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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Du graues Paris
Eingestellt am 22. 01. 2017 18:10


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Emma Orlando
Hobbydichter
Registriert: Jun 2016

Werke: 2
Kommentare: 1
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Endlich wird es w├Ąrmer, die Sonne scheint jeden Tag f├╝r mich und die Arbeit ist nicht mehr so anstrengend. Damit meine ich auch, dass ich in den n├Ąchsten Tagen immer mal ├Âfter Urlaub habe.
So hatte ich auch Ende M├Ąrz ein paar Tage frei, weil ich nach Paris zu Carol fahren wollte. Es war nicht das erste Mal, dass ich nach Paris fuhr. Ich kenne diese Stadt, wie meine Hosentasche.
Ich freute mich riesig sie wiederzusehen. Und dies war ├╝beraus erstaunlich, weil wir uns noch gar nicht lange kannten. Aber ich hatte bereits das Gef├╝hl sie ein lebenlang zu kennen.
Carol konnte ich einfach alles erz├Ąhlen. Angefangen bei unseren Tr├Ąumen und Zielen bis hin zu unseren M├Ąnnergeschichten, Sex und Gef├╝hlen. Es war einfach wunderbar mit jemanden so offen zu reden, ohne Schamgef├╝hl, ohne Angst missverstanden zu werden.

An diesem Abend wollten wir das Schwulenviertel Le Marais unsicher machen und in einem Schwulenclub feiern gehen, in dem Carol ihre Aff├Ąre kennen gelernt hatte. Davor machten wir es uns in einer Bar gem├╝tlich, tranken einen Cocktail und erz├Ąhlten uns zwei Stunden alle m├Âglichen Geschichten. Der Alkohol stieg uns m├Ąchtig in den Kopf.
Es war bereits nach Eins. Wir gingen zu dem Club, wurden von dem T├╝rsteher aber nicht rein gelassen, weil wir keine schwule Begleitung dabei hatten. Leicht angepisst, ├╝berlegten wir, wo wir noch hingehen k├Ânnten.
An der Stra├čenecke blieben wir stehen. Aus dem Augenwinkel sah ich drei Kerle auf uns zukommen und ich hielt Carol an, nicht weiterzugehen. Wie mir bereits mein inneres Gef├╝hl sagte, best├Ątigte es sich dann auch, und die Kerle sprachen uns an, ob wir in der N├Ąhe einen Club zum Feiern kennen w├╝rden. Wir meinten nur, dass wir auch bereits vergeblich suchen und keinen finden. Sie fragten uns, ob sie uns begleiten k├Ânnen. Ja klar, warum nicht?
So zogen wir also zu f├╝nft weiter und schnell wurde klar, wer zu wem geh├Ârte und mit wem ging. Nach unendlichen Versuchen in einen Club zu kommen, lie├čen wir uns dann schlie├člich dazu ├╝berreden bei ÔÇ×KadirÔÇť ein Bier trinken zu gehen. Er war ein Freund von den drei M├Ąnnern. Jetzt wurde auch klar, dass wir T├╝rken aufgerissen hatten: Mus, Selim und einen Cousin von Mus (Name aus keiner gr├Â├čeren Bedeutung vergessen). Carol und ich tranken also brav unser Bier, obwohl das f├╝r unseren Kopf eigentlich schon zu viel war. Kadir schloss sich danach unserer Gruppe an, weil er meinte einen Club in der N├Ąhe zu kennen.
Haha, dachten wir, so naiv wie wir waren.

