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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Ein Dieb sind Sie nicht.....
Eingestellt am 14. 11. 2003 20:48


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Nova
Nennt-sich-Schriftsteller
Registriert: Nov 2003

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Ein Dieb sind Sie nicht...


Dieter Barmann, ein Musikproduzent, war so reich, dass er schon gar nicht mehr wußte, was er mit seinem vielen Geld anfangen solle. Trotz seinem riesigen Vermögen, war er geizig. Er konnte nie genug bekommen.
Dieter entschloß sich, Geld gegen hohe Zinsen zu verleihen und sich auch auf diese Weise wieder Gewinn zu sichern.
Sein Nachbar, ein braver PlattenverkĂ€ufer namens Daniel Drob, trug sich schon seit langem mit der Absicht, sein GeschĂ€ft zu vergrĂ¶ĂŸern. Da es ihm bisher an dem nötigen Kapital gefehlt hatte, um betrĂ€chtlichere Posten von Platten einkaufen zu können, war er froh zu hören, das Dieter Barmann bereit war, ihm Geld zu borgen.
Er lieh sich von ihm eine Summe von Zweihunderttausend Euro aus und schloß mit ihm einen Vertrag. Er verpflichtete sich, ihm das Geld samt Zinsen nach Jahresfrist wieder zurĂŒckzugeben.
Daniel Drob war ein fleißiger, rĂŒhriger Mann. Nur sein Geldmangel war schuld daran, dass er nicht genĂŒgend GeschĂ€fte machen könnte.
Dann blĂŒhte sein Handel, nachdem er sich das Geld verschafft hatte, rasch auf, und er konnte schon frĂŒh beginnen, einige Summen fĂŒr Dieter Barmann zurĂŒckzulegen.
Nach halbem Jahr brachte er dem Nachbarn ĂŒberglĂŒcklich Hundertachtzigtausend Euro zurĂŒck und erklĂ€rte lĂ€chelnd, dass er alle Hoffnung habe, den Rest der Summe einschließlich der Zinsen in weiteren drei Monaten zurĂŒckerstatten zu können.
Da er mit Dieter Barmann auf Recht guten Fuß stand, verlangte er keine BestĂ€tigung fĂŒr die bereits zurĂŒckgegebene Summe. Und auf dem Schuldschein selbst wurde nicht vermerkt, dass ein Teil des Geldes schon zurĂŒckerstattet worden war.
Als der PlattenverkÀufer kurze Zeit darauf wieder bei Dieter Barmann erschien und ihm die restlichen Zwanzigtausend Euro und die Zinsen brachte, leugnete dieser, jemals die erste Summe erhalten zu haben.
“Eine Schuld ist sehr ernste Sache”, erklĂ€rte er. “HĂ€tte ich Hundertachtzigtausend Euro bekommen, wĂ€re dann der Schuldschein vernichtet worden, oder ich hĂ€tte eine BestĂ€tigung geschrieben! Es steht im Vertrag ausdrĂŒcklich fest, dass die Summe erst nach Jahresfrist zurĂŒckgegeben werden muß. Wer in der Welt wĂ€re so töricht gewesen, sie vor dieser Zeit zurĂŒckzubringen? Es muß ein Irrtum sein! Ich habe heute die Zwanzigtausend Euro bekommen, aber von der ersten Rate weiß ich nicht!”
Daniel Drob war außer sich vor Empörung, als er dies hörte.

NĂ€chsten Morgen eilte er sofort zu Gericht, um eine Anzeige gegen den betrĂŒgerischen Dieter Barmann einzurichten.
Als er dem Richter seine Klage vorbringen wollte und nicht einen einzigen Zeugen anzugeben vermochte, wies ihn dieser ab.
Daniel Drob mußte froh sein, dass er nicht eingesperrt wurde. Verzweifelt und niedergebrochen suchte er den Rechtsanwalt Frank Farin auf, der den Ruf genoß, ein gewissenhafter und gĂŒtiger Mensch zu sein.
“Es geht um meine ganze Habe, Herr Rechtsanwalt!” jammerte Daniel. “Wenn Ihr mir nicht zu meinem Recht verhelfen könnt, bleibt mir nur der Tod!”
Anfangs wollte der Rechtsanwalt ihm keinen Glauben schenken, doch Daniel bat und flehte so lange, bis der sich seiner erbarmte und ihm versprach, in der Sache sein möglichstes zu tun.
“WĂ€re nur mein Geld verloren”, sagte Daniel, “dann wĂŒrde ich den Betrug eher verwinden! Hier steht der Ruf meines guten Namens auf dem Spiel! Wie könnte ich es ĂŒberleben, meine Familie in Schande zu bringen?”
“Wir werden sehen!” beruhigte ihn der Farin und befahl ihm, fĂŒr eine Weile in dem Wartezimmer zu gehen und dort zu warten.

