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Leselupe.de > Horror und Psycho
Dunkle Melodie
Eingestellt am 10. 03. 2014 19:09


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WolfsindisWaldgr├╝n
Schriftsteller-Lehrling
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Gerade die tiefen T├Âne sind es, die ber├╝hren.

Die Melodie tanzt, sie schwebt, ist verspielt und leise, man kann in sie tauchen, sich von ihr tragen lassen, dann gleicht sie Wogen im Sturm, braust auf, wird laut und fordernd, durchdringt Dich, schwingt in Dir, f├╝llt Dich aus.
Wie der Wind in einem Weizenfeld wogt der Klang der Tasten, unaufhaltsam, immer fort.

Heute Abend hast Du es betreten.
Ohne zu sprechen folgtest du dem Gang, der in andere verwinkelte Wege und Treppen m├╝ndete. Eine davon stiegst du empor und tauchtest in irdene Stille ein.

Das Zimmer war schon in D├Ąmmerlicht gegossen. Es roch wie in mancher Scheune oder auf verstaubten Dachb├Âden, in denen Kinder Kleider in l├Ąngst vergessenen Truhen finden.

Nichts hast Du vorgefunden.
Deine Augen tasteten sich voran, zu den Fenstern hin.
Unbeholfenen Schrittes suchtest Du Halt an dem Podest, bespannt mit seidenem Stoff.
Deine k├╝hlen H├Ąnde glitten dar├╝ber weg.

In Deiner Tasche erf├╝hltest Du die glatte h├Âlzerne Oberfl├Ąche der Kastanie, die Du eiligen Schrittes auf dem Weg hierher aufgehoben hattest.
Da erst bemerktest Du die Karaffe und die Gl├Ąser, blicktest Dich noch einmal um und nahmst von dem Wein.

Es gab nichts f├╝r Dich zu tun als zu warten.
Du hast einen ersten Schluck getrunken und den Mantel abgelegt.
Wie eine Fremde bist Du da gesessen auf der Kante.
Wie fehl am Platze sah das aus.

Da warst Du und die Stille.
Du hast niemand kommen h├Âren.

Alle Gedanken sind fortgeflogen. In mir ist Leere, Herzschlag, Warten.
Langsam kriecht in meine eisigen H├Ąnde die W├Ąrme des samtenen schweren Weines.
Lange, regungslos.
Nacht.

Da h├╝llen mich die ersten Kl├Ąnge ein, unerwartet, dicht, sonor. Sie haben sich nicht angeschlichen, sind nicht heimlich und sanft zu mir gekrochen, haben sich mir nicht angeboten.
Aber ich gestatte ihnen um mich, in mir zu sein und mich mit sich fortzutragen,

Gestreichelt und umschmeichelt, von einem Netz umwoben, in einen Kokon geh├╝llt, so verharre ich, gleichsam schwebend, in einen Traum gewiegt.
Da ebbt die Sturmflut ab, wird zu einem S├Ąuseln, verliert sich in tiefem, warmen Moll.


Ein wenig benommen siehst Du aus als seist Du eben erst erwacht.

Kein Laut, kein Lufthauch.
Ich sitze an das k├╝hle Mauerwerk gelehnt.


Regungslos, atemlos schaue ich Dich an, betrachte den Schimmer Deiner wei├čen H├Ąnde und verharre in der weihevollen Stille des Augenblicks.
Lange z├Âgere ich der Frage wegen, wie ich diese Br├╝cke errichten wollte zwischen Wunsch und Sein so wie man es wohl vor einer Schachtel erlesensten Konfektes tut w├Ąhrend man mit den Augen nach dem St├╝ck sucht, das einem wohl am zartesten auf der Zunge schmelzen k├Ânnte.

Wie aus einem fr├╝hen Stummfilm siehst Du aus, von sch├Âner Gestalt, nicht aus dieser Zeit.
Was Du ausstrahlst weckt Begehrlichkeit.
Ein wenig trotzig fast verziehe ich den Mund.
Du ziehst die Augenbrauen hoch.
Deine schlanke Hand streicht ├╝ber mein Auge und die Wangenknochen hinab um kurz im Mundwinkel zu verharren, streift noch ├╝ber meinen Hals und zieht sich dann zur├╝ck.


Wei├čt Du, eine Katze schl├Ągt oft nach einer Weile nach ihrer Beute, die entkr├Ąftet und halbtot vor ihr liegt, auf da├č sie sich bewegen und sich wehren m├Âge, versucht fortzulaufen.
Das erst macht sie wieder begehrenswert.
Aber wir, wir haben noch nicht einmal mit dem Spiel begonnen.

Ich gebe Emp├Ârung vor als Du meine H├Ąnde bindest. Das geh├Ârt zum Ritual, stelle ich mir vor. Nicht zu theatralisch, ein wenig nur.
Ich dachte vielleicht m├Âchtest Du das so.


Zug um Zug. Ich hebe Dein Kinn ein wenig an und streife mit einem fl├╝chtigen Ku├č Deinen vollen Mund.

Dein Atmen in meinem Nacken.
Ein Fingernagel zieht eine Spur von bebendem Verlangen zwischen meinen Schulterbl├Ąttern hinab. Wieder. Und erneut.


