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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Du hast nicht immer drei Wünsche frei...
Eingestellt am 13. 01. 2003 09:12


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Silberstreif
???
Registriert: Jun 2001

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Du hast keine Ahnung, wie du in diese missliche Lage gekommen bist. Auf den Spuren des in die Jahre gekommenen Rotkäppchens, verführt durch den geifernden Päderasten, der auch vor Omas nicht zurückschreckt? Jedenfalls ist Blumenpflücken nicht die primäre Absicht, die dich in diesen Wald geführt hat. Doch welches ist sie tatsächlich?
Angesichts der Tatsache dass es bereits zu dämmern beginnt, du den Weg längst nicht mehr als solchen erkennen kannst, ist das "Warum bin ich hier drin?" doch nicht mehr so nachdenkenswert, als das "Wie komme ich hier wieder raus?". Dir fehlt eine gute Idee. Dir fehlt jegliche Idee.
Die Sache mit Rotkäppchen ist vielleicht doch nicht so abwegig, scheinen dich doch die Bäume behalten zu wollen, märchenhaft sich totenschwarz umschlingend, erdrückend. Ein Vorankommen ist somit äusserst beschwerlich.
Dir hockt kichernd und bösartig ein Schauder im Genick, der nach seinem Gutdünken deinen Rücken hinab und wieder hinaufschleicht. Genüsslich jedes aufgestellte Härchen anerkennend. Manchmal dringt er deine Hosenbeine hinab, in der Absicht dir Angst einzujagen.
Hast du Angst?
Vielleicht jetzt, nachdem die hereingebrochene Schwärze zu glotzen beginnt. Ein kurzes Aufglimmen erst, hier und da, schwer als Augen zu deuten, doch spürbar bohrend. Am schlimmsten ist die Ahnung, dass sich hinter dir was tut, was du nicht siehst, nicht kontrollieren kannst.
Das Glotzen nimmt zu, gibt sich zu erkennen in paarweisen gelb- und grünglimmenden Augen. Hockt das Viehzeug in den Bäumen und lauert dir auf? Wirst du gleich angefallen von hungrigen, geifernden Kreaturen in schmatzender Gier?
Du würdest jetzt wirklich gerne laufen, rennen, fliehen. Doch die wie liebstoll sich umarmenden Bäume lassen dir keine Chance. Ihre blutigen Hinterlassenschaften auf deinen Armen und in deinem Gesicht kannst du nicht sehen, doch spüren.
Du bleibst stehen. Du gibst auf. Du starrst in die Schwärze und sie öffnet sich. Erst ein Punkt, hell, dann zu einem rechteckigen, erleuchteten Fenster werdend.
Du kannst es nicht glauben. Aber du kannst auch an diesen Wald nicht glauben.
Wird es zurückweichen, wenn du dich ihm näherst? Wird es wieder verschwinden? Wird der wölfische Päderast dahinter lauern?
Doch du bist kein Kind mehr und du glaubst nicht mehr an Märchen.
Du gehst los, auf das erleuchtete Fenster zu und es verschwindet nicht. Es bleibt da, in eine Hütte eingebaut. Darüber dringt kringelnd weisser Qualm aus einem Schornstein. Regelrecht malerisch.
Ein wenig fürchtest du dich davor, der Hütte zu nahe zu kommen, immer noch in dem Glauben, dass sie verschwinden könnte. Dein Blick durch das Fenster wird dir verwehrt, durch dichte Vorhänge. Du wischst deine schweißnassen Hände an deiner Hose ab, räusperst dich, trittst an die massive Holztür und klopfst. Erst zögerlich, dann noch einmal, fester.
Es tut sich nichts. Als hättest du es geahnt. Nur eine erneute Unwirklichkeit. Du willst gerade weggehen um die Hütte zu umrunden, als die Tür geöffnet wird und du nur noch fassungslos auf das Wesen starren kannst, das im Türrahmen steht.
Vor dem Licht das in der Hütte scheint, hebt sich die Gestalt zunächst schwarz ab, doch erkennst du bald das ganze Wunder ihrer Erscheinung. Sie starrt genauso wie du. Ungläubig und erschrocken. Sie hat nicht mit dir gerechnet, genausowenig wie du mit jemandem wie ihr gerechnet hast.
Leicht unordentlich wirken ihre Haare, dadurch dass sich einzelne Strähnen gelöst haben und locker auf ihre Schultern fallen. Silberne Glitzerreflexe funkeln in ihren Haaren. Das bodenlange, silberne Kleid ist schulterfrei und schmiegt sich an ihren Oberkörper. Der untere Teil ist ausgestellt, über und über mit Silberfäden und -perlen bestickt. Durch die Haarsträhnen ist ihr Gesicht eingerahmt wie von einem Schleier.




