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Leselupe.de > ErzÀhlungen
Egbert zitiert Husky Delpner
Eingestellt am 24. 09. 2001 18:28


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Egbert
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Sep 2001

Werke: 45
Kommentare: 2
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Draußen weht der Wind und bringt die BlĂ€tter der BĂ€ume zum Rauschen. Regnet es schon? Keine Ahnung, nur kalt ist es, das weiß ich. Irgendwo weit oben donnert leise ein Flugzeug seine Tonspur in den Himmel. Das macht mich immer ganz kribbelig. Höre ich ein Flugzeug, kann ich mich nicht auf dem Platz halten, ich muß ans Fenster springen, den Kopf in den Nacken werfen und dem Stahlkoloß hinterherblicken. Aha. Airbus. Alitalia. Italien. Sommer, Sonne, Sommersonne.
Gerade erwischt mich wieder ein kalter Windstoß, ein StĂ¶ĂŸchen eher, kalt am Arm. Ich habe meinen Pulli hochgekrempelt. Iregndwie gefĂ€llt mir diese Stimmung, auch wenn der Himmel grau und trĂŒb ist, schwere Wolken durchs Fenster triefen. Trotzdem, kann ich’s verleugnen. NatĂŒrlich wĂ€re ich lieber weg, am Strand, im Freien, im Warmen unter Palmen und nicht alleine, nicht alleine, nicht wie hier wie hier.
Das Telephon reißt mich aus dem TrĂ€umen, oh Mann, die Frau. Ja, hallo, ja, natĂŒrlich, nein, ich hab dich nicht vergessen, ja, doch natĂŒrlich, du bist mir wichtig, nein, ja, aber ich kann doch nicht jeden Tag anrufen, nein, doch ja natĂŒrlich, ja, ok, ja, ich dich auch. Du mich auch. Was ist das eigentlich. Als wir zusammenkamen, sagte ich, ich bin kein GefĂ€ngnis. Frauen brauchen Freiheit, das hatte ich gelernt, Frauen wollen frei sein, das wurde mir beigebracht, keine Eifersucht, keinen Streß, Frauen sind selbstĂ€ndige Wesen, stehen auf eigenen FĂŒĂŸen, ja, natĂŒrlich, und MĂ€nner engen sie ein, MĂ€nner klammern, MĂ€nner sind eifersĂŒchtig, MĂ€nner wollen immer nur das Eine, nĂ€mlich Geld, jajaja, und ich habe gesagt: Ich bin kein GefĂ€ngnis – und landete selber dort. Irgendwie erinnert mich das an den Pseudosimon aus dem Leben des Brian. Seit zwei Jahren geht das so. Seit zwei Jahren bin ich und rede mir ein, glĂŒcklich zu sein, in der Beziehung, es klappt ja auch gut, wir verstehen uns prĂ€chtig. Ist es das? Manchmal denke ich, ist doch alles halb so schlimm und lebe wie der kalte Bauer.
War da nicht vor Jahren etwas? Etwas Großes, Wunderschönes? Etwas, das mich bsi heute nicht loslĂ€ĂŸt, dem nachzutrauern idiotisch wĂ€re, das sich nicht wiederzuwĂŒnschen unmöglich ist? Ich weiß es noch, weiß es genau. Nur, hat es geklappt? Nein. Es ist schief gelaufen, typisch fĂŒr mich, was schiefgehen kann, geht schief.
Verlieben mĂŒĂŸte man sich, ja, denke ich, das mĂŒĂŸte man, und versinke wieder im trĂŒben Grau des Tages. So dumm das ist, aber es ist die grĂ¶ĂŸte Kraft. Nach Geld und Sex. Die Wolken ziehen vorbei, ohne daß man es merkt. Sind doch eh alle gleichgrau, gleichtrĂŒb, gleichfett. Regnet es schon? Ich weiß es nicht. Was weiß ich schon? Bin ich nicht das geborene Mittelmaß? Der Durchschnitt des Durchschnitts? Ist nicht mein Leben gespickt mit FettnĂ€pfen, Löchern, in die ich zuverlĂ€ssig falle, Stricke, ĂŒber die ich kontinuierlich falle. Ja, was schief gehen kann, geht schief. Gut, mag sein, ich bin nicht der klassische Pechvogel, doch was schief geht, geht schief. So ist das eben. So ist das. Ich bin mir sicher, nach bald 40 Jahren, ich bin mir sicher, fast sicher, es zu wissen. Da gibt es mehr, ohne religiös zu werden, aber da gibt es mehr. Viel mehr noch. In meienr Welt gilt nicht das BGB, gilt nicht das deutsche Strafgesetz. In meiner Welt herrscht Murphy! Und das ganz real. Realer als real. Ist es Zufall, daß diese Dinge an mir beobachtbar passieren? Immer ist es so, immer immer immer.
Wieder donnert ein Flieger nicht nah und nicht fern ĂŒber das Dach meines Hauses hinweg. Ein pulsierendes GerĂ€usch ist es mit einbem leichten sirrenden Ton, wie eine SĂ€ge, nur viel feiner. Wohin es wohl fliegt? In den SĂŒden, zur Sonne, zur Frauheit? Braune Körper am sandstrand? Oben ohne, als wĂ€re das das Normalste der Welt. Ungezwungen, nackt, wie Gott das Walroß schuf. Ich brauche frei, brauche frei von meiner Beziehung. Ich muß weg hier, weg aus meinem GefĂ€ngnis, das ich nie sein wollte, in dem ich nun bin. Das ewige Weib vertreibt, das ewig unbekannte Weib lockt, doch der einzige Ort, an dem ich es finde, ist in meinem Kopf. Oder am Strand? Die Gedanken sind frei. Von wegen.

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Fahnert
BlĂŒmchendichter
Registriert: Feb 2001

Werke: 13
Kommentare: 10
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ich bin dabei, ich fĂŒhle mit.
herrvorragend.

Gruss Fahnert.

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