Letztendlich irrten wir nur durch die Stra├čen von Marais. Selim und ich bildeten immer das Schlusslicht. Wir verstanden uns super und alberten die ganze Zeit herum. Die Gespr├Ąche mit ihm waren angeregt und endlos. Man merkte, dass ein gewisses Feuer zwischen uns herrschte. Er nahm meine Hand und besch├╝tzte mich vor jedem Hindernis, er war einfach beeindruckend.
Aber einen Club fanden wir trotzdem nicht. Mus hatte die Idee zu einem Club zu fahren, der sich auf einem Boot auf der Seine befand. Nach einigem Hin und Her, ob wir nun mit den Kerlen in ein Auto einsteigen sollten, um zu diesem Club zu fahren, lie├čen wir uns schlie├člich ├╝berreden und stiegen bei ihnen ein. Eingequetscht neben Selim und dem Cousin, dessen Namen niemand mehr wei├č, fuhr Mus also mit uns los. Dabei wurden mal wieder alle t├╝rkischen Klischees erf├╝llt.
Er drehte seine Musik (Titelmusik von Fast&TheFurious) laut auf, der getunte Motor dr├Âhnte. Wir waren die ganze Zeit am Lachen. Carol schob bei jedem Versuch von ihm schneller zu fahren Panik, da wir alle getrunken hatten.

Angekommen, gab es aber auch kein Boot an der Seine, dass Anschein zum Feiern erweckte. Selim erz├Ąhlte mir, dass sie absichtlich eine falsche Adresse eingegeben hatten, um uns zu ├╝berreden mit ihnen nach Hause zu fahren.
Jeder n├╝chterne Mensch mit Verstand h├Ątte an dieser Stelle bereits die Flucht erschlagen. Allerdings ├╝berh├Ârten wir diese Warnung.

Wir gingen also wieder zur├╝ck zum Auto und fuhren weiter. Zwischendurch kauften Carol und Mus noch Whisky, Cola und Knabberzeug beim Sp├Ąti ein. Wir fuhren in den Norden von Paris, eine etwas mysteri├Âse Gegend. Die Fahrt nahm kein Ende und wir fingen etwas an zu Zweifeln. Aha!
Trotzdem lie├čen wir uns den Spa├č nicht nehmen. Selim versuchte mich w├Ąhrend der ganzen Fahrt zu k├╝ssen, doch ich blockte ihn st├Ąndig ab. Denn ich liebe es zu spielen, haha.
Angekommen in der Wohnung von Mus machten wir es uns auf dem Sofa bequem und die Shisha wurde angez├╝ndet, der Whisky gemixt und geraucht. Ich kuschelte mich an Selim. Ein Whisky nach dem anderen folgte. Carol war bereits m├Ąchtig betrunken. Nachdem wir einige Becher getrunken hatten, ging Mus mit Carol in sein Schlafzimmer, welches sich eine Etage ├╝ber uns befand.
Jetzt war ich allein mit Selim. Und auf einmal ging alles so schnell. Es wurde dunkel und ich sp├╝rte nur noch, wie sich Selim ├╝ber mich legte, komplett nackt. Er fiel sofort ├╝ber mich her, dass es mir sogar weh tat, allein schon mit der H├Ąrte wie er vorging. Ich schrie auf und sagte, dass er vorsichtiger sein soll. Ich schob dieses unkontrollierte Handeln auf den Alkohol.
Er besserte sich auch sofort. W├Ąre das nicht so passiert, h├Ątte ich mir wahrscheinlich was einfallen lassen m├╝ssen das schnellst m├Âglich zu beenden. Aber dann wurde es sogar richtig sch├Ân. Ich hatte vorher noch niemanden so erlebt, der so schnell die Stellungen wechseln kann. Ich kam nicht mehr hinterher. Schlie├člich war ich oben, hatte die volle Macht ├╝ber das Tempo und legte erstmal einen Gang zur├╝ck.

Keinen Moment sp├Ąter h├Ârte ich pl├Âtzlich Schreie von oben und Carol kam hysterisch die Treppen herunter gerannt. Sie schrie, dass Mus versucht h├Ątte sie zu vergewaltigen und wir sofort abhauen m├╝ssen. Kaum hatte Carol ihren Satz beendet, st├╝rmte der halbnackte Mus hinterher und laberte irgendetwas auf T├╝rkisch. Ich total perplex sa├č immer noch nackt auf Selim, hatte es aber bis dahin geschafft mir eine Decke zu krallen und mir diese so ├╝berzuziehen, dass man nichts mehr sehen konnte.




