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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Dr. Caligari
Eingestellt am 09. 12. 2003 02:44


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black sparrow
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Dr. Caligari



Albert erwachte mit trockenem Mund aus einem Traum vom Krieg.
Anders als die meisten seiner Altersgenossen litt er nicht an Albtr├Ąumen.
Er erinnerte sich gerne an diese Zeit.
Kurz nach Ausbruch des Krieges hatte er sich freiwillig zur Marine gemeldet, weil er der Meinung war, zu diesem fr├╝hen Zeitpunkt noch einen einigerma├čen sicheren Platz zu finden, und wurde Koch auf einem Versorgungsschiff in der ├äg├Ąis. Alles, was er w├Ąhrend dieser Zeit tat, war kochen, braun werden und Lebensmittel mit der griechischen Bev├Âlkerung tauschen. Sein einziger Feindkontakt hatte darin bestanden, dass sich die Mannschaft den Alliierten ergab und Angst hatte er nur gesp├╝rt, wenn er auf dem Weg in den Heimaturlaub Jugoslawien durchquerte, wo Partisanen t├Ąglich Anschl├Ąge auf Truppentransporte durchf├╝hrten.
Im Grunde hatte ihm seine Intuition nur ein gro├čes Abenteuer beschert, in dem die meisten seiner Freunde umgekommen waren.
Beunruhigend waren nicht die Tr├Ąume, sondern das Erwachen, wenn ihm t├Ąglich aufs Neue bewusst wurde, dass er alt war, denn in seinen Tr├Ąumen blieb er jung.
Diesmal f├╝hlte er sich noch unbehaglicher als sonst, denn er stellte fest, dass er nicht zu Hause war. Schon mit geschlossenen Augen hatte er bemerkt, dass die Matratze seltsam dreigeteilt war, und das Bett war zu klein, kein Doppelbett, auf dem er sonst erwachte.
Es fehlte auch die einen spaltbreit ge├Âffnete Schlafzimmer-
t├╝r, durch die immer ein wenig Licht ins Zimmer fiel, weil Thea ohne Licht nicht schlafen konnte und im Flur immer eine Lampe brennen lie├č.
Hier aber fiel das Licht durch ein Fenster am Kopfende seines Bettes in den Raum. Er erkannte die Umrisse eines Schrankes, eines Waschbeckens und einer T├╝r. In einer Ecke stand ein kleiner Tisch mit zwei St├╝hlen, wie in einem Krankenzimmer oder einer Gef├Ąngniszelle. Aber er f├╝hlte
sich gesund und konnte sich an kein Verbrechen erinnern, f├╝r das man einen alten Mann ins Gef├Ąngnis werfen w├╝rde.
„Thea?“ rief er fragend, “Thea?“
Er versuchte es noch einmal etwas lauter.
„Thea?“
Dann ging er zu einem neutralen „Hallo?“ ├╝ber und wiederholte es, bis ihn sein Unbehagen aus dem Bett trieb.
Auf dem Bettrand sitzend, erreichten seine F├╝├če nicht den Boden, ein weiterer fremder Eindruck, der seine Unruhe verst├Ąrkte und ihn an der Realit├Ąt zweifeln lie├č. Er fragte sich, ob er immer noch tr├Ąumte, aber die Eindr├╝cke, die K├Ąlte unter seinen F├╝├čen, als er stand, und der Schwindel in seinem Kopf, das alles war zu nahe bei ihm, ohne den
Abstand zu den Geschehnissen in einem Traum.
Er konnte seine Pantoffeln nicht finden und taumelte barfu├č zur T├╝r.
Als er sie ├Âffnete, sah er in einen Flur, der so hell beleuchtet war, dass er die Lider zusammenkneifen musste.
„Hallo?“
Albert erhielt wieder keine Antwort, nur seine Stimme hallte durch den leeren Flur.
