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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Ein Höhepunkt
Eingestellt am 11. 12. 2004 18:24


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birdy
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Registriert: May 2002

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Als ob wir keine anderen Sorgen hätten. Schön langsam fangen wir Männer an, uns mit vorweihnachtlicher Ratlosigkeit in Sachen „Mit welchem Geschenk wird die Enttäuschung meiner Frau am kleinsten sein?“ abzufinden, da leuchtet uns schon die nächste unlösbare Aufgabe von den Wochenmagazinen entgegen: Der weibliche Orgasmus. Na super!

Die Magazine „News“ und „Profil“ übergaben sich dieses Thema gleich einem Staffellauf. Vorige Woche „News“, diese Woche „Profil“. „Das Geheimnis des weiblichen Höhepunkts“ löste „Das Geheimnis der weiblichen Lust“ ab - mit dem Ergebnis: Es ist alles sehr kompliziert! A Geh?!

Bis ins kleinste Detail bekommen wir den weiblichen Orgasmus statistisch aufgeschlüsselt. Vor allem, woran es liegt, dass „Sie“ ihn nicht bekommt. 22 Prozent der befragten Frauen berichten von Luststörungen, 35 Prozent von Erregungsstörungen und 39 Prozent von Orgasmusproblemen. So diffizil kann „nicht können“ aufgeschlüsselt werden.

30 Prozent der unter 20-Jährigen kommen fast immer zum Höhepunkt, 27 Prozent nie oder nur selten. Es kommt noch schlimmer! „Ihren ersten Orgasmus erleben Frauen im Schnitt mit 16 Jahren und im Alleingang...“ Wir Männer erleben einen Orgasmus sicher früher, dafür aber auch sicher länger alleine.

Frauen um die 30, die in fixen Beziehungen leben, brauchen laut Statistik ca. acht Minuten bis zum Höhepunkt. Somit dürfte sich die beliebte männliche Schlafzimmerfrage „War ich zu früh, Schatz?“ erübrigt haben.
57 Prozent kommen beim Sex mehrfach zum Orgasmus. Aber sind wir (Männer – nur der Vollständigkeit halber) uns doch einmal ehrlich, wer will das schon?

Dafür kommt’s jetzt Knüppeldick – 90 Prozent der Befragten erklärten, einen Höhepunkt schon mindestens einmal Simuliert zu haben.
Ja und? Auf wie viele Geschlechtsakte kommt das durchschnittlich triebhafte, weibliche Wesen? 1000? 5000? Und wegen dem einen Mal wird so ein Theater gemacht? Klar, wenn etwas so selten vorkommt, erinnert man sich gerade daran besonders gut. Würden wir ja auch ganz gern mal tarnen und täuschen, nach einem schweren Arbeitstag, wenn das Weib lüstern über uns her fällt. Aber uns glaubt’s ja keiner! Was sollen wir denn machen? Laut stöhnen und dann sagen, dass wir heute wenig getrunken haben?

Ok, wir Männer sind ja das verständnisvolle Geschlecht. Also, woran liegt es, dass 90 Prozent, nein 57 Prozent, nein, auch falsch, 27 Prozent – ach egal, jedenfalls viele Frauen nicht zum Orgasmus kommen? Weil der Orgasmus ein „multikausales“ Geschehen ist, deswegen! Selbst schuld, wenn sie fragen! Ja klar, multikausal – Vagina, Klitoris, G-Punkt, Ohrläppchen, Lippen, Nacken, alles streicheln, liebkosen, Liebesschwüre ins Ohr hauchen, auf dem Bett im Kopfstand „La Paloma“ singen, alles bekannt und - alles für den Hugo!

„Frauen brauchen viel emotionale Sicherheit. Es gilt, die geistige Basis zu stärken“, sagt die Gynäkologin Elisabeth Strahberger. Hä? Schon wieder etwas Neues! Jetzt haben wir gerade begriffen, wie der Videorekorder zu programmieren ist und dann so was.

Liebe Frauen, mit so etwas können wir nichts anfangen! Wir brauchen etwas Konkretes, das wir suchen und dann zur Belohnung auch finden können. Da sind wir dann auch durchaus hartnäckig, auch wenn wir mal was nicht gleich finden. Oder haben wir uns nicht jahrelang bemüht, den G-Punkt zu entdecken, bis ihr euch selbst nicht mehr sicher gewesen seid, ob ihr überhaupt einen habt.

Nachdem wir uns vom Macho zum Softie zum „neuen Mann“, wieder zum Macho und schließlich zum Metrosexuellen immer wieder nachjustiert haben, um euch im Schlafzimmer oder wo auch immer Tierlaute zu entlocken, müssen wir hören, dass ihr uns mindestens einmal etwas vorgemacht habt. Und damit das nicht mehr vorkommt, sollen wir jetzt die „geistige Basis“ stärken. Welche denn? Unsere? Eure? Wie denn?

Also ich mach da nicht mehr mit. Mein letztes Zugeständnis ist C.O.M.E. und wurde vom Sexualwissenschaftler Karl Stifter entwickelt. C.O.M.E. sieht aus wie ein Schnuller, der viel lieber ein Türgriff geworden wäre und dient der Stärkung der Beckenbodenmuskulatur. Das kauf ich noch. Ich weiß nur noch nicht, ob für Sie oder für mich. Aber das krieg’ ich auch noch raus!
__________________
Entweder konsequent oder inkonsequent, aber mit dem ewigen hin und her ist Schluß!
http://www.satirisches.com

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