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Leselupe.de > Ungereimtes
Du bist verrückt
Eingestellt am 30. 11. 2004 21:32


Autor
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Otto Lenk
Routinierter Autor
Registriert: Nov 2001

Werke: 620
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Du bist verrückt mein Kind
Sitzt in den Bäumen
Klebst grüne Plastikblätter
An die kahlen Äste

Du bist verrückt mein Kind
Stehst auf dem Dach
Lässt Papierschneeflocken
Auf die Erde fallen

Du bist verrückt mein Kind
Tanzt am Grabe deines Liebsten
Singst ihm deine Lieder
Und lachst und lachst und lachst

Nur manchmal in der Nacht
Wenn die Erinnerung kommt
Dann schreist du wild und weinst
Bist ganz verrückt

Mein armes liebes Kind

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Klopfstock
Guest
Registriert: Not Yet

Dieses "verrückte Kind" wie Du den Prot. in diesem Gedicht nennst,lieber Otto, versucht aus dem Leben krampfhaft noch etwas herauszuholen - herauszuholen, entgegen der Vergänglichkeit, entgegen dem Verlust.
Es versucht den Verlust und die Leere zu betäuben
mit Aktion.....
Nur, wenn der Tag vergeht und die Erinnerungen zu stark
werden, dann bricht es zusammen und schreit....schreit
gegen das Leben....

Ein mich sehr beeindruckender Text.

Herzlich
Klopfstock

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Sandra
Guest
Registriert: Not Yet

Lieber Otto

Berührend dein Text. In der letzten Strophe gibst du dem "Kind" einen Namen. Bis dahin weiß man nur bedingt, wie es um die Gefühlswelt des Prot. bestellt ist. Das Wort "verrückt" ist bei uns, wie in anderen Ländern auch, mehrmals und nicht nur im eigentlichen Sinne des Wortes belegt. Es kann auch durchaus positiv gewertet werden. Hier jedoch nicht.
In deinem Gedicht wirkt "das verrückte Kind", zudem was Irene schon sehr treffend gesagt hat, auf mich, als würde das lyrische Ich mit seinem Schmerz von der Umwelt nicht ernst genommen werden. Als würden die Menschen diesem "Kind" mit einer fahrigen Geste über die Stirn streichen und abwesend murmeln: Es wird schon alles wieder gut ...
Letztendlich wirkt der/die Trauernde(r) schrecklich allein mit seinem Kummer und darin steckt viel Wahrheit, weil - egal wie viele Menschen wir um uns haben - es nach dem Verlust eines geliebten Menschen doch immer so ist.

Ein wunderbares und tiefes Gedicht


Liebe Grüße
Sandra

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Uve Eichler
Festzeitungsschreiber
Registriert: Mar 2003

Werke: 80
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Hallo Otto Lenk,

eine wunderschön geschriebene Geschichte, die leicht nachvollziehbar ist.
Dadurch wird das Verrückte wieder ganz normal. Aber was ist schon normal?

Viele Grüße
__________________
Uve
(Man muss die Welt nicht verstehen, man muss sich darin nur zurechtfinden)

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