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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Domplatte im Winter
Eingestellt am 12. 02. 2004 18:16


Autor
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haljam
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Aug 2000

Werke: 28
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Um viertel nach neun traf mein Zug in K├Âln ein. Ich verlie├č den Hauptbahnhof durch den Haupteingang, trat auf den Vorplatz des Bahnhofs hinaus.

Es war schockierend, zutiefst schockierend. Ein kalter Tag Anfang Februar. Mit voller Wucht blies mir der eisige Wind ins Gesicht.

Der junge Mann stand auf dem Absatz der breiten Treppe, die zur Domplatte hinauff├╝hrt. Stand da und hielt diese Zeitung hin, "QUERKOPF FEBRUAR 2004", "Arbeits-Obdachlosen-Selbsthilfe-Mitmachzeitung - ├ťberregional-Kritisch".

Eigentlich war ich schon vorbeigegangen, doch dann besann ich mich anders, ging noch einmal zur├╝ck und bat ihn um ein Exemplar dieser Zeitung. Da fiel mir auf, wie sehr er zitterte und weinte, v├Âllig hemmungslos, v├Âllig verzweifelt, vielleicht wegen der K├Ąlte, vielleicht vor lauter Angst.

Er weinte auch dann noch, als er mir die Zeitung aush├Ąndigte, als ich ihm viel mehr Geld gab, als diese Zeitung kostete, eine zus├Ątzliche Spende.

Er war so verzweifelt. Vielleicht war ihm klar geworden, in was f├╝r eine Situation er da hineingerutscht war. In was f├╝r eine ausweglose Situation. Wo waren seine Eltern? Sie konnten ihm nicht helfen. Er war schon viel zu weit von ihnen entfernt, viel zu weit weg....

Diese brutale K├Ąlte - es war so entsetzlich. Aber ich musste dringend weiter...

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anemone
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Sep 2001

Werke: 587
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hallo haljam,

dringend weiter, das ist es!
Vielleicht zu einer Frau, die auf dich wartet,
weil du dich mit ihr verabredet hast.
Alles ist wichtiger, als das hier.
Dieser Mensch mit seinen Problemen.
Was geht das mich an?

Gut r├╝bergebracht.
lG

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jane-schubat
???
Registriert: Feb 2004

Werke: 10
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Hallo haljam,

Hallo haljam,
Deine Geschichte hat mich bewegt, v.a. die Emotionalit├Ąt Deiner Zeilen. Die Situation beeindruckt. Ich w├╝nschte mir, von Dir etwas ├╝ber das Schicksal eines solchen Obdachlosen (Ursachen, Begleitumst├Ąnde ...) zu lesen.

Gr├╝sse jane

__________________
Ich lebe in h├Âheren Sph├Ąren,weil ich mich vor dem Absturz f├╝rchte.

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Andrea
???
Registriert: Aug 2000

Werke: 21
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5 von 10 Punkten

Der Text haut mich nicht gerade vom Hocker; er ist mir viel zu interpretierend, zu allwissend f├╝r einen Text mit Ich-Erz├Ąhler. Ich zeige mal an drei Stellen, was ich damit meine:

"Es war schockierend, zutiefst schockierend. Ein kalter Tag Anfang Februar. Mit voller Wucht blies mir der eisige Wind ins Gesicht."

Was genau ist hier schockierend? Wenn du damit nur die Witterungsumst├Ąnde meinst, ist es das falsche Wort. Aber ich denke, du meinst damit die Situation, die du einige Zeilen sp├Ąter beschreibst. Hier stimmst du deinen Leser also schon daf├╝r ein, wie er die n├Ąchste Szene aufnehmen soll. Halte ich f├╝r eher ungeschickt. Du k├Ânntest mehr erreichen, wenn du dich mit dem Urteil zur├╝ckh├Ąltst und den Leser durch deine Schilderung zwingst, genau dieses Gef├╝hl zu bekommen.


"Da fiel mir auf, wie sehr er zitterte und weinte, v├Âllig hemmungslos, v├Âllig verzweifelt, vielleicht wegen der K├Ąlte, vielleicht vor lauter Angst."
Du beginnst mit der Beobachtung deines Ichs, doch dann macht sich dein Ich gleich Gedanken ├╝ber die Beweggr├╝nde f├╝r die Tr├Ąnen; das alles ist aber im selben Satz verpackt, so da├č Beobachtung und Interpretation miteinander vermischt werden. Mach vor den vielleichts einen Punkt oder formuliere es mit ob oder mach sonst irgend etwas, damit der Leser merkt: hier macht sich der Ich-Erz├Ąhler Gedanken.


"Er war so verzweifelt. Vielleicht war ihm klar geworden, in was f├╝r eine Situation er da hineingerutscht war. In was f├╝r eine ausweglose Situation. Wo waren seine Eltern? Sie konnten ihm nicht helfen. Er war schon viel zu weit von ihnen entfernt, viel zu weit weg...."
Du hast einen Ich-Erz├Ąhler. Und pl├Âtzlich wird er auktorial und kennt die Vergangenheit seines Gegen├╝bers. Das pa├čt einfach nicht. Ich w├╝rde vorschlagen, da├č du eine andere Erz├Ąhlperspektive versuchst, weg vom Ich kommst. Das scheint mir das Hauptproblem zu sein.
__________________
Andrea Rohmert

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