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Leselupe.de > Gereimtes
Ein Enkel reflektiert
Eingestellt am 01. 03. 2007 20:26


Autor
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Marot
Festzeitungsschreiber
Registriert: Dec 2003

Werke: 19
Kommentare: 38
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Du kennst die Welt, von der wir heute tr├Ąumen.
Und, pl├Âtzlich schaudernd, nass geschwitzt erwachen.
Du kennst die Welt in bombenfesten R├Ąumen,
in welcher Splitter durch die Mauern krachen.

Was du gesehn hast, kann man heut kaum fassen,
was du geh├Ârt hast, will man nicht erahnen.
Und dennoch bleibst du friedlich und gelassen
und zuckst nicht mal, wenn Flegel dich ermahnen.

Es ist sehr leicht f├╝r uns, euch anzuklagen.
Uns ist es fremd, das kriegsgeborne Hassen.
Auch ihr wart schuld an diesen Schreckenstagen.
Auch ihr wart schuld, die dummen Menschenmassen.

Ihr wart das Volk, das Seine Fahnen schwenkte
und g├Ąnzlich darf man sicher nicht vergeben.
Doch als dir Gott die zweite Chance schenkte,
begann ein neues, demutsvolles Leben.

Die dunklen Schatten sind f├╝r dich vergangen.
Zu viele Gassen bist du lang geschritten,
um dich in alten Teufeln zu verfangen.
Du hast nun wahrlich lang genug gelitten

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Sta.tor
Foren-Redakteur
H├Ąufig gelesener Autor

Registriert: Feb 2002

Werke: 152
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nee, bin ich nicht Deiner Meinung. Wenn Du sagen w├╝rdest, lasst UNS doch endlich frei aus dieser schei├č Kollektivschuld, wir die Generationen sp├Ąter auf die Welt kamen und noch immer schlechten Gewissens dessen, was Opa und Uropa einst bejubelten, weltweit angeklagt werden, dann w├╝rde ich Dir zustimmen.

Unsere Kinder und Enkel werden unsere S├╝nden auch verteufeln, soviel ist (leider) sicher.

VG

Thomas
__________________
schlimmer geht immer

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Marot
Festzeitungsschreiber
Registriert: Dec 2003

Werke: 19
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Hi Sta.tor
Auch wenn ich was dies angeht deiner meinung bin, dass ist einfach nicht das Thema des Gedichtes. Es geht nicht um die Schuld unserer Generation, weil eine solche Schuld gibt es nicht, es geht um die Vergebung der Schuld unserer Gro├čeltern. Das sind zwei grunds├Ątzlich verschiedene Gedankeng├Ąnge.
Es geht mir darum das wir ihnen verzeihen d├╝rfen und sollten, auch wenn und vielleicht gerade wegen der " Kollegtivschuld " die sie auf uns abgeladen haben.
Dieses Gedicht ist kein Dialog zwischen Deutschland und der Welt sondern zwischen Deutschland und Deutschland.
Gru├č Marot

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LAW
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Marot,

inhaltlich gro├če KLasse, deshalb die 8 von mir. Mich w├╝rde mal interessieren wie Jotes und Gerd G. die unterschiedlichen Zeilenl├Ąngen sehen, spielen die ├╝berhaupt ne Rolle, wenn Sie den Rhytmus nicht unterbrechen oder gibts da ne Standartfestlegung. Ich m├╝he mich immer ab das so "einzuk├╝rzen, dass sie gleichlang sind.

Gru├č
LAW

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JoteS
Foren-Redakteur - tippende Inquisition
Manchmal gelesener Autor

Registriert: Oct 2003

Werke: 409
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Hallo Marot, Hallo Law

Wie ich das sehe? Hmmm... auch ich verbiege mal gern das Metrum ein wenig aber zun├Ąchst etwas zum Inhalt:
Ich denke, dieser Generation vergeben zu wollen, ist fast schon anmassend. Wenn ich sehe, welche kollektiven Irrt├╝mer heute in der Welt sind.... Es gibt immer einen Zeitgeist, dem wir uns nicht entziehen k├Ânnen.
Es macht einen gewaltigen Unterschied, ob jemand zum engeren "T├Ąterkreis" z├Ąhlte, also mehr oder weniger unmittelbar an den rassistischen Untaten und der politischen Unterdr├╝ckung beteiligt war, oder ob jemand nur einer der vielen Millionen Fische war, die einfach nur mit dem Strom schwammen, es h├Ątten besser wissen k├Ânnen, es aber nicht besser wussten.
Wenn Letzere gelernt haben, gibt es nichts zu verzeihen. Wir sollten besser daraus etwas ├╝ber uns selbst lernen.

Das heisst jedoch nicht, dass ich die Aussage schlecht finde. Ich seh's einfach noch ein wenig "grossz├╝giger"

Zum technischen Teil: Das Metrum muss bei meinen eigenen Gedichten auch des ├Âfteren ein wenig "gebogen" werden und zu meinen, es m├╝sse einheitlich und durchgehend sein, ist v├Âlliger Bl├Âdsinn.
Man muss hier allerdings ein bisschen viel biegen. Kann man durchgehen lassen aber es ginge besser. Auch einige Formulierungen wirken k├╝nstlich. Hier musste die Sprache dem Reimschema und der Metrik Tribut zollen.
Insgesamt sind diese Dinge aber weitgehend einfach eine Frage des Trainings und der Textarbeit/Ausarbeitung (an letzterer klemmts bei mir auch ├Âfter mal). Mit etwas Hirnschmalz und ├ťbung wirds besser, wobei ich das Gedicht auch so schon recht anst├Ąndig finde.

LG

J├╝rgen
__________________
Oh lodernd Feuer! (Ustinov als Nero)

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Marot
Festzeitungsschreiber
Registriert: Dec 2003

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Hi leute freut mich sehr, dass es euch gef├Ąllt.
Zur Thematik: Naja klar dar├╝ber kann man streiten und ein wemig anma├čend ist es sicherlich, abe riregndwie hatte ich tief in meinem Inneren das Bed├╝rfis zu vergeben, vielleicht auch ein wenig, weil es mir insgeheim reicht immer um Vergebung bitten zu m├╝ssen, wie auch sta.tor das andeutete.

Zur Metrik:
Hm das verwirrt mich ein wenig, denn die m├╝sste eingentlich tadellos ein f├╝nfhebiger Jambus mit weiblicher Kadenz sein. Wirkliche Verbiegungsstellen sehe ich eigendlich auch nicht, nur einige einsilbige F├╝llw├Ârter, das aber das ist bei metrisch sauberen Werken eigentlich ganz normal.
hm...
Vielen Dank f├╝rs Lesen, hat mich sehr freut

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