Am linken Ende des Ganges befand sich ein Fenster. Auf dem Sims stand eine Heiligenfigur aus Holz. Der Heilige hatte die rechte Hand erhoben, als w├╝rde er um Ruhe bitten. Albert f├╝hlte sich ein wenig schuldig und h├Ârte auf zu rufen.
Der Gang bog rechts von ihm ab, und schien dort weiter zu f├╝hren.
Albert ging in diese Richtung, immer an der Wand entlang, weil seine Beine ihn kaum tragen wollten.
Seine Vermutung best├Ątigte sich. Der Gang f├╝hrte dort weiter, lag vor ihm und endete im Dunkeln. Nur ungef├Ąhr das erste Drittel war beleuchtet .
Links von ihm standen f├╝nf Rollst├╝hle in einer Reihe an der Wand.
Es sah aus wie die Abteilung eines Krankenhauses, oder einer psychiatrischen Anstalt. Ein Irrenhaus, dachte Albert. Sein Lieblingsfilm spielte in einer Anstalt.
Albert war noch ein Kind gewesen, als er „Das Cabinet des Dr. Caligari“ zum ersten Mal gesehen hatte, zusammen mit seinem Vater, Anfang der drei├čiger Jahre. Kein anderer Film danach hatte ihn wieder so verst├Âren k├Ânnen. Nicht die windschiefen Kulissen hatten ihm Angst gemacht, nicht die blassen Gesichter der Schauspieler mit ihren gro├čen, ger├Ąnderten Augen. Das alles trug nur dazu bei, dass sich sein Verstand um die eigene Achse drehte und sein Gleichgewicht verlor, wegen einer Erkenntnis, die er
weder akzeptieren noch leugnen konnte.
Er musste, wie jeder Mensch, seiner Wahrnehmung trauen, um zu ├╝berleben, doch der Film bewies das Gegenteil und seine gegenw├Ąrtige Situation auch.
Im hinteren Drittel des Flurs ├Âffnete sich eine T├╝r. Licht fiel in die Dunkelheit.
Eine wei├čgekleidete Frau verlie├č den Raum dahinter und kam in seine Richtung, nachdem sie ihn bemerkt hatte.
„Herr Stricker, was ist denn los? K├Ânnen Sie nicht schlafen? Jede Nacht dasselbe, was?“ fragte die Frau, die Albert auch nicht erkannte, als sie neben ihm stand.
Trotzdem benahm sich die Frau, als w├╝rden sie sich kennen.
„Ich, Sie...Wo bin ich hier und warum?“
Die Frau verschr├Ąnkte die Arme.
„Kennen Sie mich denn nicht?“
„Sollte ich?“ Albert w├╝nschte sich, wieder zu tr├Ąumen, aber der Traum hatte zu viele Einzelheiten, der wei├če Kittel der Frau, ihre Unterw├Ąsche, die sich deutlich unter der Kleidung abzeichnete und ihr rechtes Auge, das starr blieb, w├Ąhrend sich das linke bewegte. Blaue Augen.
„Ich bin Schwester Andrea und habe seit einer Woche Nachtdienst! Sie sind seit zwei Wochen hier, wegen Herzbeschwerden. Erinnern Sie sich nicht?“
„Nein, ich war doch eben noch zu Hause, und wo ist denn meine Frau?“
„Ihre Frau?“
„Ja, Thea, meine Frau. Warum hat sie mich hierhin gebracht, und warum wei├č ich davon nichts?“
Alberts Unbehagen wich Grauen. So hatten sich seine Freunde wohl in den Sch├╝tzengr├Ąben gef├╝hlt.
Die Schwester blickte ihn besorgt an.
„Ich wei├č nicht, wie ich es sagen soll, aber, Herr Stricker, Sie sind alt, 83, da wird man langsam vergesslich. Sie sind schon seit zwei Wochen hier.“
Ihr rechtes Auge sah durch ihn hindurch.
„Und was ist mit meiner Frau?“
„Ihre Frau ist vor zehn Jahren gestorben! Seitdem leben Sie bei ihrer Tochter!“
Alberts Beine und H├Ąnde zitterten. Die Schwester griff unter seine Achseln, um ihn zu st├╝tzen.
