

Version vom 27. 09. 2011 22:31
Version vom 07. 10. 2011 08:52
Version vom 07. 10. 2011 09:16
Version vom 15. 10. 2011 11:35
Version vom 20. 10. 2011 22:21

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