Ein totales Chaos war ausgebrochen, jede Schamgrenze ├╝berschritten, kurz um: Es h├Ątte nicht mehr schlimmer kommen k├Ânnen!
In Reiterstellung versuchten nun also Selim und ich das Chaos aufzukl├Ąren und Carol zu beruhigen. In der Zeit als die beiden sich auf T├╝rkisch absprachen, redeten wir auf Deutsch und ich meinte zu ihr:
ÔÇ×Selbst, wenn du gehen m├Âchtest, kann ich das vollkommen verstehen. Ich bin dir dann auch nicht b├Âse, aber wir bleiben zusammen, auch, wenn ich mich jetzt vor euch allen anziehen m├╝sste. Dann lass uns jetzt abhauen und sofort ein Taxi holen.ÔÇť
Ich sp├╝rte die Blicke von Mus, der wie eine notgeile Sau darauf wartete von meiner nackten Haut etwas zu erhaschen. So etwas ist mir noch nie in meinem Leben passiert! Es war einfach alles nur total bizarre und merkw├╝rdig, dazu noch in flagranti erwischt zu werden. Eingeh├╝llt in meiner Decke hatte ich es nun endlich geschafft von Selim so herunter zu klettern, dass keiner mich nackt sah. Ich lie├č Selim unter die Decke und sa├č mit ihm nebeneinander auf dem Sofa. Carol hatte sich etwas beruhigen k├Ânnen, denn sie sa├č bereits wieder rauchend mit einer Whisky-Cola auf dem Sofa nebenan. Aber Mus verstand die Welt nicht mehr. Er w├╝sste nicht, was er falsch gemacht h├Ątte.
Allgemein war es schwierig die Situation aufzukl├Ąren, weil beide heftig betrunken waren. Mus war einfach nur unheimlich, als er sich pl├Âtzlich neben mich unter meine Decke setzte und versuchte mich zu befummeln. Ich war nackt!! Ich schrie ihn an, dass er sich verpissen solle. Zum Gl├╝ck tat er das dann auch. Ich war so ├╝bergl├╝cklich, dass wir mit Mus nicht allein waren, sondern, dass Selim bei uns war und er es immer wieder schaffte, die Situation zu retten und Mus im Zaum zu halten. Unglaublich war auch, dass Carol und ich die ganze Zeit so einen Besch├╝tzersinn f├╝r den anderen hatten, obwohl wir uns kaum kannten.
So verblieben wir dann auch dabei, dass Selim, Carol und ich die restlichen Stunden im Wohnzimmer schlafen werden und Mus in seinem Schlafzimmer. Carol und ich legten uns also mit der Decke auf das eine Sofa, Selim auf das andere.
Nach einer Weile fing Selim an zu jammern, dass ihm kalt sei und er kam zu uns r├╝ber. Er legte sich zwischen uns beide. Das h├Ątte er wohl besser nicht machen sollen, denn auf einmal kamen mir richtige Zweifel, ich bekam Angst. Ich fragte mich, ob er uns zu irgendetwas provozieren wollte, zu einem Dreier?

Die Situation war reichlich merkw├╝rdig und ich verpisste mich auf das andere Sofa. Es dauerte nicht lange, dann kam Selim mir hinterher gekrochen und fragte mich, warum ich so rumzicken w├╝rde. Ich sagte, dass ich es unglaublich komisch fand und was das eben sollte. Dann krabbelte ich wieder zur├╝ck zu Carol und Selim fragte, ob er sich denn dann wenigstens neben mich legen kann. Ich schlief in seinen Armen ein.
Nach drei Stunden weckte er mich, in dem er mich am Hals k├╝sste. Es war bereits hell. Er fing wieder an mich zu streicheln und mich ├╝berkam eine pl├Âtzliche Lust. Dann legte er sich ├╝ber mich. Carol lag immer noch total dicht neben mir, aber sie schlief (das glaubten wir). Ich sagte zu Selim, dass wir hier nicht direkt neben Carol Sex haben k├Ânnen, weil ich Angst hatte, sie zu wecken. Davon lie├č er sich aber nicht abschrecken und er v├Âgelte mich direkt neben der schlafenden Carol. Keine Angst vor Verlusten.

