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Leselupe.de > Horror und Psycho
Duell im Cyberspace
Eingestellt am 04. 10. 2017 20:07


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Tammuz
Hobbydichter
Registriert: Jul 2013

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Galaxy Doom, eine 18jährige PSI-begabte Blondine, wird in einem geheimen CIA-Zentrum zur PSI-Agentin ausgebildet. Der Doppelstrich ´--´ zeigt telepathische Kommunikation an.

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Eine Woche nach meinem Kant-Trip will die CIA wissen, wie ich in einem Zweikampf gegen Julian bestehe, einen der vierzehn anderen PSI-Trainees des Labors. Julian ist, soviel weiĂź ich, ein sadistischer Typ und wie geschaffen fĂĽr die Zwecke der CIA. Laut Brandon hat er in den Simulationen die besten Werte erzielt.
Die zweitbesten gehen auf mein Konto.
Zwei Kollegen haben in den letzten Monaten bei solchen Härtetests den Löffel abgegeben, einer so richtig und der andere per Dauerkoma. Im Falle meines Sieges wäre ich zum vollwertigen PSI-Agenten befördert, mit der Option für Außeneinsätze.
Selena hat Julian natürlich ausspioniert und kennt seine phänomenale Stärke. Mein Potential, so Selena, sei aber größer als seines. Ohne es offen auszusprechen, hat sie schon öfter angedeutet, dass in mir göttliche Kräfte stecken.
Selena hat eben Humor.
Für Extremnotfälle hat sie mir ein paar Tipps gegeben und hinzugefügt:
„Die CIA verschafft dir eine gute Ausbildung, aber deine wirkliche Aufgabe liegt ganz woanders.“
Wo, das verschweigt sie mir noch.
Um meine Motivation im Kampf gegen einen stärkeren Gegner zu steigern, hat mir die CIA weitere hunderttausend Dollar auf mein Offshore-Konto überwiesen. Für jeden erfolgreichen Einsatz gegen feindliche PSI-Agenten würde ich dreihunderttausend erhalten. Diese Gage toppt die Standardgage für Profikiller ganz erheblich.
Ich bin also motiviert.
Die Crème de la crème des Labors hat sich in einem speziellen Zweikampf-Raum versammelt, um das Duell zwischen mir und Julian live mitzuverfolgen. Brandon natürlich, auch Whitman und Cole, sowie mehrere Männer, die ich nicht persönlich kenne.
Einer davon, eine Eminenz mit schwarzem Anzug und hartem Blick, ist besonders wichtig. Er heiĂźt Carrigan, hat drei Doktortitel und ist der Ober-Caligula des Labors.
Sie alle haben auf einer Sesselreihe vor einem Mega-3D-Wandbildschirm Platz genommen. In einer Ecke des Raumes steht ein Behandlungstisch mit medizinischem Equipment, um für den Fall des Herzstillstands eines Duellanten die Reanimation zu ermöglichen.
Julian sitzt bereits in seiner Kabine und beobachtet mich auf meinem Weg zu meiner Kabine, die seiner in einem Abstand von drei Metern gegenĂĽber steht. Er ist Mitte Zwanzig und wirkt mit seiner Brille und seinem braven Haarschnitt mehr wie ein Muster-College-Student denn wie ein kommender Tod-ist-mein-Name-Superagent der CIA.
Zwei Assistenten setzen uns die Übertragungshelme auf. Nach dem Einschalten werde ich gleichzeitig mit Julian und einem Simulationsprogramm verbunden sein. Das Szenario wird vom Programm vorgegeben und uns vor dem Kampf nicht mitgeteilt, was ohnehin nicht möglich ist, da es ein Zufallsgenerator auswählt.
Ein Wissenschaftler am Schaltbrett des Simulationsraums sieht zu mir und Julian herĂĽber.
„Beginnen wir mit der Show“, kommt seine Stimme aus einem Mikrolautsprecher in meinem Helm. „Gebt euer Bestes.“
Eine Sekunde lang umgibt mich ein elektrisches Wabern, dann bin ich in der mentalen Welt. Das erste, was ich wahrnehme, ist ein weiches Kissen, in das mein Gesicht gedrückt ist. Ich hebe den Kopf und sehe mich in einem fensterlosen Zimmer nackt auf einem Bett liegen. An einer der Wände steht eine HiFi-Anlage mit Riesenboxen und daneben ein CD-Ständer.
