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Leselupe.de > Humor und Satire
Dubidu, Ritter der Kaffeerunde
Eingestellt am 05. 08. 2007 17:49


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dubidu
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Wenn einer eine Reise tut, dann kann er sogar den Heiligen Gral finden.


Nach einer Woche Entspannen mit "Vin Rouge" in Kaffeekannen hatten wir die Nase voll. Mein treuester Gef├Ąhrte, Bernardo sowie mein Sohn Timoteus wollten endlich etwas Einzigartiges erleben.

Wir nahmen uns vor, den Heiligen Gral zu finden; denn es wird endlich Zeit, dass wir die alten Mythen begraben und Fakten, Fakten, Fakten auf den Tisch der Tafelrunde legen. Kein Mensch wei├č genau, was der Gral ist und jeder stellt sich etwas Anderes darunter vor. "Nieder mit dem Spekulationsgeschwafel!" schw├Ârten wir uns und dann ging es endlich los. So sattelten wir die Hufen und fl├╝chteten von unserem Camp im M├ędoc nach Carcassona in Okzitanien.

Das ehemals wichtigste Zentrum der Albingenser-Bewegung ist zwar zu einem Touristennepp-Nest verkommen, doch der Anblick der Cit├ę, besonders bei Nacht, ist einzigartig. Vor den Stadtmauern stehend schl├╝pfte ich in die R├╝stung des Simon IV. von Montfort, der ziemlich genau vor achthundert Jahren die Stadt nach zweimonatiger Belagerung eingenommen hatte.

Meine R├╝stung war zwar aus Kunststoff, ebenso wie mein neues Schwert "Excalibur", doch das war zweitrangig. Hauptsache, wir waren f├╝r unsere Gralssuche richtig eingekleidet und ausger├╝stet. Mein Sohn erwarb eine Templerr├╝stung und mein Freund Bernardo kleidete sich wie ein "Parfait" der Katharer.

Rennes-le-Chateau war unser n├Ąchstes Ziel. Das Kaff liegt etwa vierzig Kilometer s├╝dlich von Carcassona und ist heute eine Haupstadt der Gralsmythen. Ende des 19. Jahrhunderts hatte der arme Dorfpfarrer Abb├ę B├ęrenger Sauni├Ęre die Schatzkarte zum Gral gefunden und ist ├╝ber Nacht unermesslich reich geworden. Wir streiften durch die kleine Dorfkirche, in der der Teufel "Asmodeus" h├Âchstpers├Ânlich jeden Besucher begr├╝├čt und aufmerksam den Gral bewacht.

Mein Kumpel Bernardo schaute dem Teufel tief in die Augen und bekam flugs eine Eingebung, die uns direkt zu unserem Ziel f├╝hren sollte. Er rannte aus der Kirche und lief direkt ins benachbarte Museum zum Grab des Pastors. Dort fand er die verwitterten ├ťberbleibsel einer Kreditkarte. Den Namen "Jes├║s Nazarreno" konnten wir mit viel Fantasie noch entziffern.

Jubelnd lagen wir uns in den Armen. Wir hatten den Heiligen Gral, die Kreditkarte von Jesus Christus, gefunden!

Nun galt es, einen angemessenen Ort zu finden, wo wir den Gral vergraben wollten, denn unser Schatz sollte nicht irgendwann in falsche H├Ąnde geraten. Wir fuhren zum Monts├ęgur, einem zw├Âlfhundertsechzehn Meter hohen Berg am Fu├če der Pyren├Ąen und kletterten die letzten dreihundert Meter bis zur Burgruine hinauf. Dieser letzte Zufluchtsort der Albingenser wurde im Jahre 1244 von den Kreuzrittern eingenommen. Kurz danach wurden zweihundertf├╝nfzehn Katharer auf einem riesigen Scheiterhaufen lebendig verbrannt.

Wir fanden einen geeigneten Platz unter den Ruinenmauern, vergruben dort die "Kreditkarte des HERRN" und gedachten der etwa zehn Millionen Opfer der katholischen Inquisition. Anschlie├čend fuhren wir zur├╝ck zum Campingplatz, einem Geheimtipp, etwa achtzig Kilometer n├Ârdlich von Bordeaux. Abends erz├Ąhlten bei "Vin Blanc" und "Moulles a la cr├Ęme" unsere Erlebnisse und lie├čen uns von unseren Frauen und Freunden als moderne Gralsritter feiern.

__________________
Die Tollk├╝hnheit des Schreibers und sein spontanes Bed├╝rfnis nach Wahrheit m├╝ssen allemal gr├Â├čer sein als dessen Furcht vor den Konsequenzen seiner Aussagen.
RAFAEL SELIGMANN

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