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Leselupe.de > Experimentelle Lyrik
Donnerstag
Eingestellt am 10. 03. 2016 17:29


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Bernd
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Bernd, ich weiß gar nicht, was ich tun soll.
Wie meinst du das?

Ich weiß gar nicht, was ich tun soll.
Was möchtest du denn tun?

Welchen Tag haben wir heute?
Heute ist Donnerstag.

Ja? Heute ist Mittwoch?
Nein, heute ist Donnerstag.

Welchen Tag haben wir heute?
Heute ist Donnerstag.

Ich weiß gar nicht, was ich machen soll.
Ach, ich weiß, was du meinst. Stelle einfach ARD ein. Da kommt die Quizsendung. Du musst die Eins drücken.

Ja, wirklich? Die Eins? Heute ist Donnerstag?
Ja, heute ist Donnerstag.

Ich weiß gar nicht, was ich tun soll.
Löse doch das Kreuzworträtsel.

Ja. Das ist schön.


Welchen Tag haben wir heute?
Heute ist Donnerstag. Jetzt kommt Deine Sendung.

Jetzt? Das ist schön.Was ist heute für ein Tag? Mittwoch?
Nein, heute ist Donnerstag.

Klingeln - der Pflegedienst.

So ein Mist.
Es ist weiter nicht schlimm. Wir essen dann Abendbrot.

Welchen Tag haben wir heute?
Heute ist Donnerstag. Hat es dir denn geschmeckt?

Ja, war sehr gut. Ich weiß gar nicht, was ich jetzt machen soll.
Wir sehen das Quiz zu Ende, dann gehst du ins Bad.

Meinst du wirklich? Du bist mein Liebling.
Ja. Wie war es heute bei der Tagespflege?

Das war ganz gut.
Was habt Ihr da gemacht?

Ich weiß nicht. Wir haben Rätsel gelöst und gesungen. Heute ist Donnerstag?

Ja, heute ist Donnerstag.

__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

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Mondnein
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zwischen Menschen

Ein Stück Welt, ein Ausriß aus dem Leben.
Das enthält ein selbstgenügsames Stück Erleben in sich, durch Wiederholungen im Gespräch, die zugleich kleine Vergessensschwellen anzeigen, rotiert es, wird eine lockere Art von Vers und Refrain.
Wochentage, die durchs erwartete Fernsehprogramm unterscheidbar sind, wie Zahnpasta von Hautcreme an der Tubenfarbe unterscheidbar ist.

Diese prosaische Zweizeiler-Lyrik hat mich tief beeindruckt, das ging mir gar nicht aus dem Kopf, seit ichs gelesen habe. Ein trocken-realistisches Stück eben, zwischen Menschen

__________________
sato bandhum asati nir avindan
hridi pratishya kavayo manisha

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Cellist
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Sorry,

was hat das mit Lyrik zu tun? Das ist ein Dialog, könnte man unter Theater, Drama, Dialog etc. stellen. Aber Lyrik?
Ich schreibe selbst kurze Theaterstücke und kann sie hier nicht einordnen, käme aber nicht auf die Idee, sie unter Lyrik zu stellen.

Der Text wird hier im Bereich auch nicht passender dadurch, dass er freundlicherweise zu "prosaischer Zweizeiler-Lyrik" erhoben wird , weil er nämlich auch dann Prosa bleibt.

Dadurch, dass es in der LL (wie ich irgendwann mal vergebens anmahnte) keine Rubrik für solche bühnengemäße Stücke gibt, wird der Text auch nicht zu Lyrik. Vielleicht, lieber Bernd, nutzt du mal deine Stimme als Moderator und setzt dich dafür ein, dass Texte wie deiner hier in der LL zukünftig auch eine angemessene Heimat finden. Das würde mich freuen.

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Bernd
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Es ist kein Bühnenstück, sondern ein Gedicht.
Zugegeben, ein Grenzfall.
Später mehr dazu.
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Bernd
Foren-Redakteur
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Hallo,
die verschiedenen Formen haben Überlappungsbereiche.
Das Gedicht steht aber jetzt unter "Experimentelles", das ist vielleicht eine bessere Einordnung.


Im vorliegenen Fall haben wir es zu tun mit

- starker Verdichtung
- Abstraktion von allem zwischen den Versen liegenden
- Kehrreim (in leicht veränderter Form)

Von einem dramatischen Werk unterscheidet es sich mindestens durch die gewählte Strophenunterteilung.
Mit leicht anderer Darstellungsform wird es eventuell eine dramatische Dichtform in Form eines Sketches.

Im Drama wird üblicherweise der Sprecher angegeben.
Es gibt keine Strophen- sondern eine Szenenunterteilung.

Prosa hat keine Verse und keine Strophen, obwohl ein Prosawerk auch Strophen enthalten kann.

Es ist nicht lyrische Prosa, sondern Prosalyrik.

Im Prinzip ist ein Haiku ebenfalls Prosalyrik.

Ich habe Anfangs überlegt:

quote:

Bernd, ich weiß gar nicht, was ich tun soll.
Wie meinst du das?

Ich weiß gar nicht, was ich tun soll.
Was möchtest du denn tun?

Welchen Tag haben wir heute?
Heute ist Donnerstag.

Ja? Heute ist Mittwoch?
Nein, heute ist Donnerstag.

Welchen Tag haben wir heute?
Heute ist Donnerstag.

Ich weiß gar nicht, was ich machen soll.
Ach, ich weiß, was du meinst. Stelle einfach ARD ein. Da kommt die Quizsendung. Du musst die Eins drücken.

Ja, wirklich? Die Eins? Heute ist Donnerstag?
Ja, heute ist Donnerstag.

Ich weiß gar nicht, was ich tun soll.
Löse doch das Kreuzworträtsel.

Ja. Das ist schön.


Welchen Tag haben wir heute?
Heute ist Donnerstag. Jetzt kommt Deine Sendung.

Jetzt? Das ist schön.Was ist heute für ein Tag? Mittwoch?
Nein, heute ist Donnerstag.

Klingeln - der Pflegedienst.

So ein Mist.
Es ist weiter nicht schlimm. Wir essen dann Abendbrot.

Welchen Tag haben wir heute?
Heute ist Donnerstag. Hat es dir denn geschmeckt?

Ja, war sehr gut. Ich weiß gar nicht, was ich jetzt machen soll.
Wir sehen das Quiz zu Ende, dann gehst du ins Bad.

Meinst du wirklich? Du bist mein Liebling.
Ja. Wie war es heute bei der Tagespflege?

Das war ganz gut.
Was habt Ihr da gemacht?

Ich weiß nicht. Wir haben Rätsel gelöst und gesungen. Heute ist Donnerstag?

Ja, heute ist Donnerstag.



Bernd, ich weiß gar nicht, was ich tun soll.
Wie meinst du das?

Ich weiß gar nicht, was ich tun soll.
Was möchtest du denn tun?

Welchen Tag haben wir heute?
Heute ist Freitag.

Ja? Heute ist Donnerstag?
Nein, heute ist Freitag.

Welchen Tag haben wir heute?
Heute ist Freitag.

In dieser Form würde man das Künstliche und die Verknappung vielleicht noch besser sehen.

Aber es steckt auch so im Gedicht.


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Cellist
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Lb. revilo,

quote:
...denkt doch bitte mal über den Vorschlag von Cellist nach ..

danke dir für deine Unterstützung. Aber das wäre ja noch schöner, wenn hier über Vorschläge der gewöhnlichen Schreiber nachgedacht würde. So wie es ist, so ist es gut, richtig ... und basta!

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