Als Daniel Drob gegangen war, ließ er ein paar Gerichtsdiener kommen und trug ihnen auf, Dieter Barmann zu verhaften.
“Die RĂ€uber, die hier in der Nachbarschaft vor kurzem eingebrochen haben, sind jetzt von mir einvernommen worden”, erklĂ€rte er ihnen. “Die Leute haben gestanden, die Tat begangen zu haben, und angegeben, dass auch der Musikproduzent Dieter Barmann mit ihnen im Bunde war. Bringt diesen Mann also sofort hierher. HĂŒtet euch aber, viel Aufsehen zu machen oder seine Familie zu erschrecken!”
Bald darauf kamen die Rechtsdiener mit Dieter Barmann zurĂŒck.
“Wie kann ein reicher, angesehener Mann wie Sie”, fuhr ihn der Rechtsanwalt an, “sich mit einer Bande von RĂ€ubern einlassen? Was ist in euch eingefallen, mit diesen Leuten gemeinsame Sache zu machen? Haben Sie denn keine Angst vor den Gesetzen?”
Dieter Verstand nicht, was der Rechtsanwalt von ihm wollte.
“Aber... Herr Staatsanwalt...” stammelte er, “ich bin doch ein... ehrlicher... Musikproduzent... ich habe... doch niemals... mit RĂ€ubern Umgang... gepflogen!”
“Mir ist es auch unverstĂ€ndlich, wie Sie, als achtbarer Mensch, plötzlich gemeinsam mit Dieben plĂŒndern gehen konnten!” sagte der Staatsanwalt. “Die Diebe aber gestanden haben, dass Sie an diesem letzten Einbruch beteiligt waren. Die Beute soll aus Seide, Gold, SchmuckstĂŒcken und Wertpapieren bestehen! Was haben Sie zu Ihrer Verteidigung zu sagen?”
“Aber Herr Staatsanwalt!” rief Dieter Barmann, “ich habe genug Schmuck und Geld, wie hĂ€tte es mir einfallen sollen, andere Leute zu bestehlen? Ich begreife gar nicht, wie diese RĂ€uber dazu kommen, meinen Namen zu nennen!”
“Das Sie so hartnĂ€ckig leugnen, bei diesem Einbruch dabei zu sein”, meinte der Staatsanwalt, “wird es das beste sein, wenn ich mich selbst von der Wahrheit ĂŒberzeugen! Ich hoffe, es wird Ihnen gelingen sich rein zu waschen! Schreiben Sie nieder, was fĂŒr WertgegenstĂ€nde, Waren, SchmuckstĂŒcke und Geldsummen Sie in Ihrem Haus haben! Ich werde mich dann selbst dahin begeben und nachsehen, ob Ihre Angaben auf Richtigkeit beruhen! Finde ich dort etwas vor, das Sie jetzt nicht hier angegeben haben, dann wird es Ihnen schlecht ergehen! Es liegt jetzt an Ihnen, mir zu beweisen, dass Sie mit dem gestohlenen Gut nichts zu tun haben!”
Dieter Barmann beeilte sich, alle Haustiere und ganzer Inventar die in seinem Besitz waren aufzuzÀhlen.
Schließlich erklĂ€rte er, eine Schatulle mit Hundertachtzigtausend Euro im Haus zu haben, eine Schuld, die ein Nachbar vor kurzem beglichen habe.
Kaum hatte er ausgesprochen, schlug der Staatsanwalt mit der Hand auf den Tisch.
“So!” rief er wĂŒtend. “Jetzt haben Sie sich verraten! Ein Dieb sind Sie nicht. Sie sind ein BetrĂŒger! Ja!! Ihren armen ehrlichen Nachbarn haben Sie hintergehen wollen!”
Er ließ Daniel Drob holen und hereinfĂŒhren.
“Hier ist der Nachbar!” rief er drohend zu Dieter Barmann. “Wollen Sie noch leugnen, die Hundertachtzigtausend Euro bekommen zu haben?”
Dieter Barmann sah ein, dass er von dem Staatsanwalt in eine Falle gelockt worden war, und gab es daher auf, weiterhin zu behaupten, er habe das Geld nicht erhalten.
Er mußte Daniel Drob sofort den Schuldschein zurĂŒckgeben und im GerichtsgebĂ€ude bleiben, um seine Strafe anzutreten.



__________________
vHoltei

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flammarion
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Jan 2001

Werke: 278
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supi!

endlich mal wieder ne geschichte, wo die gerechtigkeit zum siege kommt. mach mal so weiter!
ganz lieb grĂŒĂŸt
__________________
Old Icke

