Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, mĂŒssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92241
Momentan online:
94 Gäste und 0 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Tagebuch - Diary
Edna im Supermarkt
Eingestellt am 08. 09. 2001 16:22


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Naciye
???
Registriert: Jul 2001

Werke: 33
Kommentare: 18
Die besten Werke
 
Email senden
Profil
Edna im Supermarkt

Im Supermarkt

Ich bin mit einem SchĂ€del um 11 Uhr erwacht... Der Blick aus dem Fenster offenbart mir einen grauenhaft, trĂŒben, feuchtkalten Endsommertag.
Ich hĂŒpfe also in die Jeans, binde die Haare zusammen und klatsche mir etwas kaltes Wasser ins Gesicht (stelle fest ich sehe ziemlich fertig aus)Ab in den Supermarkt...
Überall gestylte Menschen, es ist Samstag!!!! Warum machen die das?... Ich, im Lotterlook, angele mir ein Abendblatt, starre auf den Boden, damit nicht jeder meine geröteten, noch nicht richtig geöffneten Augen, sieht. Was brauche ich eigentlich außer der Zeitung? Ich schlendere durch die GĂ€nge und bereits in der Kosmetik Abteilung (könnte mir ja die Haare fĂ€rben) sehe ich den ersten umwerfend gut aussehenden Typen. Scheiße, denke ich, warum heute Lotterlook?? Ich pirsche mich mit gesenktem Kopf an ihm vorbei, vielleicht ist der ja nĂ€chsten Samstag wieder hier, da brezel ich mich dann richtig auf. Vitamine wĂ€ren gut, schießt es mir durch das noch nicht voll funktionstĂŒchtige Gehirn. Auf, in die "slim Fast" Abteilung. Neben diversen Molkeprodukten, Pulverdosen, MĂŒsliriegeln (schweineteuer!), Rittersport fĂŒr Diabetiker, entdecke ich das Magnesium, Vitamin C, Calcium PrĂ€parat, von dem ich total angetan bin. Voll versunken im lesen der Packungsbeilage (die lese ich immer im GeschĂ€ft) merke ich gar nicht, daß zwischenzeitlich drei körperbewußte MĂ€nner neben mir stehen. Ich stecke die Packungsbeilage wieder in die Verpackung, probier es zumindest. Meine Feinmotorik ist mir leider abhanden gekommen und das verfluchte Ding will da nicht wieder rein. Na schön, denke ich, knĂŒlle das Papier zusammen und lege es mit der Packung in den Wagen.
Als ich aufschaue, sehe ich drei Muskelprotze, die eigentlich auch ganz schön schmucke aussehen. (obwohl ich mal gehört habe, je mehr Muskeln um so weniger Potenz)
