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Leselupe.de > Tagebuch - Diary
Ein Jahr zusammen – ferner als je zuvor
Eingestellt am 19. 08. 2010 23:24


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joeyyy
Hobbydichter
Registriert: Aug 2010

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Meine Liebe,

ich hoffe, Du hattest eine einigermaßen erträgliche Nacht. Es tut mir leid, dass ich Dich nun nach Deinem Dienst mit diesem Brief „überfalle“ – ich kann nicht anders.

Ich las gerade nochmal meine Briefe und Gedichte an Dich. In einem steht:

———-


„Ich frage mich ja auch, wie es passieren kann, dass wir uns nach fünf Wochen näher sind als die meisten Paare nach Jahren „gewöhnlichen“ Zusammenlebens.

Es liegt nicht nur an der Faszination am, der Liebe zum anderen. Es liegt auch daran, wie wir miteinander umgehen, wie wir uns vertrauen.

Ich weiß, dass Du für mich da wärst, wenn mich meine Sorgen zu sehr bedrückten. Ich würde auch zu Dir kommen. Wir müssen offen und ehrlich sein – füreinander und miteinander.

Wir müssen uns immer die Wahrheit sagen – in jeder Situation. Das ist mir ganz wichtig!

Intimität zu schaffen und zu bewahren gelingt nur ganz wenigen Menschen. Wir haben die Möglichkeit und die Fähigkeit dazu.

Es liegt an uns, Träume wahr zu leben, wahr zu lieben.“


———-


Nun sind wir ein knappes Jahr zusammen und uns ferner als je zuvor. Ich habe Dich Montagabend so verstanden, als interessiertest Du Dich nicht mehr für mich und nähmst mein Interesse an Dir nicht mehr ernst, hättest keine Lust mehr, über Dich zu erzählen.

Das akzeptiere ich. Es klingt für mich wie ein Schlussstrich.

Ich habe momentan zu viel eigene Sorgen im Kopf und kann anscheinend nicht mehr angemessen auf Dich und Deine Sorgen, Wünsche, Bedürfnisse eingehen. Du nennst das fehlende Aufmerksamkeit und Höflichkeit – ich nehme bei Dir kaum noch Freundlichkeit, kaum noch „gesetzte Liebe“ wahr.

Wir gehen nicht mehr liebevoll miteinander um. Wir sind nicht mehr füreinander da. Wir haben nicht die Fähigkeit, Intimität zu schaffen. Mit Intimität meine ich ein intuitiv richtiges Eingehen auf den jeweils anderen, aber auch auf sich selbst, in einer wohltuenden und vertrauensvollen Weise.

Meine derzeitigen Sorgen um Dich, um die Kinder und auch um mich mag ich Dir nicht mehr nennen – mir fehlt momentan der Zugang zu Dir. Und Du scheinst selbst so voll mit Deinen eigenen Sorgen, dass meine da gar keinen Platz mehr haben.

Ich bin – was uns angeht – in einer ausweglosen Situation und weiß nicht mehr weiter. So weiter wie bisher? – Nein! Pause? Trennung? Gespräche mit Paartherapeuten? Mit welchem Ziel?

Haben wir „Alpha-Typen“ überhaupt die Möglichkeit, aufeinander einzugehen? Auch mal mehr zu geben als zu nehmen? Könntest Du Dir vorstellen, ohne „Wie Du mir so ich Dir…“ durchs Leben zu gehen?

Wir sind Gefangene in uns selbst. Eingesperrt von unseren Vorbildern, unseren Drehbüchern, unseren Wünschen und Ansprüchen an uns selber. Und finden nicht den Schlüssel um uns selbst herauszulassen und finden nicht den Partner, der uns zeigt, dass die Türen gar nicht abgeschlossen sind. Das ist fatal. Und der nicht vorhandene Schlüssel für unser Miteinander.

Ich liebe Dich immer noch und werde das auch noch eine ganze Zeit lang nicht ändern können. Egal was passiert.

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