Ein Gesicht, wie du es noch nie gesehen hast. Die reine, einzigartige Schönheit blickt dich forschend an. Ernst, gar abweisend, doch beschützenswert. Lieblich, fast durchscheinend, doch entschlossen.
Sie fasst sich zuerst und fragt sanft:
"Was tust du hier?"
Du weisst nicht, ob du jemals deine Stimme wieder gebrauchen kannst, doch artikulierst du nach einer Weile stotterfrei:
"Ich habe mich verlaufen. Ich weiss nicht, wie ich in diesen Wald geraten bin und wie ich hier wieder rauskomme."
"Du hast einen Fehler gemacht, hierherzukommen."
"Wieso? Kannst du mir nicht helfen?"
"Ich bin die Fee. Und wer die Fee sieht, kommt nie wieder von ihr los."
'Wäre ja nicht die schlimmste Folter', denkst du, immer noch benebelt und verwirrt.
Sie tritt leicht zur Seite und macht eine einladende Geste. Ihr Ausdruck scheint betrübt. Du zögerst. Doch nur kurz. Entschlossen gehst du an ihr vorbei in die Hütte. Dabei streifst du ihr Kleid, dessen Rascheln wie das Blätterrauschen im Herbst klingt. Du erhaschst einen Duft nach Waldbeeren und -blumen.
Den nahezu kahlen Raum beherrscht ein riesiges Feuer in einem rußgeschwärzten Kamin. Wohlige Wärme umfängt dich, doch auch prickelnde Aufregung. Du drehst dich um, sie steht hinter dir. Du hast das Schliessen der Tür und ihr Näherkommen nicht bemerkt. Im Schein des Feuers kannst du sie genauer betrachten. Sie hat durchdringende grüne Augen, umrahmt von dichten, schwarzen Wimpern. Wie zartes Spinnengewebe ziehen sich Silberfäden durch ihr schwarzes, hochgestecktes Haar. Ihre Haut ist nicht blass, doch von unglaublicher Zartheit. Vollkommen der Übergang von Hals zur Schulter.
Du kannst nicht aufhören sie anzustarren. Dir ist noch nie ein derartiges Geschöpf begegnet, mit einer solchen Anziehungskraft und Ausstrahlung. Sie sieht dich ebenso offen und unverhohlen an. Ihr Blick ist neugierig, forschend und ernst. Dir fällt ein, dass du sie noch nicht lächeln sahst. Ihr Lächeln muss überwältigend sein. Schon lächelst du selbst sie an, doch sie erwiedert es nicht. Ihr Ausdruck bleibt ernst, ihre Augen sogar traurig. Vielleicht auch ein wenig müde.
Sie legt ihre Hand auf deine Brust und schiebt dich auf einen rohen Holzstuhl mit hoher Lehne zu, der mitten im Raum steht. Du bist erstaunt über die Stärke ihrer Berührung. Ihre Hände sind feingliedrig, doch nicht klein. Wunderschöne Hände.
Du setzt dich bereitwillig auf den Stuhl. Sie lässt dich nicht los, streicht sanft über deine Schulter, deinen Oberarm, deinen Hals und schließlich streichelt sie dein Gesicht. Fest, doch zärtlich. Kribbelnd und unendlich aufregend für dich. Sie legt ihre Hand in deinen Nacken und hält dich einfach nur eine Weile so fest. Du fühlst dich absolut geborgen und sicher. Und du spürst eine Vertrautheit und Verbundenheit, die du noch niemandem entgegengebracht hast.
Sie füllt den Raum, sie füllt dich aus mit ihrer Sinnlichkeit, die so fern ist von allem von dir bisher erlebten, dass die Situation immer unwirklicher erscheint, du trotzdem noch nie so real, so intensiv, so vielfältig empfunden hast.
Sie geht langsam um deinen Stuhl herum, begleitet von dem feinen Rascheln ihres Kleides, und bleibt hinter dir stehen. Mit beiden Händen fasst sie dich an den Schultern, streicht deine Oberarme hinab, zieht die Ellenbogen leicht nach hinten, streicht über deine Unterarme und führt deine Handgelenke zusammen. Du lässt alles mit dir geschehen, auch als du spürst, dass sie ein Tuch um deine Handgelenke schlingt.
Du hast eine unbändige Lust sie zu berühren, doch wird dir diese Möglicheit vereitelt. Du ziehst und zerrst, doch du bekommst deine Hände nicht frei. Gleichzeitig bist du in gespannter Erregung. Du wartest darauf, was jetzt passiert. Ihre Worte klingen dir noch im Ohr: 'wer die Fee sieht, kommt nie wieder von ihr los.'
Weil sie alle die ihren Weg kreuzen, oder an ihre Tür klopfen, kidnappt? Fesselt, knebelt und in dunkle Verliese im Keller sperrt? Du kannst es nicht glauben, dennoch irritiert dich die Tatsache, dass du förmlich unbeweglich auf diesen Stuhl fixiert scheinst. Jegliche Kraft oder auch jeglicher Wille dich zu befreien sind dir abhanden gekommen.
Sie stellt sich vor dich und schaut dich aus ihren wissenden Augen an.
Der Wunsch sie zu berühren wird immer heftiger. Ist sie ein Traum? In Träumen ist alles möglich, doch du weisst, dass du nicht schläfst. Die Striemen an deinen Armen schmerzen noch und die Hitze des Kaminfeuers durchströmt deine Glieder.
Der Augenblick ist magisch. Nichts stört ihn. Vollkommenheit. Der Schauder in deinem Nacken ist wieder da. Diesmal ist sein Auf und Ab wohlig. Du hast keine Angst, du spürst nur Lust.
Lust sie zu berühren, von ihr berührt zu werden. Lust sie zu küssen, zu schmecken, zu riechen, zu atmen, zu fühlen, zu trinken.
Du lächelst wieder, ob deiner lüsternen Gedanken. Sie steht immer noch vor dir. Unbeweglich, fast teilnahmslos sieht sie dich an. Sie kennt deine Gedanken, du weisst es genau. Und sie scheint nicht abgestoßen zu sein.
Langsam, zeitlupenhaft hebt sie ihre rechte Hand und streicht über ihre linke Schulter, über ihre Brust, ihren Bauch.
Durch die Enge des Oberteils kannst du ihre Konturen genau erkennen, die Makellosigkeit ihrer kleinen, festen Brüste erahnen. Sie bewegt sich im Tanz zu einer lautlosen Musik, schließt die Augen und lässt nur ihr Kleid leise rauschen. Gelegentlich knackt ein Holzscheit im Feuer.
Nichts trübt die Idylle. Du atmest kaum, vergisst Zeit und Raum, deine Fessel, deine blutigen Striemen, deine angespannte Aufgeregtheit. Es gibt nur noch sie und sonst gar nichts. Sie ist die Fee, du hast sie gesehen und wirst nie wieder von ihr loskommen.
Nie wirst du etwas Vergleichbares sehen, erleben, fühlen. Die Zeit ist stehen geblieben, die Welt hat aufgehört sich zu drehen. Ewigkeiten sind in Sekunden vergangen.
Sie kommt auf dich zu und berührt dich elektrisierend. Wie im Rausch empfängst du ihre Zärtlichkeiten auf deinem Hals, deinem Gesicht, deinem Nacken. Schmetterlingszart ist ihr Kuss auf deinen Lippen.
Sie tritt hinter dich und löst deine Fessel. Als sie über dein Haar streicht, fühlst du die Qual der Sehnsucht.
Sie verschwindet einfach. Sie löst sich in Nichts auf, den Duft von Maiglöckchen und Waldbeeren zurücklassend.
In Trance verlässt du die Hütte, findest dich in bekannter Umgebung wieder. Deine Strasse, dein Haus sind gleich um die Ecke. Doch du weisst, dass sich etwas verändert hat.
Du wirst immer auf der Suche sein. Auf der Suche nach deiner Fee.
__________________
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Rainer
???
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hallo silberstreif,

