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Leselupe.de > Anonymus
Du darfst auch singen
Eingestellt am 02. 09. 2004 15:14


Autor
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Anonymous
Unbekannter Verfasser
Registriert: irgendwann




Du darfst auch singen



Die Wahrheit tut weh, sagst du, und dr├╝ckst deine Zigarette aus. Ich lecke mir den Melonensaft von den Fingern und beschlie├če, dass ich dich nicht h├Âre. Heute nicht. Ich sage dir auch nicht, dass Hoffnung ebenso weh tut. Heute will ich, dass du siehst, mit wie viel Hingabe ich esse. Ich mache es nur f├╝r dich. Der Saft l├Ąuft an meinem Kinn herab, tropft mir in den Scho├č und bildet ein klebriges Rinnsal auf meinen Schenkeln. Aber du willst mich nicht anschauen. Du willst gehen. Sonst nichts.

Die Melonenschale schaukelt leer auf dem Teller. Meine Br├╝ste schlagen schwer zur├╝ck gegen meinen Bauch, als ich mich vorbeuge, um ihrem Hin und Her ein Ende zu machen. Kannst du mich jetzt ansehen? Jetzt, wo ich dir Grund gebe, Belangloses zu sehen? Schau dich doch an, sagt dein Blick und ich sehe die Flecken auf dem Tisch, auf dem Teppich und auf mir. Sagtest du gerade Wahrheit tut weh?

Eine H├Âhle will ich f├╝r dich sein. Eine H├Âhle ohne Denken am Anfang von allem. Schwarz, dunkel und warm, in der es alles gibt, au├čer Spiegel. Das wird hart f├╝r dich werden, Baby, und du wei├čt es. Dein Schwei├č stinkt nach Angst. Die Schatten werden dich jagen bis du ein Mutiger wirst oder stirbst. Komm, du darfst auch singen, wenn du dich f├╝rchtest.

Schweigend lege ich meine klebenden Handfl├Ąchen aneinander und sehe dich an. Leise beginnst du zu summen und ich bin sicher, du wei├čt nicht, weshalb. Eben wolltest du mich noch verlassen, aber jetzt ist es zu sp├Ąt, nicht wahr? Ich will dich und deshalb lasse ich dich nicht raus, und wenn du verreckst. Ich wei├č, du musst zur├╝ckweichen, damit niemand vor dir zur├╝ckweicht.

Ich habe fast Mitleid mit dir, wie du da sitzt. Die H├Ąnde in die Sessellehne gekrallt, mit wei├čen N├Ągeln und blutleeren Lippen. Deine Augen stehen an der T├╝r. Sehen sie schon das gelobte Land? Komm, ich z├╝nde dir eine Laterne an, damit du dich nicht verirrst. Es ist besser, du gehst nackt.

Du leckst dir die Lippen und deine Augen sind so trocken, dass sich die Lider schwer an den Aug├Ąpfeln reiben. Ich kann es fast h├Âren. Es klingt wie das Ger├Ąusch von Fell, wenn eine Hand es streichelt.

Ja Baby, so f├╝hlt man sich, wenn man stirbt. Es ist wie Fallen. Das Zappeln dauert nicht lange, vertrau mir. Du darfst auch singen....

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Lotte Werther
Guest
Registriert: Not Yet

An Anonymous

Ein starker Text, bei dem f├╝r mich der Inhalt erst einmal nebens├Ąchlich ist. Ich las ihn und fand k├Ârperlich sinnliche Bilder, wenn auch nicht Gl├╝ck das Thema ist.

Einzig das Wort Baby st├Ârt mich. Tut aber der Qualit├Ąt des Textes keinen Abbruch.

Lotte Werther

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megan
Guest
Registriert: Not Yet

@ anonymus,
ich habe nichts gegen das wort 'baby' einzuwenden, ich finde diesen text - erstaunlich, meine note dr├╝ckt es aus, und ich gratuliere dem autor, da├č er einen text schrieb, der mir beim lesen die augen weitete.
gru├č megan

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megan
Guest
Registriert: Not Yet

ps : wenn du den mumm aufbringst, diesen text offen zu posten, bekommst du sicher eine zehn. hier unten im anonymen sumpf ist er verschenkt.
megan

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Anonymous
Unbekannter Verfasser
Registriert: irgendwann

sorry ... ich habe aus versehen den doppelten beitrag gesendet.

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Anonymous
Unbekannter Verfasser
Registriert: irgendwann

liebe lotte, liebe megan,

habt dank f├╝rs kommentieren und werten.

@lotte: ja, ich wollte bilder, die klarer sind, als im normalen allt├Ąglichen d├Ąmmerzustand.

@ megan: ich hasse das wort baby. aber dort passt es hervorragend, finde ich.

ich werde den mumm aufbringen. aber hier ruht er eine weile gut.

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