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Leselupe.de > Humor und Satire
Eifersucht oder Komische Nachbarn
Eingestellt am 31. 10. 2001 09:00


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Pandora
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Oct 2001

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Die Zornesr├Âte kriecht langsam seinen Hals hinauf und sucht sich ihren Weg zum Gesicht. Geschafft. Der Kopf gleicht einer ├╝berreifen, mutierten Tomate, hektische Handbewegungen versuchen seiner lauten Stimme noch mehr Ausdruck zu verleihen. Er schreit. Das Schreien steigert sich bishin zum hysterischen Kreischen. Allm├Ąhlich ist die Stimmlage der Beegees erreicht und man denkt: ÔÇ×H├Âher geht nichtÔÇť. Doch manchmal w├Ąchst der Mensch ├╝ber sich hinaus, wenn ihn bestimmte Gef├╝hle dazu verleiten. Den Eindruck habe ich jedenfalls, wenn ich mir meinen Nachbarn so ansehe. Von meinem K├╝chenfenster aus kann ich direkt in das Schlafzimmerfenster der Bachmanns sehen. Nicht da├č ich so etwas ├Âfters tue. Niemals. Heute ist das erste Mal. Ehrlich.
Aber was meine sensiblen Augen hier zu sehen bekommen, l├Ą├čt einem schon fast an seinem eigenen Verstand zweifeln. Aber ich bin mir sicher, es ist seiner, der nicht mehr richtig funktioniert.
Seine Frau Martina, ein recht sch├╝chternes, leicht einf├Ąltiges Ding, hat schon vor etlichen Minuten das Haus verlassen. Nat├╝rlich war dem ganzen Szenario ein handfester Streit vorausgegangen. Angeschrien haben sie sich, da├č ich es ganz bestimmt auch geh├Ârt h├Ątte, wenn mein Fenster geschlossen gewesen w├Ąre. Angeblich soll Martina ihrem Mann fremdgehen. Wer soll das denn glauben? Die wird doch schon rot, wenn sie jemand nach der Uhrzeit fragt.
Das mu├č ich auf jeden Fall Gerda erz├Ąhlen. Einen kurzen Augenblick ├╝berlege ich, ob ich es mir leisten kann, das Telefon zu holen. Es ist ein Dilemma, ├Ąhnlich dem, wenn man bei einem guten Film ├╝berlegt, ob man die n├Ąchste T├╝te Chips holt oder doch lieber bis zur Werbung wartet...
Aber hier gibt es keine Werbung. Ich br├Ąuchte mich nur umzudrehen...
Ich habe es gewagt. Blind w├Ąhle ich Gerdas Nummer. Ich will ja nichts verpassen. Nicht da├č ich so neugierig bin. Nein. Wo denkt ihr hin? Irgend jemand mu├č das Ganze doch im Auge behalten. Er k├Ânnte sich ja schlie├člich etwas antun, der liebe Herr Nachbar. Und dann mu├č man als anst├Ąndiger B├╝rger und Nachbar doch helfen. Eifersucht ist wirklich schlimm. Es passiert doch immer so viel. Wie viele Morde wurden deswegen schon ver├╝bt?
Ich mache mir wirklich Sorgen um meinen von dieser Sucht geplagten Nachbarn. Hoffentlich kommt Martina nicht fr├╝her von der Arbeit nach Hause. Eigentlich hab ich es ja schon immer gewu├čt. Irgendwann bringt er sie um.
ÔÇ×Oh Gott, Gerda, Liebes, gerade hat er mit der blo├čen Faust den Spiegel kaputt geschlagen. Kannst du dir das vorstellen? Ob Martina wirklich fremdgeht? Verstehen k├Ânnte man es ja, bei so einem aggressiven und eifers├╝chtigen Mann. Ob so was schon mal vorgekommen ist? Liebes, dann w├╝├čtest du es doch. Obwohl, wenn ich es mir recht ├╝berlege.. vielleicht...Er ist immer noch au├čer sich. Ich glaube, er holt etwas..Moment.. ich kann es nicht genau erkennen. Ein Messer.. nein.. es ist ein Hammer. Du lieber Gott, was hat er denn nun vor? Ich glaube, er will das Bett zerschlagen. Das geht aber nun wirklich zu weit. Ich glaube, ich gehe mal r├╝ber. Mal gucken, was da los ist. Und ├╝berhaupt, so was gibt es doch nicht in unserer Stra├če. So was darf man nicht zu lassen. Die Kinder kommen auch gleich aus der Schule. Ich ruf sp├Ąter nochmal an.ÔÇť
Zivilcourage geht ├╝ber alles. Gerade in der heutigen Zeit. Hab ich nicht recht? Ich geh also r├╝ber und klingle bei den Bachmanns. Ein bi├čchen Angst hab ich schon. Er wird mir doch wohl nichts tun? Einer alten, gebrechlichen, von Arthrose gepeinigten Frau?
Die T├╝r ├Âffnet sich und ein gutgelaunter Michael Bachmann steht vor mir und l├Ąchelt mich grundg├╝tig an.
ÔÇ×Guten Tag, Frau Kling. Kann ich Ihnen helfen?ÔÇť
Irritiert ringe ich nach Worten:
ÔÇ×Also...ich...wollte...dachte nur...zuf├Ąllig gesehen...ihre Frau...der Spiegel...ÔÇť
ÔÇ×Achso, Frau Kling.ÔÇť Er lachte. ÔÇ×Es ist wirklich sehr nett und freundlich von Ihnen, da├č Sie sich Sorgen machen. Aber meine Frau und ich haben nur ├╝berlegt, ob wir nicht ein Rollo an unserem Schlafzimmerfenster anbringen sollten. Wir w├╝rden zwar unseren Panoramablick aus diesem Raum einb├╝├čen, aber ich denke, wir haben uns daf├╝r entschieden. Es werden ja so komische Geschichten im Dorf erz├Ąhlt, Sie verstehen schon. Danke, Elfriede. Sie waren uns sehr behilflich bei unserer Entscheidung. Kann ich Ihnen etwas anbieten? Sie sehen so bla├č aus.......ÔÇť

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