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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Ein Engel
Eingestellt am 17. 01. 2010 16:42


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Estrella fugaz
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Ein Engel

Voller Vorfreude deckte er den Tisch. Dunkelrote Rosen auf wei├čer Damasttischdecke, das sah einfach edel aus. Die Servietten und Kerzen, die im silbernen dreiarmigen Leuchter standen, passten farblich zu den Blumen. Das Porzellan, das Besteck und die Kristallgl├Ąser harmonisierten mit allem. Aus der K├╝che zog ein k├Âstlicher Bratenduft durchs Wohnzimmer. Nun musste sich Kai nur noch um die So├če k├╝mmern, dann war das Festmahl fertig. Salzkartoffeln und Rotkohl w├╝rde es als Beilage geben. ÔÇ×Was soll ich dir denn kochen?ÔÇť hatte er Angela gefragt. ÔÇ×Ach Schatz, ich lasse mich doch so gern ├╝berraschen!ÔÇť ÔÇ× Ich denke mir etwas aus." Beim Abschied fl├╝sterte er ihr ins Ohr: "Ach, Liebste, wie sehr du mein Leben bereicherst. Unser Gedankenaustausch, ohne Versteckspiel, so voller Vertrauen, unser herzhaftes Lachen.... Es ist wundervoll, mit dir!ÔÇť L├Ąchelnd, in Gedanken versunken, bereitete er nun den Nachtisch zu. Eine Zitronenspeise, nicht einfach aus der T├╝te mit k├╝nstlichen Aromen, sondern aus echten Zitronen. Er hatte extra frische Eier auf dem Markt gekauft, damit der Eischnee auch wirklich fest w├Ąre, wenn er ihn unter die s├Ąmige Masse ziehen w├╝rde. Auf einem kleinen Nebentisch stand eine Flasche Rotwein schon ge├Âffnet, damit der edle Tropfen atmen konnte. Oh ja, er wusste, wie sehr er sie mit seinen Kochk├╝nsten beeindrucken konnte. Das schmeichelte ihm nat├╝rlich sehr. Sie waren sich beide bewusst, wie erotisch ein gemeinsames Essen sein konnte. Wie der Bissen zwischen die leicht ge├Âffneten Lippen geschoben wird. Das langsame genussvolle Zerkleinern, das Reizen der Geschmacksknospen und als Kr├Ânung, die Zunge die ├╝ber die Lippen gleitet.. Ja! Das hatte etwas! Ob er die Kerzen schon anz├╝nden sollte? Ein Blick auf die Uhr, nein ein paar Minuten wollte er noch warten, dann w├╝rde sie hier sein.

Zierliche Sandalen lie├čen sie leichtf├╝├čig auf dem Fu├čweg entlang schreiten, ohne ein Ger├Ąusch zu hinterlassen. Der flie├čende Stoff ihres bodenlangen, leicht transparenten wei├čen Kleides lie├č bei jedem Schritt die Konturen ihres feingliedrigen K├Ârpers erahnen. Die festen Br├╝ste wippten ganz sacht im Takt. Sie war sich ihrer Wirkung voll bewusst und genoss es, wenn sehns├╝chtige Augen sie betrachteten. Ein L├Ącheln glitt ├╝ber ihr ebenm├Ą├čiges Gesicht, als ein junger Mann mit leicht ge├Âffnetem Mund verz├╝ckt den Liebreiz dieses engelhaften Wesens bestaunte. Er hupte kurz, als er mit seinem offenen Cabrio an ihr vorbeifuhr. Sie sch├╝ttelte spielerisch ihre langen blonden Haare. ÔÇ×Bist du eigentlich eifers├╝chtig?ÔÇť hatte Kai sie einmal gefragt. ÔÇ×Nein, warum sollte ich? Niemand geh├Ârt dem anderen. Ohne Freiheit ist keine Liebe m├Âglich. Wenn das Vertrauen nicht da ist, geht gar nichts.ÔÇť Ein Wohlgef├╝hl lie├č Angela tief durchatmen. Ja, diese Freiheit brauchte sie und dieses Vertrauen. Der Gedanke, sich in wenigen Augenblicken an ihren Liebsten schmiegen zu d├╝rfen, sich umschlingen und zu ber├╝hren, versetzte sie in Hochstimmung.