Schlie├člich wurde uns die Situation doch zu hei├č und er wollte, dass ich mit ihm nach oben gehe. Ich kletterte ├╝ber Carol und folgte ihm die Treppen nach oben. Ich folgte ihn bis ins Bad. Dann schloss er die T├╝r. Er k├╝sste mich, seine H├Ąnde glitten ├╝ber meinen K├Ârper. Ich trug nur meinen BH und mein viel zu gro├čes graues Hemd. Er zog mein Hemd nach oben und krallte sich in meinen Arsch. Damit hatte er gewonnen. ÔÇ×Couche toi.ÔÇť, sagte er und ich legte mich auf den Badvorleger. Gut, ich hatte schon besser gelegen, aber das war in diesem Moment nur Nebensache.
Er st├╝rzte sich ├╝ber mich und brachte mich in der n├Ąchsten Stunde so zum Schwitzen, dass es mir v├Âllig egal war, dass Mus die ganze Zeit ins Bad h├Ątte platzen k├Ânnen. Allein schon vom L├Ąrm, w├Ąre dies absehbar gewesen. Ich wurde lange nicht mehr so gut ge...liebt, wie in dieser Nacht. Dass T├╝rken es drauf haben, ist nun bei mir notiert. Wir machten so einen L├Ąrm, dass sogar Carol eine Etage weiter unten uns h├Ârte und sie sp├Ąter zu mir sagte, dass sie mega neidisch darauf war, wie es bei uns abging.
Als wir fertig waren, sah ich so zerst├Ârt aus, dass man h├Ątte denken k├Ânnen, ich w├Ąre gerade von der Stra├če aufgewacht. Er fuhr sich mit ein bisschen Wasser durch die Haare. Er war einfach so unglaublich sexy mit seinen nassen Haaren! Wie h├Ątte man da bitte widerstehen k├Ânnen?! Und dazu kam noch seine Sprache, die auch einfach so unglaublich sexy war. So etwas Wunderbares kann man doch nicht anbrennen lassen!

Ich verteidige jetzt mein eigentlich vorhandenes schlechtes Gewissen gegen├╝ber meinen Freund, welches aber ganz und gar nicht vorhanden war.
Er grinste mich an, gab mir einen Klapps auf den Arsch und wir gingen leise wieder die Treppen herunter. Bei jedem Schritt quietschte sie extrem laut. Wir legten uns vorsichtig wieder neben Carol, konnten aber nicht mehr einschlafen. Er nahm mich in seine Arme.
Irgendwann wurde Carol munter, stand auf und meinte, dass sie unbedingt hier raus m├╝sste. Sie wollte sich einen Kaffee kaufen, eine rauchen und dann wieder zur├╝ckkommen.

Kaum war sie aus der T├╝r verschwunden, sp├╝rte ich Selims H├Ąnde wieder zwischen meinen Beinen. Wir konnten beide nicht genug voneinander bekommen. Er kletterte ├╝ber mich und kniete sich vor mich hin.
Pl├Âtzlich h├Ârten wir wie Mus die quietschende Treppe nach unten kam. Selim legte sich schnell wieder neben mich hin und wir zogen uns die Decke ├╝ber. Mus fragte, wo Carol hin sei. Seine Laune war immer noch nicht besser als einige Stunden zuvor. Aber der Alkohol war nicht mehr sp├╝rbar, au├čer der Kater, der sich in seinem Gesicht bemerkbar machte.

