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Leselupe.de > Ungereimtes
Dort wartet jemand auf mich
Eingestellt am 14. 08. 2004 10:57


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Mara Krovecs
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2003

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Wege gehen.

Die Sonne weinte
flugs wurde aus Wassern
ein schwarzes Tuch gewebt
und ein geflĂŒgelter Steinbock
machte sich auf den Weg
das Gesicht der Himmelskönigin
zu verhĂŒllen

denn sie konnte nicht aufhören zu weinen

unsere Liebe war gestorben

die Farben meiner Trauer
waren so glĂŒhend
dass selbst die Sonne
den heißen Brand spĂŒrte

und du
du warst so still
dein Herz wurde so schwer
unter dieser unendlichen
Stille
dass die Erde begann zu schwanken

Da warf der Steinbock
das Tuch
ĂŒber die Goldene
dass sie schwarz wurde
und nichts mehr
fĂŒhlen konnte

ich ging unsere Allee entlang
auf der rechten Seite
die finstere Sonne
neben ihr am Himmel
wie Monde
um sie herum
die Zeichen des Saturns

plötzlich ein GerÀusch
links
wie das BlÀttern einer Zeitung
und eine Stimme
in mir sagte:


“dort wartet jemand auf mich.“


BlÀtter schweben wie Federn
regnen in die ZwischenrÀume
meiner Gedanken
zeitspinnend
auf meine Haare, mein Gesicht
in diesem Herbst
fallen die BlÀtter auch aus den Himmeln
landen weich auf Sonnenasphalt
ein Jedes mit seinem Ausatmen
immer mit dem letzten Atemzug
meine Echoschritte
auf dieser bunten Allee
lesen den Staub auf
der herabgefallen ist
aus unserer Hoffnung

ich biege ab

mein Weg fĂŒhrt ins Feld
lÀuft zwischen blondem Schilf
dem kahlen Wald entgegen
dort wartet er auf mich
in der Ferne
in der plötzlichen Nahaufnahme
an meiner linken Seite
schwarz schmeckend auf meinen Lippen
der Tod - sitzt
vor einem kleinen Feuerchen
wir werden ein SĂŒppchen löffeln
und Schweigen Sprache werden lassen

die alte Trauerweide knarrt im Wind
trÀgt in den Zweigen Vergessen
heiß rinnt es meine Kehle herab
bis ich es weiß
ich werde meine Allee nicht wiederfinden
werde sie niemals wiedersehen
wenn ich mich jetzt umdrehe
ist sie verschlungen
vom wuchernden Waldgeißblatt
springenden BĂ€umen
verrĂŒckten BlaubeerbĂŒschen

schweratmend
rasender Puls
Schweiß auf den Lippen
als ich erwache
erinnere ich mich:
Saturn
drei mal
die Zeichen des Steinbocks
wie Monde um die verdunkelte Sonne
und links das Rascheln der Zeitung
durch meine Ohren ins Herz:

da wartet jemand auf mich!

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lapismont
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Hallo Mara,

ein poetischer Text!

Nur der Anfang scheint mir unglĂŒcklich. Besonders der zweite Vers:
"Die Sonne hatte geweint"
klingt nicht besonders gut.
Die Sonne weinte nicht mehr
oder
Das Weinen der Sonne verstummte

so in der Art, das das "hatte" entfÀllt. Gerade zu Beginn eines solchen Textes stört mich solch einfacher Satz.

cu
lap

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Montgelas
???
Registriert: May 2004

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liebe mara,

lapismont lobt mit recht deine poetischen bilder,
ein wundervoller text.
aber auch ich muss den eingang bekritteln.
die eröffnung kommt stÀrker, ohne "hatte"

"die sonne weinte" o.auch anders


meint

montgelas

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Vera-Lena
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Registriert: Oct 2002

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Liebe Mara,

erst jetzt konnte ich mich mit der notwendigen inneren Ruhe durch Deinen Text hindurchtasten.
Eine TodesankĂŒndigung. Sie wiederfĂ€hrt Dir innerhalb eines Traumes.
Deshalb finde ich auch den Anfang sehr gut, denn so ist es in TrÀumen,irrational eben, man erfÀhrt, dass etwas geschehen war und zugleich erfÀhrt man eigentlich, dass es immer noch geschieht.
Wunderbar bildhaft der Traum beschrieben, so dass man ihn mittrÀumen kann sowohl von den Bildern her, als auch von den Empfindungen.
Da ich so auf Töne abonniert bin, gefĂ€ltt mir natĂŒrlich "immer mit dem letzten Atemzug meine Echoschritte" und auch das Rascheln der Zeitung.
Beim Erwachen dann sofort die EntschlĂŒsselung des Traumes.
Ich kann das alles gut nachvollziehen.

Liebe GrĂŒĂŸe von Vera-Lena
__________________
Der Mensch ist sich selbst das grĂ¶ĂŸte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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Mara Krovecs
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Hallo Lapismont,


vielen Dank fĂŒr Deine Antwort und auch fĂŒr Deine Anmerkung
zum Anfang des Textes, ich habe es korrigiert und denke so ist es nun wirklich besser.

L.G. aus dem Nördlichen - Mara

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Mara Krovecs
Routinierter Autor
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Hallo Monteglas,

auch Dir herzlichen Dank fĂŒr Deine Antwort und die Anmerkung zum Anfang meines Gedichtes, ja, Ihr hattet Recht, so ist es weicher und flicht sich viel besser dort hinein.

L.G. Dir aus dem Norden Mara

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Mara Krovecs
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2003

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Liebe Vera- Lena,

Deine Interpreation trifft es hunderprozentig;
Ich hatte einen kleinen Teil dieses Gedichtes tatsÀchlich getrÀumt, nicht ganz so gestaltet, aber doch schon nahe dran;
die anschließende Gestaltung des Gedichtes,die innere Interpretation symbolisch umgesetzt, die Ideen dazu, haben sicher noch assoziativ mit dem Traum zu tun.

ich danke Dir - spĂ€t, ja - fĂŒr Deine einfĂŒhlsame
Antwort zu meinem Text.

Ganz liebe GRĂŒĂŸe - Mara

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