In einem Sessel sitzt ein Mann.
Uuh, und was fĂĽr einer.
Irgendein schwarzgelockter Klon von Helmut Berger, keine Ahnung.
Er trägt 1000-&-1-Nacht-Klamotten und ist schöner als jeder Mann, den ich je gesehen habe.
Das muss Julian sein, beziehungsweise die Gestalt, die er hier angenommen hat. Denn das ist, wie ich aus Brandons Gedanken weiß, sein herausragendes Talent: die freie Formung eines mentalen Körper unabhängig von der eigenen physischen Gestalt.
„Hallo, Süße“, sagt Julian mit samtweicher Stimme. „Ich freue mich, eine so attraktive und obendrein nackte Dame in meinem Salon begrüßen zu dürfen.“
Er steht auf und macht eine elegante Verbeugung.
„Ich denke, wir werden uns die nächsten Stunden auf unterhaltsame Weise vertreiben.“
Für die perfideren Exemplare unter den Zuschauern muss bei dieser Ankündigung die Sonne aufgehen, denn sie sehen und hören alles, was in diesem Zimmer geschieht.
Ich selbst bin weniger begeistert. Julian ist hinter seiner biederen Realerscheinung ein Sadist, der Töten mit sexueller Lust verbindet. In seinen Augen bildet ein exhibitionistisches Girlie wie ich ein ideales Objekt.
Er tritt näher.
Ich beschlieĂźe, kurzen Prozess zu machen.
Mit ausholender Faust stĂĽrze ich mich auf ihn.
Im nächsten Moment liege ich wieder auf dem Bett und japse nach Luft.
Zur Hölle, Julian kann kicken. Und das so schnell, dass ich seinen Tritt nicht einmal habe kommen sehen.
Klar ist auch, dass ich unter meinem Limit agiere, was an Julians Erscheinung liegt, deren Schönheit mich irritiert. Woher zum Teufel weiß er, dass ich seit meiner Kindheit ein glühender Helmut-Berger-Fan bin? Dass der lähmende Effekt auf mich ein Kalkül ist, steht außer Zweifel.
„Wie putzig“, schnurrt Julian und setzt sich neben mich auf die Bettkante. „Jetzt in echt: Mir hat noch keine widerstanden. Du wärest die Erste...“
Seine Hand nähert sich meinem Gesicht.
„... und das würde ich sehr bedauern.“
Statt die Sache zĂĽgig anzugehen, inszeniert er eine Sado-Show, hinter der sicher auch die Absicht steckt, die CIA zu beeindrucken und seine kĂĽnftigen Gagen hochzutreiben.
„Fick dich selbst.“
Ich schlage seine Hand zur Seite.
Da erhebt er sich und öffnet sein arabisches Gewand. Sein Teil steht vertikal und hat, bei vergleichsweise angenehmer Optik, mindestens achtundzwanzig Zentimeter. Summa summarum nicht mein Ding, zweitens wegen der Größe, erstens, weil Julian meinen Tod will, vielleicht sogar während eines Sexualaktes.
Also muss ich meine Chance nutzen. Die Hoden bieten ein sinnvolles Ziel. Ich drĂĽcke mich wieder mit aller Macht aus den Kissen und schlage zu.
Das heiĂźt, ich versuche es.
Wieder ist Julian schneller. Mein Hieb geht ins Leere, denn er ist ausgewichen. Tempomäßig kann ich ihm nach Lage der Dinge nicht beikommen.
Ich habe meinen Arm noch nicht zurückgezogen, da spüre ich einen hammermäßigen Schlag gegen die Schläfe.
Mir gehen die Lichter aus.