Mein Mund gleitet ├╝ber Deinen Hals, verweilt zu einem l├Ąngeren Ku├č, ich nehme Deinen Duft in mir auf, kann den Herbstwind riechen und den Geruch des fallenden bunten Laubes. Holzig, waldig-sinnlich

ÔÇ×Dies, Liebe, ist ein Ort der geheimen Tr├Ąume. Immer schon hat er den den Wagemutigen geh├Ârt -und den SehnsuchtsvollenÔÇť
Ich habe Dich sanft zur├╝ckgebettet und halte Dich umschlungen.

Alles in mir verlangt nach Dir zu greifen,
ganz von Dir erf├╝llt zu sein,
die brennende Gier endlich zu stillen.

ÔÇ×Und wenn man sich der Stille und der Ewigkeit hingibt, dann haben die Sterne auch ihren eigenen KlangÔÇť.

Deine Augen sind Smaragde.
Du l├Ą├čt nicht zu, da├č ich Dich ber├╝hre.
Wie auf taufeuchtem Waldboden liege ich, wie Moos und Nacht so flie├čt Du um mich. Raubtier und gleichsam Nebelhauch.


Der Schmerz ist flammendes Eis, zieht eine Stra├če gl├╝henden Fallens durch meine Haut, pulsiert, unerwartet hell und laut. Deine Lippen umschlie├čen und nehmen auf, verschlingen die Rosen auf dem Schnee, verzehren sich nach mir, nach meinen Tr├Ąumen, den Bildern, die Karavanen gleich durch die W├╝ste ziehn. Du trinkst mein Verlangen, meine Sehnsucht, meine Angst, alles nimmst Du von mir fort.
Meine H├Ąnde greifen nach der Seide, k├Ânnen sie nicht fassen, werden ruhig.


Ich setze mich ans Klavier und beginne eine leise, fr├Âhliche Melodie.



Version vom 10. 03. 2014 19:09

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lapismont
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Herzlich Willkommen in der Lupe!

Sehr lyrischer Text. Einige Schreibfehler sollten korrigiert werden, aber ansonsten finde ich ihn sph├Ąrisch und funkelnd.

cu
lap
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WolfsindisWaldgr├╝n
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Danke f├╝r das sch├Âne Kompliment. Den Fehlerteufel betreffend versuche ich mich gerade voranzupirschen.
Ich habe einen Tipfehler entdeckt aber stehe grad noch etwas auf dem Schlauch, was die anderen Schreibfehler angeht. Ich hoffe sie noch zu entdecken.

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lapismont
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Zun├Ąchst k├Ânnte man dar├╝ber streiten, ob die Anrede gro├č geschrieben sein muss. Normalerweise bleibt die zweite Person Einzahl klein. Auf jeden Fall sollte es einheitlich sein.

quote:
Wie eine Fremde bist hast Du da gesessen auf der Kante.


quote:
Da warst Du und die Stille.
Eigentlich m├╝sste hier waren stehen, da die Stille ja auch da war.


quote:
Lange z├Âgere ich der Frage wegen, wie ich diese Br├╝cke errichten wollte zwischen Wunsch und Sein so wie man es wohl vor einer Schachtel erlesensten Konfektes tut w├Ąhrend man mit den Augen nach dem St├╝ck sucht, das einem wohl am zartesten auf der Zunge schmelzen k├Ânnte.
Dem Satz fehlen Kommata, aber eigentlich sollte man ihn am besten aufsplitten.

quote:
Wei├čt Du, eine Katze schl├Ągt oft nach einer Weile nach ihrer Beute, die entkr├Ąftet und halbtot vor ihr liegt, auf da├č dass sie sich bewegen und sich wehren m├Âge, versucht fortzulaufen.
Das erst macht sie wieder begehrenswert.


quote:
Zug um Zug. Ich hebe Dein Kinn ein wenig an und streife mit einem fl├╝chtigen Ku├č Kuss Deinen vollen Mund.

quote:
Mein Mund gleitet ├╝ber Deinen Hals, verweilt zu einem l├Ąngeren Ku├č Kuss, ich nehme Deinen Duft in mir auf, kann den Herbstwind riechen und den Geruch des fallenden bunten Laubes. Holzig, waldig-sinnlich Punkt

quote:
ÔÇ×Dies, Liebe, ist ein Ort der geheimen Tr├Ąume. Immer schon hat er den den Wagemutigen geh├Ârt - Leerzeichen und den Sehnsuchtsvollen PunktÔÇť

quote:
ÔÇ×Und wenn man sich der Stille und der Ewigkeit hingibt, dann haben die Sterne auch ihren eigenen KlangÔÇť.
Punkt vor dem G├Ąnsef├╝├čchen.

quote:
Deine Augen sind Smaragde.
Du l├Ą├čt l├Ąsst nicht zu, da├č ich Dich ber├╝hre.
Wie auf taufeuchtem Waldboden liege ich, wie Moos und Nacht so flie├čt Du um mich. Raubtier und gleichsam Nebelhauch.



quote:
Der Schmerz ist flammendes Eis, zieht eine Stra├če gl├╝henden Fallens durch meine Haut, pulsiert, unerwartet hell und laut. Deine Lippen umschlie├čen und nehmen auf, verschlingen die Rosen auf dem Schnee, verzehren sich nach mir, nach meinen Tr├Ąumen, den Bildern, die Karavanen Karawanen gleich durch die W├╝ste ziehn ziehen. Du trinkst mein Verlangen, meine Sehnsucht, meine Angst, alles nimmst Du von mir fort.
Meine H├Ąnde greifen nach der Seide, k├Ânnen sie nicht fassen, werden ruhig.



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