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Leselupe.de > Ungereimtes
Eigentlich
Eingestellt am 18. 02. 2005 22:58


Autor
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Vera-Lena
Routinierter Autor
Registriert: Oct 2002

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Eigentlich

Als der abgenutzte Tag
verblichen und ausgefranst
in der K├╝chenecke hockte,
konnte ich ihn nicht wegschicken.
Ich wusste, er w├╝rde wiederkommen.

Wenn das Uneigentliche
sich aufget├╝rmt,
w├Ąre er wieder da
wie ein Paukenschlag.

Eigentlich bist du doch traurig,
wird er mich dann wissen lassen
und das angebliche Lachen
scheuert an meiner Lippe.

Seine Bilder kramt er hervor dann,
die schrecklichen Kl├Ąnge,
Das Autoquietschen,
das bange Warten sogar.
Erinnere dich, taktet er,
mit m├╝dem Fu├č pocht er
seine Symphonie in mein Hirn.

Ja, ich erinnere mich.

Ich bin dein heute, sagt er
erbarmungslos.

Und ich betrachte ihn,
hoffend,
dass er irgendwann
mein gestern sein wird.








__________________
Der Mensch ist sich selbst das gr├Â├čte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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rosste
Routinierter Autor
Registriert: Jul 2004

Werke: 85
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Liebe Vera-Lena!
Das sehe ich als ein gelungenes Bild daf├╝r, dass wir Menschen "Gewohnheitstiere" sind.
Wir vermissen "Das Autoquietschen, das bange Warten sogar" ziemlich bald, obwohl wir es so gerne los h├Ątten und aus der K├╝che schmei├čen w├╝rden.
Vor dem heute k├Ânnen wir nicht fl├╝chten. Es fordert mit Recht sein Dasein, seine Beachtung und seine Bew├Ąltigung.
- "Ich bin dein heute, sagt er
erbarmungslos." - sehr sch├Ân.
"das Uneigentliche" ist das einzige Wort im Gedicht, das mich st├Ârt.

LG, Stephan

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lintschi
Festzeitungsschreiber
Registriert: Dec 2004

Werke: 24
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liebe vera-lena,

ja, auch mir gef├Ąllt das sehr gut.
ich habe nur ein paar winzig kleine ...

wenn das Uneigentliche
sich auft├╝rmt (das aufGEt├╝rmt find ich irgendwie nicht passend, aber ...)

und das angebliche Lachen
scheuert sich an meiner Lippe

und letztendlich glaube ich, dass man Heute, so wie du es gebrauchst, gro├č schreibt. Es geht um DAS Heute und auch um DAS Gestern, oder?

mir passt das "Uneigentliche" wieder sehr gut. da sieht man, wie unterschiedlich die auslegungen oft sind.

wahrscheinlich schon "guten morgen"!
lintschi
__________________
nur wer liebt lebt
mein weblog: die liebe als ph├Ąnomen

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Otto Lenk
Routinierter Autor
Registriert: Nov 2001

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irgendwie holt uns dieses "gestern" immer wieder ein. gef├Ąllt mir gut, liebe vera-lena. l├Ąsst raum...dein gedacht.

alles liebe otto

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Lotte Werther
Guest
Registriert: Not Yet

An Vera-Lena

Eigentlich... hat dein Gedicht eine Strophe. Die erste. Die ist gut und gen├╝gt.

Alles was folgt, ist nicht nur schwach und ├╝berfl├╝ssig, sondern auch in sich nicht schl├╝ssig.

Ein Tag, der erbarmungslos ist, kramt weder rum, noch pocht er m├╝de mit dem Fu├č. Und gef├╝hlig feststellen,

Eigentlich bist du doch traurig,

passt auch nicht zu ihm.

Der letzte Absatz gleitet v├Âllig ins Selbstmitleid ab:

Und ich betrachte ihn,
hoffend,
dass er irgendwann
mein gestern sein wird.


Du wei├čt genau, dass er dein gestern sein wird. Und zwar nicht irgendwann, sondern bald.

Schade, wieder einmal viel vergeben.

Lotte Werther

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Vera-Lena
Routinierter Autor
Registriert: Oct 2002

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Lieber Stephan, danke f├╝r Deine Antwort!

dass sich jemand aus dem heute fl├╝chten m├Âchte, hatte ich mir nicht gedacht, aber ich sehe, dass der Text mehrere Interpretationsm├Âglichkeiten offen l├Ąsst.

Das "Uneigentliche" ist mir sehr wichtig. Wieviel ├ťberfl├╝ssiges t├╝rmen wir um uns herum auf, weil es uns so schwer f├Ąllt, uns mit dem Wesentlichen auseinanderzusetzen.

Liebe Gr├╝├če von Vera-Lena
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