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Leselupe.de > Kurzprosa
Ein Hauch des Seins
Eingestellt am 30. 07. 2009 13:21


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Melonenfee
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Jul 2009

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Lautlos gleitet er aus der d├╝nnen Haut, die so lange seine Behausung war. Zwei Minuten nur noch und er w├╝rde frei sein. Ungeduldig wartend auf den Augenblick, der ihn auf filigranen Schwingen hinaus in den Tag entl├Ąsst.
Die Sonne klebt ├╝ber den B├Ąumen an einem wolkenlosen Himmel.
ÔÇ×Ich habe Gl├╝ckÔÇť, denkt er. Er genie├čt das Blinzeln der Sonnenstrahlen durch die Baumkronen der riesigen Buchen und Eichen. Er streckt seine F├╝hler nach dem Duft der neuen Welt. Ein herrlicher Geruch von Moos und faulendem Laub durchstr├Âmt seine Sinne. Nur einen Augenblick noch, dann kann er nach ihr suchen.
Tautropfen des fr├╝hen Morgens bahnen sich z├Âgerlich flie├čend ihren Weg dem weichen Waldboden entgegen. Fasziniert ├╝ber das Spiel der Natur beginnt er zu tr├Ąumen.
Ja, er war fr├╝her schon einmal hier. In einem anderen Leben. Aber das ist so lange her.

In der Ferne sieht er eine zarte Bewegung. War es wirklich m├Âglich, dass ihm so gro├čes Gl├╝ck zuteilwerden k├Ânnte? Noch unsicher in der Luft zappelnd kommt etwas auf ihn zu. Schlie├člich ist er sich sicher. Sie ist es. Ebenso unsicher in seiner neuerworbenen F├Ąhigkeit des Fluges gleitet er zitternd auf sie zu.
In einem Reigen unendlicher Gl├╝ckseligkeit tanzen sie beide stundenlang durch die L├╝fte. Hinaus aus dem Wald. ├ťber duftende Wiesen und goldene Felder. Der Tag neigt sich dem unvermeidlichem Ende zu und noch ist so viel zu tun. Zumindest f├╝r sie. Honigblumen braucht sie. Deren Bl├Ątter lassen sich wunderbar einrollen und schmecken fantastisch. Zusammen, noch immer tanzend, fliegt das P├Ąrchen seinem Ziel entgegen.
S├╝├člicher Duft, von Honigblumen verstr├Âmt, umarmt die Liebenden in dem Augenblick ihres gr├Â├čten Gl├╝cks.
Dann wendet sie sich pl├Âtzlich ab von ihm. Er ist nicht traurig. Er ist von Zufriedenheit durchtr├Ąnkt und bereit zu sterben.
Sich an einer wundersch├Ânen Bl├╝te labend, wird er schw├Ącher. Er beobachtet sie. Sie klebt Eier an die Bl├Ątter und rollt diese zusammen, um ihre gemeinsamen Kinder zu sch├╝tzen.
Er w├╝nscht ihnen soviel Gl├╝ck, wie ihm beschieden war. N├Ąchstes Jahr wird es wahr sein. Unz├Ąhlige Honigfalter werden sich nach ihrem kurzen Raupendasein darauf besinnen, hierher zur├╝ckzukehren. So wie er es getan hatte. Sie w├╝rden ein Teil von ihm sein. Das allein erf├╝llte ihn mit unendlichem Stolz.
ÔÇ×Ich komme wiederÔÇť, haucht er und stirbt.

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Gernot Jennerwein
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hallo liebe Melonenfee

ich mag den text, es ist alles so verg├Ąnglich und irgendwie doch nicht.

einen vorschlag h├Ątt ich:

quote:
So wie er es getan hatte. Sie w├╝rden ein Teil von ihm sein. Das allein erf├╝llte ihn mit unendlichem Stolz.

Ich w├╝rds sch├Âner finden, wenn du hier "Vertrauen" schreiben w├╝rdest.

liebe gr├╝├če
gernot

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eenemenetekel
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ein feiner, sanfter text!

ein wenig st├Âren mich die stellen

quote:
ÔÇ×Ich habe Gl├╝ckÔÇť, denkt er.
und
quote:
ÔÇ×Ich komme wiederÔÇť, haucht er und stirbt.
ich w├╝rde hier nicht zitieren, sondern weiterhin bei der blo├čen beschreibung seiner gedanken- und gef├╝hlswelt bleiben.

lg C.

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