Dann schaute er mich an und legte sich neben mich und Selim. Dabei lag ich zwischen den beiden. Er legte seine Hand auf meinen nackten Oberschenkel und streichelte ihn. Nur zur Information: Ich hatte nur mein Hemd und meinen Tanga an. Ich schrie ihn an, dass er mich nicht anfassen soll. Er legte sich verdammt nah an mich und fl├╝sterte mir zu, dass er Lust auf einen Dreier h├Ątte. Ich bekam Panik, schaute Selim hilfesuchend an und hoffte, dass er mich besch├╝tzte. Selim sagte etwas auf T├╝rkisch, aber Mus stand nicht auf. Ich klammerte mich an Selims Brust, wie ein hilfloses ├äffchen. Ich wurde skeptisch und wusste, wenn jetzt etwas passieren w├╝rde, w├Ąre ich den beiden v├Âllig ausgeliefert. Ich k├Ânnte mich gegen die beiden nicht wehren.
Und Carol war verschwunden.
Meine Angst schn├╝rrte mir die Luft ab. Dann sah ich, wie Selim seinen Kopf sch├╝ttelte und seinen Arm um mich lag. MusÔÇś Stimme klang angepisst und aggressiv, aber dann stand er auf und ging die Treppen wieder nach oben.
Keine Minute sp├Ąter ging die Haust├╝r auf und Carol stand im Wohnzimmer mit ihrem Kaffee. Ich atmete auf. Schockierend erz├Ąhlte sie mir, in was f├╝r einem mysteri├Âsen und gruseligen Stadtviertel wir sind. Ich stimmte ihr zu, dass wir besser verschwinden sollten. Kaum aufgestanden, wollte Selim uns ├╝berreden noch ein bisschen zu bleiben. Ich antwortete ihm, dass wir schon viel zu lange als vorgehabt geblieben sind und, dass sich Carol wegen Mus unwohl f├╝hlt. Verst├Ąndlich logischerweise.
Ich suchte meine Klamotten zusammen, die ├╝berall verstreut neben dem Sofa und unter dem Tisch lagen und zog mich wieder an. Dann fragte mich Selim, ob wir in Kontakt bleiben k├Ânnen und ich gab ihm meine Nummer. Ich gab ihm noch einen letzten Abschiedskuss. Er sa├č immer noch unter der Decke sitzend auf dem Sofa. Und Carol und ich verschwanden aus der T├╝r. ÔÇ×Ciao.ÔÇť, und ich schloss hinter mir die T├╝r.


Es war grau und kalt. Als wir das Tor hinter der Einfahrt verlie├čen, schauten wir auf eine H├Ąuserzeile mit Nadelb├Ąumen. Alle dicht an dicht gebaut. Die Stra├če und der Fu├čweg waren teilweise kaputt. Wir wussten nicht wohin und entschlossen uns dazu die Stra├če weiter nach unten zu laufen. Carol meinte dort den Bahnhof gesehen zu haben. Beim Laufen erz├Ąhlte ich ihr die Story mit dem Dreier und Carol bekam einen erneuten Ekelanfall. Ich schaute auf meinen dunklen Handybildschirm und sah mein zerzaustes und total zerst├Ârtes Gegen├╝ber. Meine Haare waren verfitzt, fettig. Mein Make-Up war verschmiert. Ich ├Ąhnelte einer Eule.
Dann sagte ich etwas emp├Ârt zu Carol: ÔÇ×Das ist doch nicht wirklich passiert!ÔÇť
Sie schaute mich an und antwortete: ÔÇ×Mir geht das Ganze auch gerade in Dauerschleife durch den Kopf. Das ist alles so unreal, so unbegreiflich.ÔÇť
So wie wir zum Bahnhof liefen, verarbeiteten wir beide die Geschichte von letzter Nacht im Kopf. Wir redeten nicht viel miteinander. Jeder war in seinen eigenen Gedanken gefangen. Zwischendurch folgte immer wieder ein Kommentar wie: ÔÇ×Stell dir vor, die beiden h├Ątten b├Âse Absichten gehabt!ÔÇť oder ÔÇ×Der h├Ątte mich beinahe vergewaltigt!ÔÇť oder ÔÇ×Gott sei Dank war Selim noch da. Wer wei├č, was sonst ohne ihn passiert w├Ąre!ÔÇť.