Jetzt weiß ich warum. Warum die Frauen sich alles schick gemacht haben. Ich reihe mich wieder, in die sich trĂ€ge schleppende Schlange von Einkaufswagen, ein. Überall PĂ€rchen, der Typ aus der Kosmetikabteilung ist auch nicht allein. Eine blonde fabelhaft angezogene "GuccitaschentrĂ€gerin" hĂ€lt besitzergreifend seine Hand und steht samt Traummann vor dem Weinregal. Einkaufswagen sind gefĂŒllt mit Putzmittelchen, Waschpulver und WeichspĂŒler. Ich komme mir mickrig vor mit meinem Abendblatt und den Vitaminen. Der ganze Supermarktstress fĂŒr die zwei Teile? Ich beschließe heute zu kochen und mir ein paar Videos zu leihen. Gar keine schlechte Idee, bei dem Dreckswetter. Rotwein könnte da auch nicht schaden. Ich nehme den gleichen aus dem Regal, den auch schon der SupermĂ€n ausgewĂ€hlt hat (billig! 4,99)und fĂŒhle mich etwas glĂŒcklicher. Werde an dich denken wenn ich die trinke, denke ich, als ich die Flasche in der Hand habe und ihn, samt Blondie, aus der Weinabteilung rauschen sehe. Die Schlange mit Einkaufswagen bringt mich zur Softdrinkabteilung. Wunderbar, etwas Wasser brauch ich auch. Also stelle ich meinen Wagen ab und versuche, an die mit Menschen besiedelte Euro Palette Wasser, zu gelangen. Ich frage mich warum die alle genau das Wasser haben wollen das ich will und sehe, das es heute 5 Pfennig weniger kostet als sonst. Also alles SchnĂ€ppchenjĂ€ger. Ich frage eine alte Dame ob sie nich weiß womit ich heute noch so ein tolles SchnĂ€ppchen reißen könnte. Sie berichtet mir von Mozartkugeln fĂŒr nur 2,99 und rĂŒckt etwas von der Palette. Ich nutze die Gelegenheit und schnappe mir einen sechser TrĂ€ger, bedanke mich bei der Grauhaarigen und ziehe ab. In der GemĂŒseabteilung, die ist relativ ĂŒbersichtlich, stelle ich fest, das der Supermarkt nicht nur eine Auswahl an Äpfeln und Zuchinis, sondern auch an attraktiven MĂ€nner bereithĂ€lt. Ich komme immer wieder an den Punkt, ich sehe einfach nicht Supermarkt gemĂ€ĂŸ aus. Die meisten von den MĂ€nnern die ich interessant finde haben eine Frau im Schlepptau. (Oder ist es umgekehrt?) und machen einen schleimig glĂŒcklichen Eindruck. "Du Schatz, schau mal was fĂŒr tolle Strauchtomaten die heute haben!" oder "Wollen wir lieber den Mittelalten oder den Maigouda nehmen?" Mir wird schlecht beim Anblick all dieser glĂŒcklichen Menschen. DafĂŒr habe ich mal eine tolle Katze Zuhause, die zeigt mir nicht, quer durch die GemĂŒseabteilung Fleischtomaten und fragt mich dann beim wiegen welche Nr. die noch mal hatten. Ich begrabe den Gedanken fĂŒr mich zu kochen, das ist sowiso bescheuert, fĂŒr sich alleine kochen!(ich schĂŒttel allein beim Gedanken mit dem Kopf) und gehe zum Fleischtresen.