Alles in ihrer Mimik deutete darauf hin, dass sie es ernst meinte.
„Sehen Sie, dass Sie krank sind? Wollen Sie sich setzen?“
„Ja!“
„Kommen Sie. Ich bring Sie in die K├╝che und mache ihnen einen Tee!“
„Das ist nett von ihnen!“
Albert lie├č sich in den Aufenthaltsraum f├╝hren und versuchte zu verstehen, was die Schwester ihm gesagt hatte.
Er konnte es nicht glauben. Alles was er wusste, sprach dagegen, aber er f├╝hlte nicht genug Trauer, als w├╝rde sein K├Ârper die Situation schon kennen, als w├╝sste er mehr als sein Verstand. Andererseits waren seine Gef├╝hle vielleicht ged├Ąmpft, weil er unter dem Einfluss von Medikamenten stand.
Andrea f├╝hrte ihn zu einem Stuhl, und er setzte sich.
„Sagen Sie mir, dass das alles nicht wahr ist, Schwester!“
„Es tut mir leid, Herr Stricker. M├Âchten Sie einen Arzt sprechen?“
„Nein!“ Albert sah ihn vor sich, den Doktor mit dem irren Blick, den dicken Brillengl├Ąsern und dem strohigen, grauen Haar, „Lieber nicht!“
Andrea stellte eine Tasse Tee vor ihn auf den Tisch.
„Kennen Sie das „Cabinet des Dr. Caligari“, Schwester?“
„H├Ârt sich nach einer Station in diesem Haus an. Aber im Ernst, nein. Warum fragen Sie?“
„Weil das alles hier ein Albtraum ist. Dr. Caligari ist ein Stummfilm aus den Zwanzigern. Das Beunruhigende daran ist, dass alles, was man f├╝r real h├Ąlt, ins Gegenteil verkehrt wird, solange, bis man nichts mehr f├╝r echt h├Ąlt.
Der Held entpuppt sich als Irrer, und der Irre ist ein Arzt.“
„Nein, den hab ich nicht gesehen.“
„Das sollten Sie aber. Es ist ein wirklich guter Film. Man kann ein Leben lang dar├╝ber nachdenken, und am Ende holt er einen ein! Kann ich eine Zigarette haben?“
„Ja, sicher. Ist zwar ungesund, aber ich glaube, wir k├Ânnen beide eine brauchen!“
Sie bot ihm eine Zigarette aus ihrer Schachtel an. Dann setzte sie sich, gab ihm Feuer und z├╝ndete sich ebenfalls eine an.
„Sind Sie ganz alleine hier?“ fragte Albert.
„Nein, Thomas, unser Sch├╝ler, ist auch noch da. Er hilft im Moment auf einer anderen Station, ist aber gleich wieder da.“
„Darf ich fragen, was mit Ihrem Auge ist?“
Albert wollte nicht taktlos sein, aber die Frage lie├č ihm keine Ruhe.
„Es ist nicht echt. Ich hatte als Kind einen Tumor.“
„Sind Sie deshalb Krankenschwester geworden?“
„Unter anderem, ja!“ Andrea nickte.
Die folgende Stille wurde durch Schritte unterbrochen.
Eine weitere wei├čgekleidete Person betrat die K├╝che.
„Ihr habt┬┤s euch ja sch├Ân gem├╝tlich gemacht!“ stellte er fest.
„Sind Sie Thomas?“ fragte Albert.
„Stimmt. Haben Sie mich erkannt?“
„Nein, aber Ihre Kollegin hat von Ihnen erz├Ąhlt.“
Thomas schien etwas entt├Ąuscht zu sein.
Albert zitterte immer noch, weniger aus Angst, sondern weil ihm immer k├Ąlter wurde.
„Was halten Sie davon, wenn Thomas Sie wieder ins Bett bringt. Morgen k├Ânnen Sie dann mit dem Stationsarzt sprechen, und ihre Tochter kommt auch zu Besuch!“
schlug Andrea vor.
„Ja, gerne!“
Thomas brachte ihn in sein Zimmer und half ihm ins Bett.
„K├Ânnen Sie die T├╝r einen Spalt offen lassen?“ bat Albert, „Ich bin das gewohnt.“
„Sicher! Gute Nacht, Herr Stricker!“
„Gute Nacht!“