ÔÇ×Geliebter Kai, wenige Minuten noch, dann bin ich bei dir!ÔÇť fl├╝sterte sie. Zwei Wochen Trennung, schmerzhaft f├╝r Liebende. Sie wollte ihr Begehren ausleben. Es w├╝rde, wie bei jeder ihrer Begegnungen, leidenschaftlich und erf├╝llend sein. In diesen erotisierenden Gedanken versunken ├╝bersah Angela, dass die Ampel auf Rot stand. Bei dem Zusammensto├č mit dem Auto wurde sie hochgeschleudert und zur├╝ck auf die Stra├če geworfen. Regungslos, mit leicht verdrehten Gliedern blieb sie liegen, zum Entsetzen der Passanten, die den Unfall beobachtet hatten. Ihr Kleid lag wie ein ge├Âffneter F├Ącher um ihren K├Ârper, als h├Ątte es jemand extra so arrangiert. Etwas Dunkelrotes schien auf dem wei├čen Stoff des Kleides Rosen sprie├čen zu lassen. Ein Reifen quietsche, da der Fahrer nur durch eine Vollbremsung verhindern konnte, die Verungl├╝ckte nicht auch noch zu ├╝berfahren. Es h├Ârte sich an wie ein Schrei. In genau diesem Moment glitt Angela aus ihrem K├Ârper. Sie verstand erst nicht, wieso sie sich dort liegen sah. Wie m├Ąrchenhaft es doch anmutete, das wei├če seidige Kleid auf dem schwarzen Asphalt. Warum war auf dem Kleid jetzt eine rote Rose zu sehen? Was war denn nur passiert? Pl├Âtzlich hatte sie eine Ahnung davon, was mit ihr geschehen war. Sie f├╝hlte sich so wunderbar leicht und gl├╝cklich.

Kai z├╝ndete die dunkelroten Kerzen an und schaute immer wieder auf die Uhr. ÔÇ×Engel, nun m├╝sstest du doch endlich kommen. Liebste, lass mich nicht so lange warten!ÔÇť setzte er noch leise hinzu. Kaum hatte er die Worte gesprochen, da befiel ihn ein unsagbarer Schmerz, der sein Herz zu zerrei├čen drohte. Schlagartig wusste Kai, dass seiner Angebeteten etwas passiert sein musste. Gerade wollte er seine Jacke von der Garderobe rei├čen, als er einen zarten Hauch an seiner Wange versp├╝rte. ÔÇ×Geliebter, wie gl├╝cklich du mich gemacht hast. Nie begegnete ich einem Menschen wie dir. Ich m├Âchte dir dankenÔÇť, fl├╝sterte Angela, als sie ihn ein letztes Mal in ihre Arme nahm. Kai erstarrte in seiner Bewegung, er sp├╝rte sie derart intensiv, obwohl er sie nicht sehen konnte. Nun wurde zur Gewissheit was er schon ahnte, es war etwas Furchtbares passiert! Zarter Rosenduft h├╝llte ihn ein, als er ihre Stimme, dicht an seinem Ohr vernahm: "Alles Getrennte findet sich wieder"...



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Ich schlie├če meine Augen, um zu sehen. (Paul Gauguin)

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Estrella fugaz
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Danke Wipfel, f├╝r deine Einsch├Ątzung.

LG Estrella
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Gernot Jennerwein
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hallo Estrella
und willkommen.

Lob: Du schreibst sehr sicher und es las sich richtig angenehm.

Das Problem: Die Handlung.

Du hast hier ein Thema aufgegriffen, welches so abgegriffen ist wie der Busen meiner Nachbarin.
Tausendmal gelesen und tausendmal gelangweilt. Wenn du so etwas angehst, dann schreib es auf eine besondere Art, denn sonst r├╝mpft man die Nase. Die Leser hier sind etwas heikel, aber das ist auch gut so. Hack das Ges├Ąusel ab und gehe neue Wege, denn Schreiben kannst du.

sch├Âne Gr├╝├če
Gernot

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Estrella fugaz
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Hallo Gernot,

danke f├╝r deine Willkommensgr├╝├če, und danke f├╝r deine Kritik. Es ist nat├╝rlich aufbauend, dass du meinst, dass ich schreiben kann. So schnell gebe ich hier auch nicht auf. Ich werde deine Ratschl├Ąge beim n├Ąchsten Mal ber├╝cksichtigen und ├╝ben, ├╝ben. Ich hoffe, dass mein Kopf hier im Forum dran bleibt.

Lieber Gru├č,
Karin
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