Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m├╝ssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5439
Themen:   92269
Momentan online:
306 Gäste und 12 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Humor und Satire
Ein Grund gegen die Abschaffung von Strafarbeiten
Eingestellt am 28. 04. 2006 14:31


Autor
Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
masi
Festzeitungsschreiber
Registriert: Jan 2006

Werke: 8
Kommentare: 6
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um masi eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Ein Grund gegen die Abschaffung von Strafarbeiten

Heute habe ich wieder einmal sehr viel gelernt in der Schule. Ich wei├č nun zum Beispiel, dass unser Lehrer Herr Lassmirruh ├╝berhaupt kein K├Ąlteempfinden besitzt. Dazu muss ich erkl├Ąren, dass wir uns im sch├Ânen Monat Dezember befinden. Es ist eisig, jedenfalls f├╝r meine Verh├Ąltnisse. Aber Herr Lasmirruh sieht das anders, das ist offensichtlich. Umso mehr frage ich mich, wie ich dazu kam, ihn zu fragen, warum er Sandalen anhat und ob er sich keine guten Winterschuhe leisten k├Ânne. Ich machte ihm auch den hilfreichen Vorschlag, sich welche zu Weihnachten schenken zu lassen, ich gutherzige Glucke. Er jedoch reagierte ganz anders, als erwartet. Das hei├čt, zun├Ąchst dachte ich er w├╝rde gar nicht reagieren, wie sonst auch, aber dann, v├Âllig unvermittelt sagte er: ÔÇ×Ich habe auch einen Vorschlag f├╝r dich. Zu Hause setzt du dich hin und schreibst auf, was sich an deinem Verhalten heute nicht geh├Ârte. Dann k├╝mmerst du dich ausnahmsweise einmal um deine eigenen Angelegenheiten.ÔÇť Ich fragte mich zwar, welches Verhalten er meinte, nahm mir aber fest vor, die Hausaufgaben, die er normalerweise erst am Ende der Stunde aufgab, zu machen. Schlie├člich wollte ich ihn nicht ver├Ąrgern.
Und jetzt sitze ich hier, den Stift in der Hand und denke nach. Also, wann habe ich mich heute falsch, oder besser gesagt nicht ganz richtig, verhalten? Ich schreibe auf:

Heute bin ich zu sp├Ąt aufgestanden, weil ich es sch├Âner fand, im warmen Bett zu bleiben.

Das ist doch ein guter Anfang, finde ich. Kurz nachdenken:

Zum Fr├╝hst├╝ck habe ich Wurst mit Ketchup und Majo gegessen, weil ich es ausnutzen wollte, dass meine Mutter nicht zu Hause gewesen ist.

Als ich daran denke, lecke ich mir die Lippen. Das heutige Fr├╝hst├╝ck hatte wirklich vorz├╝glich geschmeckt. Lass dich nicht ablenken, ermahne ich mich. Also weiter:

In der Schule habe ich mein restliches Taschengeld f├╝r ein gro├čes K├Ąse-Salat-Br├Âtchen und f├╝r eine Schokowaffel ausgegeben. Das w├╝rde meiner Mutter, wenn sie es w├╝sste, sicher nicht gefallen.

Schnell eine neue Tintenpatrone in den F├╝ller stecken und dem Gedankenfluss freien Lauf lassen:

Als ich nach der Schule nach Hause gekommen bin, habe ich mir vor der T├╝r nicht die Schuhe ausgezogen und so in der ganzen Wohnung Schmutz verteilt.

Den muss ich noch beseitigen, f├Ąllt mir da ein.

Zum Schluss muss ich sagen, dass mir nichts mehr einf├Ąllt, was ich schreiben k├Ânnte, was bestimmt an meiner unkreativen Seite und an meiner Faulheit liegt.

Fertig! Ich finde, der Aufsatz ist prima geworden. Und er hat mir gezeigt, dass ich mich oft unbewusst falsch verhalte. Morgen werde ich alles besser machen, nehme ich mir vor; ich werde nur gesunde Sachen essen und meine Mutter nicht durch meine Faulheit ├Ąrgern. Jetzt f├Ąllt mir doch noch etwas ein:

Vielen Dank, Herr Lassmirruh. Das war eine sehr sinnvolle Aufgabe, die sie mir gegeben haben. Aber eines w├╝rde mich noch interessieren: woher wussten sie eigentlich, dass ich mich heute ein paar Mal daneben benommen habe?

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


flammarion
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Jan 2001

Werke: 278
Kommentare: 8208
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um flammarion eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil
entz├╝ckend.

aber der anfang k├Ânnte mehr abs├Ątze vertragen.
lg
__________________
Old Icke

Bearbeiten/Löschen    


Gorgonski
Wird mal Schriftsteller
Registriert: May 2003

Werke: 2
Kommentare: 97
Die besten Werke
 
Email senden
Profil
Hallo Masi,

Der Aufsatz ist ja ziemlich kurz, also hat der Erz├Ąhler auch wirklich nicht viel verbrochen. Ich vermute das dies Dir selbst passiert ist, oder?

