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Leselupe.de > Ungereimtes
Ehrfurcht
Eingestellt am 08. 09. 2009 23:33


Autor
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Ralf Langer
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2009

Werke: 304
Kommentare: 2919
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Ehrfurcht?

Hier bei diesem Haus
erschrak einst Nietzsche
├╝ber des Menschen unbekanntes Wesen.
Und dort auf einem dieser Berge
sp├╝rte Goethe wohl
kaum einen Hauch.
In diesem Zimmer
nahe einem Turm,
erdachte Luther seine Thesen.
Alles gewesen, jetzt,
und l├Ąngst vorbei,
die Zeit da dies bewegte,
vergraben unter ewigem Zerfall.
Wen interessieren angefressene Menschen,
Berge und auch Thesen?
Das Jetzt entfacht, es sch├╝rt,
ein immer neues Feuer auf.
Doch alles was geschah, was bebte,
hatte Atem, hatte Hauch,
trug in sich eine Flamme,
hatte Gr├Â├če,
entfachte, brannte, lohte, wehte
durch die K├Âpfe, durch die Zeit.
Auch wenn wir heute neue Feuer legen,
ist doch die Asche dieser Thesen
in diesem Feuer,
einstmals lodernd Scheit gewesen.

__________________
RL

Version vom 08. 09. 2009 23:33
Version vom 23. 09. 2009 15:13

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atoun
???
Registriert: Mar 2009

Werke: 21
Kommentare: 298
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das ist ein excellenter Part und steht schon als ein eigenes Gedicht:

quote:
Das Jetzt entfacht, es sch├╝rt,
ein immer neues Feuer auf.
Doch alles was geschah, was bebte,
hatte Atem, hatte Hauch,
trug in sich eine Flamme,
hatte Gr├Â├če,
entfachte, brannte, lohte, wehte
durch die K├Âpfe, durch die Zeit.
Auch wenn wir heute neue Feuer legen,
ist doch die Asche dieser alter Thesen
in diesem Feuer,
jenes einstmals, selbst gewesen.

viele Gr├╝├če
atoun

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lapismont
Foren-Redakteur
H├Ąufig gelesener Autor

Registriert: Jul 2001

Werke: 215
Kommentare: 7574
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Hallo Ralf Langer,

mir gef├Ąllt das Gedicht auch nicht hundertprozentig.

Stilistisch kratzt es an einigen Stellen, ganz schlimm aber hier
"die Zeit wo dies bewegte,"
Das riecht nach Dialekt.

Das n├Ąchste Kratzen:
"Doch alles was geschah, was bebte,
hatte Atem, hatte Hauch,
trug in sich eine Flamme,
hatte Gr├Â├če,"
Zuviel hatte. Ich finde, es wirkt mit richtigen Verben beser, siehe die Flamme.

Und der Schluss liest sich auch verquer:
"Auch wenn wir heute neue Feuer legen,
ist doch die Asche dieser Thesen
in diesem Feuer,
jenes einstmals, selbst gewesen."

Asche kommt eigentlich erst durch das Feuer.
Worauf bezieht sich "jenes einstmals"?
Der Satz wirkt ziemlich konfus und lenkt durch den Reim zus├Ątzlich ab.
├ťberhaupt wiederholt sich zuviel.

Grunds├Ątzlich fehlt mir in dem Gedicht eine n├Ąhere Erkl├Ąrung, was denn nun der Erz├Ąhler unter dem Feuer versteht. Nietzsche Goethe und Luther zu nennen, offenbart ja nicht gleich eine Bedeutung. Welche Thesen sind denn da gemeint?
Bisher ist das alles nur eine schwammige Ode ├╝ber den Werteverlust oder eine Belehrung, sich der selektierten Klassiker zu erinnern.

cu
lap
__________________
Kunst passiert.

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Ralf Langer
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2009

Werke: 304
Kommentare: 2919
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DAnk euch allen
f├╝r eure Anmerkungen

Ja da hatte ich gro├čes im Sinn
" Die Thesen" sind nat├╝rlich dem Reim abgerungen.

Die genannten K├Âpfe der Geschichte nur ein Beispiel
f├╝r Ideen die Menschen hervorbringen und
eine Zeit lang die Welt bzw. die Menschen in ihr bewegen
Diese sind sozusagen ausgebrannt, w├Ąhrend das Feuer der Ideen
weiterhin lodert

Ich werd wohl noch mal dar├╝ber nachdenken

Lg
Ralf
__________________
RL

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Perry
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Aug 2004

Werke: 1029
Kommentare: 3097
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Hallo Ralf,
in dem Text steckt einiges Potential, aber ich muss lapismont Recht geben, durch die teilweise etwas verquere Ausdrucksweise und das vage Bem├╝hen von Geistesgr├Â├čen verliert es an Aussagekraft. Ich w├╝rde in dieser Richtung noch Arbeit investieren und vor allem auch die Wiederholungen (z.B. "entfacht/entfachte") vermeiden.
LG
Manfred

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Ofterdingen
Routinierter Autor
Registriert: Aug 2009

Werke: 24
Kommentare: 382
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Hallo Ralf Langer,

lapismont hat einige Dinge angesprochen, die auch mir Unbehagen verursachen. Dazu geh├Âren vor allem der Sprechgestus und die vielen knirschenden und kratzenden Stellen, beispielsweise auch diese:

"ersonn der Luther seine Thesen"

`Ersonn┬┤ ist schlicht falsch. Es muss ersann hei├čen. Der Artikel wirkt unpassend, wurde wohl aus metrischen Gr├╝nden eingef├╝gt, ohne an die Wirkung zu denken; besser w├Ąre hier ein dreisilbiges Verb wie z.B. `erdachte┬┤, damit k├Ânnte `der┬┤ wegfallen.

"Alles gewesen, jetzt,
und l├Ąngst vorbei,"

Die Zeitangabe `jetzt┬┤ bei├čt sich mit dem vorausgehenden `Alles gewesen┬┤und dem folgenden `l├Ąngst vorbei┬┤. Der Satz ist banal formuliert, wirkt phrasenhaft.

`die Zeit wo dies bewegte┬┤ Der Grammatik-Duden zitiert zwar Schiller, der `wo┬┤ in ├Ąhnlicher Weise benutzte, aber ebenso wie Goethes G├Âtz-Zitat passt eine solche quasi klassische Ausdrucksweise nicht ├╝berall hin.

`vergraben unter ewigem Zerfall┬┤: schiefe Metapher, unertr├Ąglich schw├╝lstige Sprache.

Insgesamt: Man merkt, dass du etwas sagen willst ├╝ber deine th├╝ringische Heimat, aber du schaffst es weder inhaltlich noch sprachlich, Lesenswertes zu Papier zu bringen. Schade eigentlich!

├ťbrigens, lapismont. Das epidemische "lg" am Briefende verstehe ich ja inzwischen. Aber was zum Kuckuck hei├čt "cu"? Tut mir leid, ich komm nicht drauf: "charismatisch urteilend", "chinesisch unverst├Ąndlich", "christlich unbedarft", "chronisch ungem├╝tlich", "cineastisch uferlos","computerisch umst├Ąndlich"?

Immer noch r├Ątselnd,
Ofterdingen




__________________
Man soll keine Dummheit zweimal begehen, die Auswahl ist schlie├člich gro├č genug. J. P. Sartre

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