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Leselupe.de > Feste Formen
Dunkles von Hoffmannsthallied - Ghasel
Eingestellt am 23. 06. 2010 00:59


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Rhea_Gift
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Dunkles von Hoffmanstallied

In der allerkleinsten Silbe liegt die Agonie des Alls verborgen
stirbt entsetzlich tiefes Stöhnen, Höhnen herben Halls - verborgen
auf dem Blatt Papier liegt stumm ein Wort, das Welten dir ergrĂŒndet
stirbt dein Blick, das Herz obsiegt, im Ton des Sinnverfalls verborgen
und im Klang, so unbeschrieben, liegt woran GefĂŒhl sich gleich entzĂŒndet
Urknallbrennen, Sternenstaub im Prisma - jedenfalls verborgen
hör das Rauschen, siehst du SĂ€tze, schließ die Augen, blind nur Lauschen -
Harmonie im Fluss, im Bruch Zerfall des Schalls dir klingt dann nicht verborgen
__________________
...Seele, bist du nun erwacht?...Und sie zittert, und sie lacht allen Himmelssternen zu... (Hesse)

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Rhea_Gift
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Hier das Original:

In der Àrmsten kleinen Geige liegt die Harmonie des Alls verborgen,
Liegt ekstatisch tiefstes Stöhnen, Jauchzen sĂŒĂŸen Schalls verborgen;
In dem Stein am Wege liegt der Funke, der die Welt entzĂŒndet,
Liegt die Wucht des fĂŒrchterlichen, blitzesgleichen Pralls verborgen.
In dem Wort, dem abgegriffnen, liegt was mancher sinnend suchet:
Eine Wahrheit, mit der Klarheit leuchtenden Kristalls verborgen ...
Lockt die Töne, sticht die Wahrheit, werft den Stein mit RiesenkrÀften!
Unsern Blicken ist Vollkommnes seit dem Tag des SĂŒndenfalls verborgen.

(Hugo von Hofmannsthal, 1891)

__________________
...Seele, bist du nun erwacht?...Und sie zittert, und sie lacht allen Himmelssternen zu... (Hesse)

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Bernd
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Ich sehe es auch so, dass man bei strengen Formen versuchen sollte, diese einzuhalten. Schwierig ist das aber bei grĂ¶ĂŸeren sprachlichen Unterschieden, dann kann man die Formen an die eigene Sprache anpassen - oder muss es sogar. Haikus werden in Deutsch mit Buchstaben geschrieben und ergeben somit ein völlig anderes Schriftbild.

Im Falle der Ghasele/des Ghasels bin ich nicht sicher, ob die Form der Kadenzen streng geregelt ist. Die Reimform ist es allerdings.

Wikipedia schreibt unter "Ghasel":

quote:
In der ursprĂŒnglichen Form des Ghasel trĂ€gt jedes dieser Verspaare eine eigene Bezeichnung und hat eine spezielle, streng festgelegte Funktion.

Es wird allerdings nicht angegeben, worin die Funktion besteht.

Strenge Formen beflĂŒgeln oft die Phantasie.
__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

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Rhea_Gift
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na, ich find, da reicht die Erkennbarkeit der grundlegenden Form/Themenvorgaben - ansonsten bin ich fĂŒr Rumspielerei - und die grundlegende Form hab ich ja sogar noch recht streng eingehalten... und wenn Hoffmannsthal abweicht und ich noch ein wenig von ihm - find ichs noch okay. DafĂŒr hab ich zusĂ€tzliche Reime drin (ergrĂŒndet, entzĂŒndet) und die Kunst eben modern betrachtet, nicht wie er romantisch Aber jede Zeile hat ein Thema, es gibt den gleichbleibenden Reim, hab auch die Silbenzahl ĂŒbernommen und das Reimschema/Metrum - sowie auch grob den dramaturgischen Aufbau wie auch das BemĂŒhen um Assonanzen etc. - also - strenger gehts kaum, die Auseinandersetzung mit dem Original - ist ja auch inhaltlich von ihm inspiriert, nicht allgemein nur von seiner Ghasel-Form...

LG, Rhea
__________________
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