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Leselupe.de > Humor und Satire
Duell
Eingestellt am 28. 09. 2003 21:53


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anemone
Schriftsteller-Lehrling
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Duell

Graf von und zu Heidschnuck ereilte eine Depesche.

In gro├čen festen Buchstaben stand es dort, schwarz auf wei├č:
„Ich erwarte Sie zum Duell! Uhrzeit: Freitag dieser Woche auf dem Platz des himmlischen Friedens, Punkt 16 Uhr!
Unterschrift: Dr. Stei├čbein!“.

Graf von und zu Heidschnuck erschrak. Er h├Ątte es nicht f├╝r m├Âglich gehalten, aber hier kam der Beweis: Dr. Stei├čbein hatte sich durch seine, des Grafen, ├äu├čerung beleidigt gef├╝hlt.
Dabei hatte dieser sich bei seiner Anrede in der vergangenen Woche lediglich vertan und es war ihm das Wort „Schei├čbein“ nur so unbedacht herausgerutscht.

Sein Leib- und Magenarzt hatte es sich bei seinem letzten Besuch nicht anmerken lassen und der Graf war der Meinung, die Sache sei erledigt.
Doch mitnichten, wie er jetzt zur Kenntnis nehmen musste. Mitnichten!

Der Freitag nahte und der Graf blickte voller Unbehagen dem vermeintlichen Tag entgegen.

<Was, wenn ich pl├Âtzlich verhindert w├Ąre? Aber ein von und zu Heidschnuck ist nicht der Feiglingen einer!> pflegte er sich Mut zuzusprechen, wobei er sich in die Brust warf und am Freitag reichte er dem Sekundanten p├╝nktlich die Hand zur Begr├╝├čung, der ihm daraufhin den Knauf der Waffe entgegenhielt, die der Arzt gew├Ąhlt hatte.

Seinem Gegen├╝ber zollte er keinerlei Aufmerksamkeit. Auch er hatte seinen Stolz.
Die beiden Kontrahenten stellten sich in der vom Sekundanten vorgeschriebenen Entfernung gegen├╝ber auf und zielten aufeinander.

Der Sekundant konnte ihre Herzen im Rhythmus zweier Urwaldtrommeln schlagen h├Âren und da geschah es: Sie warfen beide ihre Waffen in den Sand und gaben sich die Hand.

„Schei├čkerl!“ kam es aus dem Munde seines Gegen├╝bers und sie betranken sich die halbe Nacht im nahe gelegenen Wirtshaus "Zum feuchten Kehricht"!

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lapismont
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Hallo anemone,

ich musste zum Schluss schmunzeln. Das ist gutes Ergebnis f├╝r eine Geschichte.

Liest sich aber etwas beh├Ąbig.

cu
lap
__________________
Kunst passiert.

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Nicky_H
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Hallo Anemone,

es gibt zu viele Merkw├╝rdigkeiten f├╝r einen so kurzen Text, so dass ich ├╝berlegt habe, ob Du das absichtlich eingebaut hast, oder ob der Text vielleicht etwas unkontrolliert durchgerutscht ist. Vielleicht mal im Detail, woran ich mich gesto├čen habe:

> ereilte eine Depesche

Ich w├╝rde "ereilen" mehr im Sinne von "einholen" benutzen, aber das ist vielleicht regional unterschiedlich.

> Uhrzeit Freitag dieser Woche.



Dann kommt der gesamte Absatz R├╝ckblende, der beschreibt, warum es zu dem Duell kam. Den w├╝rde ich nach vorne setzen, und dann k├Ânnte es weitergehen mit "Nun hatte ihn eine Depesche ereilt", so dass der erste Teil mit dem Termin aufh├Ârt.

> blickte voller Ungeduld dem vermeintlichen Tag entgegen

Er kann es also kaum erwarten, den Herrn Doktor abzuknallen? Und warum "vermeintlichen" Tag?

> pflegte er sich Mut zuzusprechen

Vielleicht besser "sprach er sich Mut zu"? Warum einen allgemeinen Charakterzug andeuten, wenn es um ein konkretes Ereignis geht?

> Er warf sich in die Brust und reichte am Freitag dem Sekundanten p├╝nktlich die Hand

Hm, hier wird evt. ein zu langer Zeitraum innerhalb eines Satzes ├╝berbr├╝ckt, u.U. liest es sich, als liefe er eine Woche lang "in die Brust geworfen" herum.

> Seinem Gegen├╝ber zollte er keinerlei Aufmerksamkeit.

Sein Gegen├╝ber ist im Moment der Sekundant, aber der ist wahrscheinlich nicht gemeint?

> zielten aufeinander zu

Ist vielleicht auch regional eingef├Ąrbt? Ich w├╝rde das "zu" streichen.

> ÔÇ×Schei├čkerl!ÔÇť kam aus dem Munde seines Gegen├╝bers

Die Sicht war gerade auf die des Sekundanten geschwenkt, welches Gegen├╝ber hat der denn?

Die Urwaldtrommeln und die Kneipe sind m.E. auch nicht ganz passend.

F├╝r das "Schei├čkerl" am Ende w├Ąre vielleicht eine Verballhornung von "Heidschnuck" besser? Herr Doktor h├Ątte seine Genugtuung, ohne dass man sich erschie├čen muss, da l├Ąsst es sich prima einen drauf heben.

Hm, soweit erst mal. Ein bisschen unscharf, das Ganze, vielleicht liest es sich deswegen ein bissel beh├Ąbig.

Viele Gr├╝├če
Nicky

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anemone
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Sep 2001

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hallo Nicki H.,

Ich habe deine Anregungen um Text teilweise entgegengenommen und ihn entsprechend abge├Ąndert.
Die Form ansich m├Âchte ich nicht ver├Ąndern, da
ich diese Geschichte genau so haben m├Âchte.

Zum Sekundanten ist zu sagen:
Er ist der Beistand bei dem Duell (evtl. der,
der die Leiche hinterher wegtransportieren soll.)
In diesem Falle also der Mensch, der sich als erstes
an Ort und Stelle einfindet, die Entfernung abgesteckt hat
und alles ├╝berwacht. Man muss ihn sich seitlich
des Platzes vorstellen. Links und rechts neben ihm
die beiden Kontrahenten. Er ist ein Vertrauter des Arztes,
daf├╝r bestimmt, die Waffen zu ├╝bergeben und zu ├╝berwachen, dass alles mit rechten Dingen zugeht.

An der ├ťbergabe der Depesche m├Âchte ich nichts ver├Ąndern,
da mir die "hatte" im Text reichen.

Diese etwas veralterte Ausdrucksweise war Absicht und soll so bleiben.
Ja, und ich danke dir f├╝r deine Anregungen!

liebe Gr├╝├če
anemone

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