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Leselupe.de > Ungereimtes
Dr. John befand die Zeit
Eingestellt am 01. 06. 2011 18:48


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ENachtigall
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Dr. John befand die Zeit

f├╝r reif genug
f├╝r eine Kur
f├╝r eine leichte
Lustver├Ąnderung die k├Ânne mir
alleinentziehungsberechtigt
nicht schaden sagte er
und schickte mich nach

Amnesia
da hing ich f├╝r eine Weile
an den Lippen des Meeres
setzte tausend Schritte
in den Sand und einen
in eine unvorhersehbare Richtung
ansonsten hielt ich die F├╝├če still
nicht im Garten meines Herzens
die V├Âgel zu zertreten
wer wei├č warum
die nicht fliegen
wollten nicht in den Ästen
sitzen nicht hocken
in den versteckten Nestern

jetzt bin ich umg├Ąnglich
geworden und konsonant
wechsele hin und wieder
meine paar Worte mit Noah
├╝ber den Regen und die Typen
die nachts in Tr├Ąumen rumh├Ąngen
ich bringe ihnen legend├Ąre Sprachen
bei manchmal machen sie sich n├╝tzlich
helfen suchen nach verloren gegangenen Schuhen
tragen widerstandslos geliehene Gesichter
Dr. John sagt sie k├Ânnten nur Metaphorisch
und fr├╝her einmal das war da habe ich geliebt


┬ę Elke Nachtigall
Mai 2011

__________________
Wer Spuren sucht, wird Wege finden.

Version vom 01. 06. 2011 18:48

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Heidrun D.
Guest
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Liebe Elke,
noch ein wenig schwerf├╝├čig tritt die Alleinentziehungsberechtigte (herrlich!) den verordneten Kuraufenthalt an. Doch auch in Amnesia wei├č sie zun├Ąchst nichts mit sich anzufangen, bewegt sich kaum und h├╝tet ├Ąngstlich ihren verschollenen Garten, bzw. das, was davon ├╝briggeblieben ist.
Jedoch nach einiger Zeit beginnt die Heilma├čnahme zu wirken; die Kranke sucht sich Besch├Ąftigung und beginnt sich mit der Sprache der einheimischen Bev├Âlkerung und deren Einf├Ąllen auseinanderzusetzen.

Ein klug durchdachtes Werk ├╝ber die Schaffenskrise einer Poetin und deren schweren Weg hinaus (Kris = Dolch der Malaien).

Dein Gedicht birgt so viele Schmakerl, dass ich sie kaum aufzuz├Ąhlen vermag: Das Land Amnesia mit seinen Meereslippen, Noah und die W├Ârterflut, und den resignierten Schluss:

quote:
und fr├╝her einmal das war da habe ich geliebt.
Gro├čArtig.
Heidrun

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ENachtigall
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und fr├╝her einmal das war da habe ich geliebt

Liebe Heidrun,

vielen Dank f├╝r Deinen Kommentar. Bitte nicht zuviel hineininterpretieren!
Literatur funktioniert meist gut als Konglomerat aus Realit├Ąt und Fiktion; ├ťbertreibungen k├Ânnen da nicht schaden. So ist auch dieses St├╝ckchen angelegt und es will entf├╝hren, unterhalten und nachhallen.

Daher sei der Schlusssatz zwar wehm├╝tig aber nicht resgnativ. Die wirklich frappierenden Lebensgef├╝hle vergessen wir nicht und so zaubern sie im Untergrund weiter; verkl├Ąren die Vergangenheit und arbeiten vehement an einem erhofft/gef├╝rchteten Comeback. So ist das Leben.

Mit besten W├╝nschen f├╝r einen gelungenen Sonntag,

Elke
__________________
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serge gurkski
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Tja Elke,
was soll man dazu sagen?

da hing ich f├╝r eine Weile
an den Lippen des Meeres
setzte tausend Schritte
in den Sand


Fast perfekt!

Dr. John sagt sie k├Ânnten nur Metaphorisch
und fr├╝her einmal das war da habe ich geliebt


Klingt Franz├Âsisch (Satzbau)

wunderbar!

Liebe Gr├╝├če

Serge

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Ralf Langer
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Auf der Suche nach Dr.John...

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R├Ątsel ├╝ber R├Ątsel...wer ist Dr. John...wohin
geht diese Reise...

Ich sehe das Ende am Anfang:
Ein Befund ├╝ber die Zeit;
Und die Reife der selben.
lyri wird auf eine Reise geschickt, nach Amnesia.
Dort herrscht Mnenosyne, die G├Âttin des Vergessens, und ihr wird gelauscht.
Was hat sie uns zu erz├Ąhlen, die Zeit, wenn sie nackt ist, ganz ohne Worte.
Die Gedanken wollen nicht ziehen. Sie haben sich nieder gelassen, vielleicht noch nicht
fl├╝gge?
Und doch soll hier alles " curare " -"Heilung" - bringen.
Denn " mit der Zeit" sind wir, nie ohne, wir haben sie nicht die Zeit,
wir gehen in ihr auf.
Das macht uns umg├Ąnglich, und wir reden wieder mit dem Bootsbauer in unserem Kopf
sind wieder "con-sonare" im ein-gleich-mitklang!
Unser Gehirn, eine Arche ohne Tiere, aber gleichwohl kehren die Gedanken zur├╝ck an Bord,
wenn die Bilder, erst einaml, im Kopf in Bewegung geraten.
So setzen wir wieder ├╝ber " meta-phorein"" hin├╝bersetzen".
Wohin? Vielleicht in das alte Leben?
Was haben wir schon verloren?
Ein paar alte Schuhe und die Zeit.
Was ist das ?
EIn Gebilde aus Erinnerungen.
Ein Netz, so zart,
dass es manchmal reif ist f├╝r eine Kur,
oder auch nur f├╝r einen Spaziergang, bis man sich wieder findet?

Die Frage bleibt:
Wer ist Dr. John?

Vielleicht Marcel Proust: A la recherche du temps perdu....

lg
ralf
__________________
RL

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ENachtigall
Foren-Redakteur
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Hallo Robert,

quote:
Klingt Franz├Âsisch (Satzbau)

das war mir bislang nicht aufgefallen, aber jetzt wo Du┬┤s sagst ...
Eine h├╝bsche Nebenwirkung der unterlassenen Satzzeichen, dass die Lesesicht frei bleibt f├╝r diverse Nuancen.

Danke und lieben Gru├č,

Elke
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