auch wenn es keinen konstruktiven beitrag darstellt - mir hat deine geschichte ausgezeichnet gefallen. am besten fand ich den anfang. bis zu dem punkt, wo die fee die tür öffnet finde ich es literarisch sehr wertvoll, später flacht es für mich etwas ab, aber das liegt wohl eher am genre.

gruß

rainer

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Silberstreif
???
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danke Rainer...

...für Deinen Beitrag. Eine Antwort auf mein Geschreib ist für mich immer konstruktiv, zumal ich daraus resultiere, dass die Geschichte es überhaupt wert war, dass jemand sich die Zeit nimmt, etwas zu schreiben. Und "literarisch wertvoll" ist ja wohl ein mächtiger Ansporn.

Mir erscheint die Feenstory selbst etwas verkitscht. Ich sollte vielleicht eine Gruselgeschichte daraus machen?


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Rainer
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hallo silberstreif,

auf gar keinen fall würde ich eine gruselgeschichte daraus machen. die erotische komponente des rettenden lichtes in der ferne würde ich einfach weiter ausbauen bzw. überraschende wendungen einbauen, wer oder was denn hinter der tür ist (hexe etc., die fee ist ein bißchen, ich nehme jetzt mal dein wort, denn dann kannst du dich nicht auf den schlips getreten fühlen, kitschig).... du hast uns mit deinem beginn gezeigt, daß du es kannst, also trivialisiere das ende nicht - die geschichte hat etwas.

gruß

rainer

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Silberstreif
???
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hallo rainer

Sex mit der Hex - das wäre doch mal eine klasse erotische Satire (liegt mir wohl eher - auch wenn ich es in diesem Genre nur zu einem einzigen, wenig beachteten, "Werk" gebracht habe).

Aber danke - ich werde mir Gedanken machen. Hätte ich wohl vorher sollen? :-)

Eine schöne Woche - Birgit
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