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Gandl

AutorenanwÀrter

Registriert: Jul 2003

Werke: 1
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sorry

Hi nova,
willkommen in der LL.
Eigentlich wollte ich ja keinen Kommentar abgeben,
weil mir Deine Geschichte nicht gefallen hat.
Aber der Text liegt auf meinem Tisch, ich guck immer wieder rein,
und ich kann nicht umhin, nachzudenken, warum...
Nun, so sei es also:
Ich halte die Geschichte fĂŒr ein MĂ€rchen.
Die Sprache ist dementsprechend: namens, trug die Absicht, samt, fleißiger, rĂŒhriger Mann, blĂŒhte rasch auf, Jahresfrist, töricht... (das nur aus dem ersten Absatz). Dadurch wirkt der ErzĂ€hlfluss auf mich ein wenig ... Ă€h ... behĂ€big.
Dann, bitte klÀr' mich auf, wenn ich falsch liege: Barmann sollte eigentlich den Unterschied zwischen Staats- und Rechtsanwalt kennen. Oder ist er so perplex, dass er das nicht mitkriegt?
Und: darf ein Rechtsanwalt sich so was anmaßen, jemanden verhaften zu lassen?
Überhaupt kam mir die ganze Situation in der Kanzlei unwahrscheinlich vor.
Und: Drob soll warten - und dann ist er gegangen. Was ist in der Zwischenzeit geschehen?
Und: Ist der Job eines Gerichtsdieners nicht ein anderer, als Leute aus ihren Wohnungen zu zerren (und dann noch ohne Beschluss?).
Und: Dass Barmann das mit sich machen lÀsst, hm... ich denke, er ist reich (also clever, gewieft, schlau, kenntnisreich...?).
Jetzt lese ich: Die Beute soll aus Seide, Gold, SchmuckstĂŒcken... bestehen.
Ja, ... Seide. Ja, es ist ein MĂ€rchen. Ich erkenne es jetzt.
Aber trotzdem schicke ich Dir meine vielen Fragezeichen.
Ich hoffe sehr, dass meine Fragen konstruktiv fĂŒr Dich sind.
Und schließe mit Thomas Bernhard: " Ich bin immer froh, wenn wer an mich hinhaut, weil ich dann dreifach zurĂŒckhauen kann. Das macht auch Spaß. Sonst wĂŒrde man ja an totalem Muskelschwund leiden, jetzt körperlich und geistig gesehen."
lG
Gandl

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Nova
Nennt-sich-Schriftsteller
Registriert: Nov 2003

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fĂŒr Gandl

Es ist mit unserer Seele, wie mit unserm Körper.
Sie hat auch eine Zunge und hat einen Magen.
Der Zunge gefÀllt das Bitter nicht, aber dem Magen ist es heilsam und gesund. Was den Magen verdirbt, gefÀllt der Zunge wohl.
Es ist aber eine alte Sage, dass die Wahrheit nicht sĂŒĂŸ ist.
GrĂŒĂŸ
Vova
__________________
vHoltei

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blaustrumpf
???
Registriert: Mar 2003

Werke: 20
Kommentare: 735
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Hallo, Nova

Eine alte Sage ist es auch, worauf deine Kurzgeschichte basiert. Mal ist es ein chinesischer Untersuchungsrichter, mal ein Àgyptischer Kadi, der mit dergleichen Methoden durchkommt. In deinem Text ist es nun ein Rechtsanwalt. Nunja. Ich gebe Gandl recht: So funktioniert es einfach nicht.

Eine Geschichte muss nicht wahr sein, damit sie gut ist, aber ohne PlausibilitĂ€t taugt sie mir gewiss nicht. Vielleicht könntest du die Sache glaubwĂŒrdiger machen, wenn auch mal ein Richter auftauchte. Sicher bin ich mir da allerdings nicht. Hier hast du eine weitere vermutlich nicht gerade sĂŒĂŸe Wahrheit.

Schöne GrĂŒĂŸe von blaustrumpf
__________________
DafĂŒr bin ich nicht aus dem Schrank gekommen, um mich in eine Schublade stecken zu lassen.

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Heidi Hof
Guest
Registriert: Not Yet

Hm, habe ich mich gestern Abend total >verlesen<???
(Dieter Bohlen, Daniel KĂŒbelböck oder so, Frank Farian)
Der Musikproduzent brauchte eigentlich nicht erwĂ€hnt zu werden, den wĂŒrde ich komplett rauslassen.
Das Genre ist falsch ausgesucht, MĂ€rchen oder evtl. als Kolumne, mit ein wenig mehr Witz als Satire.
Die Sprache holpert, es liest sich nicht ganz flĂŒssig:

quote:
“Eine Schuld ist sehr ernste Sache”, erklĂ€rte er. “HĂ€tte ich Hundertachtzigtausend Euro bekommen, wĂ€re dann der Schuldschein vernichtet worden, oder ich hĂ€tte eine BestĂ€tigung geschrieben!"
(als Beispiel)

Aber ich denke, nach einer Überarbeitung, könnte daraus was werden.

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Nova
Nennt-sich-Schriftsteller
Registriert: Nov 2003

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Ich danke euch liebe Mitglieder fĂŒr die gute und schlechte Kritik, ich bemĂŒhe mich euren Rat zu verfolgen.
FĂŒr detaillierte ErklĂ€rungen fehlt mir leider die Zeit.
.......
Wir sehn bei schÀrferer Belichtung:
Der Mensch reist nur in einer Richtung.
Es liegt so GlĂŒck wie Schmerz darin:
Unwiderruflich gehts dahin!
Und leider kann man RĂŒkfahrkarten
In diesem Leben nicht erwarten.
(Eugen Roth)
GrĂŒĂŸ
Nova
__________________
vHoltei

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