„So langsam halt ich┬┤s nicht mehr aus!“
Andrea sa├č am Schreibtisch des Schwesternzimmers und bearbeitete Krankenakten.
Thomas zuckte mit den Achseln. Er f├╝llte verschiedene Tabletten in Medikamentensch├Ąlchen.
„Er kann ja nichts daf├╝r!“
„Ich bin ja auch nicht sauer auf ihn! Ich hab nur keine Zeit. Theoretisch m├╝sste dauernd jemand auf ihn aufpassen. Ich muss aber vierzig Patienten versorgen und den Schreibkram vom Nachmittag bearbeiten. Wenn du nicht hier w├Ąrst, w├Ąr ich v├Âllig aufgeschmissen! Das war jetzt das zehnte Mal!“
„Und jedes Mal die gleiche Geschichte!“
„Schrecklich, nicht? Jedes mal erf├Ąhrt er aufs Neue, dass seine Frau tot ist.
Ob es uns auch mal so geht?“
Thomas┬┤ Schultern zuckten erneut.
„Kein Grund sentimental zu werden. Noch ist es ja nicht soweit!“
Andrea sah das anders. Immer, wenn sie sich vorstellte, mit zwei Augen zu sehen, wurde sie daran erinnert.
„Wenn du meinst!“
Sie zuckte zusammen, wegen lauten Ger├Ąuschen auf dem Flur. Jemand schien in die Rollst├╝hle gefallen zu sein.
„Siehst du mal nach?“
Thomas ging zu den Rollst├╝hlen und war nicht ├╝berrascht.
„Herr Stricker, wollen Sie einen Rekord brechen?“
„Was? Lassen Sie mich in Ruhe! Ich will hier raus!“ schrie Albert.
Er lag halb in einem Rollstuhl, halb auf den Fliesen.
Thomas wollte ihm aufhelfen, aber Albert trat nach ihm.
„Ich bin nicht verr├╝ckt! Fassen Sie mich nicht an!“
Andrea kam dazu. Zusammen zogen sie ihn hoch und brachten ihn in sein Zimmer.
Albert h├Ârte erst auf zu schreien, als er mit einem Bauchgurt fixiert auf dem Bett lag.
„So geht┬┤s nicht weiter!“ Andrea schwitzte. „Wir lagern jetzt schnell die Pflegef├Ąlle, und dann setzt du dich zu Herrn Stricker und bleibst bei ihm. Ich l├Âs dich dann sp├Ąter ab!“
„Klar!“ sagte Thomas.
„Was reden Sie da?“ fragte Albert.
„Herr Stricker, Thomas bleibt bei Ihnen, damit Ihnen nichts passiert! Ich schicke ihn in zehn Minuten zu Ihnen. Meinen Sie, Sie schaffen es, bis dahin ruhig zu sein?“
„Dann machen Sie mich los!“ Albert zog an dem Gurt.
„Ich will doch nur, dass Sie sich nichts brechen! Der Gurt ist ganz locker!“
Andrea schob ihre Hand zwischen Gurt und Bauch.
„Sehen Sie, ist noch Platz genug! Sie sollen nur nicht aus dem Bett fallen und nicht alleine aufstehen!“
Das schien Albert zu beruhigen, und er lie├č sich entspannt zur├╝ck sinken.
„Machen Sie doch, was Sie wollen!“ sagte er und schloss die Augen.
Andrea und Thomas verlie├čen das Zimmer, die T├╝r blieb offen.
Eine Viertelstunde sp├Ąter, sie s├Ąuberten gerade eine ziemlich f├╝llige Frau, sagte Andrea: „Ich seh mal eben nach Herrn Stricker. Ich hab so ein komisches Gef├╝hl!“
„Soll ich lieber gehen?“
„Nein, ich mach das schon. Bin gleich wieder da!“
Andrea ging ├╝ber den Flur zu Alberts Zimmer. Er hatte zu schnell seinen Widerstand aufgegeben. In dem Moment war sie erleichtert gewesen, aber es war doch zu einfach f├╝r seinen gest├Ârten, aber komplexen Verstand.
Je n├Ąher sie seinem Zimmer kam, desto besser h├Ârte sie ein regelm├Ą├čiges, dumpfes Ger├Ąusch. Als sie im T├╝rrahmen stand, bemerkte sie zuerst den kalten Luftzug, dann das leere Bett und das offene Fenster, das vom Wind bewegt an die Wand schlug.
Andrea durchquerte das Zimmer und sah hinaus.
Albert lag zwei Stockwerke tiefer in einem Beet zwischen B├╝schen.
Seine Arme und Beine waren seltsam verrenkt.
Sie h├Ârte ihn st├Âhnen.
Wie die Marionette eines Puppenspielers, dachte sie.
Dann l├Âste sie den Alarm aus.