MfG; Rocco
__________________
dEr Heftchenliterat und Poet aus dem Erzgebirge

Bearbeiten/Löschen    


Marius Speermann
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jul 2005

Werke: 51
Kommentare: 464
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Marius Speermann eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

An sich eine liebe Geschichte, allerdings g├Ąbe es noch Raum f├╝r Steigerung.

In der sehr empfehlenswerten Sammlung "Der kleine Nick" von Goscinny (dem Texter der Asterix-B├Ąnde) gibt es eine Geschichte, wo der kleine Nick in Abwesenheit seiner Eltern sein Zimmer aufr├Ąumt und dabei mit besten Absichten die Wohnung verw├╝stet. Sein Zimmer ist am Schluss dann sauber, der Rest der Wohnung eine Bruchbude.

Bei Deiner Geschichte ist das umgekehrt ├Ąhnlich, k├Ânnte aber noch durchaus in der Krassheit gesteigert werden. Der Protagonist bekommt eine Strafarbeit wegen (relativ harmlosen) Widerspruchs. Dabei schreibt er in dieser Arbeit, was er denn so Schlimmes angestellt hat und soll das beschreiben. Nat├╝rlich f├Ąllt ihm nicht der (relativ harmlose) eigentliche Grund ein (dass er seinem Lehrer widersprochen hat), sondern andere, ebenfalls relativ harmlose Dinge.

Ich w├╝rde das textlich in sch├Ąrferen Gegensatz zu stellen versuchen. Was ist, wenn er wirklich was Superschlimmes in der Schule angestellt hat (z.B. unabsichtlich die Schultafel bei Reinigen mit Spiritus angez├╝ndet hat), und daf├╝r die Strafarbeit bekommt. Nat├╝rlich erkennt er nicht die "Schlimmheit im Tafelanz├╝nden - weil er es ja in der besten Absicht gemacht hat - sondern in harmlosen Dingen (so wie Du sie erz├Ąhlst), die aber - und jetzt kommt's - Ursache oder Ergebnis eines noch Superschlimmeren Vor- oder Nachspieles waren.
Z.B.
---
Zum Fr├╝hst├╝ck habe ich Wurst mit Ketchup und Majo gegessen, weil ich es ausnutzen wollte, dass meine Mutter nicht zu Hause gewesen ist. Und ausserdem konnte der Herd die Kartoffel nicht mehr erw├Ąrmen, weil das Papier, in das die Wurst verpackt war, in einer Stichflamme aufging und die Herdschalter abgeschmolzen waren. Und irgendwas muss man ja zu Wurst essen, oder nicht?
---

oder
---

In der Schule habe ich mein restliches Taschengeld f├╝r ein gro├čes K├Ąse-Salat-Br├Âtchen und f├╝r eine Schokowaffel ausgegeben. Das w├╝rde meiner Mutter, wenn sie es w├╝sste, sicher nicht gefallen. Aber was h├Ątte ich tun sollen? Das Butterbrot von Mama blieb beim Wurftest in der Pause an der Klassenzimmerdecke kleben. Erst als unser Physiklehrer Herr Eiles vorbeiging, fiel es hinunter. Dabei stieg er drauf, rutschte aus und brach sich ein Bein.
Nun mal ehrlich: soll ich so ein zermatschtes Butterbrot etwa essen?
---

...und so ├Ąhnlich.

Marius
__________________
Wie man einen humoristischen Text schreibt: Humor f├╝r Deppen.Mehr auf MarioHerger.at

Bearbeiten/Löschen    


masi
Festzeitungsschreiber
Registriert: Jan 2006

Werke: 8
Kommentare: 6
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um masi eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Vielen Dank f├╝r eure Vorschl├Ąge. Solche kann ich immer gut gebrauchen.
Die Geschichte ist mir nicht selber passiert, sondern so ├Ąhnlich meiner kleinen Kusine.

Bearbeiten/Löschen    


Marius Speermann
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jul 2005

Werke: 51
Kommentare: 464
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Marius Speermann eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Ist schon OK, dass diese Geschichte Deiner Cousine so passiert ist, allerdings sind meistens so geschehene Geschichten in einer m├╝ndlichen Erz├Ąhlung st├Ąrker, als geschrieben. Da muss man oft nacharbeiten und den humoristischen Effekt verst├Ąrken.

Marius
__________________
Wie man einen humoristischen Text schreibt: Humor f├╝r Deppen.Mehr auf MarioHerger.at

Bearbeiten/Löschen    


Zur├╝ck zu:  Humor und Satire Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!