Wie schnell sich ein entspannter Abend in eine Katastrophe verwandeln konnte, wurde uns in diesen Sekunden bewusst. Auf dem Weg begegneten wir sehr unheimlichen Gestalten mit weiten wei├čen Gew├Ąndern oder komplett in Schwarz gekleidet. Sie ├Ąhnelten Sektenmitgliedern. Wo waren wir hier blo├č? Im Norden von Paris, in irgendeinem Vorort!
Wir wollten nur noch hier weg und das ganz schnell! Am Bahnhof vom TER angekommen, wurden wir noch von so einem Sektenmann angequatscht. Es wurde immer unheimlicher. Am Gleis warteten wir auf unserem Zug. Dann stiegen wir einfach ein, ohne auch nur irgendeine Anstalt zu machen, ein Ticket zu kaufen. Wir setzten uns stumm auf einen Vierer und fuhren bis zur n├Ąchsten Pariser Metro-Station.
Das Wetter wurde nicht besser. Die grauen Wolken hingen tief ├╝ber Paris und unsere Stimmung wurde nur noch bedr├╝ckender. Ich hatte Hunger, Durst und war ├╝berm├╝det. Carol kaufte sich an der Metro-Station eine Flasche Wasser. Mir war unglaublich unwohl an dieser Haltestelle. Wir waren immer noch nicht im Stadtzentrum und das merkte man anhand der Menschen. Die Gestalten machten uns Angst. Man merkte f├Ârmlich diese Anspannung in der Luft und wir hatten das Gef├╝hl, dass uns jeder anstarrte. Es war wie in einem schlechten Thriller. Ich hatte Angst, dass in jeder Sekunde eine Schie├čerei losgehen w├╝rde, als so unheimlich empfand ich die ganze Situation.
Mir wurde klar, wie naiv wir waren und, wie leicht es war Opfer zu werden und, dass man als M├Ądchen keine Chance hat, sich zu wehren.
Wir k├Ąmpften noch den ganzen restlichen Tag mit diesem Schock.

Zu Hause angekommen bei Carol legten wir uns erstmal hin und schliefen bis abends durch.
Als wir Hunger bekamen, beschlossen wir einkaufen zu gehen, um einen gem├╝tlichen M├Ądchenabend vorzubereiten mit Eis, Nudeln, Schokolade, Wein und paar Kippen. Wir wollten nichts mehr von M├Ąnnern h├Âren. So kochten wir uns Nudeln, setzten uns in die K├╝che und quatschten.
Als uns ihre Mitbewohner fragten, wo wir die ganze Nacht gewesen waren, antworteten wir, dass wir feiern waren und erst gegen Mittag wieder nach Hause gekommen sind.
ÔÇ×Habt ihr jemanden kennengelernt?ÔÇť
ÔÇ×Nee, das war ein reiner M├Ądchenabend!ÔÇť
Auch, wenn wir ihnen diese L├╝ge auftischten, unsere Blicke sprachen die Wahrheit und mir huschte ein Schmunzeln ├╝ber die Lippen.

In diesen paar Tagen wuchsen Carol und ich aneinander, wie zwei beste Freundinnen. Diese Gefahrensituation, diese eine Nacht mit den beiden T├╝rken hat uns zusammengeschwei├čt, so sehr, dass wir uns alles anvertrauen konnten.
Ich wollte Carol von da an nicht mehr als Freundin missen.

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