Albert starb zwei Wochen sp├Ąter auf der Intensivstation an einer Embolie, ohne noch einmal aufzuwachen.
Andrea ging nicht zu seiner Beerdigung. Stattdessen lieh sie an diesem Tag eine DVD in der Stadtbibliothek.
Zu Hause ├Âffnete sie eine Flasche Wein und legte den Film ein.
Als der erste Zwischentitel auf dem Bildschirm erschien, konnte sie ihn vor Tr├Ąnen kaum lesen.
Es gibt Geister...
├ťberall sind sie um uns her...


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pipi-barfuss
One-Hit-Wonder-Autor
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nachts

hallo black,

endllich wei├č ich wie die geschichte ausgeht.
puh, wie gut das ich die heute morgen gelesen habe, nachdem ich aus meiner letzten nacht gekommen bin.
ja der alptraum des pflegepersonal.man merkt bei deiner erz├Ąhlung den geschulten blick eines krankenpflegers.
die geschichte fand ich spannend und fl├╝ssig. besonders gut hast du die kurve bekommen als du ihn hast von dr. caligari erz├Ąhlen lassen.
der film macht mich neugierig.

gef├Ąllt mir dein dr. c.

w├╝nsch dir einen sch├Ânen tag,
pass auf dich auf,

gru├č sandra
__________________
Lebe den Augenblick,auch wenn du mit einem Bein schon in der Zukunft stehst und mit dem anderen noch in der Vergangenheit

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Rainer
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Registriert: Jul 2002

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hallo black sparrow,

gef├Ąllt mir ausnehmend gut dein text. weil er so viel miteinander verbindet (jedenfalls lese ich das heraus):
die geschichte von albert und seiner krankheit,
die rolle von filmen im leben alter menschen (ist heute v├Âllig weg. wer erinnert sich schon noch an filme - man kann sie ja wieder ausleihen),
die alten (nicht nur fritz lang) filme - mit, im vergleich zu heute archaischen mitteln, gemacht und doch so intensiv, wie heute nur noch wenige sind,
die von pipi-barfuss schon erw├Ąhnte pflegersicht auf die umst├Ąnde des alterns und den pflegebetrieb. sicher findet sich noch mehr, aber das ist mir erstmal in erinnerung geblieben.
sehr genial finde ich die geschichte mit den augen der schwester: vom grusel ├╝ber die realit├Ąt zum "sich-hineinversetzen-k├Ânnen".

was mich st├Ârte, ich bin in dieser beziehung ein konservativer sack, die konsequente kleinschreibung der pronomen in der w├Ârtlichen rede - trotzdem - ich habe nichts zu meckern.


viele gr├╝├če

rainer
__________________
ist meine, und damit nur EINE Meinung

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black sparrow
H├Ąufig gelesener Autor
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Hallo, ihr Zwei,

danke f├╝r eure Kommentare.
Tja, Pipi, der Blick des ehemaligen Krankenpflegers ist
wohl nicht zu leugnen, obwohl es mir eigentlich mehr
um die menschliche Wahrnehmung ging als um Pflege.
Und, Rainer, du hast vollkommen recht. Was Recht-
schreibung angeht, bin ich ebenfalls recht konservativ,
zumindest, was meine eigenen Texte angeht.
Ich werd die Fehler ├Ąndern!
Wenigstens hab ich┬┤s konsequent falsch gemacht!:-)
Danke f├╝r den Tipp!
Ich w├╝nsch euch einen sch├Ânen Tag

black sparrow

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wondering
Fast-Bestseller-Autor
Registriert: Oct 2002

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Kommentare: 355
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Hi black,

deine Geschichte kommt authentisch r├╝ber, gef├Ąllt mir gut.

Die gelungene Dialogf├╝hrung macht den Text lebendig und ich f├╝hle mich beim Lesen "mittendrin".

Fein!
lG wondering
__________________
Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie woanders zu suchen.

