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Leselupe.de > Ungereimtes
Ein Gang
Eingestellt am 24. 07. 2005 01:59


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Khalidah
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Registriert: Sep 2001

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winters pirscht er ins revier
oder wagt sich oder irrt

rascheln muss die klinge
unter samt
und knacken die blicke
aus dem unterholz
hier, hier
und da

legt sich die spur lautlos in den schnee
k├Ânnte es geschmeidig sein

wenn aber der wind sich
nun um die letzten bl├Ątter windet
wendet, sie tuscheln l├Ąsst
sollte j├Ąh er ahnen
sieht er? schnurrt er? flieht er?

schie├čt er aber und schie├čt er
nicht schneller als ich springen
kann und dreht er sich dann

so
ist's geschehen um ihn
nicht schade

dann wieder nur ich
friedlich, matt
vielleicht sogar satt
und wir
nicht ├Ąlter als eine mahlzeit geworden
__________________
"Naddel, ich habbn Fadden verloren...!"

Bohlo Mann

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Mara Krovecs
Routinierter Autor
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Hallo Khalidha,

..............Dein Text ist auf jeden Fall so etwas wie ein "F├Ąnger", zieht mich immer wieder zu sich um sich lachend und mich sehr neugierig machend schnell wieder zu drehen, und mich dann auf eine andere Spur zu locken.

Ich hab ihn noch nicht so ganz...........aber spurte schon eine ganze Weile hinter ihm her, weil er einfach "irgendwie" spannend ist.

Der letzte Satz:" Und wir nicht ├Ąlter als eine Mahlzeit geworden" klingt nebenbei noch so m├Ąrchengem├╝tlich.

Toller Text, finde ich.

Alles Liebe
Mara

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Zeder
Administrator
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Ein Gang

winters pirscht er ins revier
oder wagt sich oder irrt

rascheln muss die klinge
unter samt
und knacken die blicke
aus dem unterholz
hier, hier
und da

legt sich die spur lautlos in den schnee
k├Ânnte es geschmeidig sein

wenn aber der wind sich
nun um bl├Ątter windet
wendet, sie tuscheln l├Ąsst
sollte j├Ąh er ahnen
sieht er? schnurrt er? flieht er?

schie├čt er aber und schie├čt er
nicht schneller als ich springen
kann und dreht er sich dann

so
ist's geschehen um ihn
nicht schade

dann wieder nur ich
friedlich, matt
vielleicht sogar satt
und wir
nicht ├Ąlter als eine mahlzeit geworden



Hallo Khalidah,

ich schleiche um den Text wie deine Katze. Er ist, wie alle deine Texte, nicht beim dritten Lesen zu erfassen und ich wei├č auch immer noch nicht, ob ich ihn f├╝r mich 'habe', denn ich stolpere immer wieder ├╝ber folgende Zeilen:


winters pirscht er ins revier
oder wagt sich oder irrt

Er pirscht. Bedeutet das Wagen und Irren seine versuchten Beutejagden?

rascheln muss die klinge
unter samt
und knacken die blicke

Die Klinge ist Singular - m├╝sste es dann nicht hei├čen: "und knacken m├╝ssen die blicke"?

wenn aber der wind sich
nun um bl├Ątter windet

Es ist Winter, sagst du einleitend. Wie viele Bl├Ątter sind noch f├╝r den Wind da?

--
Das sind meine Stolpersteine, das "schie├čen" finde ich grandios ebenso wie das gesamte gemalte Bild - und den Titel genial!

Viele Gr├╝├če von Zeder


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Khalidah
Fast-Bestseller-Autor
Registriert: Sep 2001

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Hallo zusammen,

danke f├╝r jede Blume! Ich freue mich jedesmal wie ein Schnitzel, noch nicht ganz eingerostet zu sein ! :-)

Kommen wir zur Textarbeit:


@Zeder:

quote:
winters pirscht er ins revier
oder wagt sich oder irrt

Er pirscht. Bedeutet das Wagen und Irren seine versuchten Beutejagden?

Yepp. Die beiden Eingangss├Ątze sollen andeuten, dass es schon viele "er" gab, die auf unterschiedlichste Weise ins das Revier gekommen sind. Mit oder ohne Jagdabsichten, manchmal zuf├Ąllig, manchmal mit Pauken und Trompeten, manchmal etwas geschickter. Die Art und Weise wie dieser Gegenspieler nun das Bild betritt, ist jedoch ziemlich beliebig, da die eigentliche Handlung ja erst danach beginnt.
N├Ąmlich die vielen (Heraus-)Forderungen/Bedingungen/W├╝nsche, die sich durch die folgenden Strophen ziehen.


quote:

rascheln muss die klinge
unter samt
und knacken die blicke

Die Klinge ist Singular - m├╝sste es dann nicht hei├čen: "und knacken m├╝ssen die blicke"?

Ja, m├╝sste es. Ich h├Ątte dann aber zweimal das "muss/m├╝ssen" kurz hintereinander, habe es darum in der dritten Zeile hier weggelassen. Au├čerdem ist es so auch etwas lautmalerisch, da beide "ck"-Laute recht kurz aufeinander "knacken".

Wow! Was mir erst jetzt auff├Ąllt: durch das weggelassene "m├╝ssen" entsteht eine Doppeldeutigkeit, wenn man die folgenden Zeilen mit einbezieht:

rascheln muss die klinge
unter samt
und knacken die blicke
aus dem unterholz
hier, hier
und da

Man k├Ânnte das "knacken" auch auf die Klinge beziehen, die die Blicke knacken muss. Die "hier, hier und da" auftauchen. Oder die "hier, hier und da" zu knacken sind.
Diese Lesvariante w├╝rde gar nicht mal st├Âren, obwohl sie nicht beabsichtigt ist. Ich werde mir auf jeden Fall ├╝berlegen, das "m├╝ssen" wieder einzuf├╝gen, damit die Bez├╝ge klar werden.


quote:

wenn aber der wind sich
nun um bl├Ątter windet

Es ist Winter, sagst du einleitend. Wie viele Bl├Ątter sind noch f├╝r den Wind da?


Das ist wahr, das passt nicht ganz. Kleine Unachtsamkeit von mir. Danke f├╝r den Hinweis - das habe ich gar nicht bedacht! Die Strophe mit dem Wind ist ├Ąlter als die beiden, wo das Winterbild ins Spiel kommt. Zuerst hatte ich einen sch├Ânen gr├╝nen Laubwald im Sinn, dann fand ich Winter einen guten Schauplatz und habe die Strophe ungepr├╝ft ├╝bernommen.
Ich habe oben den Text editiert und daraus "die letzten Bl├Ątter" gemacht. Das m├╝sste schl├╝ssiger sein. Die sind schon sch├Ân morsch und wenn da ein Windsto├č durchfegt, tuscheln sie auch miteinander. :-)


@Mara :

quote:
Der letzte Satz:" Und wir nicht ├Ąlter als eine Mahlzeit geworden" klingt nebenbei noch so m├Ąrchengem├╝tlich.

Das war keine Absicht, an M├Ąrchen dachte ich dabei nicht, wirklich! *grins* Aber jetzt, wo du es erw├Ąhnt hast, muss ich bei meinem Text jetzt immer an einen Ritter denken, der auszieht, um einen Drachen zu erlegen...LOL


LG
Khalidah

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Bohlo Mann

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