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Leselupe.de > Kurzprosa
Du bist nicht allein
Eingestellt am 04. 07. 2004 10:23


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Anna Osowski
Routinierter Autor
Registriert: Jun 2004

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Vielleicht hat Gott
Adam nicht aus Lehm gemacht,
sondern aus Ton.

...


Prolog

Wenn Du morgens aufwachst, der Traum noch
verfangen in Deiner Seele, der Schlafsand noch in den
Augenwinkeln, das Haar zerzaust...
Dann lieg ich neben Dir und l├Ąchle Dich an.

Wenn Du Deinen Tee schl├╝rfst, langsam in den Tag
hineinkriechst, manchmal auch springst, Dir die Augen
reibst und tief Luft holst...
Dann steh ich hinter Dir und k├╝sse Deinen Nacken.

Wenn Du Dich an den Tisch setzt mit frischen
Br├Âtchen und einer Zeitung und noch immer der Traum
in Dir nachwirkt....
Dann bin ich ein Teil von Deinem Traum.


Assoziationen

Heute der Himmel so blau, dass es fast schon kitschig
war und der Sonnenuntergang, sch├Ân wie ein Poster.
F├╝r Minuten sa├č ich und starrte aus dem Fenster.
Zu sch├Ân. Nein, gerade sch├Ân genug. Genau richtig.

Bald glitt ich hinein in diese Gedanken, in eine Trance,
die mich auf die Wolken trug. Wolken, die meine
Phantasie an den Himmel gemalt hatte, ganz spontan.
Dann zog es mich immer weiter hinauf, bis das
Himmelblau mich ganz verschlungen hatte und ich gar
nicht mehr wusste wo ich aufh├Âre und der Himmel
beginnt...

Und dann kam dieser Ton. Ein einfacher Ton. Keine
Melodie, kein Rhythmus, einfach ein Ton. Ich lie├č ihn
nur klingen. Kein Grund, die Ohren zuzuhalten. Kein
Grund, ungl├Ąubig den Kopf zu sch├╝tteln. Er war einfach
da, der Ton. Zuerst h├Ârte ich ihn nur in meinen Ohren.
Schnell merkte ich, wie er mich mehr und mehr
ausf├╝llte, wie er ├╝berall sp├╝rbar wurde. Wie kann ich
einen Ton anders wahrnehmen als mit den Ohren?
Und fragte ich mich pl├Âtzlich: Wie konnte ich
den jemals ├╝berh├Âren?

Eine eigenartige Ruhe kehrte in mir ein. Schon brummte
eine warnende Stimme: Mal ihn nicht an die Wand!
Aber ach: noch immer mit diesem Ton im Ohr, lassen
sich doch phantastische Kompositionen an die Wand
malen. Die Palette reicht kaum aus. Der Pinsel liegt in
meiner Hand. Und ich f├╝hle erstaunt die Gewissheit,
dass ich diesen Ton immer h├Âren werde.
Ich habe die Wahl: Vor Ehrfurcht stumm f├╝r 100 Jahre
lauschend sitzen? Oder mir von dem Ton ein L├Ącheln
auf die Lippen zaubern lassen und ihm gestatten,
einen weiteren Ausdruck zu finden?


Epilog

Wenn Du in der Sonne liegst und ein Buch liest und
manchmal Deine Stirn in Runzeln legst, und einen
Schluck eiskaltes Wasser trinkst, ...
Dann k├╝sse ich den Tropfen Wasser aus Deinem
Mundwinkel.

Wenn Du an Dir selbst zweifelst und Dein Tun in Frage
stellst...
Dann f├Ąchel ich Dir ein wenig Luft zu, denn etwas
anderes vermag ich dann nicht zu tun.

Wenn Du Dich abends m├╝de ins Bett legst und die
Bettdecke bis ans Kinn ziehst und in die Sterne
blickst...
Dann bin ich Dein Stern.

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joyce
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Hallo Anna,

zum versinken sch├Ân.
Wie Liebe einen erf├╝llen kann und man selbst zur Stimmgabel wird.

F├╝r mich ist die Einteilung in Prolog/Assoz/Epilog nicht n├Âtig und eher etwas befremdend.
Doch das ist wohl eine Frage des Geschmacks.

Gruss
Joyce
__________________
Du musst das Leben nicht verstehen,dann wird es werden wie ein Fest.Und lass dir jeden Tag geschehen so wie ein Kind im Weitergehen von jedem Wehen sich viele Bl├╝ten schenken l├Ąsst. (Rainer Maria Rilke)

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joyce
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Nachtrag

ach und der Titel, Anna, mir ist er zu lang ;-)
er l├Ąsst etwas anderes erwarten....
J
oyce

__________________
Du musst das Leben nicht verstehen,dann wird es werden wie ein Fest.Und lass dir jeden Tag geschehen so wie ein Kind im Weitergehen von jedem Wehen sich viele Bl├╝ten schenken l├Ąsst. (Rainer Maria Rilke)

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Anna Osowski
Routinierter Autor
Registriert: Jun 2004

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Lieber Joyce.
Da sagst Du was...
Mit dem Titel habe ich auch immer wieder gerungen. Mir scheint, es gibt keinen wirklich passenden Titel daf├╝r. "Der Ton" war noch eine gedachte Alternative, das w├Ąre zumindest k├╝rzer. ;o)

Was die Dreiteilung betrifft, so war es mir daran gelegen, die gedanklich in zwei unterschiedlichen Gefilden gelagerten Str├Ąnge deutlich voneinander zu trennen. So wie in einer Zeichnung manchmal nur gedachte Linien die Komposition einteilen und manchmal klare sichtbare Striche Felder ein- oder auch zuteilen. Du hast nat├╝rlich Recht, notwendig ist es nicht. Ohne fehlt mir was. Irgendwie.

Lieben Gru├č
Anna
__________________
"Gro├če Geister m├╝ssen bereit sein, nicht nur Gelegenheiten zu ergreifen, sondern sie zu schaffen."
(Charles Colton, engl. Geistlicher 1780-1832)

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