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Echoloch
???
Registriert: Nov 2003

Werke: 15
Kommentare: 83
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Hi black sparrow. Wie meine Vorg├Ąnger finde ich den Text bemerkenswert, er zeichnet sich durch einen Einblick in Thematiken aus, ├╝ber die nicht h├Ąufig zu lesen ist. Die Empfindungen der Pfleger neben denen des Patienten r├╝hren mich sehr.
Ich denke, dass Du Dir ein sehr gro├čes Thema vorgenommen hast und dass Du Deinen Text an einigen Stellen noch verbessern k├Ânntest.
Erstens: Du erinnerst Dich an Mick, den Poeten? Er hat mir eines beigebracht: Ausrufezeichen und „PunktPunktPunkt“ nur im Notfall anzuwenden. Insbesondere im Falle der Ausrufezeichen benutzt Du meiner Ansicht nach zu viele, wie z.B.: „Ihre Frau ist vor zehn Jahren gestorben! Seitdem leben Sie bei ihrer Tochter!“ Punkte w├╝rden v├Âllig ausreichen. Vertraue ein wenig der Kraft Deiner Worte, Ausrufezeichen braucht man wirklich nur f├╝r beinahe ├╝berzogene Momente.
Ist Dir bewusst, dass der Text ung├╝nstig geschnitten ist und einige unbeabsichtigte Abschnitte eintreten?
Kleinigkeiten: „Anders als die meisten seiner Altersgenossen, litt er nicht an Albtr├Ąumen.“ – ohne Komma vor „litt“ (Ich bekenne mich an dieser Stelle schuldig, nicht viel von der neuen Rechtschreibung zu wissen, sollte diese also dies Komma vorsehen, bitte ich um Entschuldigung.)
Es gibt einige ├╝berfl├╝ssige Sch├Ânheitsfehler: „Bett war zu klein , kein Doppelbett, auf dem er sonst erwachte.“ – kein Freizeichen nach „klein“. „Auf dem Bettrand sitzend, erreichten seine F├╝├če nicht den Boden,ein weiterer fremder Eindruck, ...“ – Freizeichen vor „ein“. „Albert war noch ein Kind gewesen, als er „Das Cabinet des Dr. Caligari“ zum ersten mal gesehen hatte ...“ – Wird das „Mal“ nicht gro├č geschrieben? Finde dieserlei Einbringung von Kultur ├╝brigens immer beeindruckend. „„Weil das alles hier ein Albtraum ist. Dr. Caligari ist ein Stummfilm aus den Zwanzigern. Das Beunruhigende daran ist, das alles, was man f├╝r real h├Ąlt, ins Gegenteil verkehrt wird, solange, bis man nichts mehr f├╝r echt h├Ąlt.“ – „daSS alles“ – dass mit doppel s – „„ Nein, Thomas, unser Sch├╝ler, ist auch noch da.“ – kein Leerzeichen vor „Nein“. – „und hre Tochter kommt auch zu Besuch!“ – Wo ist das „I“? – „Fasen Sie mich nicht an!“ – doppel-s! -
Probleme habe ich mit folgender ├äu├čerung: „Eine Viertelstunde sp├Ąter, sie s├Ąuberten gerade eine ziemlich f├╝llige Frau, sagte Andrea: „Ich seh mal eben nach Herrn Stricker. Ich hab so ein komisches Gef├╝hl!“ – Die „ziemlich f├╝llige Frau“ macht mir zu schaffen, die st├Ârt den Lesefluss. Sehr authentisch, l├Ąsst mich als Leserin aber hochschrecken. Und ich glaube noch immer an den Fluss einer Geschichte, in den man versinken darf.
Nun die Passagen, die ich besonders gut finde:
„Alles was er wusste, sprach dagegen, aber er f├╝hlte nicht genug Trauer, als w├╝rde sein K├Ârper die Situation schon kennen, als w├╝sste er mehr als sein Verstand.“ – brillante Beobachtung, wundervoller kleiner Einblick in eine Lebenswelt.
„Wie die Marionette eines Puppenspielers, dachte sie. Dann l├Âste sie den Alarm aus.“ – stilistisch sehr ├╝berzeugend.

Nun aber sch├Ânes Neujahr. Gr├╝├če von Maja

__________________
Leben ist das, was passiert, w├Ąhrend Du eifrig dabei bist, andere Pl├Ąne zu machen.
www.echoloch.de

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