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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Du hast Deine Geschichte, für die Du verantwortlich bist. Dein Leben kann gelingen
Eingestellt am 11. 04. 2012 17:03


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Winfried Stanzick
Routinierter Autor
Registriert: Aug 2011

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Rezension zu:

Andreas Salcher, Ich habe es nicht gewusst, Ecowin 2012, ISBN 978-3-7110-0021-7


Andreas Salcher ist mit seinen Büchern zu einem leidenschaftlichen Anwalt für mehr Achtsamkeit im Umgang der Menschen miteinander und mit sich selbst geworden. Seine im Salzburger Ecowin-Verlag erschienenen Werke sind auch einem deutschen Publikum seit einigen Jahren ein Begriff geworden.

In seinem Buch „Der talentierte Schüler und seine Feinde“ schrieb er etwa an gegen eine massenhafte Talentvernichtung an unseren Schulen. Auch „Der verletzte Mensch“ und „Meine letzte Stunde“ waren Bücher von hoher Intensität, in denen sich Salcher ausführlich und bis in Tiefen seiner eigenen Seele und Persönlichkeit mit seinen Themen befasste. „Meine letzte Stunde“ etwa war ein flammendes und lebendiges Plädoyer dafür, die Unachtsamkeit gegenüber unserem eigenen Leben aufzugeben, es endlich wertzuschätzen und sich dann eben auch mit seinem Ende auseinanderzusetzen. "Machen Sie sich die letzte Stunde zum Freund, anstatt ihr unvorbereitet als Fremder zu begegnen."

Nun hat er ein neues Buch geschrieben, dass er seinem Enkel in der Zukunft widmet. Es liest sich wie eine Zusammenfassung seines Denkens, Arbeitens und Lebens und handelt von der Verantwortung unserer Generation gegenüber den kommenden Generationen unserer Kinder, Enkel und deren Kindern.

In drei Kapiteln beschreibt Salcher den Weg von der Ohnmacht des Menschen, seinem Gefühl, nichts tun zu können, das er vermittelt bekommt von seiner Torheit, seiner Ignoranz, seiner Blindheit , seiner Angst und seiner ungerichteten Wut - hin zur Macht und zum Mut.

Macht ist für ihn der freie Wille, einer völlig unterschätzten und missachteten Gabe, die den Menschen von allen anderen Lebewesen unterscheidet. Macht drückt sich aus im Mut, Fragen zu stellen gegen die so allmächtig daherkommende Gleichgültigkeit, in dem, was wir alles in der Hand haben, was wir tatsächlich tun können und, sein Lieblingsthema, in der Revolution, die in unseren Schulen möglich und nötig ist.

Zum Mut kommen wir, wenn wir unsere Ohnmacht erkennen und mit dem, was in unserer Macht liegt, überwinden hin zur Zivilcourage, zum Zeigen von wirklicher und unerschrockener Haltung und im Treffen von Entscheidungen, im Kleinen wie im Großen. Denn in vielen Dingen des Alltags und des Lebens haben wir die Wahl. Jeden Tag haben wir die Möglichkeit, uns selbst zu verbessern und so beizutragen, dass auch die Welt besser wird. Eine alte Geschichte, die Salcher erzählt, drückt aus, was er seinen Kindern und deren Nachkommen zeigen möchte:
„Ein alter Indianer saß mit seinem Enkelsohn am Lagerfeuer. Es war schon dunkel geworden und das Feuer knackte, während die Flammen in den Himmel züngelten. Der Alte sagte nach einer Weile des Schweigens: ‚Weißt Du, wie ich mich manchmal fühle? Es ist, als ob da zwei Wölfe in meinem Herzen miteinander kämpfen würden, einer von beiden ist rachsüchtig, aggressiv und grausam. Der andere hingegen ist liebevoll, sanft und mitfühlend.’ – ‚Welcher der beiden wird den Kampf um Dein Herz gewinnen?’ fragte der Junge. ‚Der Wolf, den ich füttere’, antwortete der Alte.“

Es ist ein Buch, das sich an die Herzen seiner Leser richtet, nüchtern und engagiert zugleich, voller Hoffnung und dennoch realistisch:
„Am Ende des Tages bleibt von uns nur der Tropfen im Ozean. Dieser Tropfen muss keine Träne sein. Du hast Deine Geschichte, für die Du verantwortlich bist. Dein Leben kann gelingen. Wer will nicht Teil von etwas Bedeutendem sein. Wer will nicht auf der richtigen Seite gestanden sein. Wie gut wäre das Gefühl, wenn Du eines Tages auf die Frage nach Deiner Verantwortung antworten kannst: Ich habe es gesehen, ich habe getan, was ich konnte, und das Schöne war, ich bin nicht allein geblieben.“

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