Als ich zu mir komme, finde ich meine Handgelenke im Sadomaso-Stil an die Kopfseite des Bettes gebunden. Meine Beine sind gespreizt und die FĂĽĂźe an den Bettkanten fixiert. Um die Fesseln herzustellen, hat Julian ein Laken in Streifen zerrissen. Nach den Regeln hat er den Fight durch den K.O. und meine Fesselung also gewonnen. Allerdings ist die Nummer nicht durch, solange die Show weitergeht, was wahrscheinlich eine Vereinbarung zwischen der Jury und Julian auf dessen Antrag hin ist. Er demonstriert den Zuschauern so, dass er mit der zweitbesten SchĂĽlerin machen kann, was er will. Das muss seinen Wert fĂĽr die CIA und seine Gagen enorm hochtreiben.
Meinen Wert aber würde es noch viel höher treiben, wenn es mir gelänge, ihn zu töten. Und zwar so, dass Cole ihn nicht zurückholen kann.
Heftiges Ziehen an den Fesseln bringt allerdings gar nichts. Ich schaffe es gegen Julian einfach nicht, mein Potential so frei zu entfalten wie gegen die Milla-Figur, als ich sogar die Gesetze der Programmierung außer Kraft setzte. Ich stecke im Schwitzkasten eines superschönen Sexidioten, der mich mit unvermindertem Ständer amüsiert betrachtet.
Ich ziehe also meinen exklusiven Dämonenjoker.
--Was soll ich tun?--
--Du hast nur eine Möglichkeit--, denkt Selena, die das natürlich mitverfolgt. --Das Einloggen. Aber warte, bis er dir nahe genug ist.--
--Nahe genug?--
--Lass dich vergewaltigen und mach ihn dabei fertig.--
--Hey SĂĽĂźe...--
--Hör auf mich. Ihn wie Itchy Miller erledigen geht nicht, wenn du in einer Simulation steckst.--
Ich verdrehe die Augen und konzentriere mich auf Julian.
„Willst du mich“, knurre ich, „jetzt vergewaltigen?“
Er reibt an seiner Erektion.
„Was für ein unschönes Wort.“
Er setzt sich wieder neben mich.
„Du hast recht“, sage ich. „Ich wäre ja blöd, diese Chance auf eine Supernummer nicht zu nutzen. Warum nimmst du mir nicht die Fesseln ab, dann zeig ich dir, wie gut meine Finger sind.“
„Ja, genau.“
Julian grinst und zieht seinen HandrĂĽcken ĂĽber mein Gesicht, dass es knallt.
Blut schieĂźt aus meiner Nase.
„So gut sind meine Finger“, sagt er mit samtener Stimme. „Nein, du bleibst schön angeschnallt. Wir erwarten nämlich heftige Turbulenzen. Aber du hast einen anderen Wunsch frei. Möchtest du lieber Bach...“
Seine Finger wirbeln über eine imaginäre Tastatur.
„... oder Muse hören?“
Er schlägt einen Luftgitarrenakkord.
Warmes Blut läuft über meine Lippen.
„Weder noch, Mann. Mir ist jetzt nach Marylin Manson.“
„Der ist hier...“ Er zeigt auf den CD-Ständer. „... nicht vertreten.“
„Dann also Bach, Mann.“
„Superb. Eine wahre Connaisseuse.“
Er schiebt eine CD ein, die er während meiner Ohnmacht schon bereitgelegt hat, und macht eine dirigentenhafte Geste. Sofort erklingt ´Toccata und Fuge´ in perfektem Sound und ganz und gar nicht leise.
„Eine Fassung von Jean Guillou von 1968“, ruft Julian in den Lärm hinein.
Sicher wird es mir jetzt nicht anders ergehen als Alex-Boy in ´Clockwork Orange´, nur dass es bei mir die Toccata trifft und nicht Ludwigs Neunte, was aber meine geringste Sorge ist.
„Leiser!“, schreie ich, da ich für das Einloggen eine maximale Konzentration benötige. „Willst du mein Stöhnen nicht hören?“
Es geht nichts ĂĽber ein gutes Argument. Er ĂĽberlegt denn auch nicht lange und reduziert den Pegel ganz erheblich. Dann legt er ĂĽber mich und dringt ruckhaft in mich ein. Ich bin natĂĽrlich alles andere als feucht, kann aber dem Druck nicht widerstehen. Es tut so weh, wie ich befĂĽrchtet habe.
