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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Ein Bettler in Paris
Eingestellt am 01. 10. 2006 17:48


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Noir
Festzeitungsschreiber
Registriert: Sep 2006

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Meine Eltern speisen im "Heaven"

Meine Eltern speisen im "Heaven"

Das Sonnenlicht spiegelte sich glei├čend hell auf dem Eisen des Eiffelturms. Oben war es ruhig und es regte sich nicht der Hauch eines L├╝ftchens. Doch unten...
Es tummelten sich die Menschen laut plappernd in Schw├Ąrmen. Autos zischten von Ort zu Ort und ├╝berall herrschte ein
reges Treiben. In diesem unruhigen Chaos aus Alltag und L├Ąrm erschien jedoch eine L├╝cke. Die Menschenmenge gab sie frei. Es war ein Junge, der nicht an dem allt├Ąglichen Tumult teilnahm. Er schien etwa dreizehn, vierzehn Jahre alt zu sein. Er trat in alten, zerlumpten Kleidern auf. F├╝r sein relativ junges Alter sah er sehr erwachsen aus. Seine Gesichtsz├╝ge waren hart und erns. Nach einiger Zeit schien er sein Ziel gefunden zu haben. Er hockte sich auf den nackten Boden. Dann holte er eine kleine, h├Âlzerne Schale aus seiner Tasche und legte sie vor sich hin. Zuletzt nahm er seine geliebte Mundharmonika und setzte ein kleines trauriges Liedchen auf die Lippen. Nach zwei Minuten befand sich immer noch kein Geld in seinem Sch├╝sselchen. Der Junge spielte trotzdem hartn├Ąckig weiter. Aber auch nach einer Stunde zeigte die Schale nur eine g├Ąhnende Leere. Wie fast jeden Tag. Die Leute liefen nur an dem armen Bub vorbei. Da wagte zum ersten Mal heute einer den Schritt nach vorne. Es war ein Kind. Ungef├Ąhr f├╝nf Jahre j├╝nger als der Junge war er und trotzdem f├╝rchtete er den gro├č gewachsenen Jugendlichen nicht. Er lief auf den Bettelknaben zu und sprach ihn, w├Ąhrend seines St├╝ckes an: "Wie hei├čt du?" Der andere lie├č seine Mundorgel sinken und nuschelte leise: "Das hat keine Bedeutung."
"Ich hei├če Jean."
"Sch├Ân."
Andere Jungen w├Ąren in dem Moment gelangweilt weggelaufen, er jedoch blieb. "Darf ich mal deine Mundorgel benutzen?"
"Meinetwegen."
"Danke." Er spielte ein paar schr├Ąge T├Âne. Es sah einfach zu komisch aus, der kleine Junge stand da und versuchte ein paar Ger├Ąushe aus dem Instrument zu quetschen. "Okay, ich glaube das reicht." Der Bettelknabe zeigte eine winzige Spur von L├Ącheln in seinen Mundwinkeln. Der andere gab die Mundharmonika zur├╝ck. "Mag sein, dass du besser mit diesem bl├Âden Instrument zurechtkommst, aber ich kann etwas, was du nicht kannst."
"Auch ja, was denn?"
"Ich kann lachen."
Der Jugendliche verstummte sofort.
"Lachen."

Lachen.
Ja, ich kann lachen, du aber nicht. Ich habe dich noch nie lachen sehen.
Ich kann lachen, wenn ich will.
Na dann lass mal sehen!
Nicht jetzt. Bevor uns noch jemand sieht. Wir sind inder ├ľffentlickeit.
Na und. Den Erwachsenen ist das so was von egal. Wo wohnt ├şhr eigentlich?
Wo soll ich denn schon wohnen? Na, hier in Paris. Wen meinst du denn mit "wir"?
Bist du etwa ein Bettler? Mit "wir" meinte ich deine Eltern.
Meine Eltern...weg.
Wo sind die denn?
Der Junge wusste erst gar nicht so recht, was er antworten sollte. Der kleinere schaute ihn mit erwartungsvollen Augen an. Nach einer halben Minute gab er nerv├Âs bei:
Die sind im "Heaven".
Aha. Ist das ein neues Restaurant?
Äh, jaaaaah!, sagte er vorsichtig, meine Eltern gehen sehr oft aus und speisen teuer.
Mensch, dir geht┬┤s ja gut.
Die beiden Jungen schauten sich gegenseitig eine Weile an, bis der j├╝ngere sagte;

