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Leselupe.de > Kurzprosa
Dolgian
Eingestellt am 18. 12. 2001 19:17


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Magic Magor
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Oct 2001

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Wie lange irrte er nun schon durch dieses Labyrinth? Dolgian wu√üte es nicht. Es konnten erst Minuten oder Stunden sein. Genauso gut k√∂nnten es Tage, Monate oder sogar Jahre sein. Sein Zeitgef√ľhl hatte er schon l√§ngst hinter sich gelassen. Vielleicht hatte er auch niemals eins besessen. Wer wu√üte das schon? Der einzige Anhaltspunkt in der Vergangenheit war der Verlust seiner Fackel gewesen. Das war das einzige woran sich Dolgian erinnern konnte. Als die letzten Reste des √∂l-getr√§nkten Lappens herunterbrannten und ihn in vollkommener Dunkelheit zur√ľcklie√üen. Was war das f√ľr ein Schock gewesen. Den einzigen Begleiter in dieser √Ėdnis zu verlieren. Von da an war er endg√ľltig allein gewesen. Allein in Finsternis. Dolgian wu√üte nicht mehr wo er sich befand geschweige denn warum er sich an diesen Ort begeben hatte. Die modrige Luft und die feuchtkalten W√§nde waren noch nicht einmal das schlimmste. Am schlimmsten war die Einsamkeit und die Dunkelheit. Und diese schien endlos zu sein. Wie weit er sich auch bewegte, nirgendwo schien es Licht zu geben. Die Welt bestand nur noch aus W√§nden, an denen sich der Schimmel zu schaffen machte, zu bestehen. Sonst gab es nichts. Nur Dolgian und die G√§nge. Kein Licht, kein Leben. Dennoch wanderte Dolgian. Ohne Aussicht auf Entkommen aus dieser Welt durchwanderte er sie. Auf der Suche nach Licht wie der Verdurstende auf der Suche nach Wasser. Irgendwo in seinem Inneren gab es noch eine Stimme die sich gegen die aufkeimende Hoffnungslosigkeit wand. Es war eine schwache Stimme die von Wiesen und von Sonnenlicht erz√§hlte. Und so schwach diese Stimme auch war, Dolgian h√∂rte auf sie und suchte weiter. Denn auch er hatte das Sonnenlicht nicht ganz vergessen. Fern wie aus Legenden schien es ihm, doch er gab die Hoffnung nicht auf. Noch nicht. Die Stimme wurde immer schw√§cher. Und eine andere Stimme wurde lauter. Eine Stimme die ihm sagte er solle es aufgeben. Er solle sich hinsetzen und auf das Ende warten. Eine Stimme die ihm sagte es g√§be keinen Ausgang und kein Licht. Licht sei eine Einbildung seines gest√∂rten Geistes. Auch wenn diese Stimme laut war und die andere leise so h√∂rte Dolgian noch auf die leise Stimme.
Zum wiederholten Male gaben seine geschwächten Beine nach und er fiel zu Boden. Doch anstatt aufzustehen, wie er es bei den anderen Malen getan hatte, blieb er liegen. Er hatte keine Kraft mehr aufzustehen. Keine Kraft in den Beinen und keine im Herzen mehr. Die laute Stimme hatte gewonnen. Er kauerte sich zusammen und wartete auf den Tod. Dolgian hatte aufgegeben.

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