Julian stößt immer schneller und schmerzhafter und fängt an, blöd herumzustöhnen.
--Jetzt ist ein guter Zeitpunkt--, denkt Selena. --Logge dich ein.--
Zähneknirschend nehme ich Blickkontakt zu Julian auf, was easy ist, denn er starrt ständig auf mein Gesicht. Ich fokussiere seine Pupillen als – wie Selena es ausdrückt – ´geistige Objekte´, um mit ihnen zu verschmelzen.
Ich zentriere mein Bewusstsein auf sie.
Alles andere verblasst ins Bedeutungslose.
Ich verschärfe die Zentrierung und bringe sie auf den finalen Punkt.
FĂĽr ein paar Sekunden sind da nur noch die Pupillen.
Bingo.
Unter mir liege ich selbst...
Ich blicke durch Julians Augen. Mehr noch: ich b i n Julians Figur, und ich bin dabei, mich zu vergewaltigen. Wie ein verfickter Tsunami ĂĽberfluteten mich die LustgefĂĽhle aus meinem virtuellen Penis.
Meine LustgefĂĽhle.
Wenn ich jetzt dagegen ankämpfe, ist eine Kontrolle über die Figur unmöglich. Also identifiziere ich mich mit dem Gefühlsrausch, so gut es geht. Ich darf trotzdem keine Zeit verlieren, sondern muss Julian für ein paar Sekunden kampfunfähig machen.
Ich beiĂźe fest in meine, also seine Zunge.
Und ziehe mich sofort in meinen Körper zurück.
Julians Gesicht ĂĽber mir ist zu einer heulenden Grimasse verzerrt.
--ZerreiĂź die Fesseln--, funkt Selena mit allem Nachdruck. --Du kannst es.--
Die Konzentration muss meine Kraft vervielfacht haben, denn ich zerfetze die um meine Hand- und FuĂźgelenke gewickelten Lakenstreifen mit Leichtigkeit.
Dann schlage ich mit den Fäusten auf Julians Gesicht ein.
Das Trommelfeuer zerschmettert die Nase, schlägt zwei Zähne aus und zermatscht ein Auge. Blutend und stöhnend rollt er von mir herunter und fällt auf den Boden.
Den Ständer hat er immer noch.
Schnell blicke ich mich nach etwas um, das als Waffe dienen kann, aber Fehlanzeige.
Ich muss ihn manuell fertig machen.
Mit einem Satz bin ich aus dem Bett und dresche Kicks gegen seinen Kopf, die jeder Figur, der ich bisher gegenüber stand, das Licht ausgeblasen hätten.
Nicht ihm.
Er packt sein hartes Teil und richtet es zitternd auf mich.
Dann knallt es wie ein Pistolenschuss...
Ein brennender Schmerz fährt in meine linke Schulter...
Ich denke, ich spinne... Er hat mit seinem Schwanz auf mich geschossen...
Zur Seite taumelnd spĂĽre meinen linken Arm erlahmen. Viel geht mit dem nicht mehr.
Julian richtet seine Kanone neu aus und drĂĽckt wieder ab...
Blitzschnell weiche ich aus.
Die Kugel – es ist tatsächlich eine Pistolenkugel – segelt an mir vorbei und durchschlägt die Zimmertür hinter mir.
Ehe Julian nachladen kann, bin ich ĂĽber ihm und trete in seine Hoden.
Wieder jault er. Ein Schuss geht los, trifft aber die Wand hinter Julian. Ich springe hoch, drĂĽcke mich mit dem gesunden Arm von der Decke ab und ramme die Fersen in seine Rippen.
Blut spuckend grapscht er nach meinen Beinen, fast so blind wie ein Maulwurf.
Wieder springe ich zur Decke und stoĂźe mich nach unten ab.
Es knackt hässlich, als Julians Schädel unter meinen Füßen zerbricht.
--Regel Nummer Eins--, funkt Selena. --Mache alles, was du machst, grĂĽndlich.--
Mit aller Kraft hämmere ich einen Fuß in den deformierten Schädel.
Das Gehirn spritzt heraus wie das Innere einer Tomate.
Damit ist der Fall gegessen.

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