"Jetzt zeig mir doch mal dein Lachen!"
"Also gut, ich habe noch nie gelacht. Ich wei├č auch nicht wie das funktionieren sollte oder was das ist."
"Ich werde es dir beibringen."
"Oh ja, sehr gerne. Wann fangen wir an?"
"Morgen. Wir treffen uns wieder hier. Jetzt muss ich erst nach Hause."
"In Ordnung."
"Ich wohne ├╝brigens in der Cielstra├če sieben."
Die Jungen verabschiedeten sich und der Jugendliche zeigte ein L├Ącheln auf seinem Gesicht. Der j├╝ngere rannte nach Hause und sein tannengr├╝ner Schal wehte nach hinten, dem ├Ąlteren entgegen.

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druckfehler
Guest
Registriert: Not Yet

eine weitere kritik vom druckfehler ;)


von der Thematik her ist die Geschichte ein kleines M├Ąrchen, eine nette, erbauene Geschichte. Eine eindeutige Moral hat das ganze nicht. Ich frage mich ob du etwas konkretes Aussagen willst... Au├čer ein paar verwaschenen allgemeinen "Weisheiten",dass Lachen sch├Ân ist und die Welt gut und wenn sie nicht gut ist kommt Engel(wohnt im Himmel)/Wichtel (tannengr├╝ner Schal) in Form eines kleinen Jungen der dich tr├Âstet.

Die Umsetzung find ich ganz gut, allerdings ein wenig zu klischeehaft. Deine Charaktere tun und denken kaum unerwartetes (h├Âchstens der kleine Junge, und f├╝r einen Charakter in einem M├Ąrchen auch nicht wirklich). M├Ąrchen d├╝rfen durchaus viele Klischees und typische Charaktere beinhalten, aber wenn du dem Stra├čenjungen nur 1-2 ungew├Âhnliche Eigenschaften geben w├╝rdest, k├Ąme er dem Leser gleich viel plastischer und lebensechter vor.
Insgesamt k├Ânntest du noch ein bisschen ausschm├╝cken und an der Sprache feilen. Macht das ganze sicher noch etwas spannender.

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petrasmiles
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Registriert: Aug 2005

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Ein paar sprachliche Anmerkungen:

quote:
glei├čend hell
das 'hell' ist in 'glei├čend' enthalten

quote:
auf dem Eisen des Eiffelturms
dieses doppelte 'Ei' klingt unsch├Ân, man k├Ânnte Stahl oder Metall verwenden

quote:
reges Treiben
klingt total abgegriffen

quote:
unruhigen Chaos
wieder eine unsinnige Verst├Ąrkung/Doppelung (ich vergesse immer den Begriff daf├╝r)

quote:
Zuletzt nahm er seine geliebte Mundharmonika und setzte ein kleines trauriges Liedchen auf die Lippen
Da ist ein Bruch in der Perspektive. Er kommt als Fremdk├Ârper in die Szenerie und der Erz├Ąhler betrachtet ihn von au├čen - und auf einmal wei├č er, dass dieser Junge sein Instrument liebt. Das wirkt unsauber.

quote:
g├Ąhnende Leere
total abgegriffen

quote:
Da wagte zum ersten Mal heute einer den Schritt nach vorne. Es war ein Kind.

Unn├Âtig umst├Ąndlich.

Solche unsauberen, nicht abgestimmten Formulierungen finden sich zuhauf und der Spannungsbogen ist zu flach.
Die Idee finde ich h├╝bsch, aber sie muss noch ein bisschen 'poliert' werden.

Liebe Gr├╝├če
Petra




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Andy
Guest
Registriert: Not Yet

Ich we├č nicht recht irgendetwas fehlt dieser Geschichte. Die Idee finde ich wirklich gut, nur fehlt der Geschichte meines Erachtens eine klare Aussage. Diese w├╝rde die ganze Geschichte besser abrunden!

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