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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Ein Bild vom Pulverfass
Eingestellt am 26. 08. 2012 11:13


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Herbert Schmelz
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Registriert: Oct 2009

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Ein Bild vom Pulverfass
Nachtragend gefragt: Kommt da noch mehr als „nur“ Netanjahus SĂ€belgerassel?

Das MĂ€rchen von „Krieg und Frieden“ verstehe ich als erfundene geschichtliche Idylle, die massenhaft ertragen hilft, was unertrĂ€glich ist.

Kriegerische Gewalt kommt ebenso unnatĂŒrlich als Gegenkultur in unsrer Entwicklung vor wie die Friedenssehnsucht und die diversen Techniken der „Friedensverhandlung“. Der aufdringliche Zweck der Inszenierungen von Gewalt verbirgt oft genug den Massenbetrug zur VerdrĂ€ngung und Ablenkung wirklich bedeutender Aufgaben, die sich menschliche Gesellschaften nur selbst stellen können. Krieg ist aus dieser Sicht weder notwendig, wie das Zusammenspiel von Blitz und Donner, noch dient er dem allgemeinen Wohl. Er dient einer winzigen Schicht von 'Kriegsgewinnlern'.

Andererseits bleibt selbstĂ€ndiges Denken und Handeln seltsam unterentwickelt, gefangen in bĂŒrokratisch-rechtlichen Konstruktionen, ja in begrĂŒĂŸenswerten Fortschritten der technischen Kulturentwicklung der Gesellschaft selbst. So erleben wir, dass wir oft genug im Zustand selbst verschuldeter UnmĂŒndigkeit verharren und uns mit bruchstĂŒckhaftem Wissen zurechtfinden mĂŒssen.

Daher, zugestanden, stellen sich mir einige naiv anmutende Fragen im Anschluss an Netanjahus sommerliches SĂ€belgerassel in Nah-Ost. Sie grĂŒnden sich alle auf die fragwĂŒrdige Tatsache, den Bestrebungen des iranischen Ajatollah-Regimes mit ebenso hinterfragbaren Mitteln den Boden zu entziehen.

Schließlich muss in Rechnung gestellt werden, dass das Gewicht der „blockfreien“ Staaten wĂ€chst, deren Konferenz in Teheran vom GeneralsekretĂ€r der UNO, Ban Ki Moon, gegen israelische und amerikanische EinwĂŒrfe beehrt wird.

Welche politische Bedeutung kommt den BC-WaffenbestĂ€nden in Syrien tatsĂ€chlich zu? Warum lĂ€sst Assad in Moskau seinen denkbaren RĂŒckzug verkĂŒnden, wo er doch bisher alle derartigen Forderungen vehement, blutig zurĂŒckgewiesen hat? Gibt es globale Arrangements zwischen Washington und Moskau, um Iran und Al Kaida im syrischen Gewaltspiel den Zugriff auf biologische und chemische Waffen zu verwehren? Welches Gewicht hat Putins syrischer MilitĂ€rstĂŒtzpunkt an der östlichen Mittelmeerflanke der Nato? Können die Minderheiten in Syrien eine neue, positive Rolle spielen?

Was treibt Kanzlerin Merkel, im syrisch-iranischen Fall Öffentlichkeit und Parlament mit Hungerrationen abzuspeisen? WĂ€re es eine einmalige Chance fĂŒr Deutschland, seine Beteiligung am KriegsgetĂŒmmel-in Form arbeitsteiliger geheimdienstlicher AufklĂ€rung durch Bundeswehr und BND- offen zu legen,um den friedens- und sicherheitspolitischen Nutzen zur Diskussion zu stellen? WĂ€re dies nicht ein Verfahren, das sich wohltuend von den Betrugsmanövern abheben könnte, welche uns bis heute mit der Beteiligung im Afghanistankrieg zugemutet werden?

Was den permanenten Kriegszustand und die Demokratiefrage betrifft, ist uns Israel voraus. Die FÀlle Eichmann, 'Schwarzer September", Lillehammer und der Tod iranischer Atomwissenschaftler sind öffentlich diskutierte und diskutierbare Fakten. Die aufklÀrerische Absicht und Praxis zwingt so die unterschiedlichen Moralstandpunkte, sich zu legitimieren.


__________________
Ernst H.Stiebeling,EHS

Version vom 26. 08. 2012 11:13
Version vom 04. 09. 2012 12:37

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