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Leselupe.de > Ungereimtes
ERSCHÜTTERUNG
Eingestellt am 14. 09. 2003 00:35


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Dornrosis
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jun 2003

Werke: 44
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Erschütterung

Die Kleider viel zu weit,
schleicht sie durch belebte Strassen,
strähniges Haar klebt im grauen Gesicht,
versteckt Kummerfalten um ihren Mund.

Jeder Schritt, mühsam, schmerzend
will nicht gegangen werden.
„Das Leben geht weiter!“
Herzblut hinterlässt seine braune Spur.

Scharen von Frauen
mit schwellenden Brüsten
und fruchtbaren Bäuchen
schauen behäbig selbstsicher,

scheinen raunend
auf sie herab zu blicken
zu entlarven,
als stehe es auf ihrer Stirn.

Augen stechen wie Nadeln,
schneiden ins hohle Fleisch.
erinnern metallen kalt an den Augenblick,
als neues Leben sie verließ
und Hoffnung begrub.

DORNROSIS

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Mara K.
Guest
Registriert: Not Yet

........... verloren

es geht unter die haut, macht betroffen und ich wünsche
der protagonistin viel kraft und neue hoffnung.
Mara K.

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anemone
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Sep 2001

Werke: 587
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interessantes Thema,

woher bekamst du die Inspiration?
Heute sieht man sowas in unserer zivilisierten Welt doch nicht. Da muss man schon ins Ausland gehen.

Ich fragte mal meine Ärztin, da meine Schwiegermutter uns immer erzählte, sie hätte die Schwangerschaft ihres Nachkömmlings erst bemerkt, als die Wehen einsetzten.
Sie meinte, das wäre nur ein "Nichtwahrhabenwollen" der
Schwangerschaft gewesen.

(qui vivra verra - wer lebt, wird es sehen.)

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rilesi
Guest
Registriert: Not Yet

es tut weh

und es ist so gut ausgedrückt. das volle leben, das daneben weiterzieht, millimeterdicht daran vorbeizieht und schmerzen kann.
'..Augen stechen wie Nadeln,
schneiden ins hohle Fleisch.'
bei mir ist es anders als bei der prot. aber es kann trotzdem stechen und schneiden.
beste grüsse

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Dornrosis
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jun 2003

Werke: 44
Kommentare: 105
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ERSCHÜTTERUNG

Liebe Mara K. , liebe rilesi, liebe Anemone,

Erst mal ganz herzlichen Dank für euer Interesse an meinem Gedicht und eure Kommentare

möchte jetzt nicht mein Gedicht interpretieren, es ist bewußt offen gehalten. Es handelt sich um den fokussierten Blick einer Frau, die gerade etwas substantiell Erschütterndes erlebt hat.

Dieser Blick ist nicht objektiv. Es ist etwa so, wie wenn du z.B. gerade eine schmerzhafte Trennung hinter dir hast und plötzlich nur noch verbandelte Pärchen wahrnimmst. Die Pärchen sind objektiv gesehen nich mehr geworden, aber du nimmst sie stärker wahr, weil es genau das ist, was du schmerzhaft vermißt.

Für mich geht Faszination und Inspiration von diesem fokussierten Blick aus, von der Tatsache, dass jedes Individuum einen unterschiedlichen Blick auf "objektives" Geschehen wirft, und der immer auch ganz viel mit der inneren Befindlichkeit und der eigenen Geschichte zu tun hat.

liebe Grüße und einen schönen Sonntag noch wünscht DORNROSIS

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