„Eine kleine Putenbrust fĂŒr meine Katze bitte.“ (Ich hoffe er schenkt sie mir, aber nĂŒscht)
Der FleischfachverkĂ€ufer spießt eine auf und hĂ€lt sie mir hin
„So etwa? „Nein, die ist zu groß, ich sagte doch fĂŒr meine Katze! Die ist kleiner als das StĂŒck, daß sie da hochhalten“
„Die HĂ€lfte ?“
Ich sage ja und wenig spÀter liegt die tote Pute in meinem Wagen.
Auf einmal tippt mir jemand auf die Schulter. Ich frage mich wer das wohl ist und will mich umdrehen, da ertönt bereits eine wichtigtuerische Stimme:
„Wissen Sie was auf Einkaufswagen Klau fĂŒr eine Strafe kommt?“
Meine Leitung ist ziemlich lang und ich ĂŒberlege fĂŒr einen Bruchteil der Sekunde, was ich heute alles gesetzwidrige gemacht habe. Ok, mein Auto steht auf dem Mitarbeiterparkplatz, da steht’s aber immer und ich bin krank geschrieben, aber da darf man jawohl mal einkaufen gehen.
„Hallo“ ertönt es wieder. Ich drehe mich um und stammele ein „Waaas??“
„Die Strafe gute Frau, ob sie wissen welche?“
Der Ă€ltere Mann (ca. 95)hinter mir fuchtelt mit zwei Bananen vor meinem Gesicht rum. Ich frage mich, warum um Gottes Willen, der nicht in der Woche einkauft, warum der ĂŒberhaupt alleine raus darf.
„Was fĂŒr ne Strafe?“
„Ich sags Ihnen. Zwei Bananen“
Der Mann legt mir die zwei Bananen in meinen Wagen.
„Was wollen sie eigentlich von mir. Ich brauche keine Bananen“
„Ich aber!“ sagt der als ob es das natĂŒrlichste der Welt ist. „Sie haben ja schließlich meinen Wagen. Ich bin hier schon ewig rum gelaufen und hab ihn gesucht, in meinem Alter nicht so einfach, wenn einem der Wagen zum stĂŒtzen fehlt. Bis ich sie entdeckte. Mit meinem Wagen. Kann ich ihn wieder haben?“
Das ist mir dann doch peinlich. Ich werde rot, entschuldige mich, greife zur toten Pute und verdĂŒnisiere mich. WĂ€r eigentlich eine gute Anmache, denke ich. Ich mußte aber natĂŒrlich den Wagen eines rĂŒstigen Rentners mit nehmen. Meiner steht seelenruhig beim Mineralwasser und grinst mich schĂ€big an. FĂŒr heute reichts. Ich gehe direkt zur Kasse und habe endlich einmal GlĂŒck. Nur zwei andere Wagen vor mir, die anderen Schlangen sind alle sehr viel lĂ€nger. Ich stelle mich also an und schaue mich interessiert um. Neben mir an einer der ganz langen Schlangen (und die Einkaufswagen sind alle gefĂŒllt bis zum Rand) steht ein Mann mit seinem Kind das im Wagen sitzt. Toastbrot, diverse SĂŒĂŸigkeiten und FischstĂ€bchen liegen um dieses sĂŒĂŸe rothaarige Geschöpf herum. Wie niedlich, denke ich. Auf der anderen Seite steht eine elegant gekleidete Frau die ihren kompletten Wagen mit Mozartkugeln gefĂŒllt hat. Im Kopf ĂŒberschlage ich was die bezahlen muß. 2,99 mal ca. 70 macht 210,- Hinter mir hat sich eine Schlange gebildet. Jetzt haben die anderen entdeckt, wie kurz meine Schlange doch ist. Ich starre also Löcher in die Luft und hĂ€nge meinen Gedanken nach. Der Mann mit dem rothaarigen Kind legt bereits seine FischstĂ€bchen aufs Band. Warum dauert das bloß so lange. Die Schlange hinter mir löst sich nach und nach auf. Tolle Wurst! denke ich, als ich sehe, daß ich mich an die einzige Kasse mit mĂ€nnlicher Besetzung angestellt habe. HĂ€nderingend fuchtelt diese mit einer Salami rum und ruft einer anderern Kassierein etwas zu.(Der Strichcode sei nicht lesbar ist und was in so einem Fall zu tun sei) Genervt drehe ich mich um, und schaue in wundervoll Atlantisblaue Augen. Ein Mann, nein ein Gott!, steht hinter mir und schaut vertrĂ€umt in seine Einkaufswagen. Ich starre in meinen und ĂŒberlege was ich sagen könnte.
„Da haben wir uns ja eine ganz tolle Kasse ausgesucht. Die einzige, an der ein Mann kassiert.“ WĂ€hrend ich das sage schaue ich dem Traummann direkt ins Gesicht und schmelze vor seinen Augen.
„Dann stellen sie sich doch an einer anderen Kasse an.“ Bekomme ich zur Antwort.
(sehr nett!) „Nö, nö sage ich... ich finds ganz interessant die Leute anzuschauen und was sie so einkaufen“
„Ja, da haben sie wohl recht, aber wenn’s hier tatsĂ€chlich so lange dauert, stelle ich mich woanders an.“
EnttÀuscht schaue ich diesem klasse Mann hinter her.

Kleider machen verdammt noch mal Leute. NĂ€chstes mal ziehe ich in den Supermarkt mein kleines schwarzes an und gehe vorher zum Friseur.

Das steht fest!



Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Frank Zimmermann
Junior Mitglied
Wird mal Schriftsteller

Registriert: Jan 1999

Werke: 41
Kommentare: 273
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Frank Zimmermann eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil
Nett, aber...

Nette ErzĂ€hlung aus der Reihe "Samstags im Supermarkt", aber ein bißchen geschummelt, denn mit der Schreibaufgabe hat der Text wohl nicht mehr so viel zu tun...
__________________
fz

Bearbeiten/Löschen    


ZurĂŒck zu:  Tagebuch - Diary Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!